psychisch krank und pflegebedürftig ...

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Frau_L

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26.08.2006
30629
Eine Frage die mir seit geraumer Zeit unter den Nägeln brennt - dazu vorweg die Information wie sie entstand:
In einem Gespräch mit einer ebenfalls ex. Altenpflegerin schwelgten wir in den Erinnerungen an unsere Ausbildung. Dabei fiel uns auf, dass wir schon damals
(vor knapp 20 Jahren ) mit sehr vielen 'verhaltensauffälligen BewohnerInnen' zu tun hatten, die ich nach heutiger Sicht nicht im Feld der 'Demenz - Alzheimer Erkrankten' einsortieren würde, sondern der klassischen Psychiatrie.

Ich arbeite seit 15 Jahren in der Psychiatrie. Derzeit in einem psychosozialen Pflegeheim. Mir ist bekannt das es derartige Einrichtungen, die sich auf psychisch kranke alte Menschen spezialisiert hat, nicht ausreichend gibt.
Dies bedeutet für viele - sobald sich eine Pflegebedürftgkeit einstellt und das soziale Umfeld ( in so fern vorhanden ) dies nicht auffangen kann, den Einzug ins Altenpflegeheim. Dort 'fallen sie häufig aus dem Rahmen' und aufgrund der geringen Erfahrungen der KollegInnen vor Ort auch gehörig auf die Nerven.

Mich würde interessieren welche Erfahrungen der einzelne bisher gesammelt hat und vor allem wie die Begleitung vor Ort aussieht.

Gruß
 
Qualifikation
Fachaltenpflegerin Psychiatrie - WBL
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
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Nixnuzia

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08.07.2006
Heerlen (NL)
Ich arbeite in einem Altenheim und wir machen es so, daß wir versuchen für diese Bewohner trotzdem noch eine Möglichkeit zu finden, damit sie in der übrigen (Altenheim)Gesellschaft integriert werden können. Machmal schicken wir auch jemanden in ein psychiatrisches Krankenhaus, um sie einstellen zu lassen. Aber nicht so, daß sie nur noch schlafen. Bisher hatten wir damit Erfolg. Das war auch meistens nur bei den neuen Bewohnern nötig, die von zu Hause kamen und ihre Familie oder eben ihr Umfeld sich den "Eigenheiten" angepasst hatten. Was im Altenheim ja nun mal nicht so möglich ist. Wenn es gar nicht mehr aufzufangen ist, d.h. wenn die Allgemeinheit darunter leidet, dann müssen wir den Bewohner in ein psychiatrisches Heim geben. Ich finde es ein bischen heikel, daß in drei Sätzen zu formulieren. Es geht meist nicht ohne Psychopharmaka, aber bitte in Maßen. Die meisten Probleme haben wir mit den Angehörigen, für die die Psychiatrie etwas sehr schlimmes ist.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
F

Frau_L

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26.08.2006
30629
Ich arbeite in einem Altenheim - Machmal schicken wir auch jemanden in ein psychiatrisches Krankenhaus, um sie einstellen zu lassen. Aber nicht so, daß sie nur noch schlafen.- Das war auch meistens nur bei den neuen Bewohnern nötig, die von zu Hause kamen und ihre Familie oder eben ihr Umfeld sich den "Eigenheiten" angepasst hatten. Was im Altenheim ja nun mal nicht so möglich ist. Wenn es gar nicht mehr aufzufangen ist, d.h. wenn die Allgemeinheit darunter leidet, dann müssen wir den Bewohner in ein psychiatrisches Heim geben. Ich finde es ein bischen heikel, daß in drei Sätzen zu formulieren. Es geht meist nicht ohne Psychopharmaka, aber bitte in Maßen. Die meisten Probleme haben wir mit den Angehörigen, für die die Psychiatrie etwas sehr schlimmes ist.
Genau mit einer solchen Antwort habe ich gerechnet!
Nichts für ungut Nixnuzia, aber eben wegen dieser Grundhaltung (und ich behaupte damit nicht, dass es sich um Deine Grundhaltung handelt) in der Altenpflege, bin ich nach meiner Ausbildung ausgestiegen.
Die Gerontopsychiatrie ist ein Teilgebiet der Psychiatrie und die Übersetzung für geronto lautet: Geronto v. griech. gerōn „der Greis“.
Demnach beschäftigt sich dieser Zweig der Psychiatrie mit Erkrankungen die typischerweise erst im Alter auftreten.
Mitlerweile ist in den 'Flyern' fast jeder Institution die sich Altenheim nennt, die 'gerontopsychiatrische Station' - gerne auch Wohngruppe - deutlich hervorgehoben. Der Unterschied zur 'normalen Station' sind die hübschen Fotos der einzelnen Bewohner an ihren Zimmertüren, die zur räumlichen Orientierung dienen. Besonders dann sehr sinnvoll, wenn eine zeitliche Desorientierung vorliegt und sich die betroffene Person offensichtlich in einem anderen Lebensalter wähnt, als auf dem Foto abgebildet.

