GuK Prüfungspanik und Beurteilung

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dr.poops

Eine Prüfung ist ja für viele immer ein immenser Stress. Besonders wenn man regelrecht somatisch darunter leidet (z.B. mit Dünnpfiff, Schlafstörungen, Übelkeit etc.). Eine gute Freundin von mir befürchtet exakt das (sie wäre in ihrer praktischen Krankenpflegeprüfung kurz vor Schluss beinahe aus den Latschen gekippt). Uns interessiert nun, inwiefern sich z.B. eine Ohnmacht (oder Durchfall - wo die Prüflinge z.B. 2-3x aufs Klo rennen müssen) auf das Ergebnis der Prüfung auswirkt (es ist uns auch klar, daß auch die PrüferInnen froh sind, wenn alles ohne größere Probleme zum guten Abschluss kommt). Wird bewertet, was schon gezeigt wurde? Werden die Ergebnisse von Zwischenprüfungen berücksichtigt?
Uns ist schon klar, daß eine Prüfung ggf. wiederholt werden muss, wenn "das Unglück" zu Beginn eintritt und keine Besserung ersichtlich wird. Was aber, wenn das kurz vor Schluss passiert?
dr.poops
 
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traveler

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hallo,

wenn eine Prüfung angetreten wurde und diese wird abgebrochen warum auch immer, gilt diese als durchgeführt. Das was bisher war wird bewertet. Prüfung gemacht - ein Versuch weniger.

Ansonsten könnte man ja auf die Idee kommen, die Fragen/Aufgaben liegen mir nicht so, oder es läuft nicht so gut, dann lege ich mich mal "flach".
Wie oft sollte die Prüfung dann wiederholbar sein?

Deine Freundin sollte Angebote in Anspruch nehmen - Wie gehe ich mit Prüfungsstress um. Wird heutzutage überall angeboten.

Gruß renje
 
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GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
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Heli20

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Ich denke da liegst du falsch. Mit ein bißchen Menschenkenntnissen wird man sofort rausbekommen, ob jemand die Ohnmacht simuliert oder nicht. Zudem kennen sich der Auszubildende und die prüfende Person mittlerweile 3 Jahre (zumindest wenn es um das praktische Examen geht).
Der Prüfende wird vorher wissen, wie die Person sich in Stresssituationen verhält und sollte bei der Beurteilung ein wenig mehr Fingerspitzengefühl beweisen, und auch vorherige Leistungen in die Benotung mit einfliessen lassen.

Es ist immer leicht gesagt, such die nen Seelenklempner wenn du Probleme hast. Wenn jemand unter Prüfungsangst leidet, dann kriegt man dass auch nicht innerhalb von ein paar Wochen durch Gesprächstherapie wieder hin.

Dieses Phänomen findet man übrigens in jeder Berufssparte, kenne selbst sogar eine angehende Lehrerin im Referendariat.

Das allerschlimmste dabei ist ja, dass diese Personen (meistens) richtig gut sind, denn die wissen um ihr Problem und bereiten sich daher viel intensiver auf die Prüfungen vor. Nur schade, wenn ihr wissen dann im Verborgenen bleibt, aufgrund von Zittern, Stottern oder eben Ohnmacht.

Gruß chris
 
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Krankenpfleger; Bachelor of Science in "Pflege und Gesundheit" (FH);
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traveler

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Hallo Chris26,

ein Blick ins Gesetz schadet hin und wieder nicht. Ich nehme deinen Beitrag als persönliche Meinung denn mit der rechtlichen Lage und dem Alltag in Schule hat das nichts zu tun.

Mit ein bißchen Menschenkenntnissen wird man sofort rausbekommen, ob jemand die Ohnmacht simuliert oder nicht.
damit wäre der Willkür Tür und Tor geöffnet.

