Probleme nach KH-Aufenthalt der Alten Menschen

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---Merlin---

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30.04.2007
Weilheim in OB
Hallo Zusammen,

mich würde mal interessieren, warum alte Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt,

1. oft einen Decubitus bekommen (Haben die KH keine z.B. Antidecubitusmatrazen oder Lagerungskissen im Eigenbestand); ist das KH-Personal nicht auch dazu verpflichtet Decubitus zu vermeiden (Prophylaxe) Ich denke, es wäre doch nicht ein all zu großer Aufwand, wenn das Personal ins Zimmer kommt und einen Patienten schnell mal lagert (z.B. nach RR, P oder Temp messen). Oder denke ich da irgendwie falsch? Haben die KH auch so viel alte inmobile Menschen (ich denke eher nicht), die sich selbst nicht lagern können und überfordert sind?

2. einen DK bekommen, obwohl vor KH-Aufenthalt, keine med. Notwendigkeit bestand lt. HA, im KH-Bericht plötzlich schon? Wir, Altenpflegepersonal, denken immer, daß das KH-Personal keine oder weniger Inkontinenzartikel wechseln muß. Ist das so?

Ich muß aber vorausschicken, daß ich nicht die Absicht habe, mit dieser Fragestellung, dem KH-Personal auf die Füße zu treten, sondern nur um Antworten zu finden. Wir sind schließlich von bd. Seiten bemüht, dem Betroffenen zu helfen.
 
Qualifikation
Altenpfleger / PA
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
rosi.b

rosi.b

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06.03.2005
96114
Du sprichst mir aus dem Herzen..... Zur Zeit ist meine Mutter (77) im Krankenhaus, hat einen DK verpasst bekommen und hat auch schon wunde Stellen....
 
Qualifikation
Kinderpflegerin/Altenpflegerin
Fachgebiet
Seniorenwohnheim
M

---Merlin---

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30.04.2007
Weilheim in OB
Hallo @rosi.b,

mit welcher Begründung?
 
Qualifikation
Altenpfleger / PA
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
rosi.b

rosi.b

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06.03.2005
96114
Hallo Merlin...

Begründung? Anfangs war es ja noch nachvollziehbar.. (meine Mutti ist zuhause gestürzt, war anfangs wegen schlechter Blutwerte (sie hat eine Anämie, bekommt seit Jahren in immer kürzeren Abständen Blutübertragungen) und einer gravirenden Schilddrüsenunterfunktion (hat wohl der Hausarzt verschlampt) in einem schlechten Allgemeinzustand. Jetzt geht es ihr körperlich wieder besser und ich habe gestern den Arzt wegen dem DK angesprochen und nur zur Antwort bekommen, dass sie so die Ein- und Ausfuhr besser beobachten können....
Vielleicht ist es ja wirklich sinnvoll....?
 
Qualifikation
Kinderpflegerin/Altenpflegerin
Fachgebiet
Seniorenwohnheim
M

---Merlin---

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30.04.2007
Weilheim in OB
Hallo @rosi.b,

Kann man die Ausfuhr nicht auch anderes bestimmen, wie z.B. mit einem Meßbecher?

Ist sie eigentlich inkontinent?
 
Qualifikation
Altenpfleger / PA
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
Lilly-Willow

Lilly-Willow

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17.07.2007
56130
Hallo @ all! :eek:riginal:

so wie es aussieht scheint diese Problematik überall zu herrschen! traurig aber war.
also ich arbeite ja in einem Altenheim das mit dem anliegenden Krankenhaus im Verbund steht. hier ist es so, dass die Antidekubitusmatratzen viel zu spät eingesetzt werden! find ich zumindest. erst wenn schon ne Läsion etc. vorhanden ist, wird da was unternommen. denke das, dass Krankenhauspersonal nich so versiert auf den pflegebedarf ist, eher darauf, dass die Visiten ausgearbeitet sind, die Untwersuchungen laufen, die Infusionen angehänget werden........etc.
die Pflege steht da weit weit im Hintergrund! :mad_2:

dies ist unteranderem einer der Gründe warum ich als Krankenschwester in einem Altenheim und nicht mehr im Krankenhaus arbeite :thumbsup2:

ich finde die Pflege viel wichtiger und im Krankenhaus kommt die einfach zu kurz. hier den Pat. zum Ekg, dann zur Sono, noch ins Labor, dann Visite etc. etc.
der eigentliche Patient kommt da einfach kurz und somit auch die notwendigen Lagerungen usw. wenn ein Patient im KH nicht trinkt bekommt er ne Infusion, nässt er ein nen DK und wenn er dekubitusgefährtet ist ne entsprechende Matratze und dann denken viele die übernimmt das Lagern......

trauriger Alltag, wenn auch bestimmt nicht in allen Krankenhäusern aber in vielen. wir als "Pflegepersonal" sehen das ganz anders, aber werden nix ändern können!

