Pflegedienst bei Pfl.stufe 1?

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P

pflegendetochter

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30.09.2016
Hamburg
Hallo,
ich bin ganz neu hier im Pflegeboard - vielleicht ist ja dieses Forum das richtige für meine Frage! Die Situation: Meine Mutter (76) ist derzeit noch im Krankenhaus, aus dem Krankenhaus heraus wurde Pflegestufe 1 vergeben, auf diesem Pflegeüberleitungsbogen steht was von diesen 90 min. (entspricht ja Pflegestufe 1), und auch davon, dass 2x am Tag jemand kommen müsste. Ich habe mit dem Pflegedienst Kontakt aufgenommen, schon beim Vorgespräch am Telefon wurde mir gesagt, dass es bei Pflegestufe 1 ziemlich sicher nicht so wäre, dass jeden Tag jemand kommt - ganz zu schweigen von 2x täglich, wie es ja im Überleitungsbogen vom Krankenhaus steht. Meine Frage an euch, die ihr euch mit ambulanter Pflege und Pflegediensten auskennt: Ist das normal?? Wie soll das funktionieren? 90 min tgl. sind vorgesehen, aber der Pflegedienst will gar nicht jeden Tag kommen? Muss man sich dann einen anderen Pflegedienst suchen? Noch mal mit denen reden?
Für Tipps oder Erfahrungen wäre ich sehr dankbar!
Viele Grüße!
 
Qualifikation
freiberuflich
Fachgebiet
Medien
Scherver

Scherver

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03.10.2016
Erkrath
Hallo,
also der Pflegedienst sollte kommen es sei denn sie haben keine Kapazität, aber davon abgesehen kann das Krankenhaus sich um ein Pflegedienst kümmern das musst du nicht machen.
Sie benötigt 90Min Pflege am Tag, sie bekommt dafür entsprechend Pflegegeld von der Pflegekasse, dies bedeutet das du dementsprechend das Geld für den Pflegedienst (spricht für die Versorgung) zur Verfügung hast. Alles was darüber hinaus geht über das Pflegegeld muss sie privat dazu bezahlen. Dennoch sollte der Pflegedienst kommen.
Ein Tipp: würde den Pflegedienst nochmal anrufen und denen das so mitteilen, wenn sie immer noch dagegen sprechen, definitiv einen anderen Pflegedienst aufsuchen.
lg
 
Qualifikation
Altenpflegerin
B

BettyBoop

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Hallo Pflegende Tochter,
Ihr Beitrag ist ja schon etwas her, daher hoffe ich das Sie hier nochmal rein sehen und meinen Beitrag lesen!
Also erstens jeder gute Pflegedienst bietet eine kostenlose Beratung an und zwar in der Häuslichkeit um sich die Wohnsituation anzusehen und vor allem Ihre Mutter. Ein Krankenhaus kann oftmals den eigentlichen Pflegeaufwand nicht beurteilen schon gar nicht wenn es in die Häuslichkeit geht! PST 1 bedeutet nicht immer das man das komplette Pflegegeld in Anspruch nehmen muss, der Pflegedienst kann jeden Tag kommen z.B. in Form von einer Medikamenten Gabe, dies wird dann aber über die Krankenkasse abgerechnet und ist unabhängig von einer Pflegestufe.
Sie haben aber auch die Möglichkeit sich selbst um Ihre Mutter zu kümmern und bekommen dann ca. 65-70% des eigentlichen Pflegegeldes ausbezahlt oder Sie können auch eine sogenannte Kombileistung in Anspruch nehmen, dazu kann der Pflegedienst tgl. Morgens und Abends die Medikamente geben (was ja unabhängig ist von der Pflegestufe) und Ihre Mutter zusätzlich 1-2 die Woche duschen. Und der Rest wird dann anteilig aus bezahlt an Ihre Mutter. Dann hat jeder der eine Pflegestufe hat auch Anspruch auf sogenannte Entlastungsleistungen in Höhe von ca. 100€ die nicht ausbezahlt werden können sondern die Leistung kann man nur in Anspruch nehmen durch einen Pflegedienst, z.b. um mit Ihrer Mutter 1x im Monat zum Friseur zu gehen oder ähnliches. Dann hat Ihre Mutter auch Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch in Rahmen von 40€ dies übernimmt die Pflegekasse und beinhaltet einmal Handschuhe, Händedesinfektion, Krankenunterlagen fürs Bett zum Einmalgebrauch usw.!
Sie sollten sich selber nach einem geeigneten Pflegedienst um sehen und wie gesagt ein guter Pflegedienst kommt zu Ihrer Mutter nach hause und berät Sie und Ihre Mutter vor Ort. Denn es geht ja auch darum was Ihre Mutter möchte und vor allem was Sie überhaupt schon zulassen kann, sowas kann auch dauern und man muss sich ja auch erst miteinander vertraut machen.

Ich hoffe ich konnte etwas weiterhelfen und Sie haben den Beitrag noch gelesen
Liebe Grüße
 
Qualifikation
exam. Altenpflegerin, Kauffrau im Gesundheitswesen, Wundberaterin usw.
Fachgebiet
Außendiensmitarbeiterin für den Homecare Bereich, enterale Ernährung,Stoma,Wunde usw.
B

bikelady

@BettyBoop
Bitte bei Tipps für Angehörige darauf achten, dass die richtige Terminologie benutzt wird.
Pflegegeld: Pflegebedürftige haben Anspruch auf Pflegegeld gemäss ihres Pflegegrades, um damit ihre Versorgung/Pflege eigenständig zu organisieren. Sprich durch Angehörige und/oder Freunde ect.
Pflegesachleistungen: Pflegebedürftige nehmen Leistungen durch einen anerkannten aqmbulanten Pflegedienst in Anspruch. Hier ist der Satz je PG höher, da es in der Regel qualifiziertes Fachpersonal ist.
Zusätzliche Betreuungsleistungen: derzeit 125€/Monat, können zur Entlastung der Angehörigen verwandt werden. Werden Stundenweise abgerechnet, müssen beantragt werden und werden nicht an die Pflegebedürftige ausbezahlt, sondern erneut durch einen Pflegedienst/Nachbarschaftshilfe abgerechnet werden. Können auch kumuliert werden und bis zum 30.6. des Folgejahres in Anspruch genommen werden.
Wenn ich derartige Tipps im Forum gebe, dann bitte aber auch nur, wenn ich mich auch auskenne.
Unterschied Pflegegeld und Pflegesachleistungen verwirrt eh schon die meisten Angehörigen.
Gruss
Bikelady
 
A

Amelie 09

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04.06.2013
14059
Hallo, nun möchte ich auch mal meinen Senf dazu geben. Hier wurde etwas entscheidendes übersehen und das wird nicht einmal erwähnt. Die Vorausetzungen für die Pflegestufe I bzw. Pflegegrad 2 sind unter anderem die Pflegeminuten bzw. der Hilfebedarf. Hierbei spielt es keine Rolle wer die Leistung erbringt. Das bedeutet aber nicht, das der Bedarf durch die Pflegestufe/ Pflegegrad erschöpft wird. Die Pflegekasse zahlt eine Summe X und der Rest muss privat bezahlt werden. Bei sozial Schwachen kann das Bezirksamt hinzugezogen werden. Bei logischer Überlegung ergibt es aber auch von selbst, wenn man sich das mal durchrechnet und die Summe duch 3o Tage teilt.Da stehen bei Pflegrad 2 als Sachleistung pro Tag 22 € zur Vergügung.
 
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Krankenschwester
Fachgebiet
Amb.Pflege
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