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Psychiatriepfleger - Wie fange ich am besten an?

  1. Hallo allerseits!

    Wie ihr an meinen Forenbeiträgen sehen könnt, ist das hier mein erster Beitrag. Als Neuling bin ich mir auch noch nicht so ganz sicher wo ich diesen nun am besten hätte verfassen sollen, doch da es ja direkt um die Psychiatrie geht, bin ich hier gelandet. :)

    Vielleicht erzähle ich erstmal was ich aktuell mache und wie ich nun darauf gekommen bin mich umzuorientieren.

    Ich bin 25, wohne in Oberbayern, bin gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann und mit diesem Beruf so garnicht zufrieden. Durch meinen anschließenden Zivildienst habe ich mein Talent entdeckt gut mit Menschen umgehen zu können und vorallem auch gut auf diese samt ihrer Art und ihren Problemen eingehen zu können.

    Aktuell (mitlerweile seit 2 Jahren) arbeite ich als Büroangestellter in einer Anwaltskanzlei die sich auf Betreuungsrecht spezialisiert hat. Heißt im Klartext: Ich mache die Ablage, anwaltliche und betreuungsspezifische Schreiben, den Telefondienst und ähnliches. - Doch das ist mir mitlerweile viel zu trocken und es macht einfach keinen Spass, (Denn das sollte einem die Arbeit doch machen.. :ermm:) da für mich die meisten Betreuten/Mandanten nur Namen und Fakten sind, ich diese aber nie persönlich kennen lernen werde.

    Nun bin ich in einem Alter in dem ich noch ein mal die Chance habe mein Arbeitsleben komplett zu ändern.

    Nach einigen Gesprächen mit meiner Frau kam uns der Gedanke zum Psychiatriepfleger.

    Ich habe immer ein wenig Respekt vor dem Wort "Pflege" weil ich da immer an die "Altenpflege" denken muss. Durch meine Zeit als Zivildienstleistender im Alten- und Pflegeheim muss ich da aber nun sagen, so das wirkliche ist die reine Pflege nichts für mich. Ich möchte mehr mit den Menschen agieren und mich mit ihnen um ihre Probleme kümmern oder ähnliches, aber vielleicht nicht unbedingt für die körperliche Pflege zuständig sein. (Ich hoffe das ich das irgendwie verständlich rüber bringen kann, ohne dass es sich abgehoben anhört.. :sad:)

    Okay, kommen wir zu meinen eigentlichen Fragen, damit ich hier nicht noch mehr aushole:

    - Was genau macht ein Psychiatriepfleger? (Aufgaben, Tagesablauf, Kontakt zu Menschen)

    - Wie kann ich Psychiatriepfleger werden? (Brauche ich vorher eine andere Ausbildung?)

    - Wo genau wird ein Psychiatriepfleger eingesetzt?

    - Gibt es eine Möglichkeit sich da drüber noch mehr zu informieren um genau zu wissen: "Das ist was für mich.. oder eben auch nicht." ? (Und wenn ja, wo?)

    Ja, das wären so erstmal meine Fragen. Ihr könnt mir da doch sicherlich weiterhelfen. :) Denn gerade so ein neuer Lebensweg, welcher ziemlich viele Umstellungen mit sich bringt, muss gut durchdacht sein. Und ich möchte nicht nocheinmal eine Ausbildung machen, die mir letztendlich keinen Spass macht und garnicht mein Fall ist.

    Liebe Grüße

    Sturmi
     
  2. also soweit ich weiß setzt es erstmal eine Krankenpflegeausbildung voraus. Bevorzugt natürlich gleich in einem Bezirkskrankenhaus. Das es extra eine Psychiatriepflegeausbildung gibt wage ich zu bezweifeln, denn die die ich kenn die in einem BKH in der Psychiatrie arbeiten haben eine Kranken- bzw Kinderkrankenpflegeausbildung.Kommt jetz eben drauf an ob du mal eher in eine Kinder- und Jugend oder in einer Erwachsenenpsychiatrie arbeiten willst.

    Einfach is der Job aber nich, kann ich dir gleich sagen. Nerven brauchst du ohne ende.
     
  3. Also vorher eine dreijährige Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger im Krankenhaus mit anschließender Weiterbildung zum Psychiatriepfleger?

    Und ich tendiere aktuell, ohne näheres zu wissen und aus dem Bauch heraus, zur Erwachsenenpsychiatrie.
     
  4. Hab diesen Link gefunden....
    http://www.pflegeboard.de/forum/6492-ablauf-der-weiterbildung-zum-psychiatriepfleger.html

    dann Krankenpflegeausbildung 3 Jahre wenn du in die Erwachsenenpsychiatrie willst.
     
