Pflegegeld nach welchen Kriterien?

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Nancy100

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Hallo,

ich pflege zur Zeit meinen Vater Pflegestufe 2 und meinen Mann Pflegestufe 1. Noch vor ein paar Monaten hatte ich meine Großmutter dabei, mit Pflegestufe 2, was mir zuviel wurde und entscheiden musste wie es weitergeht in Zukunft, denn ich bin keine Ausgebildete Pflegekraft.

Kurzerhand nach Absprache mit meiner Mutter, gaben wir unsere Großmutter zu meinem Bruder in den Haushalt, wo sie 2 Räume hat und rund um die Uhr versorgt wird. Meine Schwägerin bekam das Angebot vom AA sich Selbstständig zu machen als Häusliche Krankenpflegerin und hat alle Vorraussetzungen erfüllt. Offiziel angemeldet etc.

Wegen unserer Großmutter hatte meine Schwägerin einer anderen Dame abgesagt, weil wir davon ausgegangen sind, das sie genauso abrechnen kann wie bei einer anderen Pflegenden.

Wir sind nun irritiert, da die Pflegekasse meint, das sie erst ab 2-3 Angestellte den Anspruch auf voller Abrechnung erfüllt!!!
Muss sie jetzt nun 2-3 Angestellte haben um ihre Leistungen voll abrechnen zu können oder wie sollen wir es verstehen?
Es kann sich doch nicht gleich jeder Selbstständig machen und 3 Helfer einstellen wenn er noch nicht soviele Patienten hat??

Über eine Aufklärung würden wir uns sehr freuen

Liebe Grüße
Nancy

P.S. Sollte ich hier im Thread verkehrt sein, so entschuldigt das bitte mit meiner Unwissenheit
 
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Krissy84

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Hallo Nancy,

es gibt zwei Möglichkeiten:
1. Deine Schwägerin macht sich mit einem ambulanten Pflegedienst selbstständig, dafür muss sie diverse Voraussetzungen erfüllen. Diese sind je nach Bundesland unterschiedlich, dazu gehört aber auch z.B. eine bestimmte Personaldecke, eine ausgebildete Pflegedienstleitung+ Stellvertretung etc.

2. Sie schließt als Einzelpflegekraft einen Vertrag mit der Pflegekasse ab, pflegt nur deine Oma und wird dafür von der Pflegekasse vergütet. Dafür würde sie kein weiteres Personal benötigen.

Liebe Grüße, Krissy
 
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Nancy100

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Liebe Krissy,

ich Danke erstmal für deine Information und werde es meiner Schwägerin überreichen, denn ich habe hier das Gefühl, das sie vom Arbeitsamt vor einem Jahr nicht richtig informiert worden ist.

Zu Punkt 2. das heißt sie würde dann für eine weitere Dame ( in diesem Fall betreut sie noch eine Komapatientin ausser Haus ) nicht über die Kasse abrechnen können!?

Liebe Grüße Nancy100
 
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Krissy84

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Hallo Nancy,


ich habe dir mal den §77, SGB XI kopiert. Das wird euch sicherlich weiterhelfen. Welche Informationen deiner Schwägerin damals gegeben wurden, kann ich irgendwie gar nicht nachvollziehen. Wie ich eben selber erst gesehen habe, dürfen Verwandte oder Verschwägerte gar nicht als Einzelpflegekraft zugelassen werden.


SGB XI § 77 Häusliche Pflege durch Einzelpersonen

(1) Zur Sicherstellung der häuslichen Pflege und Betreuung sowie der hauswirtschaftlichen Versorgung kann die zuständige Pflegekasse Verträge mit einzelnen geeigneten Pflegekräften schließen, soweit 1.die pflegerische Versorgung ohne den Einsatz von Einzelpersonen im Einzelfall nicht ermöglicht werden kann,
2.die pflegerische Versorgung durch den Einsatz von Einzelpersonen besonders wirksam und wirtschaftlich ist (§ 29),
3.dies den Pflegebedürftigen in besonderem Maße hilft, ein möglichst selbständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen (§ 2 Abs. 1), oder
4.dies dem besonderen Wunsch der Pflegebedürftigen zur Gestaltung der Hilfe entspricht (§ 2 Abs. 2);
Verträge mit Verwandten oder Verschwägerten des Pflegebedürftigen bis zum dritten Grad sowie mit Personen, die mit dem Pflegebedürftigen in häuslicher Gemeinschaft leben, sind unzulässig. In dem Vertrag sind Inhalt, Umfang, Qualität, Qualitätssicherung, Vergütung sowie Prüfung der Qualität und Wirtschaftlichkeit der vereinbarten Leistungen zu regeln; die Vergütungen sind für Leistungen der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung sowie für Betreuungsleistungen nach § 36 Abs. 1 zu vereinbaren. In dem Vertrag ist weiter zu regeln, daß die Pflegekräfte mit dem Pflegebedürftigen, dem sie Leistungen der häuslichen Pflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung erbringen, kein Beschäftigungsverhältnis eingehen dürfen. Soweit davon abweichend Verträge geschlossen sind, sind sie zu kündigen. Die Sätze 3 und 4 gelten nicht, wenn 1.das Beschäftigungsverhältnis vor dem 1. Mai 1996 bestanden hat und
2.die vor dem 1. Mai 1996 erbrachten Pflegeleistungen von der zuständigen Pflegekasse auf Grund eines von ihr mit der Pflegekraft abgeschlossenen Vertrages vergütet worden sind.
Die Pflegekassen können Verträge nach Satz 1 schließen, wenn dies zur Sicherstellung der häuslichen Versorgung und der Betreuung nach § 36 Abs. 1 unter Berücksichtigung des in der Region vorhandenen ambulanten Leistungsangebots oder um den Wünschen der Pflegebedürftigen zu entsprechen erforderlich ist.
(2) Die Pflegekassen können bei Bedarf einzelne Pflegekräfte zur Sicherstellung der häuslichen Pflege anstellen, für die hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und Qualität ihrer Leistungen die gleichen Anforderungen wie für die zugelassenen Pflegedienste nach diesem Buch gelten.

Liebe Grüße, Krissy
 
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