Psychiatrieaufenthalt bei Übergewicht

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johyle

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Hilft er wirklich?
 
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MichaelT

AW: Psychiatrieaufenthalt bei Übergewicht

Das hängt von dem Sich-Helfen-lassenden ab!
 
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Marion FKS

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AW: Psychiatrieaufenthalt bei Übergewicht

Übergewicht ist ja eher ein chronisches Problem und lässt sich denke ich, eigentlich eher langfristig reduzieren, Psychiatrieaufenthalte sind aber stationäre Behandlungen, die doch eher für akute Probleme ausgelegt sind und möglichst kurz gehalten werden. Ich denke, ein stationärer Aufenthalt hilft dann eher bei akuten Problemen, die möglicherweise in irgendeiner Weise mit dem Übergewicht zusammen hängen. Zur Reduktion von Übergewicht und Änderung von Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Übergewicht könnte ich mir eine Reha oder ambulante Behandlung eher vorstellen.
 
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FKS Psych., Studentin Pflege- u. Gesundheitswissenschaften, Dozentin KPS
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Schwester Christa

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AW: Psychiatrieaufenthalt bei Übergewicht

Bitte mehr Informationen!

Übergewicht ist ein Symptom, dass viele Ursachen haben kann. Die allermeisten davon brauchen keine psychiatrische Behandlung. Ich selbst würde mich nicht gerade als schlank bezeichnen; ich trage schon das ein oder andere Kilo zuviel mit mir herum. Aber psychiatrische Hilfe wäre so ziemlich das letzte, was ich in Anspruch nehmen würde.

Bei psychischen Ursachen einer Essstörung wäre am ehesten eine psychosomatische Behandlung angesagt.
 
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Kessia

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Re: AW: Psychiatrieaufenthalt bei Übergewicht

ich trage schon das ein oder andere Kilo zuviel mit mir herum. Aber psychiatrische Hilfe wäre so ziemlich das letzte, was ich in Anspruch nehmen würde.
Der Theadtitel ist natürlich denkbar ungünstig.
Liebe Christa, wie würdest denn du eine etwaige Überschrift schreiben?
 
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AW: Re: AW: Psychiatrieaufenthalt bei Übergewicht

Die Überschrift ist schon ok!

Aber ein bißchen mehr Hintergrund würde ich dann schon hinzufügen.
Von welchem BMI reden wir z.B.? Wie sind die Essgewohnheiten? Findet Sport oder Bewegung statt?
Wie konkret ist der Verdacht, dass es eine psychisch bedingte Essstörung ist? Könnte es auch eine Stoffwechselerkrankung sein?

Fragen über Fragen...
 
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Linus

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AW: Re: AW: Psychiatrieaufenthalt bei Übergewicht

Ich bin ja der Meinung, das Menschen mit Über- oder Untergewicht immer eine psychische Erkrankung/Störung haben, sofern man körperliche Erkrankungen ausschließen konnte. Menschen mit Über- oder Untergewicht, die sich behandeln lassen wollen, sind in einer Psychosomatik besser aufgehoben.
 
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AW: Re: AW: Psychiatrieaufenthalt bei Übergewicht

Ich bin ja der Meinung, das Menschen mit Über- oder Untergewicht immer eine psychische Erkrankung/Störung haben
Das halte ich für völlig überzogen! Übergewicht ist doch mittlerweile ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, das mit unserem Konsumverhalten zusammenhängt.
Ein großer Teil unserer Übergewichtigen trägt wegen falscher Ernährung und/ oder Bewegungsmangel zu viele Kilos mit sich herum. Daraus grundsätzlich eine psychische Störung abzuleiten, halte ich doch für sehr gewagt...

Dein zweiter Einwand ist da schon besser: "Menschen ... die sich behandeln lassen wollen, ..."

Die haben erkannt, dass sie aus irgendeinem Grund Hilfe brauchen. Und da halte ich dann tatsächlich bei extremen Ausprägungen eine psychosomatische Behandlung für am ehesten geeignet.
Interessant wäre zuvor allerdings zu klären, wer definiert denn das Übergewicht, und wie?
Der BMI ist da eine ganz hilfreiche Orientierung (deshalb habe ich dauernd danach gefragt), aber auch nicht immer der Weisheit letzter Schluss.
Ich habe gelernt, dass bei einem BMI von unter 16 von einer Essstörung im psychiatrisch/ psychosomatischen Sinne auszugehen ist.
Bei Übergewicht ist mir eine solche Grenze nicht bekannt.