Doch zurück zu Deinen Aussagen.
Der Mensch der zu euch kommt ist in der Regel eingestellt und das über einen langen Zeitraum. Meistens wird vergessen das der Abbau von Medikamenten im Alter verzögert ist, so daß die Nebenwirkungen deutlich höher sind. Hinzu kommt das die Betroffenen eine Vielzahl von Medikamenten einnehmen, die sich gegenseitig beeinflussen. Wenn ich dann davon lese: "wir auch jemanden in ein psychiatrisches Krankenhaus schicken, um sie einstellen zu lassen. Aber nicht so, daß sie nur noch schlafen"...
muss ich mich ernsthaft fragen, ob sie dann nicht so sediert sind das sie friedlich 'in der Ecke stehen', bis es Zeit für die Abendtoilette ist.

Desweiteren erwähnst Du das es in einem "Altenheim ja nun mal nicht möglich ist sich den Eigenheiten anzupassen"....
Dies bedeutet also für jeden Menschen der in ein Altenheim zieht, dass er sich nach mind. 70 Lebensjahren und dementsprechen lang 'gelebten und gepflegten Macken' der Institution anzupassen hat?
Hmmm. Ich frage mich was mit meinen Macken sein wird ... meinen Lebensgewohnheiten/Eigeheiten, wie z.B. am Wochenende auszuschlafen -
im Bett zu frühstücken und dann noch die Tageszeitung um mich herum zu verteilen.

Doch wieder zurück zu meiner Ausgangsfrage:
Verstehe ich Dich richtig das wenn Du schreibst:"die Allgemeinheit darunter leidet" ... das dies mit meiner Aussage: "gehörig auf die Nerven fallen" gleichzusetzen ist?
Wer ist dann die Allgemeinheit? Ich weiß, dass es grade 'alten Menschen' schwer fällt so etwas wie eine Toleranz für in ihren Augen abnorme Handlungen zu entwickeln, aber wie ist die Toleranz der Mitarbeiter? Ist es nicht eine der Aufgaben, die sie inne haben und dementsprechend wirken sollten? Sollte es nicht so sein, das sie sich auf ungewöhnliche Situationen in der Form einstellen, dass sie sich informieren und weiterbilden?

Ich weiß .... die Rahmenbedingungen sind schlecht und die Zeit immer knapp. Doch muss ich mich nicht fragen, warum ich diesen Beruf ergriffen habe? Neben der medizinischen Versorgung ist es doch grade im Altersheim eine Herausforderung den Menschen in seinem Alltag zu begleiten - in seinem Anderssein - und vor allem in seinem letzten Lebensabschnitt! Kann ich da wirklich erwarten, dass der einzelne sich eben in diesem Abschnitt seines Lebens mir und der Institution anpasst?
Und wo bleibt da die von allen Seiten angeblich geschätzte Biografie Arbeit?
Biografie beschränkt sich nicht auf Geburtsdatum - Ort - erlernter Beruf - Hobbys - Kinder/Ehe ja/nein - sondern sollte sich mit den einzelnen Lebensabschnitten und deren Besonderheiten befassen.
Nicht zu vergessen, das wir es heute mit einer Generation zu tun haben, die in ihrer Kindheit ums überleben gekämpft hat (2. Weltkrieg - Wiederaufbau) und wahrscheinlich erst jetzt - im Alter - Zeit dazu findet sich, wenn vielleicht auch in Form von Krankheit, mit diesem Abschnitt auseinander zu setzen.

