Qualitätszirkel

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N

Nandi

Mitglied
Basis-Konto
04.08.2006
91004
Unser Pflegedienst hatte letztens eine Prüfung durch den MDK. bis vor kurzem hatten wir noch keinen QZ- jetzt schon:innocent:
Wir setzen uns nun an einen Tisch und bearbeiten Themen, die wir für verbesserungswürdig halten.
Meine Fragen nun:
wie viele Leute müssen im QZ sein, bei einer Firmengröße von ca 26 Angestellten???
wie oft "sollte" der QZ tagen?
und: was für Themen besprecht ihr im QZ? wir haben bisher eine Patientenumfrage gemacht und verschiedene Themen die der MDK kritisiert hat überarbeitet, sind jetzt aber der Meinung, dass alles jetzt ok ist.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Altenpflege
G

grazbuerste

Mitglied
Basis-Konto
31.07.2006
25358
Es gibt keine Vorschriften bzgl. Teilnehmeranzahl bzw. Häufigkeit. Ihr solltet das in Eurem QZ für Euch individuell festlegen. Bei uns trifft sich sowohl der externe als auch der interne QZ alle 4 Wochen. Erfahrungsgemäß ist ab einer TN Zahl von 10 die Arbeit nicht mehr effektiv. Unser interner QZ besteht seit mittlerweile 5 Jahren. Wir haben beschlossen, dass die Teilnehmer sich verpflichten, 2 Jahre lang mit zu arbeiten. So sind wir ein eingespieltes Team und müssen uns nicht jedesmal neu zusammen raufen. Alle Mitarbeiter werden über unsere Pinnwand über die QZ Arbeit auf dem Laufenden gehalten und können Ideen für unsere Arbeit einbringen, was auch ab und zu passiert. Z. B. Dokumentationsformulare. Die QZ Arbeit endet nie, weil es immer etwas gibt, was verbessert werden kann. Außerdem haben wir festgestellt, dass die QZ Mitglieder für Neuerungen Multiplikatorenfunktion haben. So muss oft nicht ich als Leitung von oben Beschlüsse anordnen, das passiert dann ganz von alleine im täglichen Miteinander. Meine Aufgabe beschränkt sich oft darauf, QZ Beschlüsse bekannt zu geben. Die praktiwche Umsetzung regeln die Mitarbeiter eigenverantwortlich.
Da mein Tätigkeitsfeld mittlerweile hauptsächlich administrative Tätigkeiten umfasst, profitiere auch ich ganz persönlich von der QZ Arbeit, weil in diesem Rahmen oft Probleme oder verbesserungswürdige Themen zur Sprache kommen. Wir sind uns in dieser Arbeit auch menschlich sehr nahe und haben viel Freude daran, so offensichtlich gemeinsam an einer Aufgabe zu arbeiten.
Also, lasst Euren QZ weiterleben! Er sollte für Euch und nicht den MDK sein!
Viel Spass dabei
Maria
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Pflegedienstleitung
Weiterbildungen
interner + externer QZ
Mitglied im bpa
Ira

Ira

Mitglied
Basis-Konto
Hallo Nandi,
ich hab auch schon QZ mit "nur" 3 bis 5 Teilnehmern moderiert und die waren sehr effektiv. Es kommt darauf an, welche Probleme ihr bearbeitet - tangieren die die ganze Firma oder sind es Abteilungsprobleme. Es sollte von jeder betroffenen Stelle jemand dabei sein, das erhöht nachher die Akzeptanz der erarbeiteten Verbesserungen.
Der Nachteil bei sehr kleinen Gruppen ist, dass wenn einer fehlt der QZ nicht arbeiten kann. Der Nachteil bei zu großen: es wird entweder oft zu viel und zu lange debattiert und die Ergebnisse dauern sehr lange oder es kommt dann nicht jeder zu Wort. Eine große Gruppe setzt einen guten Moderator voraus.