Gruß Christina25
 
Qualifikation
Krankenschwester; Praxisanleiterin
Fachgebiet
Alten und Pflegeheim
Weiterbildungen
"Expertenstandard Menschen mit chronischen Wunden"
Weiterbildung zur Praxisanleiterin
C

calimero208301

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02.07.2006
21395
Hi,
ich denke mal das es im Krankenhaus mittlerweile auch so ist das sie personell unterbesetzt und mit den Patienten überfordert sind... Und da istz der DK als Beispiel natürlich ein einfacher weg das Wechseln des Inkomaterials zu sparen (Zeit sparen)... Natürlich ist es nicht der wirklich richtige Weg, aber ich denke nicht das das PP im KH direkt was dafür kann:sad: ...
 
Qualifikation
Krankenschwester / stlv. PDL
Fachgebiet
Tagespflege
M

---Merlin---

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Themenstarter/in
30.04.2007
Weilheim in OB
Hallo zusammen,

soweit mir bekannt ist, wenn ein Bew. (Patient) nicht so viel trinken kann/will/nicht so schnell kann, deshalb eine Infusion angelegt wird, kommt es einer Gewaltanwendung gleich, wenn der Betroffene nicht einverstanden oder informiert ist. Bei Demenz ist der Betreuer für Gesundheitssorge zu informieren.


Wir sind doch auch bekanntlich unterbesetzt und müssen zum Wohle der Bew. handeln.

Das ganze System hat einen rießengroßen, schwerwiegenden Fehler, welches auf bd. Seiten unbedingt geändert werden muß. Aber immer wieder diese lieben Wörter "Wirtschaftlichkeit und Organisieren"!!!
 
Qualifikation
Altenpfleger / PA
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
rosi.b

rosi.b

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06.03.2005
96114
Merlin,

nein sie ist nicht inkontinent.... ich habe dann weitere fragen unterlassen. hoffe, dass sie nächste woche so weit in ordnung ist dass sie heim kommen kann.
 
Qualifikation
Kinderpflegerin/Altenpflegerin
Fachgebiet
Seniorenwohnheim
S

solojess

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17.04.2006
65614
Hallo,
wir haben nach knapp 10 tägigen Aufenthalt wegen einer Schulterfraktur einen Bewohner mit einem Fersendekubitus aus dem Krankenhaus zurück bekommen 2. Grades
Wieso darf so etwas passieren und warum kümmert sich da niemand drum ???
Wenn bei mir ein Bewohner der bettlägerig ist einen Dekubitus an der Ferse bekäme und wir sprechen bereits von einem Dekubits 2. Grades dann käme ich in Teufelsküche !!!!!!!!!!!!!!!!!!! Kann man denn nicht wenigstens im Krankenhaus die Fersen frei lagern, auch wenn dort wie bei den meißten das Personal kanpp ist , ist das wirklich zuviel verlangt :mad_2: :mad_2: :mad_2:

LG solojess
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
stat. Altenpflege
Weiterbildungen
PDL
QB
Studium "Pflegemanagement"
M

---Merlin---

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Themenstarter/in
30.04.2007
Weilheim in OB
Hallo @solojess,

Du hast doch KH-Erfahrung in Deiner Vergangenheit. Hast Du zu meinen Fragen zum Thema-Beginn irgendwelche Antworten, die Du uns mitteilen könntest, zur besseren Verständnis.
 
