Psychoterror durch Patientin

PflegerPaul

PflegerPaul

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
15834
0
Folgendes Problem : meine Kollegen und Ich werden von einer Pat. mit üblen Beleidigungen beschimpft und werden regelmäßig beschuldigt unsere Arbeit nicht richtig durchzuführen oder zu klauen, teilweise beginnt sie Handgreiflich zu werden und schmeißt auch gerne mit Lappen um sich :spinner:... habe mehrmals mit unsere Vorgesetzten geredet aber irgendwie kommt aus ihrer Richtung keine Hilfe ... mich macht die Situation langsam richtig fertig ... bin nur noch angespannt und reagiere für mich sehr untypisch ... bin eigentlich immer sehr hormoniebedürftigt und "jut druf" aber diese Frau läßt die wut in mir hochkochen ... fang sogar schon an mich auf ihr Niveau runter zu lassen (werde aber nicht beleidigend)... jedenfalls brauch ich mal Rat und Hilfe wie ihr mit solchen Dingen umgeht und was eure Erfahrungen sind .... würde mich wenn ihr mir helfen könnt ansonsten geh ich bald in die Klapper ! :verknallt:heul::bae::spinner::blink::laughing::cry:
 
Qualifikation
exam. Altenpfleger
Fachgebiet
Hauskrankenpflege
C

Chef de Saucier

Aktives Mitglied
Basis-Konto
1
30625
0
AW: Psychoterror durch Patientin

Vielleicht der wichtigste Tip zuerst: Wenn die Frau mit dem Lappen, welcher für die Intimhygiene verwendet wurde wirft, dann solltest Du Dich ducken :anbet:Ersatzweise könnte auch das im Boxsport verwendete Mittel des Pendelns oder Austanzens des "Angreifers" hilfreich sein dem Lappen auszuweichen.

* Wenn möglich sollte man ( ist leich gesagt ) das Gespräch führen und lenken. Sind Dir oder Deinen Kollegen vielleicht Themen oder Ihre Biographie bekannt, sodass man auf dieser Grundlage das Gespräch in eine Richtung lenken kann. Ich konnte eine anstrengende Bewohnerin von ihren üblichen Gedankengängen ablenken indem ich auf ihre Biographie angespielt habe: sie hat als junges Mädchen mit den anderen Mädels immer heimlich den Obsthändler auf dem Markt beobachtet ...
* Ist die Person immer so oder hängt das möglicherweise mit bestimmten pflegerischen Handlungen zusammen, die gemacht werden sollen oder durchgeführt worden sind ?
* Gibt es eine Krankheit ( ggf. dementiell verändert ), die ein solches Verhalten erklärt oder begünstigt und könnte das ggf. durch Medikamente angegangen werden ?
* Gibt es einen Kontakt zu den Angehörigen, die das Verhalten vielleicht kennen, darauf einwirken können oder zumindest darüber Bescheid Wissen und nicht aufgrund der Aussagen der Mutter ggf. Beschwerde führen ?
* Vielleicht kennt der Hausarzt die Person schon länger und kann etwas dazu sagen ( ggf. Wahnvorstellungen, Psychosen ... )
* Lehnt die Frau möglicherweise männliche PK generell ab ?
* Akzeptiert sie vielleicht nur bestimmte Personen Eures Teams und könnte man es so planen, das diese Personen die Versorgung übernehmen. Und was machen diese Personen möglicherweise anders als die anderen ?

Das es Deinen Kollegen auch so geht ist ja schon einmal positiv für Dich. Im Rahmen einer Beschwerde stehst Du nicht allein da. Du bzw. ihr werdet das ja bereits ausführlich dokumentiert haben. Wenn die Person die pflegerische Unterstützung deutlich ablehnt bzw. eine Versorgung nur unter Protest oder Druck durchgeführt werden kann, dann würde ich persönlich nach ein paar Versuchen die vereinbarte Leistung nicht durchführen, würde das dokumentieren und die Leitung informieren, das aufgrund der Ablehnung/ des Widerstandes nichts gemacht worden ist und wie in Zukunft verfahren werden soll. Jetzt gibt es auch Leitungen, die lapidar die Anweisung geben: sie müssen aber, sonst ... Hier würde - sofern vorhanden - natürlich die Mitarbeitervertretung helfen können, auf jeden Fall aber ein Team das die eigenen Aussagen bestätigt und hinter Dir steht.
 
