Pflegedienst Gründung für eigenen Pflegebedarf

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JustTheChairman

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Guten Tag liebe Pflegeboardler,

um es vorweg klarzustellen: Ich bin nicht vom Fach, ich habe (noch) sehr wenig Ahnung vom Thema. Daher steinigt mich bitte nicht gleich :)

Zu mir selbst in aller kürze: Ich bin ein junger Mensch der wegen einer körperbehinderung auf eine 24h Betreuung angewiesen ist. Diese wird momentan von einem x-beliebigen Pflegedienst "geleistet". Geleistet in Anführungszeichen, da der Pflegedienst lediglich die Angestellten versichert, abrechnet und hinterher kassiert.
Ich kümmere mich selbst um Personal, Planung, Vertretung, Urlaubs- und Krankheitsausfälle, eigentlich alles was irgendwie Zeitkritisch ist.

Zu meiner Frage: Ich habe mir seit langem überlegt, den "Rest" auch noch selbst zu übernehmen. Im Klartext quasi meinen eigenen Pflegedienst "für mich selbst" zu gründen. Gehen wir dabei mal davon aus, dass das ganze "sich finanziert" (das soll hier nicht das Thema sein).

Meine Frage ist: Wo bekomme ich nähere Angaben zu den Voraussetzungen zur Gründung eines ambulanten Pflegedienstes in Baden-Württemberg und vor allem zu der Frage: Muss eine PDL in Baden-Württemberg nun eine konkrete Weiterbildung haben oder nicht? Hier im Forum finden sich dazu wiedersprüchliche Aussagen.

Es würde mich freuen, wenn mir zu obigem jemand ein Paar konkrete Informationen geben könnte. Über Antworten würde ich mich sehr freuen.
Vielen Dank.
 
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lulli00

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Hm.

also nur für dich alleine eine Pflegedienst auf zu machen finde ich übertrieben.

Wie sieht es denn mit einer oder mehreren Selbstständigen Pflegern aus? Kannst du das bei deiner Krankenkasse abrechnen?

Was mich wundert ist warum du administrative Aufgaben des Pflegedienst selber übernimmst? Warum mußt du für Urlaubsvertretungen sorgen etc. Das verstehe ich nicht? Hört sich an als bräuchtest du einfach einen zuverlässigen Pflegedienst, der sollte doch zu finden sein?

Anders liebäugel ich auch damit später mal einen kleinen Pflegedienst aufzumachen. Allerdings ist meine Vorstellung auch recht Naiv.
Meine Eltern und Schwiegereltern werden wohlmöglich zeitgleich pflegerische Unterstützung benötigen. Eine Immobilie wäre da, ich hatte überlegt selber dann einen kleinen Pflegedienst oder Heim auf zumachen um sie dort Zentral zu betreuen. Aber wahrscheinlich steht die Umsetzung in keinem Verhältnis zum nutzen. Bzw. das Pflegegeld was ich später dann von den Krankenkassen erhalten würde, würde sicher nicht reichen um die Immobilie und mich am laufen zu halten.

Ich denke Informationen bekommst du bestimmt bei deinem rententräger etc.

Bin aber auch Interssiert.
 
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sophia65

sophia65

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Hallo, du kannst dich bei selbestimmtleben mal nach persönlicher Assistenz erkundigen. Das ist ein Verein von Raul Krauthausen (selbst betroffen) gegründet und berät zu solchen Fragen. Viel Erfolg.
 
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adypo

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Eine PDL muss eine zumindest in Baden Würrtenberg abgeschlossene Weiterbildung vorweisen können.Das wird geprüft ob die Ausbildung auch inhaltlich den Anforderungen entspricht. Ich habe selbst 7 Jahre einen ambulanten Pflegedienst in Baden Würrtenberg geleitet. Darüberhinaus wird noch eine stellvertretende PDL benötigt die aber nicht zwingend die Weierbildungsmaßnahme zur PDL benötigt. Im Anhang findest du die Anerkennung der AOK die meiner Firma seinerzeit erteilt worden ist, damit ich die Arbeit als verantwortliche Pflegefachkraft aufnehmen kann. Namen sind selbstverständlich geschwärzt.
 