Zu deiner Frage "wie oft": das kommt darauf an wie sehr es euch mit den Verbesserungen eilt - sind sie sehr dringlich, hatten wir schon wöchentliche Treffen, in Ausnahmefällen auch schon mit kurzfristig "dazwischen geschobenen" Terminen, die dann später in 2 oder 3wöchige Treffen gedehnt wurden. Mit 4wöchigen Treffen habe ich keine guten Erfahrungen - das war immer zu lange auseinandergezogen. Bis dann rekapituliert war und jeder wieder wusste um was es geht und wo wir gerade stehen, war die Hälfte der Zeit schon wieder um - vor allem bei größeren Gruppen. Ich denke die 4 Wochen sind gut, so wie bei Grazbürste, wenn der QZ schon lange arbeitet, die "großen" Probleme beseitigt sind und es "nur" noch um laufende Verbesserungen oder Anpassungen geht.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß und viel Erfolg!

Liebe Grüße
 
Qualifikation
Gesundheits- und Fachkrankenschwester, PDL, QM, Geschäftsführerin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
cyberhex

cyberhex

Mitglied
Basis-Konto
08.02.2006
8041
Hallo Nandi,

Wer moderiert eure Qualitätszirkel?
Ich frage vielleicht jetzt etwas unbedarft, aber bei meinem Dienstgeber werden die QZ von einem ausgebildeten Moderator begleitet.
Und in dieser Ausbildung werden gerade diese Themen: Gruppengrösse, Themenfindung und Zeiten vermittelt.

Die Frage nach Gruppengrösse und Zeitintervalle wurde ja schon beantwortet.

und: was für Themen besprecht ihr im QZ? wir haben bisher eine Patientenumfrage gemacht und verschiedene Themen die der MDK kritisiert hat überarbeitet, sind jetzt aber der Meinung, dass alles jetzt ok ist.
Habt ihr eine Kärtchenabfrage gemacht, welche Probleme (oder schöner "Verbesserungspotential") seht ihr in der Gruppe in eurer täglichen Arbeit?

Unsere Themen im Qualitätszirkel waren unter anderen:
Verbesserung der Zusammenarbeit im Team mit den Ärzten
Verbesserung der Schnittstellen Notaufnahme - Labor - Röntgen
Zusammenarbeit mit anderen Ambulanzen
Verkürzung der Patientenwartezeiten
Verbesserte Patienteninformation
Mitarbeiterleitfaden wurde erstellt

diese Themen werden dir im ambulanten Dienst zwar nicht alle weiterhelfen, aber ich denke mir, dass sie einen Anstoss geben können, eure tägliche Arbeit zu reflektieren. Ihr habt sicher einige Schnittstellen, die ihr genauer betrachten könnt - oder körperliche und psychosoziale Belastungen, und, und..

Bei deiner Frage habe ich ein bisserl das Gefühl, dass ihr den QZ installiert habt, um den MDK zufriedenzustellen und weniger um eure Arbeitssituation zu verbessern.

Ich sehe im QZ ein wertvolles Instrument um die Arbeitsabläufe neu zu überdenken und Qualität sowohl für Patienten als auch Mitarbeiter zu heben.
Aus diesem Grund ist es sinnvoll, wenn er kontinuierlich weiterläuft.

Liebe Grüsse
Elisabeth
 
Qualifikation
Diplomierte Gesundheits-Krankenschwester
Fachgebiet
Risikomanagement
U