Qualifikation
Altenpfleger / PA
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
E

Ellyrobby

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07.05.2007
08115
Hallo!:rolleyes:
Hatte mal ein sehr aufschlußreiches Gespräch mit dem Pflegedienstleiter unseres örtlichen Krankenhauses. Hatten bei 2 Patienten nach Entlassung zu Hause sofort Fersendekubitus festgestellt, nekrotisch u.s.w. Bin hingegangen um den guten Mann, nett wie ich bin, auf das Problem aufmerksam machen. :eek:riginal: Er wollte das aber nicht wirklich hören.:sick: Hat mir erzählt, das sie in der Statistik bei Vermeidung von Dekubitus fast ganz vorn lägen in ihrer Krankenhauskette. Die Patienten waren laut der Akte im PC ohne Wunde entlassen worden.:blushing: Nun hätte ich Beweise bringen müssen. Da der Dr. aber auch nichts unternehmen will, wegen der guten Zusammenarbeit und ich das nicht auf eigene Kappe nehmen wollte, bin ich zurück gerudert.:innocent: Hatte mich schon weit aus dem Fenster gelehnt. Ich wollte ja nur, das sie etwas besser hinschauen, aber das würde ihnen ja die Statistik vermasseln. Die Kassen reagieren da auch nicht, obwohl die teuren Rezepte direkt nach Entlassung ja wohl eine deutliche Sprache sprechen. Habe inzwischen alles zu und kein neuer Fall, vielleicht hat es ja doch geholfen.:rotwerd: Gruß Ellyrobby
 
Qualifikation
Krankenschwester, Medizinprodukteberaterin
Fachgebiet
Mitteldeutschland
Weiterbildungen
Wundberaterin
S

smily

Mitglied
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20.03.2006
91056
Hallo alle zusammen,

mir platzt jetzt fast der Kragen- die Diskussion hier ist ja ziemlich einseitig und man könnte ja meinen, alle Kliniken pflegen Decus und DKs an "Eure" Patienten hin! Dem ist ja wohl bei weitem NICHT so!

Ich bin auf einer neurologische Pflegestation mit teils schwerbetroffenen Schlaganfall-Patienten und Ihr dürft mir glauben, daß wir sehr wohl Lagern und Pflegen und nicht Visite und Co unser Hauptaugenmerk schenken.

Nachdem hier schon von diversen, angeblich arbeitserleichternden Maßnahmen die Rede war, dazu ein paar Worte von mir:
1) von Anti-Decu-Matratzen halten wir in unserem Hause gar nichts, da diese die Wahrnehmung der Patienten noch mehr durcheinanderbringen als fördern. Und wir lagern z.B. nachts 2-3 mal und das ist völlig ausreichend um Decus zu vermeiden.
2) Kontinenz und Co ist ein großes Thema, da durch Schlaganfälle diese meist sehr beeinträchtigt ist- bei hohen Restharnwerten (durch Sono oder EK bestimmt) wird übergangsweise für max. eine Woche ein DK gelegt, danach sofort Cystofix und sobald als möglich Blasentraining.

Zudem haben unsere Patienten meist größere Probleme, als Cysto ja oder nein.

Im Großen und Ganzen entlassen wir unsere Patienten durch ein Überleitungskonzept gut vorbereitet und wie ich finde in meist gutem Zustand in die häusliche Umgebung.

Im Gegenzug ist aber durchaus auch so, daß wir teilweise Patienten mit ambulanter Betreuung durch einen Pflegedienst bekommen, wo mir nichts mehr zu einfällt. Und wenn man dann nachfragt, bekommt man noch ne dumme Antwort. Als Entschuldigung muß dann oft der Zeitdruck herhalten- ich kenne das Problem (habe selbst 5 Jahre im ambulanten Bereich gearbeitet), aber ich denke bzw. weiß, es geht, wenn man es will- zumindest die einfachen Sachen. Und ein aussagekräftiger Pflegebericht wäre auch wünschenswert oder halt zumindest mal ein Anruf bei wichtigen Sachen.

So, das mußte raus- sorry, wenn ich dem einen oder anderen auf die Füße getreten bin.

Liebe Grüße, smily
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Neurologie / Pflege
Lilly-Willow