Qualifikation
* - *
Fachgebiet
PFK
PflegerPaul

PflegerPaul

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
15834
0
AW: Psychoterror durch Patientin

Also die Dame pflegen wir nicht dirket, wir verabreichen ihr einmal täglich ein s.c. Injektion, die sie mehr oder minder zulässt. Die Pflegeperson im Haushalt ist ihr Mann, den wir Grundpflegerisch versorgen ... da die gute ihren Mann sieben Jahre pflegte, meint sie, das ihre Pflege qualitativ hochwertiger ist als unsere und funkt uns ständig dazwischen ... während ein Teil meiner Kollegen kuschen, weil sie richtige Angst vor der Frau haben, weise ich sie regelmäßig in ihre Schranken, was mir mal mehr mal minder gelingt, aber ich weiß auch nicht ob das so richtig ist ... Ich glaube die Frau ist psychisch Krank (schezophren und paranoid) außerdem hat sie ein kleines Alkoholproblem und greift gerne zur Flasche ... Die Hausärztin ihres Mannes war auch schon mit bei als sie so ausrastete und sie wollte eigentlich mit der Ärztin, der Frau, reden ... aber bis heute ohne Ergebnis ... und zum Thema Verwandte ... Kinder haben beide nicht und auch in ihren früheren Leben scheinen die beiden sich keine Freunde gemacht zu haben ... mit der Art auch kein Wunder ...
 
Qualifikation
exam. Altenpfleger
Fachgebiet
Hauskrankenpflege
C

Chef de Saucier

Aktives Mitglied
Basis-Konto
1
30625
0
AW: Psychoterror durch Patientin

Sehr unangenehm !
Vielleicht kann man die Frau ja in ihrem Gefühl bestätigen das sie aufgrund der Pflege ihres Mannes sehr kompetent sei. Was gefällt ihr nicht, was würde sie anders machen ? Kann man die Frau irgendwie einbeziehen ? Vielleicht ist sie ja entspannter, wenn sie sich ernst und wahrgenommen fühlt und man ihre Wünsche - aber wahrscheinlich überschreitet das bei weitem die Dir zur Verfügung stehende Zeit - versucht umzusetzen.

Ich hatte in der Vergangenheit auch Pflegebedürftige mit denen es erst gut lief nachdem ich auch einmal Klartext geredet habe. Die waren genervt von einer permanenten Freundlichkeit und kamen mit einem anderen Tonfall besser klar. Das ewige Jammern und die ständigen Vorwürfe waren dann vorbei.

Ich kann gut Verstehen das man sich nicht selbst verleugnen oder die Vorwürfe einfach ständig über sich ergehen lassen möchte.
 
Qualifikation
* - *
Fachgebiet
PFK
PflegerPaul

PflegerPaul

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
15834
0
AW: Psychoterror durch Patientin

hab ich am anfang gemacht , hab sie gefragt wie sie es gemacht hat, hab sie in die pflege miteingezogen , es ging ein paar tage und dann war alles wieder dreck ... sie ist total widersprüchlich in dem was sie sagt. und dann hab ich mein mund aufgemacht ... dann ist sie richtig ausgetickt und seitdem bin ich für sie ein rotes tuch ... sie versucht mich in anwesenheit von dritten (was denklich unangenehm ist) bloß zustellen oder mich schlecht zu machen ... und das macht mich wütend ... ich will nicht sagen das ich mutter teresa bin, aber ich mach meine arbeit gut, bin bei kollegen und patienten sehr beliebt und lass mir nichts zu schulden kommen ... aber wegen so einer person denke ich darüber nach ob das noch das richtige für mich ist ...
 
Qualifikation
exam. Altenpfleger
Fachgebiet
Hauskrankenpflege
C

Chef de Saucier

Aktives Mitglied
Basis-Konto
1
30625
0
AW: Psychoterror durch Patientin

Hallo,

bislang hatte ich im ambulaten Bereich das Glück, das solche Sachen im Team inkl. der Leitung besprochen wurden. Es konnte ein gemeinsames Vorgehen beschloßen werden und die Leitung hat kontakt mit den Personen aufgenommen, um eine Entspannung der Situation ggf. herbeizuführen. Als Einzelkämpfer verschwendet man u.U. nur seine Energie.

Ich würde versuchen zunächst ein paar Kollegen in`s Boot zu holen und die Leitung anzusprechen, um ein gemeinsames Vorgehen zu besprechen. Unabhängig davon würde ich den Kunden besuchen, versuchen die vereinbarte Leistung durchzuführen und - wenn die Ehefrau massiv stört - das Ganze abbrechen und so dokumentieren. Wenn es v.a. grundpflegerische Tätigkeiten sind und eine gesundheitsliche Beeinträchtigung unwahrscheinlich ist durch Unterlassen, dann würde ich das so machen.

Hiermit wirst Du wahrscheinlich einen Prozeß in Gang bringen, der von der Leitung nicht einfach ignoriert / ausgesessen werden kann. Denkbar ist natürlich das die den einfachsten Weg gehen, Dich unter Druck setzten, Dich ggf. Abmahnen und Du am Ende den kürzeren ziehst.
Ich kann leider nicht beantworten wie das rechtlich zu bewerten wäre, wenn eine PK eine Handlung aufgrund massiver Störung nicht durchführt.