Ach ja - die lieben Angehörigen - ebenso wie viele KollegInnen verbinden sie mit dem Begriff Psychiatrie 'sabbernde Menschen in Zwangsjacken, die in Momenten von totaler Unzurechnungsfähigkeit strafrechtlich zu verfolgende Untaten begannen haben.
Meine Einstellung dazu: Psychiatrie findet man in jeder Institution, leider jedoch nur selten fachlich ausgebildetes Personal.

In diesem Sinne hoffe ich auf eine kontroverse Diskussion - mit gegenseitigen Respekt - denn ich bin davon überzeugt, dass nixnuzia nicht die einzige ist, die eben solche Erfahrungen gesammelt hat.

Gruss
 
Qualifikation
Fachaltenpflegerin Psychiatrie - WBL
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
Sonnensturm

Sonnensturm

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05.01.2006
63110
Genau mit einer solchen Antwort habe ich gerechnet!
Nichts für ungut Nixnuzia, aber eben wegen dieser Grundhaltung (und ich behaupte damit nicht, dass es sich um Deine Grundhaltung handelt) in der Altenpflege, bin ich nach meiner Ausbildung ausgestiegen.
Die Gerontopsychiatrie ist ein Teilgebiet der Psychiatrie und die Übersetzung für geronto lautet: Geronto v. griech. gerōn „der Greis“.
Demnach beschäftigt sich dieser Zweig der Psychiatrie mit Erkrankungen die typischerweise erst im Alter auftreten.
Mitlerweile ist in den 'Flyern' fast jeder Institution die sich Altenheim nennt, die 'gerontopsychiatrische Station' - gerne auch Wohngruppe - deutlich hervorgehoben. Der Unterschied zur 'normalen Station' sind die hübschen Fotos der einzelnen Bewohner an ihren Zimmertüren, die zur räumlichen Orientierung dienen. Besonders dann sehr sinnvoll, wenn eine zeitliche Desorientierung vorliegt und sich die betroffene Person offensichtlich in einem anderen Lebensalter wähnt, als auf dem Foto abgebildet.

Doch zurück zu Deinen Aussagen.
Der Mensch der zu euch kommt ist in der Regel eingestellt und das über einen langen Zeitraum. Meistens wird vergessen das der Abbau von Medikamenten im Alter verzögert ist, so daß die Nebenwirkungen deutlich höher sind. Hinzu kommt das die Betroffenen eine Vielzahl von Medikamenten einnehmen, die sich gegenseitig beeinflussen. Wenn ich dann davon lese: "wir auch jemanden in ein psychiatrisches Krankenhaus schicken, um sie einstellen zu lassen. Aber nicht so, daß sie nur noch schlafen"...
muss ich mich ernsthaft fragen, ob sie dann nicht so sediert sind das sie friedlich 'in der Ecke stehen', bis es Zeit für die Abendtoilette ist.

Desweiteren erwähnst Du das es in einem "Altenheim ja nun mal nicht möglich ist sich den Eigenheiten anzupassen"....
Dies bedeutet also für jeden Menschen der in ein Altenheim zieht, dass er sich nach mind. 70 Lebensjahren und dementsprechen lang 'gelebten und gepflegten Macken' der Institution anzupassen hat?
Hmmm. Ich frage mich was mit meinen Macken sein wird ... meinen Lebensgewohnheiten/Eigeheiten, wie z.B. am Wochenende auszuschlafen -
im Bett zu frühstücken und dann noch die Tageszeitung um mich herum zu verteilen.