  5. Okay, dann werde ich mich wohl erstmal im Gesundheits- und Krankenpfleger Forum weiter informieren.

    Aber was genau macht denn ein Psychiatriepfleger?
     
  6. Super! Ich danke dir. Da wird das ja alles bestens aufgelistet. :)
     
  7. Das wesentliche ist schon gesagt.

    Ich möchte nur hinzufügen (und dir damit Mut machen), dass in meinem Fachkurs auch ein Kollege war, der aus einem völlig anderen Bereich (Werbung) zur Krankenpflege und in die Psychiatrie kam und den ich als sehr kompetente Fachkraft schätze.

    Also auf zu neuen Ufern...

    Und nochmal zusammengefasst:

    Erst Ausbildung zum Krankenpfleger! (Wenn du die Möglichkeit hast, such dir eine KP-Schule, die an eine psychiatrische Klinik angegliedert ist.)
    Psychiatriepfleger in dem Sinne gibt es nicht. Du kannst dann nach zwei bis drei Jahren eine Fachweiterbildung zum Krankenpfleger für Psychiatrie machen.
     
  8. Hallo Sturmi....

    Wie wäre es denn mit einem Studium im Bereich "soziale Arbeit" ?? Ich weiß jetzt ja nicht ob das für Dich in Frage kommen würde, aber ist nochmal ein Denkansatz...
    Vor allem weil Du sagtest, die Pflege ansich liegt Dir nicht so besonders... Wenn Du Menschen mit/bei ihren Problemem begleiten möchtest wäre das doch auch ein schöner Beruf!!

    Lg Kathi
     
  9. Über die Aussage könnte man nun stundenlang philosophieren. Was bitteschön ist denn "die reine Pflege"?
    Darunter jetzt nur die Körperpflege abzuhaken, wäre jetzt eine etwas schlichtes Bild der Krankenpflege. Den Satz hatte ich beim ersten Mal ganz übersehen... :whistling

    Sicher hast du im Alten- und Pflegeheim viel Unterstützung bei körperlichen Gebrechen geben müssen. Das ergibt sich einfach aus dem Klientel, das du versorgen musst und aus der (möglicherweise) schlechten Personalsituation, die dir als Zivi Dinge aufgebürdet hat, die streng genommen zuviel für dich waren.

    Nun werden die allermeisten hier aber unterschreiben, dass sie versuchen, ihre Patienten möglichst ganzheitlich und individuell zu sehen, egal ob Somatik oder Psychiatrie, OP oder ambulante Pflege. Und da gehört nunmal mehr dazu als einzelne Ausschnitte.
    Auch in der Psychiatrie kommst du um´s Waschen eines Patienten im Zweifelsfall nicht herum. Je nach Hintergrund kann das dann sogar anstrengender sein, als du es jemals im Pflegeheim gesehen hast!

    Unter diesen Gesichtspunkten muss ich Kathi dann allerdings zustimmen; es gibt andere soziale Bereiche, wo du dich verwirklichen kannst und auch genügend Kontakt zu deinen Mitmenschen hast.

    Ansonsten empfehle ich dir, einfach mal ein paar Wochen Praktikum in einer Psychiatrie zu machen um ein Bild von der Sache zu bekommen, die du da anstrebst.
     
  10. Dem Vorschlag zum Studium "Soziale Arbeit" kann ich mich nur anschließen. Du musst bedenken, daß die Weiterbildung zum "Psychiatriepfleger" (i.d.R. 2 Jahre berufsbegleitend) insgesamt mit Ausbildung (3 Jahre) und anschließender erforderlicher Berufserfahrung (2 Jahre) 7 Jahre beträgt, also länger als ein Medizinstudium und verdienen wirst Du dann mit Sicherheit weniger. Voraussetzung ist zudem, daß Du einen Arbeitsplatz in der Psychiatrie nach der Ausbildung bekommst. Und ob Dir der Arbeitgeber dann die Weiterbildung finanziert oder Dich freistellt, ist auch unsicher. Im ungünstigsten Fall müsstest Du noch die Weiterbildungskosten und den Verdienstausfall hinzurechen.
    Bei uns im Betreuten Wohnen, in der Institutsambulanz und auf den einzelnen Stationen arbeiten etliche Sozialarbeiter, die den direkten Kontakt zum Patienten ebenso wie psychiatrische Fachpflegekräfte haben. Außerdem ist das Studium wesentlich weiter gestreut, so daß Du Dich bei Interesse auch anders orientieren könntest, mit Menschen hat Sozialarbeit auf jeden Fall immer zu tun. In der allgemeinen Krankenpflege ist das dann doch ein bißchen schwieriger, denn als Teil der gesamten Pflege gehört die Körperpflege dann doch oft dazu.

