Psychologie - Olweus: Gewalt in der Schule

I

Ingo Tschinke



Titel: Gewalt in der Schule. Was Lehrer und Eltern wissen sollten - und tun können.

Autor: Dan Olweus

Verlag: Hans Huber Verlag, 2003

ISBN: 3456839235

Preis: Broschiert, 188 Seiten, 13,95 €

Das Buch zeigt übersichtlich auf gut 190 Seiten das Gewaltproblem in Schulen auf. Dies geschieht sowohl anhand von Statistiken aus Norwegen und Schweden als auch anhand von sehr interessanten Einzelbeschreibungen. In Teil 2 werden Maßnahmen gegen Gewalt untersucht. In Teil 3 ein Interventionsprogramm vorgestellt. Teil 4 schließlich enthält praktische Ratschlage und ein Kernprogramm zur Gewaltprävention.

Das nachweisbar erfolgreiche Programm wird inzwischen an vielen Schulen in Skandinavien und der EU eingesetzt. Das Buch ist sehr gut lesbar geschrieben. Es erscheint mir in vielerlei Hinsicht interessant.
1. Wir haben in der Psychiatrie und in anderen Gebieten der Medizin sowohl mit Opfern von Gewalt als auch mit gewalttätigen Menschen täglich zu tun. Ein tieferes und breiter angelegtes Verständnis von Gewalt ist sinnvoll.
2. Es entsteht auch in der Institution Psychiatrie und in geringerem Umfang auch in anderen medizinischen institutionellen Zusammenhängen eine ähnliche Gewalt hervorrufende Gruppendynamik wie in Schulen. So finden sich z. B. auch in Patientengruppen Mobbingopfer.
3. Es ist für diejenigen von uns von persönlichem Interesse deren Kinder auf Schulen gehen.
4. Das Gewaltproblem nimmt offensichtlich in der Gesellschaft weiterhin zu und ist keineswegs als gelöst zu betrachten.
Insofern gehen Programme zur Gewaltprävention und Analysen zum Verständnis, weshalb Gewalt in Gruppen entsteht, jeden von uns etwas an. Quintessenz des Buches schein mir zu sein, dass es erstens wichtig ist, die üblichen Formen von Gewalt unter Schulkindern zu kennen um sie erkennen zu können, benennen zu können und um etwas dagegen tun zu können. Dies sieht in der Schule offenbar ähnlich aus wie z. B. in der Psychiatrie. Ernsthafte Gespräche mit allen Beteiligten auch z. B. den Eltern sowie ein offener Umgang mit dem Thema in der Öffentlichkeit in der Klasse oder der ganzen Schule ist der am meisten Erfolgversprechende Weg.


Eine kritische Anmerkung:
Nach allen sonst mir bekannten Arbeiten zur Gewalt, gerade auch unter Kindern und Jugendlichen, gibt es ein deutliches Verhältnis von Jungen zu Mädchen oder jungen Männern zu jungen Frauen ebenso wie bei Erwachsenen von mind. 9 zu 1 was die Gewalttätigkeit anbelangt (was sich z. B. auch bei den Insassen von Jugendstrafanstalten und sonstigen JVA’s zeigt). Der Autor behandelt dieses Thema mit dem Hinweis, dass Gewalt und Aggressivität bei Mädchen ebenso häufig vorkomme, jedoch subtilere Wege eingeschlagen würden. Dies scheint mir als Erklärung für die massive Überrepräsentation von männlichen Tätern nicht ausreichend zu sein.

Aufbau:


Aktualität:


Übersichtlichkeit und Gestaltung:


Didaktik und Verständlichkeit:


Buchformat:


Inhalt:


Gesamtbewertung:


Rezensiert von Dr. med. U. Gonther, Ltd. Oberarzt

Hier Bestellen: Gewalt in der Schule. Was Lehrer und...

[ 19. Mai 2003 19:42: Beitrag editiert von Christian Kröhl ]
 

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