Doch wieder zurück zu meiner Ausgangsfrage:
Verstehe ich Dich richtig das wenn Du schreibst:"die Allgemeinheit darunter leidet" ... das dies mit meiner Aussage: "gehörig auf die Nerven fallen" gleichzusetzen ist?
Wer ist dann die Allgemeinheit? Ich weiß, dass es grade 'alten Menschen' schwer fällt so etwas wie eine Toleranz für in ihren Augen abnorme Handlungen zu entwickeln, aber wie ist die Toleranz der Mitarbeiter? Ist es nicht eine der Aufgaben, die sie inne haben und dementsprechend wirken sollten? Sollte es nicht so sein, das sie sich auf ungewöhnliche Situationen in der Form einstellen, dass sie sich informieren und weiterbilden?

Ich weiß .... die Rahmenbedingungen sind schlecht und die Zeit immer knapp. Doch muss ich mich nicht fragen, warum ich diesen Beruf ergriffen habe? Neben der medizinischen Versorgung ist es doch grade im Altersheim eine Herausforderung den Menschen in seinem Alltag zu begleiten - in seinem Anderssein - und vor allem in seinem letzten Lebensabschnitt! Kann ich da wirklich erwarten, dass der einzelne sich eben in diesem Abschnitt seines Lebens mir und der Institution anpasst?
Und wo bleibt da die von allen Seiten angeblich geschätzte Biografie Arbeit?
Biografie beschränkt sich nicht auf Geburtsdatum - Ort - erlernter Beruf - Hobbys - Kinder/Ehe ja/nein - sondern sollte sich mit den einzelnen Lebensabschnitten und deren Besonderheiten befassen.
Nicht zu vergessen, das wir es heute mit einer Generation zu tun haben, die in ihrer Kindheit ums überleben gekämpft hat (2. Weltkrieg - Wiederaufbau) und wahrscheinlich erst jetzt - im Alter - Zeit dazu findet sich, wenn vielleicht auch in Form von Krankheit, mit diesem Abschnitt auseinander zu setzen.

Ach ja - die lieben Angehörigen - ebenso wie viele KollegInnen verbinden sie mit dem Begriff Psychiatrie 'sabbernde Menschen in Zwangsjacken, die in Momenten von totaler Unzurechnungsfähigkeit strafrechtlich zu verfolgende Untaten begannen haben.
Meine Einstellung dazu: Psychiatrie findet man in jeder Institution, leider jedoch nur selten fachlich ausgebildetes Personal.

In diesem Sinne hoffe ich auf eine kontroverse Diskussion - mit gegenseitigen Respekt - denn ich bin davon überzeugt, dass nixnuzia nicht die einzige ist, die eben solche Erfahrungen gesammelt hat.

Gruss
Genau, wie von Nixnuzia geschildert, kenne ich es auch.
Frau_L stimme ich voll zu.
Da muss sich prinzipiell was ändern. Was bringt es, wenn ein Haus einen besseren Weg geht. Es wäre nur ein Tropfen auf dem heissen Stein. Ja gut, steter Tropfen höhlt den Stein. Wenn nur einer anfänge...
Ein anderes "Problem":)confused:) sind die jungen Leute, die in Altenheimen landen, weil es für sie nicht genügend Plätze in entsprechenden Einrichtungen gibt. Ob nun phys. oder psych. erkrankt.

:wassat: Wassermann
 
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Krankenschwester
M

Manu5959

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19.10.2005
Rosenheim
Hallo Frau L,

ich finde deinen Beitrag sehr beeindruckend und kann dir nur voll zustimmen.
Auch Wassermann hat recht, leider braucht alles immer ewig, bis es sich ändert.:sad:

Auch wir sind des öfteren einfach überfordert, aus welchen Gründen auch immer.
Da hat man eine sehr liebenswerte Bewohnerin, die zur Kurzzeitpflege kommt, die aber stark von einer Weglauftendenz geprägt ist. Unsere Einrichtung hat keinen geschützen Bereich, dementsprechend sind die Türen offen.
Abgesehen von der allgemeinen Sturzgefährdung im Haus ( wie Treppe z.B.), kommt die "psychische Belastung" des Personals, weil es z.B. im Spätdienst allein auf dem Wohnbereich ist, und dann laut PDL diese Bewohnerin in ständiger Begleitung hat( Grundpflege inbegriffen:devil: ).
Ist jetzt vielleicht nicht das Beispiel, was zu deiner Frage passt, ist mir aber gerade dazu eingefallen.

