Putzen in der Intensivpflege?

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Merlina42

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Ich brauche einmal Eure Meinungen!
Ich habe bei einem neuen PD angefangen. Der Patient wurde vor nicht ganz 2 Wochen aus der Reha entlassen und mein PD hat ihn für 24h-Pflege neu übernommen. Soweit so gut. Er wohnt in einem großen Haus mit Ehefrau. Vor 2 Tagen plötzlich beschwerte sich die Frau beim ND, es würde immer dreckiger werden und wir sollten gefälligst die Räume putzen. Dazu gehören: Patientenzimmer, Büro, wo wir als PK den Schreibkram und Übergabe erledigen sowie das Bad und das Gäste- WC.
Meine Frage ist: Wie wird das üblicherweise gehandhabt bei Euch?? Gehört das Putzen der Böden, Dusche, Toiletten usw. zur Aufgabe des Pflegedienstes?
Ich bin schon sehr gespannt auf Eure Antworten:smile:!
 
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Morbus Bahlsen

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AW: Putzen in der Intensivpflege?

Da wo wir uns aufhalten, da putzen wir auch. Aber alles bitte schön mit Maß und Ziel. Ich hatte mal einen Patienten, wo wir jeden zweiten Tag Bad putzen, Patientenzimmer(Wohnzimmer wo sich auch die Ehefrau aufhielt) Arbeitszimmer (lag unsere Doku und Sondennahrung, Beatmungszubehör ect.) und Flur komplett putzen sollten und das obwohl es nicht nötig war (1-2mal pro Woche war unserer Meinung nach ausreichend).
Außerdem sollten wir die Wellensittiche 1x wöchentlich reinigen und auch den Müll (unser Patient hatte seine eigenen Mülleimer) der Ehefrau mitwegbringen und das, wo uns noch nicht einmal die Benutzung des Wasserkochers gestattet war, wir also Wasser für Kaffe, Tee, Minutenterine in der Thermoskanne mitbringen mussten und wir im Sommer dann mit Kühltasche anrückten, da man 12 Stunden lang irgendwo seine Sachen kühl lagern muss.
Als ich dort Teamleitung wurde, habe ich dann da erstmal einen Riegel vorgeschoben. Was gehen mich bitte die Wellensittiche an! Wir haben sie zwar immer mit gefüttert, wenn die Ehefrau auf Arbeit war, aber irgendwo ist auch mal Schluss. Wir sind für den Patienten da und nicht für die Tiere oder die Angehörigen.
Ich bin gern entgegenkommend und habe auch kein Problem damit zu putzen, wenn ich sowieso Zeit habe, wenn der Patient mich nicht braucht; aber wenn ich ausgenutzt werde oder mir auch keiner entgegen kommt, dann mache ich es umgekehrt auch nicht.
Die Welt lebt vom Geben und Nehmen.

Bei meiner jetzigen Patientin haben wir einen Wasserkocher, Mikrowelle alles für uns, wir dürfen nachts den Laptop mitbringen, den Kühlschrank nutzen u.s.w, da komme ich auch dem Ehemann entgegen, in dem ich, wenn ich die Sachen für meine Patientin bügele auch mal für ihn ein Hemd mit bügle oder eben auch mal hier und da was putze, was ich nicht putzen müsste, natürlich entscheide ich das dann auch für mich alleine, ob ich das machen möchte und lege nicht fest, dass auch meine Teamkollegen das machen müssen.
Ich habe auch schon öfter Brötchen mit zur Arbeit genommen, genau wie der Ehemann oder die Tochter auch schon mal Brot vom Bäcker für mich mitgebracht haben, weil der eben wenn ich feierabend habe schon geschlossen hat.
 
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AW: Putzen in der Intensivpflege?

