GuK Probezeit nicht bestanden - Personalrat??

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firecracker

Neues Mitglied
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22.08.2007
38228
Hallo alle zusammen, ich habe eine Frage an euch und bitte um viele, schnelle Antworten.

Es geht um einen Freund, der mit mir zusammen am 1.4.2007 die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger begonnen hat.
Wir hatten einen Theorieblock, den er mit einer Einser-Note abgeschlossen hat; das Manko war der Praxisblock, in dem er eine Note von 4,1 erhalten hat. Nun gibt uns aber der AG vor, dass man zum Bestehen der Probezeit von 6 Monaten mit mindestens 4,0 in Theorie UND Praxis abgeschlossen haben muss, es kann nicht ausgeglichen werden.
Uns wurde zu Beginn der Ausbildung gesagt, dass man in Zweifelsfällen den Personalrat heranziehen könnte und auch mit einer Note geringfügig schlechter als 4 die Probezeit bestehen könnte.

Heute waren die sog. "Probezeitgespräche" und dem besagten Freund wurde gesagt, dass er die Probezeit nicht bestanden hätte.

Die Frage: In wieweit besteht die Chance, über den Personalrat oder die JAV etwas zu bewirken? Es handelt sich ja immerhin um 0,1 Punkte!!! - Lohnt es sich, diesen Schritt zu wagen oder stehen die Chancen gleich bei Null??

Ach ja, dazu sei noch zu sagen, dass auf der Station, auf der er den Praxiseinsatz hatte, nicht gerade "das beste Klima herrscht" und zum Teil schon mobbingähnliche Verhaltensweisen gegen ihn gerichtet wurden.

Bitte um schnelle Antwort... Es wäre echt schade um seine Zukunft, welche er sich gerade aufbaut...

Mit bestem Dank und lieben Grüßen -
Firecracker
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Ausbildung
S

Surrogat

Hallo firecracker,

versuchen kann man natürlich alles - allerdings ist in der Probezeit nicht einmal eine Begründung notwendig um das Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis von Seiten des AG zu kündigen.

Ach ja, dazu sei noch zu sagen, dass auf der Station, auf der er den Praxiseinsatz hatte, nicht gerade "das beste Klima herrscht" und zum Teil schon mobbingähnliche Verhaltensweisen gegen ihn gerichtet wurden.
Ohne Beweise ist das leider nur eine Aussage...

Rechtlich wird da gar nichts gehen denke ich, aber die menschliche Seite und backup durch Mitschüler und entsprechende Vertreter haben schon manchmal Wunder gewirkt.

Gruss,

Surrogat
 
T

traveler

Aktives Mitglied
Basis-Konto
09.12.2005
Kaufbeuren
Hallo firecracker,

keine Chance. Die MAV muß bei Probezeitkündigungen nur informiert werden.

Ein Gesspräch schadet aber nie.
Habe es allerdings auch noch nie erlebt, dass ein Schüler nur wegen einer Note die Probezeit nichtbestanden hat.

Sind da nicht andere, weitere Gründe für die Kündigung?

Für mich stellt sich die Frage, wenn eine schwierige Situation auf dieser Station herrscht und die - mal unterstellt - schwerwiegend mitursächlich ist, warum bekommt er nicht die Chance auf einer anderen Station sich zu beweisen?

An einen kausalen Zusammenhang zwischen einer schlechten Note (2Prüfer?) und sofortiger Kündigung, ohne weitere Gründe kann ich nicht Glauben.

Gruß renje
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
F

Frauenversteherin

Gesperrter Benutzeraccount
18.08.2007
31171
Hallo auch von mir,

wie oft habe ich schon erlebt, das Schüler von Mobbing (ein großes Wort, welches mit entsprechender Vorsicht auch zu benutzen ist) oder schlechtem Klima sprachen und dies dann als Grund für eine schlechte Bewertung ihres Einsatzes benannten.
Genauso oft habe ich bereits erlebt, das Schüler im theoretischen Teil absolute "Leuchten" waren, jedoch sich praktisch nahezu unbrauchbar zeigten, oder gar meinten, durch gute Noten ihre Defizite kompensieren zu können.
Bei aller Tragik, die in so einem Fall deutlich zu sehen ist, macht es doch Sinn, das eben theoretische Stärken die praktischen Schwächen nicht ausgleichen können.

Mir stellt sich die Frage nach Gesprächen während des Einsatzes wenn hier schon von Mobbing gesprochen wird, haben solche stattgefunden?
Wo lagen denn die Probleme des Schülers, etwa wirklich nur im Zwischenmenschlichen?
Wurde der Praxisblock nur auf einer Station abgehalten oder haben ihn mehrere Stationen schlecht bewertet? Wenn nur eine Station bewertet hat, halte ich das persönlich für ungeschickt, ein Wechsel innerhalb des Blocks hätte dem Schüler eine 2. Chance gebracht.

Als Betriebsratsmitglied und Praxisanleiterin habe ich noch nie von einem Fall gehört, in dem der Betriebs- oder Personalrat eingeschaltet wurde, würde nach meiner Erkenntnis auch keinen Sinn machen.

Wie schätzt eigentlich der Betroffene seine Leistungen ein?
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
F

firecracker

Neues Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
22.08.2007
38228
Hallo, erst einmal Danke für eure Antworten!!!