Lilly-Willow

Mitglied
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17.07.2007
56130
Hallo @ smily! :eek:riginal:

es gibt überhaupt keinen Grund dich soooooo aufzuregen! :nono:

hier wurden bisher Erfahrungsberichte ausgetauscht und die waren nunmal negativ. wie ich in meinem Beitrag schrieb, "sind es bestimmt nicht alle Krankenhäuser, aber viele"

da du ja auf einer Neurologischen Station arbeitest, sind dir diese Sachen ja wohl auch geläufig, Lagern etc.
dennoch gibt es viele Fachbereiche, die der Pflege nicht so viel Aufmerksamkeit zuweisen wie es wünschenswert wäre. und das kannst du sicher nicht leugnen.
ich für meinen Teil bin froh darüber, dass du dich dazu geäußert hast und ich finde es sehr lobenswert, mit Dank an deine Station und dein Team, dass es bei euch nicht so ist. :thumbsup2:
aber wie hier nun festgestellt wurde, ist das leider nicht die Regel und darum geht es. ich würde mir wünschen das es nicht so wäre.
keiner will hier die "GUTEN" angreifen!!! :nono:

deiner Äußerung bezügl. der ambulanten Pflegedienste stimme ich nur sehr gern zu. leider ist es auch hier häufig der Fall, dass die Pat. in sehr schlechtem Zustand sind. aber man muss mal bedenken, dass die Pflegedienste nur Hilfestellungen geben und lange nicht die Versorgung einer Stationären Pflege, sei es im Heim oder KH, gewährleisten können. da du ja selbst Erfahrungen vorweisen kannst, brauche ich es dir ja nicht zu erleutern.

leider ist dieses Them ein sehr schwieriges, dass die Gemüter sehr aufwühlt. dennoch ändert es nichts an der Problematik, dass es Krankenhäuser/Pflegeheime/Sozialstationen gibt, welchen man diese Angelegenheiten zuschreiben kann.

ich hoffe du verstehst diese Argumente und gibst evtl. noch eine Antwort dazu! :eek:riginal:

l.G. Christina
 
Qualifikation
Krankenschwester; Praxisanleiterin
Fachgebiet
Alten und Pflegeheim
Weiterbildungen
"Expertenstandard Menschen mit chronischen Wunden"
Weiterbildung zur Praxisanleiterin
S

stern3007

Aktives Mitglied
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29.07.2005
Köln
mir platzt jetzt fast der Kragen- die Diskussion hier ist ja ziemlich einseitig und man könnte ja meinen, alle Kliniken pflegen Decus und DKs an "Eure" Patienten hin! Dem ist ja wohl bei weitem NICHT so!
Reg dich mal ab, ist nicht gut für die Nerven ;-)

Ich bin auf einer neurologische Pflegestation mit teils schwerbetroffenen Schlaganfall-Patienten und Ihr dürft mir glauben, daß wir sehr wohl Lagern und Pflegen und nicht Visite und Co unser Hauptaugenmerk schenken.
Wir reden hier eher nicht von Stationen auf denen du beschäftigt wirst. Auf solchen Stationen wird die Pflege ernst genommen.

Nachdem hier schon von diversen, angeblich arbeitserleichternden Maßnahmen die Rede war, dazu ein paar Worte von mir:
1) von Anti-Decu-Matratzen halten wir in unserem Hause gar nichts, da diese die Wahrnehmung der Patienten noch mehr durcheinanderbringen als fördern. Und wir lagern z.B. nachts 2-3 mal und das ist völlig ausreichend um Decus zu vermeiden.
2) Kontinenz und Co ist ein großes Thema, da durch Schlaganfälle diese meist sehr beeinträchtigt ist- bei hohen Restharnwerten (durch Sono oder EK bestimmt) wird übergangsweise für max. eine Woche ein DK gelegt, danach sofort Cystofix und sobald als möglich Blasentraining.
Wenn du 5 Jahre in der ambulanten gearbeitet hast, müßtest du unsere Problematik kennen. Wir können nicht 2-3 x nachts lagern. Wer finanziert das? Die meisten Schlaganfallpatienten bekommen die Pflegestufe II. Nur selten schafft man es, jemanden in die III zu bekommen. In der Pflegestufe II sind keine finanziellen Kapazitäten da, die uns nächtliche Einsätze ermöglicht. Ergo sind wir gezwungen, die nicht von uns zu erbringende Arbeit mit Hilfsmitteln zu ersetzen.

Im Großen und Ganzen entlassen wir unsere Patienten durch ein Überleitungskonzept gut vorbereitet und wie ich finde in meist gutem Zustand in die häusliche Umgebung.
Ja klar, ihr seid ja auch auf solche Patienten ausgerichtet.