Das immerwährende Problem in der ambulanten Intenisivpflege. Jetzt sind "die" schon mal den ganzen Tag im Haus und stören die Privatsphäre (auch wenn das nicht so gesagt wird ist es schlussendlich so) da können DIE auch wenigstens was machen für das viele Geld. Vor allem bei Kunden bei denen faktisch wenig Hand anzulegen ist.

Hier ist es m.E wichtig, dass von Seiten der PDL/Teamleitung schon bei der Aquise klar gemacht wird, was der ambulante PD vor Ort leistet: Nämlich: Behandlungspflege und Grundpflege. Dabei wird selbstverständlich der Arbeitsbereich sauber gehalten. D.h. alle Dinge die benutzt werden im Zusammenhang mit dem zu Pflegenden und alle Bereiche die die Pflege nutzt wie z.B. WC oder ein zur Verfügung gestelltes Zimmer/Schreibtisch, was auch immer.

Der Rest geht m.E. den PD nichts an. Für hauswirtschaftliche Tätigkeiten gibt es extra Gelder.

Lässt man es einreißen, das hier und da einfach aus Freundlichkeit (oder auch aus Langeweile) das eine oder andere gemacht wird was nicht zum Aufgabenbereich gehört gibt es mit schöner Regelmäßigkeit Probleme, weil der Kunde und/oder die Angehörigen nicht mehr unterscheiden können was ihr Recht und was nur pure Menschenfreundlichkeit ist und letzteres irgendwann von allen Pflegekräften erwarten und dies immer mit denen die es aber auch machen (gefühltes Gewohnheitsrecht) begründen.
Da werden von den Pflegekräften Fenster geputzt, die Wäsche gebügelt, das Holz aus dem Keller geholt, Unkraut gejätet, gekocht und mitunter sogar auf dem Hinweg noch eingekauft. Das geht ruck zuck über eine kleine Gefälligkeit wie mal den Hausmüll noch mitzunehmen, weil man eh auf dem Weg ist hinaus und wird quasi immer irgendwann zum Problem.

Von Seiten des PD sollten da klare Vorgaben herrschen - denn es entlastet die MA auch, wenn sie sich auf ihre Teamleitung berufen können die sagt: Das ist nicht euer Job und ich möchte nicht dass ihr das macht. Nicht weil ihr so faul seid, sondern weil das irgendwann zu Problemen führt und der kleine Finger nur den wenigsten genügt und sie schlussendlich den ganzen Arm wollen.

Ein Recht auf den Wasserkocher gibt es nicht wirklich. Es gibt Versorgungen in denen es schwierig ist - da muss man nach Lösungen suchen. Der eigene Wasserkocher kann da durchaus hilfreich sein, vor allem wenn es ein eigenes Zimmer gibt und man so nicht dauernd den Lebensbereich der Familie betritt, wenn man eigentlich gar nicht gebraucht wird.
 
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Merlina42

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Das Problem ist dass der Pfleger hier einfach die Putzarbeit in die Checkliste aufgenommen hat und abgenickt hat. M.E. hat er sowieso seine Kompetenzen überschritten, da er erst die PDL in Kenntnis hätte setzen müssen und diese das zu entscheiden hat. Also, in meiner Stellenbeschreibung steht nichts von hauswirtschaftlicher Tätigkeit. Es scheint aber Usus zu sein, dass in der häuslichen und insbesondere in der 1:1 Betreuung diese Tätigkeiten gang und gebe sind. Deshalb auch meine Frage hier.
Und ich sehe das auch so: reicht man den kleinen Finger, wird schnell die ganze Hand genommen.
 
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Morbus Bahlsen

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AW: Putzen in der Intensivpflege?

Naja, manche Pflegedienste versprechen sowieso das Blaue vom Himmel, um Patienten zu bekommen, da nickt dann die PDL auch Sachen ab, wo ich dann klipp und klar sage: "Ich bin Krankenschwester und keine Putzfrau"
 
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AW: Putzen in der Intensivpflege?

