Psychischer Druck als Pflegender

flinker Papa

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Moin Moin, wir haben meine Muttervor einem Jahr zu uns geholt da sie alleine ihren Alltag nicht mehr bewuppen kann. Da meine Frau examinierte Altenpflegerin ist und wir den Platz haben dachte ich, das wird schon alles gut gehen.
Nun haben sich aber bei mir ein paar Probleme eingestellt:

Meine Mutter entwickelt sich zu einem Biest. Sie zickt total rum wenn es nicht so läuft wie sie es für richtig hält. Das betrifft alltäglich Dinge wie Rasen mähen, wann die Hecke geschnitten werden muss (das ist übrigens unser Haus hier und nicht ihr), das ich ihr nicht fest Zeiten sage wann ich mit ihr einkaufen fahre (was nicht geht wenn mann Kleine Kinder und Pflegekinder im Haus hat und wenn die Frau im Schichtdienst ist, denn bei uns bin ich für die Kindererziehung und den Haushalt zuständig).
Ich habe nun schon mehrfach festgestellt das sie sich in die eigene Tasche lügt. Das geht so weit, dass sie Nachbarn und Bekannten diese Lügen als Wahrheiten verkauft.Wenn ich klärende Gespräche anstrebe wird sie sogar biestig verteilt absichtlich mentale Tiefschläge.
Bis dato habe ich mich mit dem Gedanken getröstet, dass sie an eine beginnende Demenz leidet.
Nun ist sie aber wegen einem Oberschenkelhals im Krankenhaus gewesen und da wurde sie auch darauf getestet. Das Ergebnis war negativ und damit ist belegt, sie ist einfach nur bösartig.

Hat jemand hier Erfahrung, wie man mit so einem Verhalten umgehen muss? Wie kann ich es schaffen, dass das ganze nicht an mich ran kommt und ich so nicht unter der Decke klebe? Die einzige Alternative wäre der Umzug ins Heim (und den würden wir ihr gerne so lange wie möglich ersparen weil wir wissen wie es in den Heimen zugeht).

Grüße
der flinke
 
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Manu5959

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Hallo flinker Papa,

wahrlich keine einfache Situation, in der du dich befindest!

Ich persönlich finde es schon nicht leicht, wenn sich mehrere Generationen unter einem Dach befinden, Konflikte treten da schon häufiger auf.

Für deine Mutter ist die Situation auch neu, sie ist nicht mehr in ihrem gewohnten Umfeld, wo sie selbst nach Gutdünken schalten und walten durfte. Dort hatte sie das Sagen:eek:riginal: , und jetzt?

Stell dir doch mal diese Unterordnung vor, vor allem, wenn sie ja eigentlich schon noch gut "kann".:blushing: Was kann sie eigentlich noch alles selbst?

Wenn sie in ihren Fähigkeiten noch nicht zu stark eingeschränkt ist, würde ich sie noch so viele Aufgaben wie möglich erledigen lassen.
Wenn sie kann, soll sie doch selbst den Rasen mähen, sie hat doch Zeit!:eek:riginal:

Beschäftigung mit den Kindern wäre auch ne schöne Möglichkeit.

Sollte die Situation so nicht zu lösen , oder so anstrengend sein, würde ich mich über ein Tagespflegeangebot in der näheren Umgebung informieren.

Hilfreich sind auch Angehörigengruppen, dort bekommt man auch viel Unterstützung, zumindest moralische:wink: !

Ich wünsche euch ganz viel Kraft,
Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
katze

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hallo flinker Papa

ich würde trotzdem einen Heimaufenthalt überlegen, sonst geht Deine Ehe bzw. Deine Familie kaputt, und das ist die eigene Mutter nicht " wert"
liebe Grüße
Hannelore ( hab nur grad keine Zeit, sonst könnte ich hierzu mehr schreiben)
 
Qualifikation
krankenschwester
Fachgebiet
Psychiatrie, Schiziphrenie und Psychose
Weiterbildungen
Gerontopsychiatrie
Palliativ Care
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