Pflegeheim unmöglich!

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Lylly

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AW: Pflegeheim unmöglich!

Kann ja verstehen, dass deine Nerven blank liegen, aber du hast die Probleme so allgemein gehalten, dass man wirklich nichts richtiges sagen kann.

Qnofretete: sicher haben nicht alle Bewohner eine Schluckstörung, aber du weißt selbst, wie langsam manche Menschen essen...Häppchen für Häppchen...aber das können wir hier nicht lösen, leider.
Okay.......ich möchte nochmal antworten auch auf die Gefahr hin, dass hier Personal aus dem Heim meines Vaters mitlesen könnte und alles noch schlimmer wird. (Nein, ich leide nicht unter Verfolgungswahn, aber das ist hier eine große Plattform und Details erkennt man wieder, wenn man sie liest).

Erstmal möchte ich sagen, dass wir uns mehr als gut mit dem Keim MRSA auskennen. Den hat sich mein Vater aus Intensiv geholt vor 2 Jahren, als er den Hirninfarkt hatte.

Dann kam Reha, die Zeit zuhause, der Tod unserer Mutter, 13 Wochen in Cottbus bei meiner dritten Schwester (kein Kontakt mehr zu ihr) und seine Übernachtrückfuhr nach Hessen in das erste Heim was wir so schnell bekommen konnten.

Durch den Hirnschlag hat mein Vater eine Schluckreflexstörung. Anfangs (8 Monate lang ) wurde er nur über PEG / Sondenkost ernährt. Bei meiner Mutter hatte er dann eine Therapeutin und das Essen fing wieder an, weil er essen kann.........aber langsam und mit einer Person dabei. Dazu muss ich noch sagen, dass er in den 8 Monaten da schon 4 Lungenentzündungen wegen Aspiration durch Sondenkost hatte. (Also als er noch nicht gegessen hatte).

Nach dem Tod meiner Mutter kam eben nur das Heim und als wir ihn hier hatten, haben wir das auch alles mit der Pflegekraft besprochen und dem Arzt. Breiige Kost unter Aufsicht nur im Sitzen und nie im Bett.

Okay. Anfangs lief es im Heim ganz gut. Uns wurde auch gesagt, mein Vater kann an Veranstaltungen teilnehmen. Es war nicht so, er lag völlig isoliert in seinem Zimmer und wurde immer meschuggener. Wir haben natürlich bei der Aufnahme darauf geachtet, wie mit einem MRSA Patient dort umgegangen wird, sonst wäre er nicht da.......wie gesagt, die Versprechungen waren groß!

Als für ihn nichts lief, die Pfleger zu ihm nicht wollten, weil man sich "verkleiden" muss, haben wir selbst eine Organisation auf die Beine gestellt, damit mein Vater (körperlich völlig unfähig, Geistig total fit........durch den Neglect kann er leider nicht mal lesen) nicht völlig verkümmert. Zudem war ich da noch mitten in der Umschulung.(Hab ich aber trotz allem geschafft). Also 2 Mal die Woche ich für 3 Stunden nach der Umschulung / 2 Mal meine Schwester / einmal eine Heilerziehungspflegerin für 3 Stunden / einmal ein Bekannter für 2 Stunden zudem ein Ergotherapeut und eine Krankengymnastin. Hat wunderbar geklappt und nun sind wir pleite! Aber wir haben eben für jeden Tag etwas für ihn organisiert oder waren selber dort.

Was da schon anfing war die Sache mit dem Essen. Der Hausarzt sagte "ja" zu breiiger Kost und wir haben ihm immer Eiersalat / Fleischsalat / Tuhnfischsalat mitgebracht, weil er immer dünner wurde. Er durfte dann auch auf unser Drängen hin in den kleinen Speisesaal gebracht, weil es ein Gesetz gegen Diskriminierung von MRSA Patienten gibt und wir wenigstens wollten, dass er da mal Leute sieht. Dort bekam er Essen, was er niemals aß. (Mein Vater ist Kriegskind und isst das Schlimmste.......würdet ihr Mansche essen, über die man noch Tabletten streut ? Ergonyl schmeckt widerlich und dafür hat er die PEG, aber so war es ja einfacher)!