@ Frauenversteherin:

Die Bewertung des Praxiseinsatzes (welcher nur auf einer Station stattgefunden hat), kam für den Mitschüler völlig unerwartet. Im Zwischengespräch gab es zwar geringfügige, wirklich nur geringfügige Mängel anzumerken, die allerdings diese schlechte Note nicht rechtfertigen.
Als dann aber die Beurteilung kam, wurden an den Haaren herbeigezogene Argumente angeführt, u.a. in den Bereichen der schlechten Fähigkeit der Eigenkritik oder mangelndes Interesse.

Wirklich, der Schüler kann gut mit Patienten umgehen, ist sehr sozial, sehr beliebt, sehr interessiert und fleißig. Die Note ist wirklich nicht zu rechtfertigen, auch aus der Sicht des "Betroffenen".

Die Frage nach dem Mobbing: Klar, dieser Begriff wird oft schnell und falsch benutzt, in diesem Fall dürfte der Begriff aber zutreffen. Als sich der Schüler beispielsweise bei seiner Praxisanleiterin über das abweisende Verhalten einer Stationsschwester beschwerte, tat diese zunächst sehr offen und vertrauenswürdig; später aber "ertappte" der Schüler eben diese Schwester, wie sie sich im Stationszimmer vor den anderen Kolleginnen über die Beschwerde ausließ. Solche und andere Dinge sind den Schüler auf Station erfahren.

Hätte der Schüler schon vorher geahnt, dass er auch eine solche dermaßen schlechte Bewertung erhalten würde, hätte er auch etwas getan in Sachen Stationswechsel o.ä....

@renje:
Der AG schreibt vor, dass zum Bestehen der Probezeit die praktische und theoretische Note unter 4,0 liegen muss, in Einzelfällen aber auch Sonderfälle in geringfügen Abweichungen bestanden werden kann.
Der Grund ist einzig und allein die einzige praktische Note, die der Schüler erhalten hat, eben diese 4,1. Andere Noten liegen nicht zu Grunde, auch die praktischen Anleitungen von Seiten der Schule (welche beide mit "gut" absolviert worden) zählen nicht zur praktischen Note.

Morgen hat die JAV Sprechstunde und der Schüler wird mit den Jugendvertretern reden.

@ Surrogat:
das Backup der Mitschüler hat er in jedem Fall, der ganze Kurs und auch einige Lehrkräfte stehen hinter ihm; niemand, wirklich niemand hat damit gerechnet, dass er "fliegen" wird - daher auch der Backup.

Mal schauen, was sich ergibt...

LG
Firecracker
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Ausbildung
F

Fripi

Aktives Mitglied
Basis-Konto
02.08.2005
Wie ist es denn ausgegangen? Da ich selbst in der JAV bin kann ich auch nur raten sich unbedingt mit denjenigen zusammenzusetzen. Zwar kann ich nur bestätigen das man keine Rechtliche Handhabe hat, aber man weiß in der Regel an welchen Punkten man ansetzen kann um da ein gerechtes Verfahren zu ermöglichen.

Liebe Grüße

Nils
 
Qualifikation
GUKP
Fachgebiet
Humanitäre Hilfe
Weiterbildungen
Algesiologische Fachassistenz
F

firecracker

Neues Mitglied
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Themenstarter/in
22.08.2007
38228
Hallo... mal auf den neuesten Stand der Dinge, aber erst einmal Danke für eure Antworten!

Jedenfalls ist der Mitauszubildende mal zur JAV gegangen und hat denen das Problem geschildert; die Auszubildendenvertreter waren sehr verständnisvoll und haben sich sofort seinem Problem angenommen. D.h. sie haben in erster Linie den Kontakt zur Schulleitung gesucht und sich nötige Informationen (Bewertungen der praktischen Anleitungen usw.) besorgt. Da aus diesen Bewertungen hervorging, dass es keinerlei Probleme gab, bzw. diese nicht notiert worden oder an die Schule weitergeleitet worden sind, bestand also dringender Grund zu handeln - Es gab ja bis auf die Endbewertung keine negativen Beurteilungen.
Die JAV suchte den Kontakt zur entsprechenden Station und sprach dort vor. Es wurde erreicht, dass die Station ein neues Zeugnis ausstellte.
Nun waren wir schon voller Freude, den Kollegen bei uns behalten zu dürfen - allerdings haben wir nicht mit den Tricks der Station gerechnet. Einige schlechte Noten wurden verbessert, dafür aber einige gute Noten verschlechtert (!!!!). Der Schüler bekam also ein komplett neues Zeugnis mit komplett neuen Noten, nur die Endzensur blieb die gleiche.
Nun ließ sich also nichts machen, weitere Gespräche mit der Personalabteilung ergaben lediglich, dass der Schüler sich ohne wenn und aber fürs nächste Ausbildungsjahr bewerben kann, was er auch machen wird. Auch der Personalabteilung sind die Hände gebunden, Vertrag ist Vertrag und was unter 4 ist, besteht die Probezeit nicht... Auch wenn der Leiter der Personalabteilung vollstes Verständnis hatte.
Von Seiten des Schule wird auf diese Station kein Schüler aus dem ersten Lehrjahr mehr geschickt, der Mitschüler war ja nicht der erste, dem es auf dieser Station so erging.
Das ist der Stand der Dinge, heute haben wir unseren Mitschüler verabschiedet. Vielleicht sehen wir ihn nächstes Frühjahr im Kurs unter uns...

Danke nochmal für die Antworten...

der Fire
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Ausbildung
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

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05.07.2001
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