Im Gegenzug ist aber durchaus auch so, daß wir teilweise Patienten mit ambulanter Betreuung durch einen Pflegedienst bekommen, wo mir nichts mehr zu einfällt. Und wenn man dann nachfragt, bekommt man noch ne dumme Antwort. Als Entschuldigung muß dann oft der Zeitdruck herhalten- ich kenne das Problem (habe selbst 5 Jahre im ambulanten Bereich gearbeitet), aber ich denke bzw. weiß, es geht, wenn man es will- zumindest die einfachen Sachen. Und ein aussagekräftiger Pflegebericht wäre auch wünschenswert oder halt zumindest mal ein Anruf bei wichtigen Sachen.
Hhhmmm du hast 5 Jahre in der ambulanten gearbeitet? Dann müßtest du eigentlich wissen, dass unsere Patienten meist dann ins KH eingewiesen werden, wenn wir nicht zugegen sind. In der Regel sollte in jeder Dokumappe, die sich beim Patienten befindet, auch ein Überleitungsbogen finden lassen, wo das wichtigste ersichtlich ist. Das größte Problem hier ist eher, dass sich niemand um solche Unterlagen schert. Patient wird ins KH abtransportiert und unsere Überleitungsbögen liegen weiterhin zuhause. Warum hat der Transportdienst die nicht mitgenommen? OK im absoluten Noteinsatz kann ich das ja noch verstehen. So ein Verhalten ist aber heutzutage Standard. Anruf bei wichtigen Sachen? Wenn du etwas wissen möchtest, rufe doch bitte selbst an. Wäre das nicht eine Maßnahme? Wir erfahren oft erst Stunden später, dass unser Patient im KH gelandet ist und können dann wegen gestrichenem Einsatz auch nicht anhand der Dokumapp eruieren, ob ihr wichtige Unterlagen habt.

So, das mußte raus- sorry, wenn ich dem einen oder anderen auf die Füße getreten bin.
Hier fühlt sich niemand auf die Füsse getreten.

Aus meiner langjährigen Erfahrung heraus werden Patienten auf "Spezialstationen wie der hier erwähnten in der Regel gut versorgt. Schlechte Erfahrungen mache ich sehr oft, wenn unsere Patienten wegen einer "Kleinigkeit" ins Krankenhaus geliefert werden und dort auf "Normalstationen" liegen die z.B. nicht auf Schlaganfallpatienten ausgerichtet sind. Dann kommt eine weitere "Kleinigkeit" hinzu, die Liegezeit verlängert sich und schon ist die Katastrophe da.

Die Problematik unserer Patienten interessiert dort oft niemanden. Patient wurde von uns täglich gewaschen? Muß man im KH nicht machen. Fersen wurden freigelagert? Muß man im KH nicht machen. Patient hat extrem trockene Haut. Muß man im KH nicht eincremen. Diese Erfahrungen sind mir auch oft von Patienten bestätigt worden. Nicht alle sind ja dement und können nicht mehr kommunizieren. Selbst wenn das Pflegepersonal im KH um eine Leistung gebeten wurde, die eigentlich selbstverständlich war, kam oft die platte Antwort: Sorry wir haben keine Zeit.

Für die Dekubitusproblematik braucht man übrigens auch keinen Überleitungsbogen/Pflegebericht vom Pflegedienst: Da wir ja alle Fachkräfte sind, muß man das Problem auch selbständig erkennen.

Fakt ist: Aus bestimmten Krankenhäusern in meinem Umfeld kommen die Patienten oft in einem erschreckenden Zustand zurück. Wir machen sofort nach "Ablieferung" zuhause einen Hausbesuch und halten den Zustand des Patienten fest, weil es schon mehrfach vorgekommen ist, dass Dekubitis, die erst im KH entstanden sind, überhaupt nicht aktenkundig waren. Letztendlich wollte man uns die Schuld an diesen Dekubiti in die Schuhe schieben.

Die Ursachen sind klar. ZEITMANGEL !!! Da kann man auch dem Pflegepersonal keine Vorwürfe machen.