ulscharte

Mitglied
Basis-Konto
Ich sehe einen Qualitätszirkel als eine wichtiges Instrument im Qualitätsregelkreis (Ein Instrument, in das alle Bereiche, Mitarbeiter zur Sicherstellung einer optimales und angemessenen Qualität der Pflege) und im KVP (Kontinuierlichen Verbesserungsprozesse) einer Einrichtung. Das is egal ob es sich um ein Krankenhaus, Alten-Pflegeheim oder Industrieunternehmen handelt.
Definition lt. Industriestandards: (Generell auch auf Pflege übertragbar) Bei einem Qualitätszirkel handelt es um eine kleine fest eingerichtete Gruppe von ca. 5 bis 12 Mitarbeitern die sich regelmäßig treffen, um die in ihrem Arbeitsbereich auftretenden Probleme freiwillig und selbsständig zu nennen und zu bearbeiten. Sie nehmen vor der Bearbeitung eine Sortierung nach Wertigkeit und Wichtigkeit vor. (Das ist aber nicht star) Die Sitzungen werden von einem Teammitglied geleitete bzw. moderiert. Man kann auch einen externen Moderator nehmen. Wichtig ist, das der Moderator nicht imm er der Chef oder jemand aus der Leitungsebene ist. Die Dauer einer Sitzung sollte max. 1 Stunde andauern und finden in der Regel in der Arbeitszeit statt. Von der Gruppe (Team) gewählte Themen, arbeits- oder organisatorisch bezogene Schwachstellen / Probleme werden diskutiert und analysiert. (Meißt Themen aus dem Bereich Qualitätssicherung) Wichtig ist vor allem, das die genannten Themmitglieder diese Themen vorab nicht selbst sammeln, sondern das sie auch als Anlaufstelle für andere Mitarbeiter dienen die dort ihre Info abgeben können. Im Tem werden Lösungsvorschläge erarbeitet, der Geschäftsleitung / Heimleitung usw. genannt oder je nach Befugnis auch direkt umgesetzt. Wichtig im Qualitätsregelkreis ist auch, zu wissen wie die Entscheidungsbefugnis läuft bzw. die Leitung hinter sich zu haben. Denn ohne Rückgrad läuft nichts! Das Team im Qualitätszirkel evaluiert auch seine Maßnahmen, Erfolge selbst, stellt sich der Leitung und den anderen Mitarbeitern, die die Arbeit des Qualitätszirkels dann in irgendeiner Form bewerten. Das kann allein schon dadurch geschehen, dass die Arbeitsleistung, die Identifikation mit der Arbeit (dem Unternehmen - den auch eine Krankenhaus ist ein Unternehmen) steigt und eine Verbesserung
der Pflege usw. herauskommt. Ganz wichtig ist, dass alle Mitarbeit motiviert und gewillt sind am Erfolg und guten Image einer Einrichtung usw. mitzuarbeiten.

ulscharte:eek:riginal:
(Industriefachwirt und QM-Fachauditor heute in der Pflege tätig)
 
Qualifikation
Altenpfleger u. techn. Betriebswirt / QM-Trainer, Mikrosystemtechnologe
Fachgebiet
Medizin- u. Automatisierungstechnik / Qualitätssicherung / CIT-IPC-USA / Pflege nur noch im Nebenberuf
Weiterbildungen
Betriebsswirtschaft / Qualitätsmangement / Miktrosystemtechnologie (Medizintechnik / Elektronik)
N

Nandi

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
04.08.2006
91004
ja ihr habt ganz recht, anfang des JAhres wurde der QZ nur für den MDK ins Leben berufen. Natürlich wollen wir den weiter ausbauen und verbessern, doch die liebe Zeit...
moderiert wird der Qz eigentlich gar nicht wirklich, wir haben ganz am Anfang eine Patientenumfrage gestartet und im Anschluss versucht, negative Bewertungen zu überarbeiten. "Leider" gab es von den Patienten aus kaum negative Kritik- dann haben wir uns selbst überlegt, was wir verbessern möchten.
Unsere eine Kollegin wir ab nächsten JAhr eine Fortbildung zur Qualitätsmanagerin besuchen, dann wissen wir vielleicht mehr.
Das Problem ist, die Sachen die wir als negativ bewerten, können wir nicht beeinflussen, das müsste dann unser Chef ändern, aber ein QZ ist ja nicht dafür da nur den Chef zu kritisieren.
Unsere Schwestern sind nämlich super und ein klasse Team, auch die Organisation und die Kommunikation untereinander ist super. Eben nur in der Chefetage gibts kleinere Problemchen, die dann das gesamt Klima im Betreib drücken (ich sag nur Gehalt) ist es eigentlich in jedem privaten ambulanten Pflegeteam so schwierig mit dem Gehalt?
ich bin nun schon im 2. privaten Pflegeteam und in beiden gab es nur Probleme mit dem Gehalt...
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Altenpflege
G