Zudem kennen sich der Auszubildende und die prüfende Person mittlerweile 3 Jahre (zumindest wenn es um das praktische Examen geht).
Wo hast du den das her? PA prüfen und "kennen" die Schüler mehr oder weniger 3Monate, wenn überhaupt - im Durchschnitt! Aufsicht im Schriftlichen führt teils eine Lehrkraft die gerade da ist.
Schon mal davon gehört, dass gerade an grösseren Schulen die Fluktuation nicht gerade niedrig ist?

und sollte bei der Beurteilung ein wenig mehr Fingerspitzengefühl beweisen, und auch vorherige Leistungen in die Benotung mit einfliessen lassen
Auch hier helfen weder Fingerspitzen noch Gefühl oder Wollen/Sollen weiter, sondern ein Blick ins Gesetz. Die Prüfungsnote wird aus den Prüfungsteilen gebildet. Vornoten dürfen nicht mitberechnet werden.

Es ist immer leicht gesagt, such die nen Seelenklempner wenn du Probleme hast.
Hab ich nicht gesagt. Aber - alle balla balla die sich mit Angst und Streß beschäftigen und Strategien zu deren Bewältigung?

Wie gesagt ich respekiere jede persönliche Meinung. Bei der Frage von dr. poops zählen aber die Fakten/Gesetz.

Gruß renje
 
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Heli20

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Wollte dich nicht persönlich angreifen. Rechtlich gesehen hast du natürlich voll und ganz recht.

Dass mit den 3 Jahren kennen beruht auf der Tatsache, dass ich meine Prüfung nach dem alten Krankenpflegegesetz gemacht habe und da waren die PA´s der Schule angegliedert. Wie es heute aussieht, weiss ich leider nicht so genau, da hast du als Lehrer für Krankenpflege natürlich die aktuelleren Infos ;-)

Trotzdem kann man Fingerspitzengefühl zeigen, Gesetze hin oder her. Fährst du etwa ständig 50 in der Stadt oder 130 auf der Bahn. Also dann würd ich ja nie ankommen!!!!!!!!!!!

Was ich damit eigentlich sagen will, natürlich hast du recht aber ein bißchen Menschlichkeit bei der Benotung gerade in unserem Beruf schadet nicht. Das soll ja nicht gleich heissen, dass man die Note schenkt!!!

Es ist einfach so, durch Prüfungsangst kann man sich viel verbauen, weil auch sehr clevere Personen davor nicht gefeit sind.
 
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Borgi

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Hallo dr. poops:eek:riginal:

Also ich hatte nicht gerade Durchfall aber war auch durchn Wind (pssst....ich habe 4xein digitales Thermometer für kaputt gehalten, weil es dauernd 42°C angab...Testbild:spinner: und bin zwecks Umtausch rausgelaufen).
Ich denke wenn man Durchpfiff hat und aufs Klo rennt ,sich natürlich entschuldigt und Nervösität bzgl. der Prüfungssitution im Reflektionsgespräch auch zugibt, bleibt man authentisch. Mir hat es jedenfalls nicht geschadet, die Situation ehrlich und somit realistisch eingeschätzt zu haben- im Gegenteil! Es sei denn sie bleibt auf dem Klo sitzen und fährt nicht fort mit der Prüfung.
Ich bin auch so ein Prüfungs-Paniker. Aber ich dachte immer: mehr als lernen geht nicht, eine schlechte warst Du die letzten drei Jahre nicht...wenn du durchfällst, müssten einige andere erst recht. Also tiiief Luftholen und das Beste draus machen.

Ich für meinen Teil würde auch sagen, dass im Ohnmachtsfall die Prüfung auf jeden Fall wiederholt werden muss, wenn die Ergebnisfindung nicht möglich ist. Ohne Ergebnis, keine Beurteilung, keine bestandene Prüfung.

Wenn aber Deine Freundin nur befürchtet ohnmächtig zu werden, heisst es lange nicht, dass sie es auch wird (ein gutes Beispiel hierfür schreibt gerade den Beitrag).

Schönes WE noch und liebe Grüße

Petra
 
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dr.poops

Also, ich kann euch ja mal sagen, daß meine bald zu prüfende Freundin regelmäßig von mir mit dem Fahrrad durch die Gegend gescheucht wird, daß sie sich nach dem Lernen belohnt (egal, ob das ne Eistüte ist oder ein feiner DVD-Abend) und Akupunktur bekommt, was augenscheinlich gut hilft. Da das nun bei der Krankenpflegeprüfung vor einigen Jahren so fürchterlich war für sie, ist das doch auch eindeutig besetzt "Prüfung=gleich kipp ich um". Sie findet das auch immer ganz gut, wenn andere auch Schiss haben... gut, und die PrüferInnen kennt sie auch. Wir sehen mal. Dafür müsst ihr euch da ja nun nicht anmachen:nono:, nach welchem Gesetzesparagraphendingsdabumsda das läuft, wenn man die Hosen (sic!) voll hat, ist das eh völlig Wumpe.:danke:
poops
 
Borgi

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Hallo nochmal!