Was ich in 15 Diensten bei 14 verschiedenen Patienten (zu einer Versorgung ein zweites Mal zu gehen erschien mir zu langweilig, mag die Abwechslung :laughing:), die von 3 verschiedenen Pflegediensten betreut wurden, gesehen habe:

- weibliche PK neigen (wie im Krankenhaus auch :rotwerd:) eher dazu zu "putzen". Konkret habe ich bügeln, Wäsche aufhängen und falten beobachtet :sick:
Die Männer haben den Kram eher liegengelassen :thumbsup2:
- falls eigenes WC wurde dies auch (1x Woche) von der PK gereinigt (fester Plan), fand sich in der Doku als Aufgabe
- Abfall, der bei der Pflege anfällt, wurde meist von PK "runtergebracht"
- sonst reichte die "Gastfreundschaft" eben von "kein Glas Wasser" bis "eigener Multimediabereich und eigener Jura Kaffeevollautomat" - eben der ganze gesellschaftliche Querschnitt :eek:riginal:
Abseits irgendwelcher vertraglicher oder mündlicher Absprachen geht es aber auch um das Bild unserer Berufes !
Daher würde ich solche Tätigkeiten besser ablehnen.
Ist doch wie KH:
eben bedient die Schwester noch die Herz-Lungenmaschine und den Hirnschrittmacher und im nächsten kommt sie rein und putzt den Nachtschrank, serviert Kaffee und leer Mülleimer :spinner:
 
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SvenJ

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AW: Putzen in der Intensivpflege?

Ich kenne das auch so. Normalerweise gehören das Reinigen des patientennahen Umfelds mit dazu. Natürlich auch durch uns genutzte Räume. Da ist von mehrmals täglich bis "ich hab nix gesehen" alles drin. Wenn Angehörige im Haus sind, entscheide ich individuell. Ich bin da sicher keine Putzfrau. Den Rest entscheide ich auch individuell, nach dem Motto "wie man in den Wald hineinruft......". Wer nichtmal den Wasserkocher zur Verfügung stellen möchte, muss sich nicht wundern, das da nix zurückkommt. Wir sind ja nicht aus Spaß da und min. 80% unserer Anwesenheit sind SGB 5 Leistungen und das beinhaltet in den Fällen nunmal Beatmung = Bereitschaft.
Ansererseits habe ich aber auch schon die Bohrmaschine geschwungen und im Garten geholfen, wenn man denn was zurück bekommt im Sinne von Nettigkeit.
Ansonsten hab ich oft das Gefühl, das je schlechter die Mitarbeiter qualifiziert sind, sie umsomehr Haushalt machen. Das ist zumindest meine Beobachtung. Vielleicht meinen die ja, das beim putzen schon nix schief gehen kann;-) Kann aber auch natürlich dann auch am mangelnden Selbstbewusstein und Auftreten liegen.
 
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Fachpfleger IMC und ausserklinische Beatmung
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Merlina42

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Danke Euch :eek:riginal:,

ich bin zwar eine Frau aber Putzen mag ich nicht sonderlich. Ok, ich stimme mit Euch auch überein, dass wir auch so etwas wie eine "Berufsethik" und "Ehre" haben. Auf Station muß ich auch nicht putzen und schon gar nicht Toiletten, Böden oder Duschen. Echt, die Vorstellung quasi mit Handschuhen und Schrubber zum Pat. zu laufen um die Beatmung einzustellen oder Abzusaugen finde ich geradezu absurd. Aber anscheinend sind in der Heimbeatmung andere Parameter. Mal eben das Waschbecken säubern und die Duschabtrennung abziehen finde ich ok aber wo ist die Grenze?? bei mir hier herrscht das Chaos und ich bin nicht mal Teamleitung, fühle mich aber gerade irgendwie so, weil hier jeder macht was er will. Ich werde bis zur 1. Teamsitzung im Mai nicht mehr putzen außer patientennahe Geräte, Tische usw. Also das normale. Außerdem werden hauswirtschaftliche Dienstleistungen bei der KK extra abgerechnet und das ist noch gar nicht beantragt, das ist bares Geld:nono:! Soll ich putzen, dann für 2 Euro Aufschlag die Stunde :rolleyes::innocent:.
 