Es ist uns nicht klar, warum niemand ihn beim Essen beaufsichtigt hatte, warum niemand bei ihm saß. Es folgten weitere Lungenentzündungen, die man uns zuschrieb. Wir gaben ihm essen auf dem Zimmer und haben immer darauf geachtet, wie schnell er isst. War es wieder soweit, hieß es, es waren die Töchter. Dabei möchte ich bitte noch betonen, dass unser Vater nach dem Essen bei uns niemals völlig beklebt wie ein Ferkel aussah!

Kurz vor Weihnachten kam mein Vater wieder in die Klinik (dazu möchte ich noch sagen, dazwischen war er auch wegen einer MRSA Sepsis wegen falscher Katheterlegung im KH und es war dramatisch. Mitten in meinen schriftlichen Prüfungen und die Schuld dafür hat das Heim, wir haben aber uns darüber nie beschwert!), wieder mit eine Lungenentzündung. Schuld waren wieder offiziell wir.

Nach diesem Aufenthalt, der 3 Wochen dauerte und für einen Privatpatienten satte über 8.000 € kostete (die teuerste Rechung die jemals kam und immer Vorkasse und die Allinaz ist ein Graus!) brach unser System von Helfern weg. Ich hatte noch meine Mündliche vor mir und im Heim lief nix und Vater rief heulend hier immer an.

Wir machten einen Termin aus mit der Heimleitung, warum eigentlich wir alles organisieren, warum mein Vater in nichts eingebunden wird, obwohl es uns anfangs so versichert wurde. Hätten wir die Organisation nicht selber aufgebaut, mein Vater wäre in der Klapse.

Es wurde uns versprochen, etwas für ihn zu organisieren, wobei wir uns fragen, warum nicht früher?

Es blieb nur bei dem Versprechen, einmal Kirche, einmal Männergruppe, danach nix mehr!

Thema Wäsche: Mein Vater besitzt 20 Jogginghosen / über 30 T-Shirts / tausende Socken / viele Stofftaschentücher / 6 Strickjacken / 5 Anzüge mit Hemden / 3 Pullover / 10 Schlafanzüge. Nie ist etwas da! Begründung: MRSA verseucht, muß in eine spezielle Reinigung, für Verluste können wir nichts! Uns ist das Geld ausgegangen und auch die Geduld!

Ich könnte auch noch viel zum Thema Inkontinenz und Klostuhl und "keiner kommt" schreiben.

Jedenfalls war mein Vater gerade wieder für 2 Wochen im KH. Harnwegsinfektion und auch wieder Lunge. Diesmal war eine nette Ärtzin dort, die ein sehr direktes Schreiben an den Hausarzt schickte und auch an das Heim. Sie hat sich lange mit Vater unterhalten, er hat eine Patientenverfügung, ist nicht dement,zudem noch selber Arzt. Er möchte essen, mit allen Konsequenzen.

Zurück im Heim wird es übergangen. Wir werden nicht mehr gegrüsst, mein Vater ignoriert.

So....................ich könnte endlos weiterschreiben, habe keine Lust, wollte mich/uns nur erklären, ändern wird sich eh nichts.

Schönen Abend noch
Lylly
 
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AW: Pflegeheim unmöglich!