Anstatt sich hier gegenseitig die Rübe einzuschlagen, sollte man lieber gemeinsam darüber nachdenken, wie man solche Mißstände beheben kann.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
panik

panik

Aktives Mitglied
Basis-Konto
04.01.2007
67466
Hallo Solojess
Du sprichst mir aus der Seele:thumbsup2: ,dann auch(oder gerade)im Heim ist die Personaldecke sehr dünn!
LG panik
(zu deinem Beitrag gestern 12h44
 
Qualifikation
Krankenschwester, PDL
Fachgebiet
Seniorenheim
Weiterbildungen
*Ausbildung zur Krankenschwester
*Studium: Neuere und neueste Geschicht und Literaturwissenschaften
* Weiterbildung zur PDL 2009
F

freddy20020

Mitglied
Basis-Konto
24.10.2006
67308
@ merlin
...ist das KH-Personal nicht auch dazu verpflichtet Decubitus zu vermeiden (Prophylaxe)...
ja, selbstverständlich ist es das, genauso wie das Altenpflegepersonal; es gibt den Nationalen Expertenstandard Dekubitusprophylaxe

...Ich denke, es wäre doch nicht ein all zu großer Aufwand, wenn das Personal ins Zimmer kommt und einen Patienten schnell mal lagert ...
schnell mal lagert? ich denke, daß du dabei übersiehst, daß im Krankenhaus mitunter schwerer erkrankte Patienten liegen, als sie es zu Hause oder im Heim sind, sonst lägen sie nicht da. Immobilität, schlechte Ernährungslage und/oder Hautzustand, nicht zu vergessen den Personalmangel, der nicht erst seit dem letzten Jahr selbstverständlich auch in Kliniken existiert als zusätzliche Faktoren
zur Dekubitusentstehung...und: ich arbeite im Intensivbereich, da kann es bei größeren Kindern schon mal ne schnelle dreiviertelstunde oder mehr dauern, bis ein Patient gelagert ist´. Ja ja, ich höre das Totschlagargument "klar, Intensivstation, da dauert´s länger". Dazu weiß ich aber auch, daß auf anderen Stationen vergleichbare Aufwändigkeiten zu bewältigen sind (siehe Beitrag von smily von der Neuro-Station).

...Haben die KH auch so viel alte inmobile Menschen (ich denke eher nicht), ...
genau das ist eine so pauschalierende Aussage, die z.B. smily (aber auch mich) eher unzufrieden macht bezüglich des Diskussionsstils und -inhalts. Wieso denkst du das? Oder weißt du das aus Belegungsstatistiken?

...Wir, Altenpflegepersonal, denken immer, daß das KH-Personal keine oder weniger Inkontinenzartikel wechseln muß...
siehe obiger Einwurf (denken, glauben, meinen oder wissen? und dann pauschal ...wir/Altenpflegepersonal/immer...): ich komme nicht aus der Altenpflege, sondern aus der stationären Kinderkrankenpflege, mache zur Zeit allerdings einen Kurs zur Stationsleitung mit und wir sind halbe-halbe Krankenpflege- und Altenpflegepersonal (ambulant und stationär). Unser Austausch ist rege bezüglich der Qualität der pflegerischen Versorgungsmöglichkeiten und unserer Verbesserungswünsche. Ich käme allerdings nicht auf die Idee, zu behaupten, daß ich jetzt weiß, wie "die Altenpfleger generell unmöglich und unqualifiziert arbeiten"
dies ist aber leider der Tenor, der aus den Altenpfleger-Beiträgen zu entnehmen ist. Deswegen kann ich smily gut verstehen, daß ihm der Kragen platzt.

...Kann man die Ausfuhr nicht auch anderes bestimmen, wie z.B. mit einem Meßbecher?...
doch, ist möglich; wenn die Patienten so kooperativ sind auch nachts auf den Toilettenstuhl zu gehen oder die bereitgestellte Bettpfanne zu benutzen.


@solojess
...Wieso darf so etwas passieren und warum kümmert sich da niemand drum ???
diese Aussage unterstellt somit, daß 1. "so etwas" im Krankenhaus passieren darf und sich 2. "niemand" drum kümmert.
Teil 1 der Aussage stimmt nicht, und Teil 2 der Aussage bezweifle ich sehr stark. Fertig!

@ christina25
...
so wie es aussieht scheint diese Problematik überall zu herrschen! traurig aber war...
das meine ich mit vorschnellen Pauschalurteilen. Jetzt stehen hier gerade mal sechs oder sieben Aussagen von Altenpflegekräften drin und schon heißt es "Überall" und "Wahrheit"
Verstehen kann ich ja, wenn eigene (Einzel- oder Mehrfach)-erfahrungen die AP wütend machen, aber Merlin hatte um Antworten und nicht um Klischeebestätigungen und platte Verallgemeinerungen gebeten.