Gesetzesblablabla interessiert nicht, alles andere auch nicht? Was dann?
Wenn es kurz vor Schluss passiert und es kann die bisherige Leistung beurteilt werden (worum gehts?schriftlich, mündlich, praktisch?), kann doch bestanden werden... Wenn ich schriftliche Prüfung ablege, beantworte aber zwei Fragen nicht...wegen Schiss, Unwissen oder ...keine Lust mehr, kann ich diese doch bestehen, wenn der Rest stimmt.
Wenn ich mündlich 80% super abgelegt habe und bei der letzten Frage ohnmächtig werde, kann der Rest auch bewertet werden. Keine Antwort=falsche Antwort.

Im Übrigen denke ich, Deine Freundin kann sich keine bessere Freundin wünschen!:thumbsup2:

Gute Nacht :eek:riginal:
 
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dr.poops

Neieiein:heul:!Aalso, ma chère Petra, Gesetzesblabla interessiert schon, ja, das war ja auch die Frage - ich meinte, wenn man eh denkt, jetzt kipp ich ab oder die Hose ist gleich voll, dann spielt das keine Rolle mehr mit Gesetz und neu und vor drei Jahren undundund. Das ist doch die Sache mit dem "Reptiliengehirn": wenn du Panik hast, dann dauert alles e-n-d-l-o-s l-a-n-g-e. Z.B. bis der Krankenwagen kommt. Oder du kommst zu spät zur Arbeit: der Fahrstuhl hatte schon immer exakt dieses Tempo. Aber wenn es fix gehen soll, dann denkst du "fahr los, du Sau, du!" Und wenn du in der Prüfung steckst, dann dauert das auch plötzlich. Es sei denn, dein Hirn gwöhnt sich an den Level der zu erleidenden Pein. In Bremen gibts zudem ein Sprichwort der "Stadtmusikanten": "Etwas besseres als den Tod finden wir überall". Den kennt meine Freundin natürlich auch zu genüge.:thumbsup2:
Schönen Sonntag! Pfeift euch mal alle ne schöne Schale Erdbeeren rein. dr.poops
 
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UlrichFürst

Zum rechtlichen hat renje ja schon ausführlich geantwortet.

*Mal meinenSenf zum restlichen gebend*
Mit ein bißchen Menschenkenntnissen wird man sofort rausbekommen, ob jemand die Ohnmacht simuliert oder nicht.
Es gibt Menschen die können (meßbares!!!) Fieber bekommen, nur weil sie es wollen. Und ich rede hier nicht von indischen Gurus, sondern von ganz normalen (naja, halt doch nicht) Menschen. In Ohnmacht fallen ist ungleich einfacher. Durchfall noch leichter (Stichwort Abführtropfen).

Der Prüfende wird vorher wissen, wie die Person sich in Stresssituationen verhält
Und genau dieses Verhalten in Streßsituationen ist ein Teil der Bewertung... (auch später in der Mitarbeiterbewertung).

Es ist immer leicht gesagt, such die nen Seelenklempner wenn du Probleme hast. Wenn jemand unter Prüfungsangst leidet, dann kriegt man dass auch nicht innerhalb von ein paar Wochen durch Gesprächstherapie wieder hin.
Nein. Man kann es aber so weit verbessern, dass man die Prüfung schaft! BTDT!

Ulrich
 
Borgi

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hi poops!

Ich liebe Deine direkte, ehrliche Art!!
Ohohohhh wie gut kenne ich diese Scheiterhaufengänge..... und sich fühlen wie ein hypnotisierter Mowgli......ja irgendwie war der Trick..Dichtmachen, zentrieren und dann öffnen...dann kam die "logorrhoe"....
Also denn...