Hallo Lylly,
ich bin Pflegefachkraft, trotzdem glaube ich zu Wissen, was du meinst. Ich hatte eine demente Mutter, die auch ins Heim mußte, weil wir die Versorgung zu Hause nicht sicher stellen konnten. Ich habe leider änliches erlebt.
Ich kann dir nur empfehlen, das Heim zu wechseln!
Solche Vorgehensweise ist, hoffe ich zumindest, nicht die Norm.
Ich denke auch nicht, daß das Personal aus Menschenverachtung so handelt- ich fürchte, es liegt am Personalmangel. (Ich weiß, diese Aussage hilft weder deinem Vater noch euch)
Eine Möglichkeit die Situation zu entschärfen, so lange er noch in dem Heim lebt, wäre die Einbindung einer Hospitz. Die helfen zwar nicht unbedingt beim Essen reichen, aber sie sind für Gespräche und Spaziergänge anwesend- übrigens meistens Ehrenamtlich (sprich für euch kostenlos)
Ansonsten, schimpf dich hier ruhig aus, aber bitte beleidige dabei nicht unseren ganzen Berufsstand. Zumindest ich und ich bin mir sicher auch die anderen Pfleger hier im board tun jeden Tag alles, was wir können, damit es jedem unserer Bewohner/ Kunden/ Klienten gut geht.
Ich wünsch dir viel Kraft.
Lisy
 
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Lylly

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AW: Pflegeheim unmöglich!

Hallo lisy :)

Ich entschuldige mich wirklich dafür, generell alle zu verurteilen! Ehrlich! Es gibt sicher gute Pflegekräfte und totzt all dieser Scheiße sollte man nicht so allgemein werden. Es tut mir wirklich leid und gerade ich weiß, wie kraftraubend Pflege ist...meine Mama ist daran gestorben.

Manchmal gehen einem die Nerven so durch..................sorry deswegen.

LG Lylly
 
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Schokokeks

AW: Pflegeheim unmöglich!

mal eine etwas außergewöhnliche frage:
wäre es nicht möglich gewesen, dein papa wäre zuhause in seinen 4 wänden geblieben und ein pflegedienst hätte ihn täglich 4 mal angefahren? also 2 mal in frühdienst, 2 mal im spätdienst und das geld, für das man soviel investiert hat, in einer osteuropäischen 24 stundenbetreuung zu stecken?
 
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Lylly

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AW: Pflegeheim unmöglich!

Ich bin jetzt wirklich weg hier, danke für alles :)

Lylly
 
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AW: Pflegeheim unmöglich!

ehrlich gesagt, mein Vater wäre schon lange nicht mehr in diesem Heim.
Wenn ich den Hintergrund lese: Vater war Arzt, Privatpatient - könnte man ja davon ausgehen, dass er nicht ganz unvermögend ist.
Hätte sich da nicht angeboten den Vater zu Hause zu pflegen mit einem ambulanten Pflegedienst und evtl. einer zusätzlichen 400 € Kraft?
Aber ich kenne ja eure Verhältnisse nicht.

Schade, dass du dich jetzt nun wieder verabschiedest...
 
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AW: Pflegeheim unmöglich!

ich denke auch Du hast zu lange mit deiner Entscheidung gewartet,mit so einem Umgang kann weder Bewohner noch Angehöriger zufrieden sein.
Und wenn Angehörige zu Hause bleiben bzw.gepflegt werden können ist es das beste.
Aber es gibt auch gute Pflegeheime wo Bewohner im Mittelpunkt stehen und die Zufriedenheit der Angehörigen .
Ich wünsche dir auch viel Kraft...
 
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deshalb kam mir das Ganze auch so bekannt vor...
 
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AW: Pflegeheim unmöglich!

Eben, dachte ich auch und habe:suche:.
:pfeif:Wasserfrau
 
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:whistlingbist ganz schön pfiffig:super:
 
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Nun mal nicht übertreiben. Einfach im Profil nach bisherigen Beiträgen gucken.
:wink:Wasserfrau
 
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AW: Pflegeheim unmöglich!

