Pflegezeitgesetz ARD

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Nicole68

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Hallo,
erst einmal möchte ich mich vorstellen: Mein Name ist Nicole und auch ich habe jemanden schwer Krankes zu pflegen. Weil ich denke, das das ein ganz wichtiges Thema ist, habe ich mich dieser Sache auch beruflich angenommen.
Ich bin Redakteurin und mache gerade für die Sendung Ratgeber Recht (ARD) einen Beitrag zu dem seit 1.7. neu geltenden Pflegezeitgesetz.
Pflegende Angehörige dürfen ja seitdem 10 Tage bzw. sechs Monate Urlaub beim Arbeitgeber nehmen, um den Angehörigen zu pflegen bzw. wichtige Dinge, die die Pflege betreffen, zu regeln.

Nun suchen wir einen Angehörigen, der das schon macht oder in Zukunft in Anspruch nehmen will. Es ist ja wichtig, Angehörige darüber zu infomieren, dass diese Möglichkeit besteht.

Nun meine Frage: Kann mir irgendjemand dabei behilflich sein? Kennt Ihr vielleicht jemanden, der da in Betracht kommt?

Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.
Viele herzliche Grüße aus Mainz,
Ihre
 
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Nicole68

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Hallo Elke,
vielen lieben Dank für deinen Tipp. Ich werde sie mal anschreiben.
Viele Grüße, Nicole
 
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Honigbonbon

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Hallo!
Ich pflege niemanden privat, aber wie kommt es zu diesen unterschiedlichen Zeiten?
Pflegende Angehörige dürfen ja seitdem 10 Tage bzw. sechs Monate Urlaub beim Arbeitgeber nehmen,
Lg!
 
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Manu74

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Hallo

Mich würde mal interessieren wie sie diesen Bericht aufziehen wollen?
So toll wie die Pflegezeit angepriesen wird, ist sie bei weiten nicht.
Wie sollen eigentlich die Menschen die Pflegezeit in anspruch nehmen Ihr Unkosten die ja weiterlaufen bestreiten? Nach meinem Wissen, ist noch nicht mal ganz klar wer z.B die Krankenversicherung weiterbezahlt wenn man niemanden hat bei dem man sich als Familien Mitglied weiterversichern kann. Die Arbeitgeber brauchen nämlich keine Sozialversicherungsabgaben mehr für den MA entrichten. Und von der PV gibt es lediglich einen Zuschuß. Gehalt gibt es in der Zeit auch nicht. Für mich ist die Pflegezeit ein eher " faules EI" Vieleicht ist das etwas provokant formuliert, aber ich bin auf Eure Antworten gespannt.

LG Manu74
 
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safra

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hallo Manu74
Ich habe gerade nochmal gegoggelt.Bei diesem sogenannten "faulen Ei" sind ja noch Bedingungen drangeknüpft.
  • Arbeitnehmer bei Arbeitgebern mit mehr als 15 Beschäftigten haben den Anspruch, sich für bis zu sechs Monate ohne Lohn- oder Gehaltszahlung von der Arbeit frei stellen zu lassen, um einen Angehörigen zu pflegen. Die Rückkehr zu ihrem Arbeitgeber bleibt garantiert. Sie bleiben für diese Zeit in aller Regel über die Pflegekasse rentenversichert. Der Anspruch aus der Arbeitslosenversicherung bleibt erhalten. Falls erforderlich werden die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung bis zur Höhe des Mindestbeitrags von der Pflegekasse übernommen.
  • Tritt ein Pflegefall plötzlich auf, können Beschäftigte kurzfristig für bis zu zehn Tage der Arbeit fern bleiben, um die Pflege in dieser Zeit sicherzustellen oder eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren.
Sehr vage Formulierung wann die Kranken-und Pflegeversicherungsbeiträge übernommen wird.
Für mich stellt sich die Frage bekomme ich wirklich kurzfristig frei?
Um die nötigsten Dinge zu regeln sind 10 Tage ok.Nur wer kann sich das leisten 10 Tage ohne Bezahlung geschweige denn 6 Monate?
Schade finde ich das ein guter Ansatz mal wieder nicht weiter gedacht wurde.Es kotzt mich an wenn ich dann lese wie sich Politiker dafür selbst loben.
Ich bin gespannt wie ihr das seht?
Entschuldigung Nicole68 das wir deinen Thread so missbrauchen.
Lg
Safra
 
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Manu74

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Hallo Safra

Da ich das was du da Goggelt hast schon wusste, bin ich sehr gespannt wie dieser beitrag aussehen soll. Den das was als so toll angepriesen wird ist für die meisten Menschen nicht finanzierbar. Besonders dann wenn noch keine Einstufung in die PV vorliegt. Die Freistellung muss erfolgen sie bedarf soweit ich weis eine ankündigung von drei Tagen im Übrigen hat der MA zwar einAnrecht auf weiterbeschäftigung, aber wenn der angehörige verstirbt besteht das anrecht nicht auf sofortige Weiterbeschäftigung die Frist beträgt bis zu 4 wochen in denen der AG den MA wieder beschäftigen muss.
Also man darf gespannt sein............

