Sonstiges Pflegepädagogik oder Lehramt an berufsbildenden Schulen?

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Volpex

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Hallo und einen schönen guten Morgen liebe Community!:engel:

Ich habe dieses Jahr erfolgreich meine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger im generalistischen Schulversuch abgeschlossen mit "Sehr gut".
Nun habe ich für ein Jahr eine Stelle auf der Neurologie (unbefristeter Arbeitsvertrag), da ich nun erstmal Erfahrung sammeln möchte und mein Gelerntes außerhalb des Schülerstatus anwenden möchte.

Während der Ausbildung wurde mir klar, dass ich gerne die neue Pflegezukunft unterrichten möchte.

Mein Ziel ist es, als Lehrer an einer Pflegeschule zu arbeiten und später in die Schulleitung übergehe. Hierzu ist ein Master notwendig. Nun stellt sich mir aber die Frage, welche der beiden angebotenen Studiengänge ich studieren soll?! Zum einen gibt es hier ja die bekannte Pflegepädagogik, in der man auch einen Master machen kann. Zum anderen den normalen Berufsschullehrer mit Schwerpunkt "Gesundheit und Pflege", welcher mit einen Refarendariat und Staatsexamen abschließt.

Ich weiß nicht so recht, welchen der beiden Richtungen auf mich zutreffen würden. Eine normale Berufsschule kommt für mich im Moment nicht in Frage. Zum anderen dauert das Studium mit dem 18 monatigen Vorbereitungsdienst 7 Jahre am Stück. Bei der Pädagogik könnte man nach 3 Jahren Bachelor schon arbeiten und den Master dann berufsbegleitend machen.

Ist es überhaupt möglich als Pflegepädagoge in die Schulleitung / Kultusministerium zu kommen? Hat man hier die gleichen finanziellen Chancen, wie als Berufsschullehrer (Eingruppierung hier E 15, stellv. E 14).

Fragen über Fragen! :arghh:

Hoffe ich finde hier auf Antwort.

Liebe Grüße,

Manu
 
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Gesundheits- und Krankenpfleger (Generalistik)
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Neurologie
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CK

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Möchtest du jetzt in einer Schule eines privaten Trägers die Leitung übernehmen, dann sollte das mit dem Pflegepädagogikstudium gehen. Solltest du allerdings den ernsten Wunsch haben an einer öffentlichen BBS Leitung zu werden oder ins Kultusministerium zu gehen, dann geht wohl kein Weg an einem grundständigem Lehramtsstudium mit Beamtenlaufbahn vorbei. Das würde dann allerdings auch heißen, du müsstest in einer öffentlichen Berufsbildenden Schule arbeiten und dich dort an der Karriereleiter abarbeiten. Nur auf eigenen Wunsch kommt ja nicht ins Kultusministerium oder wird Oberstudiendirektor.
 
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Tilman Kommerell

Tilman Kommerell

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Hallo Manu,
egal ob öffentliche Schule oder privater Träger, das Pflegeberufegesetz (schau mal unter www.pflegeausbildung-generalistisch.de) gilt für alle.

Wir haben beides an unserer Schule (ist glaube ich einmalig in Deutschland), sowohl Berufsschullehrer, die dann z.B. auch am gesundheitswissenschaftlichen Gymnasium unterrichten und Pflegepädagogen mit Bachelor oder Masterabschluss.

Unterscheide bitte Weg und Ziel:
Studium für Lehramt und Bachelor- bzw Masterstudium (das sind zwei verschiedene Wege)...
Anstellung als Pflegepädagoge oder als Berufsschullehrer sind zwei verschiedene Ziele

Beide Ziele kannst du auf beiden Wegen erreichen...

Als Berufsschullehrer (meine Kollegin ist inzwischen Oberstudienrätin) spielst du gehaltsmäßig in einer völlig anderen Liga ... bist verbeamtet, privatversichert, kriegst später mal keine Rente sondern Pension, arbeitest im 25 - Stunden Deputat, d.h. Anwesenheit nur für den Unterricht, danach auf den See zum Segeln, woisch (Unsere Schule liegt in Überlingen am Bodensee).

Als angestellter Pflegepädagoge schaffst du in der 38,5 Stundenwoche, hast Urlaub statt Ferien, bist gesetzlich versichert und kriegst später mal 48 % Rente, ...