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Thomas Betz

Thomas Betz

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Hallo TE,
bein lesen deiner Zeilen stellen sich mir sämtliche Nackenhaare, oder beschreibender ausgedrüht, mir wird k.-übel.
Ich weiß ja nicht was für eine Truppe du da hast in deiner Pflege, aber von Qualität scheint da keine Rede zu sein.
Angefangen damit: Du kümmerst dich um Personal.. soll heißen du wählst aus! Hast du eine Vorstellung über welche Qualifikationen diese PK´s verfügen müssen? Vermutlich nein und auch der "PD" vor Ort wohl nicht. Du sorgst für Ersatz bei AU und Urlaub, vermutlich schreibst du auch den Dienstplan. Hast du hierzu irgendwelche Erfahrungen zum Thema "Arbeitrecht"?
Dies alles sind Aufgaben deines PD und nicht deine. Ich merke gerade ..ich bekomme Blutdruck. Solche "Künstler" ziehen der Ruf der AIP nach unten und gehören eigentlich dem Gewerbeaufsichtsamt, MDK und den Kostenträgern gemeldet.
Zu deiner Frage ..eigenen PD gründen. Da lass mal schön die Finger weg. Du kannst auch kein Sternenrestaurant führen ohne Kochausbildung mit entsprechender Erfahrung. Was du machen kannst wäre als Arbeitgeber fungieren im Rahmen des persönlichen Budgets /bzw. Arbeitgebermodell. Hierzu findest du massig Infos im WWW.
Weiter,.. Ja eine PDL muss eine WB besitzen. PDL´s ohne WB, wird nur bei Gründung eines PD für einen gewissen Zeitraum erlaubt.

Solltest du weiter Fragen haben..melde dich.
Ach und vielleicht findest du ja einen professionellen AIPD, der weiß wie es geht, dann wärst du das Risko (Arbeitgeber) los.. denn du stehst dann in der Pflicht und Haftung.

LG Thomas PDL eines AIPD
 
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zickenalarm

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Hallo TE und - speziell - hallo Herr Betz. Haben Sie Angst vor Konkurrenz? Ich kann TE mehr als gut verstehen. Mein Mann ist (dank ärztlicher Fehlkunst) seit 2009 ein Pflegefall (100 % SB, Meningitis mit anschl. Schlag- und epil. Anfällen). Ich habe in diesen Jahren 3 Pflegedienste "durch". Meine Berufstätigkeit musste ich aufgeben, da nichts geklappt hat. Die Pflegedienste machen alle vollmundige Versprechungen von wegen "rund um die Uhr" etc. Dann ruft man als pflegende Angehörige mal um 23 Uhr an, weil man Hilfe braucht: Fehlanzeige! Ich habe auch noch keinen PD gehabt, der wirklich alle bezahlten Leistungen erbracht hat. Und die KK und Med. Dienst interessiert das offenbar nicht. Auch das Beschwerdetelefon "Pflege" (zumindest hier in Rhld.-Pfalz) hält offenbar mehr von den "offiziellen". Richtig wütend macht es mich, wenn die Preise (ohne Vorankündigung und rückwirkend) erhöht werden sollen wegen Einführung des ges. Mindestlohnes. Den gibt es in der Pflege bereits seit einigen Jahren!!!! Ich habe den Eindruck, dass die pflegenden Angehörigen mehr kontrolliert werden, als die professionellen Pflegedienste. Leider hat unsereins keine Lobby. Würde mich auch freuen, wenn sich hier pflegende Angehörige mal trauen würden, von ihren Erfahrungen zu berichten und echte Hilfestellung geben würden.
 