Was mir noch einfällt? Da ist eine ganz liebe Kollegin, die sich in der Weiterbildung zur Gerontofachkraft befindet, die aber jetzt schon weiß, das sie es ganz schwer haben wird, ihre Ideen einfließen zu lassen, weil sie später eher die Beraterfunktion für Personal und Angehörige inne hat!:devil:
Es scheint so, als würden solche Weiterbildungen nur vom Haus unterstützt, weils der MDK so will. Leider, leider......:angry:

Also, was ist denn deine Meinung? Wie sollte die Betreuung in Zukunft aussehen? Was ist umsetzbar, gerade bei so witzigen Argumenten wie" Wir sind eine kleine Einrichtung, das ist so nicht machbar"?

Grüßle Manu
 
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KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
F

Frau_L

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26.08.2006
30629
Ich habe immer gehofft, dass die Zukunft schon vor Jahren begonnen hat.
Mein Examen liegt jetzt 16 Jahre zurück und schon damals gab es keinen Unterschied zu den heutigen Zuständen.
Gut - zwischendrin boomten die 'snoesel Räume' - Gelder die angeblich nicht vorhanden waren wurden in den Ausbau von sog. Entspannungs/Ruhezonen investiert. Dementiell erkrankte Menschen wurden mit blubbernden Lavalampen und Ruhesesseln, die so weich waren, dass sie selbständig nicht mehr heraus kamen, konfontriert. Das Endergebnis: Panik!
Auch hübsch die tagesstrukturierenden Maßnahmen: Makramee und Seidenmalerei. Für jemanden der sein Geburtsjahr in den 30ern hatte und dessen Leben fast ausschließlich aus Arbeit bestand, m.E. keine sehr sinnvolle Beschäftigung.

Mir fällt grade auf, dass wir am Eingangsthema etwas vorbei schreiben ...

Deine Frage - Manu5959 - kann ich Dir leider auch nicht so beantworten, dass sie befriedigend erscheint.
"Wie sollte die Betreuung in Zukunft aussehen "
Menschenwürdig sollte sie sein und nicht darauf ausgerichtet unwürdig zu verwahren. Ich kann den Aufschrei förmlich hören ....
' es ist soviel besser geworden in den letzten Jahren'
Ja, ist es! Allerdings ist besser nicht gut genug und wir haben viel zu viele Jahre darauf verschwendet uns Gedanken darüber zu machen, wie es sein sollte und nicht wie wir es umsetzen! OK - ein Bewusstsein ist entstanden, aber reicht das wirklich aus?
KollegInnen mit innovativen Gedanken und Ideen scheitern an der Unlust/ Unfähigkeit des Teams, sowie den institutionellen Strukturen ... am Ende steigen sie aus oder reihen sich ein in die 'Gruppe der Professionellen, die ihren Job abreißen'.

Wir wissen alle das es anders gehen kann. Wenige Einrichtungen sind diesen Weg gegangen. Vielleicht haben einige Kolleginnen das Glück und können ihren Arbeitgeber davon überzeugen, sie für wenige Tage frei zu stellen, weil man die Möglichkeit hat in diesen 'anderen Einrichtungen' zu hospitieren, damit man von deren positiven und sicherlich auch negativen Erfahrungen profitieren kann, um sie dann ggf. und wenn auch nur im Ansatz, im Arbeitsalltag einfließen zu lassen.

Ich arbeite in einer dieser 'anderen Einrichtungen' und ich freue mich jedesmal über die Neugier - auch wenn sie für mich und mein Team zuerst einmal eine Mehrbelastung darstellt.
 