Gruß
Monokel
 
Qualifikation
* - *
Fachgebiet
PFK
S

Schokokeks

AW: Psychoterror durch Patientin

also ich würde die gefühle der patientin auch bestätigen und auf ihre lebenswerke ausweichen...validierende art eben, dass manchmal auch bei nicht dementen funktioniert. (glaubwürdig und nicht so, dass sie sich veräppelt fühlt) würde auch keinen widerspruch leisten und mich auf keinerlei streitgespräch einlassen, in der es nur darauf ankommt, dass einer gewinner ist. letztlich würde ich als pflegende abschätzen, worauf es nun wirklich dabei ankommt und alternativ gemäß ihrem wunsch entscheiden, um trotzdem irgendwie an das zu erreichende pflegeziel zu gelangen.

solch eine pat. hatte ich auch mal und es ist mir gelungen.
wenn ich so nachdenke, wenn ICH mal jenseits der 90 jahre grenze bin, so möchte ich in dem alter, in dem ich mein berufsleben, kindererziehung,einige todesfälle in näheren familiären kreisen hinter mir gebracht habe, auch vom recht gebrauch nehmen, so riiiichtig unzufrieden sein zu dürfen, ohne vom pflegepersonal dafür gerügt zu werden. unzufriedenheit hat ja nichts mit dem personal persönlich zutun, sondern liegt einfach "nur" in den grundzügen mancher älterer herrschaften und diese sollte man nichtmehr umerziehen.
dieses beispiel halte ich auch für sehr schwierig, weil vermutlich keine pflegekraft mit ihr zurecht kommt...meinem schülerstatus entsprechend würde ich noch darauf tippen, ob es möglich ist, ob diese frau das pflegepersonal als eine art "ventil" nutzt , um ihrer unzufriedenheit raum zu geben und ggf. es dann auch dementsprechend als verdecktes problem aufzunehmen? *fragend
 
A

Alraune

Mitglied
Basis-Konto
0
53844
0
AW: Psychoterror durch Patientin

Das beschriebene Verhalten der Patientin geht über Unzufriedenheit doch weit hinaus. Es ist auf jeden Fall grenzüberschreitend und verletzend. Und da finde ich Abgrenzung und einheitliche Konsequenzen bzw Absprachen im Team das wichtigste. Monokel hat dazu ja schon einiges geschrieben.
Hier würde ich an deiner ( Pauls ) Stelle die Position vertreten, dass du um deinen Auftrag ,zu erfüllen ein Mindestmass an Bedingungen und auch Unterstützung seitens der Leitung brauchst. Ich kenne die Bedingungen bei deinem Arbeitgeber nicht , grundsätzlich gibt es aber die Möglichkeit Beratung/ Supervision / Fortbildungen zu solchen Themen anzuleiern.

Du hast in diesem Kontext keinen pädagogischen Auftrag und wenn bräuchtest du dafür zusätzlich Zeit (und Methoden) und kannst nicht nebenbei ,zeitgleich mit der Pflege des Ehemanns oder der Injektion psychiatrische/pädagogische Pflegeziele verfolgen.

Das Verhalten der Dame hat sicher für sie einen Nutzen und Gründe , egal ob diese organisch ,in der Biografie oder wo auch immer liegen. Sich das klar zu machen hilft dir vielleicht dabei, dass es dich nicht so fertig macht. Aber bei allem Verständnis für die möglichen Gründe der Patientin , finde ich es ein legitimes Anliegen dich und deine Kollegen vor den Übergriffen bei der Erbringung eurer Dienstleistung zu schützen.
Im körperlichen Bereich ist das keine Frage. Da schützt du dich ja auch vor von Patienten ausgehenden Gesundheitsrisiken durch geeignete Massnahmen.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wohnheim Eingliederungshilfe
PflegerPaul

PflegerPaul

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
15834
0
AW: Psychoterror durch Patientin

hab gestern nochmal das gespräch gesucht ... und habe mich erstmal versetzen lassen... obwohl die frau nicht der alleinige grund dafür war ... aber soweit wie ich auf dem laufenden stand der dinge bin, wurde ein gutachter informiert, der ihren psychischen zustand und die situation für den mann begutachtet ... ich wünsch der frau nichts schlechtes ... zumal sie wirklich krank zu sein scheint und der situation nicht mehr gewachsen ist ... hoffe das bald ne lösung gefunden wird, die vertretbar ist und die, der frau, nicht schaden wird ...
 
Qualifikation
exam. Altenpfleger
Fachgebiet
Hauskrankenpflege
Die E-Mail-Adresse wird lediglich zur Versendung des Aktivierungslinks für diesen Beitrag verwendet.