grazbuerste

Mitglied
Basis-Konto
31.07.2006
25358
Was genau meinst Du mit "Probleme mit dem Gehalt". Unregelmäßige Zahlungen? Zuwenig?
Wenn Eure Leitung mit der Einrichtung eines QZ einverstanden ist, Euch das auch als Arbeitszeit vergütet, will sie bestimmt auch Ergebnisse sehen. Ihr könntet z. B. eine MA Befragung machen. Auch bei uns war die Kundenbefragung nicht effektiv, weil sie keine Verbesserungswünsche enthielt. Da sind wir auf eine jährliche MA Befragung mit Beurteilung der Leitung übergegangen. Außerdem haben wir einen Meckerkasten, der gibt auch viel Futter für den QZ. Im Übrigen ergeben sich aus der Entwicklung des Qualitätshandbuches und während der Übergaben Fragen, die der QZ bearbeitet. Die Zeit ist meines Erachtens überhaupt kein Argument gegen den QZ. Im Gegenteil. Siehe meinen Beitrag vom 05.08.
Gute QZ Arbeit SPART Zeit!!! Umständliche Wege werden deutlich abgekürzt, alle sind in Prozesse eingebunden = Implementierung der QZ Arbeit in den Betrieb auf direktem Weg.
Also: es gibt kein wirkliches Argument QZ Arbeit nicht zu machen!
Liebe Grüße Maria
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Pflegedienstleitung
Weiterbildungen
interner + externer QZ
Mitglied im bpa
N

Nandi

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
04.08.2006
91004
mit problemen beim Gehalt meinte ich, dass wir unser Gehalt nie pünktlich bekommen, dh immer mindestens 3-4 Wochen später- wo meist schon das nächste Gehalt fällig ist- und auch nur nach mehrmaliger Nachfrage und Aufforderung. Dabei läuft unsere Station gut! sehr gut sogar, auch mit meinem Stunden lohn bin ich total zufrieden- wie die anderen Schwestern auch.
Es ist ein super gutes Auskommen zwischen den Schwestern - schon fast ehr freundschaftlich - leider- auch zur Führungsetage- deshalb traut man sich nicht "schroff" zu werden bzw mal auf den Tisch zu hauen zwecks Geld. Es läuft alles bestens außer eben die Bezahlung, wenn man darauf anspricht, wird nur gesagt, die KK haben noch nicht überwiesen, vorher gehen die Löhne nicht raus!

Gibt es eigentlich gute Bücher über die arbeit des Qualitätszirkels??
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Altenpflege
L

Lisy

Nandi,
Es gibt immer wieder Pflegedienste die eine gute Auftragslage haben und trotzdem gibt es Probleme mit der Finanzierung. Das hat mit Privat nichts zu tun sondern was mit rechtzeitiger Rechnungsstellung und einer effizienten Planung. Wenn ihr Leistungen erbringt aber nicht abrechnet wirds schnell eng.
Wäre für mich das wichtigste Thema beim QM. Wieso klemmts am Gehalt, was ist zu tun um unsere Wirtschaftlichkeit herzustellen, wie können wir uns besser verkaufen und die Frage: verschenken wir Geld, weil wir zuviele kostenlose Service Leistungen erbringen. Das hat nichts mit Chef kritisieren zu tun, sondern es geht um die Optimierung und Unterstützung euer Leitung.
Gruß Lisy
P.S. Ich kenn das Problem, das war bei der Arbeiterwohlfahrt, bei uns, auch so.
 
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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