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Natrium

AW: Re: Putzen in der Intensivpflege?

Wäre für mich schon Grund genug nicht in der häuslichen intensivpflege zuarbeiten. Dafür habe ich nicht jahrelang gelernt. Nichts gegen putzen, aber irgendwo ist Schicht.
 
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Merlina42

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Re: AW: Re: Putzen in der Intensivpflege?

Wäre für mich schon Grund genug nicht in der häuslichen intensivpflege zuarbeiten. Dafür habe ich nicht jahrelang gelernt. Nichts gegen putzen, aber irgendwo ist Schicht.
Genau. Und deshalb habe ich am Freitag ein Vorstellungsgespräch in der Uniklinik :)
 
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AW: Re: AW: Re: Putzen in der Intensivpflege?

Genau. Und deshalb habe ich am Freitag ein Vorstellungsgespräch in der Uniklinik :)
Ich würd ja auch gerne wieder ins Krankenhaus, aber bei uns in der region bin ich da völlig chancenlos. Die Krankenhäuser die noch einstellen tun das nur auf Teilzeitbasis, aber arbeitest dann trotzdsem voll, wir haben z.zt. viele 400 Euro Kräfte aus diesem Bereich, weil die mit dem Gehalt net über die Runden kommen. Auch andere Intensivpflegedienste gibt's bei uns nur noch zwei, wo de Bedingungen genau so oder sogar noch schlechter sind.
 
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Merlina42

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Re: AW: Re: AW: Re: Putzen in der Intensivpflege?

Wo wohnst du denn? Und die 400 Euro Kräfte arbeiten zusätzlich und sind woanders eingestellt?
Also hier im Rheinland hat sich in den letzten 2 -3 Jahren einiges verändert. Vorher hatte man kaum eine Chance eingestellt zu werden und heute am liebsten auch nur mit Fachweiterbildung. Aber sie suchen doch sehr, das muß ich sagen.
Was ist denn mit Selbstständigkeit bei Dir??
 
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AW: Putzen in der Intensivpflege?

Ist nicht unüblich, dass Kollegen mit einer Festanstellung in der Klinik auf 400 Euro-Basis nebenher bei einem Intensivpflegedienst arbeiten.
 
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AW: Putzen in der Intensivpflege?