Jetzt guck ich mal ob ich das üöäß?- Problem über den erweiterten "Antwortmodus" beheben kann...... Bei Normal kommt nur Käse raus......
 
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Jääähhh, klappt! ??

Testgrüße von Petra
 
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Ketzer

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Hallo Ihr,

hab grade Euer Forum gefunden und muss auch gleich meinen Senf dazugeben....:

Ich nehm nu auch schon ein paar Jährchen Prüfungen hab (und hab selbstverständlich selbst auch voher reichlich davon hinter mich gebracht).

Aus meiner Sicht als Prüferin:
Erst mal gibt es sicherlich rechtlich Aspekte dazu.
Zum Anderen sind auch Prüfer Menschen (meistens jedenfalls) und sollten eigentllich registrieren, was um sie herum so vorgeht. Ein ordentlicher Prüfer muntert seine Leutchen auch immer mal auf, wenn er merkt, dass es brenzlig wird. Da muss ich keinem Tipps geben oder irgendwelche Sachen machen, mit denen ich mich als Prüfer aufs Glatteis begebe. Die Objektivität sollte immer gewahrt bleiben! Aber ein aufmunternder Satz wie "Nun mal ganz ruhig - Sie machen das schon..." oder Ähnliches kann wahre Wunder bewirken, wenn ich merke, dass der Prüfling anfängt, am Rad zu drehen.

Es gibt andererseits durchaus Prüflinge, die sich in solche Sachen hineinsteigern und das auch regelrecht benutzen, bzw. gezielt einzusetzen versuchen, um zu versuchen, Prüfer dadurch zu manipulieren. Und ich muss zugeben, dass ich sehr allergisch auf solche Prüflinge reagiere. Ich bin gern bereit, jemanden zu einer guten Leistung zu motivieren und die dann auch entsprechend zu bewerten. Aber ich werde als Prüfer keine Leistung besser einstufen, als sie tatsächlich ist, nur weil der Prüfling dabei etwas grün im Gesicht ist oder hyperventiliert.

Aus meiner Sicht als Prüfling:
Nach keiner Prüfung endet das Leben. Auch nicht nach einer nicht bestandenen! "Wenn der liebe Gott die Tür zuschlägt, hat er immer vorher noch ein Fenster geöffnet" und manchmal ist es sogar besser, ein Jahr dran zu hängen und eine tolle Prüfung zu machen, als eine mit Hängen und Würgen zu schaffen. Es gibt immer noch eine 2. Chance im Leben!
Diese Erkenntnis hat mir dazu verholfen, in jede bisherige Prüfung ruhig und gelassen hineinzugehen. Ich habe noch nie Prüfungsangst gehabt und ausnahmslos jede auf Anhieb bestanden. Meine eigene Ruhe hat dazu sicherlich nicht unwesentlich beigetragen. Und wenn ich mal irgendwann irgendeine Prüfung nicht auf Anhieb bestehen sollte, dann kann ich damit auch leben. Dann gibt's halt nen 2. Anlauf und basta!

Aus meiner fachlichen Sicht:
Wir haben, und das haben wir doch alle gelernt, in unserem Körper 2 ganz wichtige Nerven, die für solche Sachen zuständig sind: Sympathikus und Parasympathikus/Vagus. Wenn ich Stress habe (Prüfungsangst), dann springt der Sympathikus an und verdirbt mir den Appetit usw. Entsprechend schlecht fühle ich mich dann. Er ist es auch, die dann ggf. die Schleusen öffnet (Dünnpfiff).
Aber wir kennen doch auch das Phänomen, dass wir nach einer etwas reichlicheren Mahlzeit müde werden, weil dann nämlich der Parasympathikus/Vagus arbeitet.

Und nu der Tipp: Vor einer Prüfung sollte man einfach mal eine Stunde früher aufstehen als sonst. Diese Stunde wird fürs Frühstück genutzt. Wenn der Magen nicht mitspielen will, fängt man eben ganz klein an. Mit einem Löffelchen Joghurt. Das steigert man dann bis zum Schinkenbutterbrot mit hartgekochtem Ei (oder auch zwei?). Das liegt schön schwer im Magen und beschäftigt den Vagus. Und wenn der erst mal beschäftigt ist, hat der Sympathikus Sendepause. Im Klartext: Man fühlt sich zwar noch gestresst, aber bei weitem nicht mehr so schlimm wie ohne Frühstück.