:whistlingbist ganz schön pfiffig:super:
Was ist denn daran pfiffig? :kopfkratz: Ich kann doch hier z.B. auch auf deinen Useramen klicken und mir deine zurückliegenden Beiträge anschauen...:ka:
 
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:ermm:Ja, du liebe Güte, das weiß ich doch, war auch nicht bierernst gemeint:rolleyes:
 
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AW: Pflegeheim unmöglich!

Oh Hallo! Das ich hier schon schrieb steht im Eingangsthread..............eigentlich ging ich sogar ganz blöde davon aus, das ihr wisst, wer wir sind. Aber lesen ist ja schwer und darum hab ich nochmal geschrieben, wie es jetzt ist. Und selbst wenn man familiäre Probleme hat heisst das nicht, nicht mehr sorgen zu können für eine hilflose Person und vieles mehr.

Hier eine Frage, die möchte ich wirklich mal beantwortet haben: Sucht ihr eigentlich nur nach Möglichkeiten Angehörige runterzumachen, die wirklich echt mehr an Sorge an der Backe haben als ihr? Ihr wollt Verständnis für eure Arbeit? Bekommt ihr, wenn ihr auch mal Respekt zeigt. Es ist euer Job, wir haben auch einen und eine pflegebedürftige Person und finanzielle Aufkommen durch die Pflege. Glaubt ihr etwa, mich fragt einer, wie mein Job war? Und den Rest hat man auch noch zu stemmen und fast keine Freizeit mehr und immer die Angst, etwas passiert.

Aber was rechtfertige ich mich hier...........muss ich nicht!
 
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Bachbluete

AW: Pflegeheim unmöglich!

Lylly, Du kannst jederzeit Deinen Vater pflegen und Deine beruflichen Aktivitäten zurückstecken wie es andere pflegende Angehörige auch machen. Meinen Segen hast Du. Woher willst Du wissen ob Du mehr Sorgen hast als wir? Nimmst Du Dich so wichtig oder tust Du nur so? Und wenn Du Angst hast dass etwas passieren wird, dann nimm die Bachblüte Zitterpappel und gefleckte Gaucklerblume oder geh zum Psychiater. Kannst auch gerne in meine Praxis kommen :grin:
Ich bin aber nicht auf Dich angewiesen.
 
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Kalimera

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AW: Pflegeheim unmöglich!

..... Sucht ihr eigentlich nur nach Möglichkeiten Angehörige runterzumachen, die wirklich echt mehr an Sorge an der Backe haben als ihr? Ihr wollt Verständnis für eure Arbeit? Bekommt ihr, wenn ihr auch mal Respekt zeigt. Es ist euer Job, wir haben auch einen und eine pflegebedürftige Person und finanzielle Aufkommen durch die Pflege. Glaubt ihr etwa, mich fragt einer, wie mein Job war? Und den Rest hat man auch noch zu stemmen und fast keine Freizeit mehr und immer die Angst, etwas passiert.....
Liebe Lylly,
ich glaube als erstes solltest Du selbst Dir ganz dringend Hilfe suchen. Auf mich wirkst Du völlig verzweifelt, ratlos und überfordert, zudem extrem angstvoll, dass Dein Vater sterben könnte.
Ich bin nicht der Meinung, dass ein anderes Pflegeheim, oder auch die Pflege Deines Vaters zu Hause alle Deine Probleme lösen würde. Ich bin mir nicht mal sicher, ob das Dein größtes Problem ist.

Du scheinst weder sachlichen Argumenten aufgeschlossen, noch Du z.Z. in der Lage zu sein sachlich zu reagieren.

Noch einmal: Rundumschläge bringen Dich nicht weiter und verärgern die Leute hier sehr. Suche Dir Hilfe in Deiner näheren Umgebung.
 
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AW: Pflegeheim unmöglich!

