Pflegeeinrichtungen zur Weitergabe persönlicher Mitarbeiterdaten gezwungen ... -...

Pressespiegel

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Teammitglied
22.07.2016
S

Surrogat

Die Nachricht, sowohl die im "Presseportal" einer privatwirtschaftlichen Lobbyorganisation (bpa), also auch passenderweise bei "Online-Finanzportalen" (Finanzen.net, etc.) auftaucht, ist weder neu noch spektakulär.
Das gleiche Spielchen lief während der Gründungsphase in Rheinland-Pfalz und wird erwartungsgemäss in jedem anderen Bundesland ablaufen, welches eine Pflegekammer einrichten will.

Wenigstens ist man so ehrlich und benennt in der Mitteilung die eigentlichen Gründe für das Vorgehen:
"Unsere Mitglieder [Anmerkung: das sind NICHT die betroffenen Pflegekräfte] werden zu Handlangern der Gründung einer kostenpflichtigen Zwangskammer gemacht.." und "Viele Mitglieder berichteten bereits über verärgerte Pflegekräfte und Diskussionen in den Betrieben."
Natürlich kommen als Feigenblatt noch ein paar Andeutungen in Richtungen der Berufsgruppe hinzu, damit es nicht ganz so eindeutig AG-zentriert bleibt.

Das "Der Verband (...) die Pflegekammer mit deren Zwangsmitgliedschaft und der Beeinträchtigung der Grundrechte der Pflegenden für rechtlich höchst fragwürdig (hält) und (...) dagegen eingeleitete Musterklagen (unterstützt)", lässt bei einer Organisation mit ausgeprägtem Netzwerk und wahrscheinlich auch einer festen anwaltlichen Vertretung bzw. Rechtsabteilung allerdings nur eine Schlussfolgerung zu:

Wenn wir schon nicht gewinnen können, treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt!

Oder anders: Da das Vorgehen des Kammererrichtungsausschuss in diesem Fall rechtlich wohl nicht zu beanstanden ist, erspart man sich lieber die medienwirksame Niederlage und "unterstützt" stattdessen Pflegekräfte bei Musterklagen - sobald diese gescheitert sind, ist das Ergebnis für die breite Masse wenigen Minuten nach der Urteilsverkündung schon wieder vergessen.
 
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