Außerdem sollte man mal ein bisschen auf seine Atmung achten. Denn auch bei der Atmung verhält es sich so, dass nicht nur Angst die Atmung beeinflusst, sondern auch das lässt sich umkehren. Also immer schön tief und ruhig durchatmen!

Wer ganz schlimme Prüfungsangst hat, sollte mit solchen Sachen aber besser nicht erst am Prüfungstag anfangen, sondern schon vorher, wenn er merkt, dass er anfängt, sich selbst verrückt zu machen.

Schöne Grüße und viel Erfolg für alle, die demnächst Prüfungen machen! ;)

Ketzer
 
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Sahawe

Sahawe

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Hallo zusammen,
hierzu möchte ich auch was sagen. Ich selbst habe zwar keine Panikattacken vor Prüfungen, aber ich bin sehr nervös, vor allem vor großen Prüfungen (das Krankenpflegeexamen zähle ich dazu). Da kann es schon mal sein, dass auf einmal alles weg ist oder ich einfach nach einer bestimmten Zeit nicht mehr kann und dann einfach abgebe obwohl ich noch viel mehr wüßte. Aber aus meiner Erfahrung kann ich sagen, egal wo ich Prüfungen gemacht habe, ob Krankenpflegeexamen, Abi oder auch jetzt an der Uni, dass im Allgemeinen wenn jemand mit 2 eingerreicht ist, nicht mit 6 aus der Prüfung geht, selbst wenn man einen totalen Black out hat oder am Ende aus den Latschen kippt. Bei mündlichen Prüfungen, habe ich ganz oft erlebt, dass Dozenten, Prüflinge die im Schriftlichen gut eingereicht waren, im Mündlichen auch gut, im höchsten Falle befriedigend bewertet haben. Wenn jemand 3 Jahre gute Beiträge gebracht hat, fällt er auch beim Schriftlichen nicht durch, auch hier hat der Bewertende Spielraum.
Kennt der Dozent den Prüfling erst seit 3 Monaten, ist er trotzdem, denke ich sehr gut in der Lage, den Prüfling einzuschätzen, in der Regel wenn er nicht gerade erst angefangen hat, ist er darin geübt. Ich denke er weiß genau, wer hier simuliert und wem die Hände zittern und die Knie weich sind .Dazu habe ich gerade ein Seminar besucht, unten steht das Ergebnis. Leider kann ich nicht alles reinstellen, da ich nicht weiß wie man hier eine pdf-Datei anhäng
Das Ergebnis war, Lehrer sind besser als ihr Ruf, auch in der Bewertung mündlicher Noten und sie tendieren eher dazu die bessere Note zu geben.
Was die Prüfungsangst betrifft, hilft mir immer natürlich gute Vorbereitung, ein Lernstundenplan, in denen feste Pausen eingeplant sind, so dass ich nicht zuviel mache. Auch den Hinweis mit dem Frühstück und früher aufstehen kann ich nur bestätigen und wenn was ganz Großes auf mich zukommt, wie jetzt bei zum Beispiel die Zwischenprüfung, dann hau ich mir ab dem Vortag regelmäßig Resscue-Tropfen rein 4x 1 Pipette und morgens nochmal eine. Eigentlich gibt es keinen Wirkungsnachweis, aber ich kann nur sagen bei mir hat es bis jetzt immer geholfen. Es nimmt die Anspannung und ich werde ganz ruhig.​
Deiner Freundin viel Glück.