Heh, heh, heh - wie bist du denn eigentlich drauf? Wenn ich ein Posting lese, schaue ich nicht gleich was derjenige noch geschrieben hat...
ich brauche auch weder von dir noch anderen Angehörigen Verständnis für meine Arbeit, das ist mein Job, dafür werde ich bezahlt.
Du musst auch nicht denken, dass nur du oder deine Familie vom Schicksal geschlagen seid...mein Vater ist PS 2 und wird auch von meiner Mutter gepflegt und wenn ich zu Hause bin helfe ich natürlich. Uns käme es nie in den Sinn ihn in ein Heim zu geben, das nur mal am Rande bemerkt.

Die meisten meiner Kollegen/innen behandeln die Bewohner mit Respekt und versuchen so gut wie möglich auf jeden einzelnen einzugehen und ihnen das Leben etwas leichter zu machen. Wofür wir als Pflegepersonal jedoch überhaupt nichts können ist der permanente Personalmangel und das bedauere ich genau so wie alle anderen auch.
Ich habe auch Verständnis dafür, dass sich Angehörige beschweren, würde ich wahrscheinlich auch. Nur, im Gegensatz zu dir weiß ich, dass es nicht viel bringt. Nicht, weil wir nicht wollen, sondern weil wir nicht können - weil Personal und Zeit fehlt!

Wenn du 30-35 Bewohner auf einer Station hast und nur 1 examinierte Kraft, 1 Helfer und mit viel Glück noch eine halbe Helferin für 4 Stunden und du musst in 8 Stunden 35 Bewohner waschen, duschen, anziehen, Essen anreichen, Tische eindecken, wieder abdecken, Medikamente geben, Spritzen setzen, bettlägerige Bewohner mehrmals umlagern, dazwischen kommt dann noch eine Arzt-Visite, ein Notfall oder ein Todesfall und dann kommen die Angehörigen und wollen mit dir ein ernstes Wort reden und erwarten, dass man sich dafür die Zeit nimmt - dann musst du noch Tabletten stellen, alles dokumentieren, zwischendurch mehrere Bewohner neu windeln, abduschen und mit den Bewohnern vielleicht auch mal ein kurzes Schwätzchen halten - verbring mal eine Schicht im Heim, dann wirst du wissen, dass manche Pfleger keinen Nerv für sich beschwerende Angehörige haben, auch wenn die Beschwerden berechtigt sind.

Du musst uns auch nicht generell Respekt absprechen, das finde ich anmaßend von dir.
Ich komme durch meine Freiberuflichkeit viel rum und habe mich schon mit vielen Angehörigen unterhalten, weil ich mir ganz einfach mal die Zeit nehme und schon oft zu hören bekommen: endlich mal jemand, mit dem man reden kann und es wird bedauert, dass ich immer nur kurz da bin...gibt bestimmt viele die wie ich handeln, aber auch viele, die es eben nicht so machen, keine Frage.
Kommt auch immer darauf an wie mir die Angehörigen gegenüber auftreten, denn ich habe es nicht nötig mich runtermachen zu lassen, mit anderen Worten: wenn mir ein Angehöriger keinen Respekt entgegen bringt, kann er auch keinen von mir erwarten.

Ich muss auch einem Angehörigen nicht 5 x Rede und Antwort stehen weil dessen demente Mutter ihre Kleidung immer in den falschen Schrank um räumt oder ihre Nachthemden unter der Matratze versteckt und die Tochter sich aufregt, dass keine frische Wäsche mehr im Schrank ist...oder der Vater jammert er bekäme nichts zu essen, obwohl er zu Mittag einen Nachschlag bekommen hat.
Auch Angehörige sollten sich in solchen Fällen mit der "Krankheit" Demenz mal auseinander setzen und wissen wie sie verläuft, wie sich ihre Mutter/Vater verhält und nicht das Personal niedermachen.

Du siehst, es gibt immer 2 Seiten und die Zustände, die du schilderst kannst du nur ändern in dem du deinen Vater a) in ein anderes Heim gibst oder b) zu Hause pflegen lässt.
 
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Ich bedanke mich für alle Antworten.
 
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