Pflegeimmobilie Pro und Contra

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Frank1964

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14.01.2015
Hallo Gemeinde,
mein Name ist Frank (50J.) und als Besitzer einer Pflegeimmobilie möchte ich hier gerne etwas zum Thema schreiben.
" PRO und CONTRA "
Ich habe mich vor einem halben Jahr in ein Pflegeheim "eingekauft" und eine Pflegeimmobilie für meinen Vater erworben. Soweit so gut.
Nu zum Thema. ( zuerst das Contra )
Vorsicht vor den Angeboten im Netz. Wenn man sich diese etwas genauer anschaut werden immer die gleichen Pflegeheim- Immobilien von vielen Immo-Gesellschaften, Fond- Betreibern usw. angeboten.
Es ist alles nur Lug und Trug und Ihr seid immer die Leidtragenden.
Es werden Verträge angeboten die eine garantierte Auszahlung über 20 J. beinhalten. Das ich nicht lache. Wer zum Teufel kann hier eine Miet- Garantie über 20 J. geben? Welcher Betreiber dem das Haus nicht gehört kann und macht sowas? Welche Kosten kommen innerhalb dieser Zeit und nach 20 J. auf mich zu? usw. usw. usw.
Natürlich seid "IHR" die Eigentümer und Verantwortlichen, natürlich könnt IHR die Wohneinheit nutzen wie IHR wollt, natürlich könnt und müsst IHR darüber bestimmen. Aber was passiert wenn ich mein Eigentum selber nutzen möchte? Wie viel Pflegekosten vom Betreiber kommen dann auf mich zu? Kann ich das bezahlen ? Wie viel kostet mich die Instandhaltung des Pflegeheims innerhalb der kommenden 20 J. ? - immerhin gehört mir ja ein Tein davon. Und ich gehe mal davon aus, das der Betreiber nicht so gnädig ist alles selbst zu tragen.....Das sind die Fragen und noch einige mehr die ich dem Vermittler gestellt habe. Wie ihr euch bestimmt denken könnt, ist dieser ins Schwitzen gekommen und weg war er....lach. ( spitzen Profi )
Also habe ich mich auf eigene Faust auf die Suche gemacht und sehe da....juhu... es gibt noch Menschen/Betreiber die nicht nur auf PROFIT aus sind...
Ich habe ein Pflegeheimprojekt gefunden in das ich 100.000 Euro für eine Wohneinheit mit Vollzeitpflege für meinen 88j. alten dementen Vater Investiert habe. Dieses " Produkt " welches das Pflegeheim anbietet ist einzigartig. Aus rechtlichen Gründen werde ich hier den Namen und die Adresse des Hauses usw. nicht nennen. ( Bei Interesse einfach melden)
Aber eine kleine Vorstellung des Produktes möchte ich schon machen.
( PRO )
Es handel sich um ein Pflegeheim das dem Betreiber selbst gehört (sehr sehr wichtig). Dieser besitzt zurzeit 2 Vollzeitpflegeheime a 120 Einzelzimmer und baut ab März ein drittes. So und nun komme ich zu meiner kleinen Rechnung und den Vorzügen diese Eigentums.
Kredit/Einsatz 100.000 Euro Zinssatz: 3,5 % Laufzeit 15 Jahre
Regelmäßige Raten-Rückzahlung : 715,- Euro monatlich Ges.Rückzahlung: 120.000 Euro
Kann mir schon vorstellen das diese Zahlen bei einigen von euch bis dato nichts besonderes sind.....aber ich bin noch nicht fertig. Natürlich bin ich im Grundbuch bis zur vollständigen Rückzahlung als Besitzer der Wohneinheit eingetragen. Nach 15 J. und der vollen Rückzahlung des von mir gegebenen Kredites habe ich laut Vertrag folgenden Optionen:
1. Vorkaufsrecht der Wohneinheit zum gleichen Preis ( was ich dann auch für mich machen werde )
2. Eigennutzung/Vermietung der Wohneinheit bei einer monatlichen Miete "X" an den Betreiber
Zu erwähnen ist noch, das laut Vertrag keine weiteren Hauskosten/Instandsetzung usw. für das Pflegeheim innerhalb der Rückzahlung auf mich zukommen. Mein Paps fühlt sich sehr wohl und ich zahle nur noch einen kleinen Beitrag zu seiner Vollzeitpflege......
In diesem Sinne, Finger weg von den dubiosen Maklern - Anbietern - Verwaltern- usw. Schaut euch bitte genau um bevor Ihr was kauft. Und wenn doch, dann stellt Fragen Fragen Fragen.....
LG Frank
 
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Care2000

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18.02.2014
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AW: Pflegeimmobilie Pro und Contra

Läuft letztendlich auf eine Ambulantisierung der stationären Pflege hinaus. Die Einrichtung hat den Vorteil das damit das WTG umgangen wird und unter dem Strich mehr Einahmen genrierst. Alleine schon die Behandlungspflege die stationär pauschal abgegegolten werden mit den Pflegesätzen.

Du hast aber den Vorteil der freien Auswahl des Pflegedienstes. Du musst nicht zwingend den Pflegedienst des Hauses nehmen. Wenn die sich querstellen mach einfach mal einen Hinweis zur Heimaufsicht und WTG - die kuschen dann sofort.

Denke daran mit dem Miete generierst du Einahmen, die evtl dann für das Sozialamt relevant sind. Da du solchen Summe investieren kannst, vermute ich das du sowieso als Angehöriger dich finanziell beteiligen musst.
 
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Frank1964

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14.01.2015
AW: Pflegeimmobilie Pro und Contra

Hallo Care2000,
mit dem SoziAmt hast du recht. Da sollte jeder aufpassen was er wo anlegt.
Habe letztens einen schönen Spruch im Netz auf einer der vielen Seiten gelesen: " Kinder haften für ihre Eltern " wie treffend!!
Bin froh das ich es nicht muss....Paps hat eine super Rente ;-)
Kurz zum Haus: Da der Besitzer der Einrichtung auch den PD macht, ist dieser einfach nur spitze....darauf würde ich für meinen Paps nicht verzichten wollen.
 
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Care2000

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18.02.2014
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AW: Pflegeimmobilie Pro und Contra

Ist leider ein Problem: Eine Person als Besitzer der Wohnanlage und Inhaber des Pflegediensts. Wenn die Heimaufsicht davon Wind bekommt gibt es ÄRGER! Da wie gesagt damit das WTG (Wohn und Teilhabegesetz) unterwandert wird. Ich habe gute Verbindungen zur Heimaufsicht und wir hatte gerade in der Region den Fall, dass ein Betreiber mit gleicher Konstellation hoch genommen wurde.

Ich glaube persönlich das in Zukunft gegen diese Wohnform der Gesetzgeber(leider) etwas unternimmt. Da unterm Strich die Versorgung der Personen für die PV teuerer wird als die klassisch stationäre Versorgung! Die Kassen haben eine starke Lobby....

Leider werden diese Mehreinnahmen nicht immer für die Verbesserung der Personalsituation verwendet, sondern vielmehr für die Gewinnmaximierung.

P.S
Das Kinder für ihre Eltern haften ist so nicht richtig; eher mehr in Richtung Unterhaltspflicht. Was ich letztendlich auch nicht verkehrt finde - umgekehrt ist es doch genau so und war auch schon immer so. Also kann man sich darauf einstellen und vorsorgen! Wer pennt ist dann selber schuld.
 
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