Dieser K(r)ampf zwischen AP und KP (der dann noch mal unterteilt ist in Kinder- und Erwachsenenkrankenpflege) ist nicht so wirklich förderlich.

viele Grüße
 
Qualifikation
Fachkinderkrankenschwester
Fachgebiet
neonatologische Intensivstation
postoperativ

postoperativ

Mitglied
Basis-Konto
01.04.2007
67551
Hallo @all,

schweres Thema. Auf kein Fall kann man es pauschalisieren.

Meine Oma ist Notfallmäßig operiert worden. Ich fand sie war gut betreut, trotz DK, was nach OP auch nötig war. Sie wurde regelmäßig gelagert,.....gut versorgt. Sie wurde dann kurz in das Heim verlegt in dem ich arbeite. Das Problem war dann die unruhe in der Nacht....keine Medikation im Überleitungsbogen. Hab dann angerufen und mich erkundigt wie sie in der Nacht im KH war...die Aussage: Ihre Oma hat immer durchgeschlafen, ohne Medikation. Die Unruhe und verwirrtheit hilt an, also bin ich ins KH gefahren und hab mir die Doku angeschaut.....da hat sich raus gestellt das sie doch unruhig war und jede Nacht Haldol erhielt!
Jetzt ist sie wieder Top fit und voll orientiert.
Es wäre hilfreich wenn die wirkliche Medikation im Überleitungsbogen/Arztbericht angegeben wird!

Allgemein kommen immer wieder kontinente Bewohner mit DK aus dem Krankenhaus, ungepflegt, nicht rasiert nach Aussage der Bewohner nicht jeden Tag gewaschen...... aber das beste ist ja. Ein Bewohner wurde um 10h zu uns zurück verlegt und um 17h erhielten wir vom KH einen anruf das der Bewohner MRSA hat...

Da ich selbst 3 Wochen im KH lag kann ich diesen Zustand teilweise verstehen, es liegt halt an der Unterbesetzung.

So lange sich nichts an unserem Gesundheitssystem ändert kann sich auch in der Praxis nichts ändern.

LG, postoperativ
 
Qualifikation
exam. Altenpflergerin
Fachgebiet
ambulante Pflege
Weiterbildungen
PDL, PA,TQB
M

---Merlin---

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
30.04.2007
Weilheim in OB
Hallo zusammen,

ich habe dieses Thema begonnen, um ein gegenseitiges Verständnis zu finden.

Jeder hat seine eigene Erfahrung in seinem Haus gemacht, ob positiv oder negativ. Deshalb finde ich es besser, nicht auf die "Anderen" zu schimpfen, daß ihm gleich der Kragen platzt. Denn sonst können wir dieses Thema gleich beenden, bevor der sinnlose Krieg ausbricht.

Uns ist es auch sicherlich bewußt, daß z.B. in smily's KH, eine einwandfreie Versorgung stattfindet.

Ich hoffe, daß die weiteren Beiträge von manchen Forenmitgliedern, sich nicht in den Ton vergreifen, sondern versuchen sachlich zu bleiben. Jedem ist doch bekannt, daß Angriffe mit Gegenangriffe folgen.
 
Qualifikation
Altenpfleger / PA
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
berggoass

berggoass

Mitglied
Basis-Konto
30.05.2006
83402
Hallo, wollte auch noch kurz was dazu sagen. Ich arbeite in einem Altenheim und obwohl es wirklich ein sehr gutes Heim ist, entstehen bei uns auch Dekubital- Ulcera. Die Gründe? Oft läßt sich ein Bewohner nicht lagern, weil er es als unangenehm empfindet, oder in der Nacht schlafen möchte; entlagert sich ständig oder hat Schmerzen bei Seitenlagerung, weil er dann den Fernseher nicht mehr sieht, oder auch mal weil er einen so schlechten Ernährungszustand hat, aber es ist auch mal unsere Schuld.
Auch diese Gründe sind im Krankenhaus zu beobachten, daran den ken wir dann nicht, sondern sehen nur die Schuld an dem Krankenhaus.
Und außerdem kamen Bewohner oft gut gepflegt und behandelt wieder, aber daran kann ich mich nicht so gut erinnern als wie an die Einzelnen die einen Dekubitus bekommen haben in dem bösen Krankenhaus!
Das negative prägt sich immer mehr ein als wie das positive, vergesst das bei eurer Diskussion bitte nicht
 
Qualifikation
Altenpflegerin, WBL
Fachgebiet
Pflege
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

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