Aber sonst ist ist alles gleich, wir schreiben mit der gleichen Kreide auf die gleichen Tafeln ... Ne Spass beiseite, wir haben jetzt Displays statt Tafeln. Komm uns doch mal besuchen ...

Liebe Grüße

Tilman
 
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CK

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Also ich kann ja mal so (unvollständig) aufzählen, was ich mache, wenn ich nicht eine der 25 Unterrichtsstunden halte:
Unterricht planen, Klassenarbeiten korrigieren, Schüler beraten, Teamsitzungen leiten oder besuchen, Seminare planen und organisieren, Europaaustausch organisieren, Prüfungen erstellen, abnehmen und korrigieren, Bewerber auswählen, mit Betrieben Kontakt halten, Mahnungen schreiben, Anleitertreffen gestalten, Gesamtkonferenzen besuchen, Einsatzplanung, Stundenplanung, Fortbildungen besuchen, Abschlussfeiern gestalten, Aufsichten machen, an Ausbildersprechtagen zur Verfügung stehen, Zeugniskonferenzen besuchen, Zeugnisse erstellen, Ausbildungsverträge absegnen, die neue Ausbildung planen, die Zertifizierung nach AZAV erhalten, etc., etc.

Wenn ich dann noch Zeit habe, könnte ich allerdings in der Tat segeln gehen.

Und so einzigartig seid ihr gar nicht. Wenn an einer öffentlichen BBS Bedarf an bestimmten Lehrkräften ist, dann geht eine ganze Menge (aber nicht alles).
 
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Tilman Kommerell

Tilman Kommerell

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ups da habe ich wohl aus Versehen einen Nerv getroffen...
Bei uns ist es nur so, dass in EINEM Team, an einer EINER Schule Pflegepädagogen und Berufsschullehrer unterrichten so dass wir diese Diskussion um Arbeitszeit versus Deputat, Bezahlung usw. täglich führen... dass man von einer Krankenpflegeschule an eine (staatliche) Berufsschule wechseln kann weiß ich auch und hab ich oben ja auch geschrieben ... Mir geht es doch gar nicht darum, ob wir einmalig sind oder nicht, ich ärgere mich nur über die vertane Chance des Pflegeberufegesetzes, die Pflegeausbildung endlich ins Regelbildungssystem zu überführen und die Pflegelehrer Berufsschullehrern gleichzustellen ... es ist schon bitter wenn du Monat für Monat 500 € weniger hast, als deine Kollegen, obwohl du anderselben Schule in denselben Klassen denselben Unterricht machst... aber das sagte ich ja bereits ;-)
 
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Krankenpfegeschule Überlingen
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CK

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ich ärgere mich nur über die vertane Chance des Pflegeberufegesetzes, die Pflegeausbildung endlich ins Regelbildungssystem zu überführen und die Pflegelehrer Berufsschullehrern gleichzustellen ... es ist schon bitter wenn du Monat für Monat 500 € weniger hast, als deine Kollegen, obwohl du anderselben Schule in denselben Klassen denselben Unterricht machst... aber das sagte ich ja bereits ;-)
Ja, das ärgert mich auch.
Pflegelehrer kannst du aber nicht mal eben so den Studienräten gleichsetzen, da die Ausbildung und letzlich auch die Qualifikation eine andere ist. Beziehungsweise muss die Qualifikation vergleichbar sein. Vergleichbar mit dem Berufsschullehrer sind also allenfalls Abschlüsse auf Masterniveau. Das Referendariat könnte dann über einen Quereinstieg gemacht werden. Nicht zu vergessen: Der Berufsschullehrer hat ein Zweitfach studiert. Ist also breiter einsetzbar. Das Ungerechtigkeitsgefühl kann ich verstehen, aber es liegt eben auch in der Ausbildung begründet. Eine Überführung der Ausbildung ins Duale System würde sicher nicht dazu führen, dass plötzlich alle Pflegelehrer A13 verdienen und verbeamtet werden. Eher würden dann die Lehrkräfte mit niedrigerer Qualifikation auch entsprechend niedriger bezahlt und die angesprochene Ungerechtigkeit würde bestehen bleiben.
Der Weg ins öffentliche berufsbildende System ist für Bachelor und Masterabsolventen mit Mangelfächern ja möglich, aber er setzt auch voraus, dass Qualifikationen nachstudiert und nachgeholt werden. Das kann bis zu drei Jahren dauern und ist sehr stressig, wie ich an meinen Kolleginnen, die dies tun, sehe.
 
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