Mein eigener BMI liegt so um die 30, ich bin damit bei verschiedenen Ärzten auch schon als "adipös" eingestuft worden. Rein äußerlich würdest du mir dieses Prädikat aber sicher nicht geben und ich selbst fühle mich äußerst wohl in und mit meinem Körper.
 
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Linus

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AW: Re: AW: Psychiatrieaufenthalt bei Übergewicht

Das halte ich für völlig überzogen! Übergewicht ist doch mittlerweile ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, das mit unserem Konsumverhalten zusammenhängt.
Ein großer Teil unserer Übergewichtigen trägt wegen falscher Ernährung und/ oder Bewegungsmangel zu viele Kilos mit sich herum. Daraus grundsätzlich eine psychische Störung abzuleiten, halte ich doch für sehr gewagt...
Nur weil Übergewicht ein gesamtgesellschaftliches Phänomen darstellt, heißt noch lange nicht, dass nicht ebenso eine Psychiatrische Erkrankung dahintersteckt. Auch das Untergewicht ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. Komisch nur das das so keiner sieht, sondern das gleich alle von einer Eßstörung reden. Warum redet man bei einem Untergewichtigen Menschen von einer Eßstörung und bei einem Übergewichtigen nicht? Wo ist da bitte der Unterschied?

Ich habe gelernt, dass bei einem BMI von unter 16 von einer Essstörung im psychiatrisch/ psychosomatischen Sinne auszugehen ist.
Bei Übergewicht ist mir eine solche Grenze nicht bekannt.
Ich habe in meiner Fachausbildung für Neurologie und Psychiatrie gelernt, das Eßstörung durch die Furcht vorm Dickwerden, durch geändertes Eßverhalten sowie durch die Störung der Körperwahrnehmung gekennzeichnet ist. Das trifft auf Unter- sowie auf Übergewicht zu.
 
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PesPlanus

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In jedem dicken Körper stecken viele dicke Gründe........

Da der Begriff "psycho......" leider viel zu sehr negativ besetzt ist, scheuen sich viele einfach mal zu schauen, warum sie über- bzw. untergewichtig sind. Sehr sehr oft werden Gefühle mit Essen befriedigt. Einen adipösen Menschen als undiszipliniert darzustellen, der doch "einfach nur weniger essen soll" ist sehr einfach gemacht. So halte ich eine psychotherapeutische Behandlung, bzw. Abklärung, auf jeden Fall für sinnvoll. Adipositas ist eine Krankheit, anerkannt von der WHO, aber oft wird sie nicht als solche behandelt.
Ab einem BMI von >30 gilt man als adipös, bei 25-29 als übergewichtig. Bei einem BMI >40 ist man sogar morbid adipös. Allerdings ist der BMI nicht als starres Schema zu betrachten, denn es kommt dann auch wieder auf die Fett-Wasser-Zusammenstellung des Körpers an, die noch viel aussagekräftiger ist.

Möchte übrigens jemand eine chirurgische Massnahme (Magenband, Magenbypass, Sleeve oder BPD) in Anspruch nehmen und die Kasse soll diese bezahlen, dann ist ein psychologisches Gutachten, bzw. eine Verhaltenstherapie eine der Vorraussetzungen dazu.


LG,
PesPlanus
 
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Weiterbildungen
2002 Examen zur Podologin
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Marion FKS

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AW: Psychiatrieaufenthalt bei Übergewicht

Die Frage war ja, ob ein Psychiatrieaufenthalt, also ein stationäre Behandlung in einer Psychiatrie und nicht eine ambulante oder andersartige Psychotherapie oder psychosomatische Therapie helfen würde. Und ich weiß nicht, ob ein Psychiatrieaufenthalt eine gute Lösung wäre, da diese ja eher geeignet sind, um jemanden möglichst kurzfristig wieder so weit zu stabilisieren, dass er "selbständig lebensfähig" ist. Könnte mir da eher ein langfristige ambulante Psychotherapie vorstellen, wie schon geschrieben.
 
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FKS Psych., Studentin Pflege- u. Gesundheitswissenschaften, Dozentin KPS
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