Qualifikation
Fachaltenpflegerin Psychiatrie - WBL
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
M

Manu5959

Aktives Mitglied
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19.10.2005
Rosenheim
Ich arbeite in einer dieser 'anderen Einrichtungen' und ich freue mich jedesmal über die Neugier - auch wenn sie für mich und mein Team zuerst einmal eine Mehrbelastung darstellt.
Hallo Frau L,

wenn es dir keine Umstände macht, wäre es sehr interessant, mehr über deine Einrichtung zu erfahren!:thumbsup: Vielleicht könntest du euer Konzept einmal vorstellen.

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
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05.01.2006
63110
dann laut PDL diese Bewohnerin in ständiger Begleitung hat( Grundpflege inbegriffen:devil: ).
:wink: Dann ist der SD doch nicht allein:devil: :devil: :devil:
Eure PDL ist echt Spitze, was man immer wieder so von Dir liest.
Mal ehrlich, warum werden solche Leute auf die Menschheit losgelassen:sad:


:grin:Wassermann
 
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Krankenschwester
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minchen

minchen

Mitglied
Basis-Konto
08.04.2006
63869
Hallo Fr. L :eek:riginal:


Habe mit großem Interesse deine Beiträge gelesen , und würde gerne , wie
Manu , mehr darüber erfahren.
Weißt du zufällig wo in unserer Gegend solche Einrichtungen sind ?


Gruß minchen :eek:riginal:
 
Qualifikation
Krankenschwester/ PA/WBL, Pain-Nurse , WB Palliative care
Fachgebiet
Seniorenheim
G

Geli123

Mitglied
Basis-Konto
10.10.2004
96317
Hallo Frau L.,
bin der selben Meinung wie sie, das sich unser Gesellschaftsbild nun doch endlich mal ändern müsste, mir tut aber Nixnuzia leid, die offen und ehrlich geantwortet hat und deswegen von ihnen sehr viel Kritik einstecken musste. (Wahrscheinlich für Äußerungen, die von sehr vielen kommen würden)
Seien wir doch mal ehrlich, wie sieht es denn in der Altenpflege aus? Es werden supertolle Altenheime nach neuesten Standards gebaut, mit mediterranem Flair und viel Chrom, gefällt das wirklich unserem Bewohnerklientel, ich glaube nicht. Doch in erster Linie entscheiden leider allzuoft die Angehörigen in welche Senioreneinrichtung die Bewohner im Endeffekt gehen. Um der Biographiearbeit gerecht zu werden wird eine alte Nähmaschine aufgestellt und fertig.
Ich weiß wovon ich rede, ich arbeite seit 6 Jahren als Gerontopsychiatrische Fachkraft, aber ich werde nach wie vor als Exot angesehen. Solche Handlungsweisen wie Nixnuzia beschrieben hat, sind mit Sicherheit nicht selten." Ein ruhiger Bewohner ist ein guter Bewohner", ( mit Sicherheit nicht meine Einstellung), aber aus Erfahrung kann ich sagen, das oftmals mehr Interesse darauf verwandt wird, wie oft der Bew., auffällig geworden, nach Hause wollte, zurückgebracht worden ist, als das hierfür der Grund gesucht wurde. Warum möchte zum Beispiel jemand nach Hause, weil er sich alleine fühlt, weil er sich unsicher fühlt und Angst hat, weil ihm alles fremd vorkommt.
Aber dazu müsste ja erst mal nachgedacht werden. ( " Dafür ist keine Zeit")
Ich bin der Meinung, das hier noch sehr viel Pionierarbeit geleistet werden muss, um unseren Bewohnern gerecht zu werden. Das dies nicht von heute auf Morgen passieren kann, damit habe ich mich abgefunden, aber für mich ist es immer ein Erfolgserlebnis, wenn jemand aus dem Pflegeteam sich wirklich Gedanken macht, mal nachfragt, oder auch Vorschläge annimmt.
Um dies umzusetzen müssen Schulungen erfolgen, und diese in erster Linie an Führungskräfte und leitenden Positionen.
" Der Fisch fängt am Kopf das stinken an!"( Mir fiel leider kein passenderes Zitat ein)

LG Geli
 
Qualifikation
Gerontopsychiatrische Fachkraft
Fachgebiet
Leitung Gerontopsychiatrie
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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