Hallo,

ich habe ebenfalls dieselbe Problematik erlebt und kann folgendes beisteuern: Auf den HKP-Rezepten steht in etwa drauf, dass HKP (häusliche Krankenpflege) gewährt wird, um Tätigkeiten zu übernehmen, die NICHT von einer dritten, im Haushalt lebenden Person erledigt werden können. Damit ist die Sache schon weitestgehend geklärt. Wenn der Ehepartner oder die Kinder im selben Haushalt leben, haben diese die Hauswirtschaft auch zu übernehmen. Dass ich meinen Arbeitsbereich sauber halte, ist ja irgendwo klar. Sonst kläre ich mit den Angehörigen ab, welche Aufgaben ich übernehmen kann und "darf", z.Bsp. Patientenbett regelmäßig beziehen, Urinente desinfizieren etc. und sage aber auch gleich, was nicht geht (z.Bsp. Frühjahrsputz) Neulich meinte auch ein Patient zu mir, er könne mich einkaufen schicken. Da hab ich ihm erklärt, dass ich ihn gerne dabei begleite aber eben nicht alleine losrenne. Schließlich bin ich ja zu seiner "Überwachung" da. Auch mein AG hat auf meine Anfrage versichert, dass ich lediglich mein Arbeitsumfeld sauber (nicht Lupenrein) halten soll, sonst nur für die Überwachung und Pflege des Patienten zuständig bin.Nicht mehr und nicht weniger.
Meinen Nebenjob habe ich in einer 1:1 Versorgung, in der die Angehörigen nicht im Haushalt leben. Dort wischen wir 1x wö. die Wohnung, waschen die Wäsche bei Bedarf -der Pflegedienst wies aber darauf hin, dass wir sie nicht bügeln müssen -, hängen sie auf und legen sie in den Schrank, des Weiteren beziehen wir natürlich das Bett und gießen die Blumen. Einkäufe, Botengänge, erweiterte Wohnungsreinigung müssen dann die Angehörigen erledigen,wenn sie zu Besuch sind.
Hier werden wir aber nicht nur von den Krankenkassen mit ebendieser HKP-Verordnung, die unser Aufgabengebiet schon gut eingrenzt geschützt, sondern auch vom Gesetzgeber.Alles was nämlich über "den Arbeitsplatz sauber halten" hinausgeht, muss in einem extra Vertrag mit dem Pflegedienst vereinbart werden und vom Patienten i.d.R. privat bezahlt werden. Selbst dann darf der Pflegedienst nicht alle Reinigungsaufgaben übernehmen, schließlich gibt es dafür spezielle Reinigungsfirmen, denen Arbeit weggenommen würde. Außerdem hat es auch etwas mit dem Versicherungsschutz zu tun. Meine PDL hat mir mal erzählt, dass die Versicherung nicht zahlt, wenn ich runterfalle und mich verletze wenn ich beim Patienten die Fenster putze - weil ich diese Aufgabe als PK gar nicht übernehmen dürfe... Das müsste natürlich alles noch mit Quellen belegt werden die ich jetzt nicht erst mühsam im Netz zusammensuche aber es klingt doch recht plausibel denke ich.

Am besten ist es wirklich, wenn der PD schon vorab klärt, was erwartet werden kann und was nicht, denn nicht zuletzt ist es auch für den Pflegenden eine Stresssituation wenn er nicht weiß was er ablehnen kann und was nicht. Wir sind schließlich aus eine Hilfsideal heraus in die Pflege gegangen und nicht, weil wir Butler und privater Putzpampel sein wollten. Ein PD hat sogar immer ein Zimmer in der Wohnung des Patienten angemietet, extra für die PKs. Da gab es so gut wie nie Probleme, schon alleine deshalb, weil die ihren eigenen Rückzugspunkt hatten.
 
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AW: Putzen in der Intensivpflege?

Hallo Merlina,

zu tun ist alles, was zu den vereinbarten Leistungen (Pflegevertrag) gehört. Diese Leistungen vereinbart die PDL/GF mit den Kunden, insofern müßte sie/ er wissen, ob Ihr putzen müßt oder nicht.
Den Arbeitsbereich muß man natürlich sauberhalten oder den Aufenthaltsbereich, wenn man dort isst usw.
Ansonsten gehört in jede Intensivkurve vor Ort eines Tages bzw.Wochenplan mit den Tätigkeiten, die zu erledigen sind, vom Trachealkanülenwechsel über putzen bis Materialbestellung wann wo usw.
Die Einarbeitung müßte, wenn lege artis erfolgt, diese Fragen geklärt haben.
Angehörige von Intensivpatienten stehen unter großem Druck und benutzen Pflegekräfte vor Ort gern als Ablassventil für Emotionen, das ist menschlich. Da ist man schon manchmal Prügelknabe. Ich hatte auch schon mal eine Nachtbetreuung, die schlichtweg unerträglich war.
Ich kann Dir nur raten, deine PDL darauf anszusprechen und dies auch zu dokumentieren bzw. der Ehefrau dies zu sagen.
 
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Verantwortliche Pflegefachkraft § 71 SGB XI
Heilpraktikerin
Unternehmerin/Publizistin
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