    LG Marion
     
  11. AW: Psychiatriepfleger - Wie fange ich am besten an?

    Also ich selbst bin Altenpfleger und arbeite bereits seit 5 Jahren in einem großen psychiatrischen Krankenhaus. Nach einem Jahr war ich bereits stv. Stationsleitung, ein Jahr weiter Stationsleitung - ohne dementsprechend Ausbildung! Die ersten 4 Jahre war ich in der Gerontopsychiatrie tätig, und bin jetzt seit einem Jahr in der psychiatrischen Forensik.
    Es ist alles eine Frage der Leistung, des Willens und natürlich muss der AG überzeugt werden. Mir hat man das Angebot in die Leitung zu gehen allerdings angeboten ohne das ich mich beworben habe.
    Nun bin ich Chef vieler Gesundheits- und Krankenpfleger und die Akzeptanz ist groß.
    Also, es gibt viele Möglichkeiten in der Psychiatrie zu arbeiten. Übrigens haben die wenigsten eine Weiterbildung zur Fachkraft für psychiatrische Pflege.
    Aber wir haben regelmäßig und viele Fortbildungen in allen Bereichen der Psychiatrie!!!
    So geht es auch !!!!!
     
  12. AW: Psychiatriepfleger - Wie fange ich am besten an?

    Also DER Satz interessiert mich dann jetzt schon doch sehr! Ich selbst habe die Fachweiterbildung im Ausland gemacht und arbeite dort auf der Akutpsychiatrie. Ich habe mich jetzt wieder in Deutschland beworben. Ist das tatsächlich so, dass die Wenigsten die Fachweiterbildung haben ? Oder nur bei euch so ?
     
  13. AW: Psychiatriepfleger - Wie fange ich am besten an?

    Bei uns ist es so, dass üblicherweise ein FachpflegerIn pro Station beschäftigt wird. Das Haus kann schließlich nicht alle PKs zu Fachpflegern ausbilden. Wir sind ca. 500 Pflegekräfte, das wäre der finanzielle Ruin für´s Haus. Andere große Psychiatrien handhaben es meines Wissens ähnlich.
    Wo im Ausland hast du den die Fortbildung gemacht?
     
  14. AW: Psychiatriepfleger - Wie fange ich am besten an?

    Ich hatte sie damals in Österreich gemacht! Und hier ist es auch so, dass du nur 1 Jahr ohne Fachweiterbildung arbeiten darfst. Dann musst du die Weiterbildung machen, oder auf eine andere, nichtpsychiatrische Station wechseln.
     
  15. @Sturmi also ich sitze nun im bfz und frage mich, wie ich vorgehen kann. mich interessiert GENAU das selbe aber ein studium liegt eigentich nicht in meiner engeren Wahl. ich möchte gern praktika in psychiatrien machen und werde mc´ich nun auch bewerben. ich stehe vor dem selben "Problem" wie du es tust. Pflegen, ja klar, dennoch möchte ich mich um die Probleme psychisch kranker menschen kümmern und ihnen weiterhelfen, therapie etc. ich hab es nun nach viel Recherche so verstanden dass ich zuerst eine ausbildung benötige am besten als Gesundheits- und Krankenpfleger, danach müsste ich mich eventuell auf eigene kosten weiterbilden lassen um letztendlich auch NICHT NUR 1 jahr in dem psychatrischen bereich arbeiten zu können, richtig ?
     
  16. Auch ich arbeite im psychiatrischen Bereich,aber auf einer offenen Station.Unsere Krankheitsbilder sind Depressionen,Angsterkrankungen , Anpassungsstörungen und manchmal auch Suchterkrankungen.Wir helfen auch auf den geschlossenen Stationen aus bei Bedarf.Ich bin seid ca.10 Jahren auf der Psychiatrie,habe keine Fachweiterausbildung und erst so nach und nach machen einige meiner Kollegen die Ausbildung.
    Die wichtigsten Kriterien auf einer psychiatrischen Station zu arbeiten sind Empathie,Herz,Abgrenzungsfähigkeit und gutes Zuhören.
    Mir hat die Fachweiterbildung nicht gefehltAber das darf natürlich jeder anders sehen.
    Liebe Grüße
     
  17. Es gibt kann deutliche Unterschiede in der Psychiatrie und man muss sich dessen bewußt machen, wo und wie man arbeiten will. Die beiden Fachbereiche dir Carmen ansprach - Forensik und Gerontopsychiatrie - sind wahrlich nicht die einfachsten. Wenn man es dort mit frustriertem Personal zu tun hat, kann die Erfahrung wahrlich mies sein.
     
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