LG Manu74
 
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Sabine777

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Hallo Manu,

stimmt alles, was Du sagst.
Der Fernsehdreh war bei mir vorgestern und genau das habe ich auch alles gesagt.
Die Sendung kommt am 11.10. im ARD Ratgeber Recht um 17 Uhr.

Gruß, Sabine

Da ich das was du da Goggelt hast schon wusste, bin ich sehr gespannt wie dieser beitrag aussehen soll. Den das was als so toll angepriesen wird ist für die meisten Menschen nicht finanzierbar. Besonders dann wenn noch keine Einstufung in die PV vorliegt. Die Freistellung muss erfolgen sie bedarf soweit ich weis eine ankündigung von drei Tagen im Übrigen hat der MA zwar einAnrecht auf weiterbeschäftigung, aber wenn der angehörige verstirbt besteht das anrecht nicht auf sofortige Weiterbeschäftigung die Frist beträgt bis zu 4 wochen in denen der AG den MA wieder beschäftigen muss.
Also man darf gespannt sein............

LG Manu74[/quote]
 
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double19

double19

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hier aus dem Internet von :Arbeitsrechtskanzlei Mudter & Collegen | Pflegezeitgesetz
Pflegezeitgesetz

Seit dem 01.07.2008 gilt das Pflegezeitgesetz (PflegeZG).

Ziel des Gesetzes ist, Beschäftigten die Möglichkeit zu eröffnen, pflegebedürftige nahe Angehörige in häuslicher Umgebung zu pflegen und damit die Vereinbarkeit von Beruf und familiärer Pflege zu verbessern.

Diese neue gesetzliche Regelung könnte erhebliche Auswirkungen auf die Personalpolitik in Unternehmen haben. Nach dem Willen der Bundesregierung soll das neue Pflegezeitgesetz Arbeitnehmern ermöglichen, pflegebedürftige nahe Angehörige in Ihrer häuslichen Umgebung zu pflegen. Konkret: Wird ein Familienangehöriger Ihres Mitarbeiters pflegebedürftig krank, hat dieser einen Anspruch auf Freistellung von der Arbeit. Auf kleinere Betriebe findet diese Regelung keine Anwendung, denn das Pflegezeitgesetz gilt nur für solche Betriebe, in denen in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt sind.

Erste Voraussetzung für die Freistellung eines Mitarbeiters ist die Pflegebedürftigkeit eines nahen Angehörigen. Pflegebedürftig ist, wer wegen einer Behinderung oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Alltag dauerhaft, voraussichtlich aber für mindestens sechs Monate, in erheblichen oder höherem Maße der Hilfe bedarf. Außerdem muss bei den nahen Angehörigen mindestens die Pflegestufe I festgestellt worden sein.

Bei akut auftretenden Pflegesituationen, wie nach einem Schlaganfall, haben Arbeitnehmer das Recht bis zu 10 Arbeitstage zu Hause zu bleiben, um für einen nahen Angehörigen eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren. Zu einer längeren Pflege naher Angehöriger in häuslicher Umgebung können Arbeitnehmer zudem 6 Monate Pflegezeit In Anspruch nehmen. Hierbei können Arbeitnehmer zwischen der vollständigen und teilweisen Freistellung von der Arbeit wählen. Die Inanspruchnahme ist Ihnen als Arbeitgeber gegenüber jedoch 10 Tage vor Beginn schriftlich anzukündigen.

Die Freistellung können Arbeitnehmer aber nur dann verlangen, wenn es um die Versorgung naher Angehöriger geht und soweit diese ambulant, also nicht im Pflegeheim versorgt werden. Zu den nahen Angehörigen zählen etwa Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft, Geschwister sowie Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehegatten oder des Lebenspartners, Schwiegerkinder sowie Enkelkinder.

Was bedeutet dass für Sie als Arbeitgeber? Zuerst einmal ist in der gesetzlichen Regelung auch ein Kündigungsschutz festgehalten. Der Arbeitgeber darf das Beschäftigungsverhältnis von der Ankündigung bis zur Beendigung der Arbeitsverhinderung nicht kündigen. In besonderen Fällen kann eine Kündigung von der für den Arbeitsschutz zuständigen obersten Landesbehörde oder der von ihr bestimmten Stelle ausnahmsweise für zulässig erklärt werden. Darüber hinaus: Verlangt ein Arbeitnehmer die Freistellung und bleibt dadurch der Arbeit fern, ist der Arbeitgeber grundsätzlich nicht verpflichtet, seine Vergütung weiter zu zahlen. Zur Entgeltfortzahlung ist der Arbeitgeber nur verpflichtet, wenn sich eine solche Pflicht aus anderen gesetzlichen Vorschriften ergibt. Dies ist der Fall, wenn der Arbeitnehmer für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit, dass heißt wenige Tage, durch einen in seiner Person liegenden Grund und ohne sein Verschulden an der Erbringung seiner Arbeitsleistung gehindert ist. Die befristete Einstellung eines Arbeitnehmers zur Überbrückung des Ausfalls an Arbeitskraft wird übrigends als sachlicher Grund anerkannt.

Eine durchaus faire gesetzliche Regelung, die auch Arbeitgebern, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht so scheint, Möglichkeiten einräumt.

Gruß double19
 
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selbstständig; Heimberater
Fachgebiet
Rheinland-Pfalz
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