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Der Eine

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@ zickenalarm
Ich glaube, du hast Hr. Betz falsch verstanden (oder bin ich es ???)
Nach meinem Empfinden hat er mitnichten Angst vor Konkurrenz. Es geht vielmehr um darum, dass er auf die arbeitsrechtlichen Risiken als Arbeitgeber hin.
Natürlich ist es schade, dass es immer wieder Pflegedienste gibt, die ihre Arbeit nicht professionell durchführen. Ich kann ihren Unmut daher verstehen. Und auch die Idee des TE JustTheChairman. Ich habe selbst vor viele Jahren in einem Pflegedienst gearbeitet, den ein Betroffener (Vater eines Kleinkindes mit hohem Querschnitt) aus der Not heraus gegründet hat. War ein Pflegedienst, den ich minder wieder empfohlen habe. ABER: auch wenn mein Chef keine Pflegeausbildung bei der Gründung hatte, war er studierter Ingenieur mit Hintergrundwissen zum Thema Personalführung (icl. BWL und Arbeitsrecht) Während meiner Tätigkeit hat er selbst die Krankenpflege-Ausbildung gemacht und hat primär nur examiniertes Personal gesucht. Seine Helfer hat er alle aufgefordert, eine Ausbildung zu machen (mit Übernahmegarantie)
Wenn JustTheChairman genug Grundlagenwissend im Bereich BWL und Arbeitsrecht hat, wünsche ich ihm viel Erfolg bei der Gründung seines eigenen Pflegedienstes. Ansonsten empfehle ich ihm, dem Rat vor Hr. Betz zu folgen.

LG Der Eine
 
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Thomas Betz

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Hallo Zickenalarm,
Auf Grund der gemachten Erlebnisse (Erkrankung Ehemann), kann ich verstehen, dass Sie so schreiben, wie Sie schreiben. Würde ich als Betroffener vermutlich auch, aber auf einer anderen Ebene. Verallgemeinern bei der "Masse" an AIPD´s , schafft keine gute Diskussionsbasis.
Mit Sicherheit gibt es gerade in unserer Branche viele schwarze Schafe. Aber es gibt auch AIPD´s die sich der Besonderheit / Verantwortung ihrer Aufgabe bewusst sind.
Angst vor Konkurrenz brauchen wir keine haben, wüssten sie um unsere unternehmerische Vita. Aktuell haben wir über 10 Klientenanfragen, hierfür benötigen wir etwa 50 neue Mitarbeiter. Aus dieser Erkenntnis heraus, dürfte auch Ihnen klar sein, das es sicher einiges gibt was uns Angst machen könnte, aber mit Sicherheit nicht das Thema Mitbewerber.
Der vom TE aufgeführte Dienst..(ich lasse absichtlich das Wort "Pflege" weg), macht eigebtlich alles falsch, was man falsch machen kann.Beispiel: Wir als professionell arbeitender AIPD, würden uns niemals MA in die Firma holen, die vom Klienten ausgesucht wurden und vermutlich nicht unseren Qualifikationsanforderungen entsprechen. Die Mitarbeiterauswahl, obliegt in unserem Unternehmen 2 Personen. Das sind Geschäftsführung und Pflegedienstleitung. Urlaubsplanung sowie alles weitere, sind KEINE Aufgaben für einen Klienten.Der Kommentar von Der Eine, bescheibt es im Wesentlichen weshalb diese nicht möglich ist.
Um es kurz zu machen. Ich wollte dem TE aufzeigen, mit welchen Risiken er rechnen muss bei der Überlegung einen eigenen AIPD zu gründen. Braucht er auch nicht, es genügt ein Persönliches Budget oder AG-Modell zu schaffen. Diese Variante ist KEIN Pflegedienst im eigentlichen Sinn . Aber was in jedem Fall bleibt, ist die Verantwortung als Arbeitgeber. Es gibt Beispiel, wo es wunderbar funktioniert, genauso gibt es viele Beispiele, wo es in "die Hose" ging. Ich würde dem TE empfehlen, sich auf die Suche zu machen, nach einem professionell arbeitenden AIPD. Eine schwierige Aufgabe, die aber zu meistern ist.
Ihnen Zickenalarm, möchte ich folgendes ans Herz legen..versuchen Sie Ihre Wut und Endtäuschung zu reduzieren.... das macht auf Dauer krank. Ihr Ehemann braucht Sie aber als festen Bestandteil in seinem Leben.

LG Thomas
 
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Ambulante Intensivpflege / Häusliche Intensiv Pflege Tamme
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