Wie genau sind schulische Leistungsbeurteilungen?​
Einführung in die Pädagogische Psychologie I,
Prof. Dr. Birgit Spinath, 11. Sitzung Folie 20​
Lehrer/innen sind im Durchschnitt gute Diagnostiker/innen von
Schülerleistungen​
. Diese Aussage lässt sich aufgrund der hohen
Korrelationen zwischen Lehrerurteil und Schulleistungstests treffen

(r = .66 in einer Metaanalyse von Hoge & Coladarci, 1989)​
.
Da es sich bei der
Rangkomponente (Korrelation) um das zentrale
Genauigkeitskriterium
handelt (diagnostische Sensitivität im
engeren Sinne), kann mit Recht behauptet werden, dass
Lehrer/innen gute Diagnostiker von Schülerleistungen sind.
Darüber hinaus
neigen Lehrer/innen dazu, das absolute
Fähigkeitsniveau ihrer Schüler/innen zu überschätzen
. Diese

Ungenauigkeit kann sogar als pädagogisch wünschenswert angesehen werden.
 
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Lehrerin für Deutsch und Pflege
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Berufliche Schule
Weiterbildungen
Studium der Germanistik und Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gerontologie
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Ketzer

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Hallo Sahawe,

Danke, dass Du für uns Prüfer eine Lanze brichst. :)

Ich habe auch schon sehr negative Fälle erlebt, was Mitprüferinnen anging. Im schlimmsten Fall habe ich einer "Kollegin" sogar mal angeboten, das "vor der Tür" zu regeln und mich dermaßen über ihr Prüfungsverhalten aufgeregt, dass ich die ganze folgende Nacht kein Auge zugemacht habe vor Wut. Sie hat ununterbrochen versucht, den Prüfling zu verunsichern und fertig zu machen, ihm während der Prüfung Sachen als falsch anzukreiden, die überhaupt nicht falsch waren usw. - bis mir dann irgendwann der Kragen geplatzt ist... Mal abgesehen davon, dass es schon nicht korrekt ist, den Prüfling auf Fehler hinzuweisen, sofern es nicht eine patientengefährdende Sache ist, bei der man dann selbstverständlich eingreifen muss...

Aber auch in solchen Fällen gibt es Lösungen. So eine Prüfung muss ja protokolliert werden. Und ab einem gewissen Punkt hatte ich mich einfach entschlossen, das Verhalten meiner Mitprüferin gleich mit zu protokollieren.
Der Prüfling hatte es geschafft, wenn auch knapp. Das Blöde an so einer Situation ist natürlich, dass ich ihn auch hätte durchfallen lassen müssen, wenn er durch all diese Verunsicherungen wirklich grobe Fehler begangen hätte. Aber er hätte in diesem Fall mit meinem Prüfungsprotokoll die Prüfung problemlos anfechten können.

Warum erzähl ich das hier?
Nun, es hat ja schon einen Grund, dass immer mehrere Prüfer vorgeschrieben sind. Und wenn dann wirklich mal einer nicht objektiv ist, dann ist eben noch mindestens ein zweiter da. Es ist auch eine Sicherheit für den Prüfling. Mir selbst ist es auch schon einmal passiert, dass ich bei einer mdl. Prüfung etwas überhört hatte. Wir sind ja auch nur Menschen und irgendwann kann die Konzentration nachlassen, selbst wenn man sich viel Mühe gibt. Dann ist man froh, wenn die anderen das gehört haben.

Außerdem ist es in ordentlichen Prüfungskommissionen so, dass man versucht, nie zwei unerfahrene Prüfer zusammen loszuschicken. Wir fangen ja auch mal irgendwann an und da sollte der Anfänger immer mit einem erfahrenen Prüfer zusammengespannt werden.

Es gibt also schon eine Menge Möglichkeiten, dem Prüfling wirklich gerecht zu werden. Und wie Du schon schreibst: Der erfahrene Prüfer merkt dann schon, bei wem das aufgesetzt ist und wer wirklich nicht anders kann.

Bei mündlichen Prüfungen lohnt es sich auch manchmal für den Prüfling, die Prüfer anzugucken, wenn er nicht weiter weiß. Wenn sich dann alle auf die Frage nach dem Pruritus, der dem Schüler nicht einfällt, plötzlich den Kopf kratzen müssen... (Ist schon manchmal richtig komisch! lach)

Es gibt also keinen wirklichen Grund, Angst vor einer Prüfung zu haben, es sei denn, man hat nicht gelernt. Denn solche "Kollegen" wie die, von der ich oben geschrieben habe, sind ganz schnell 'raus. Sowas spricht sich nämlich auch unter Prüfern herum.
 
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