Pflegedienst Abrechnung fragwürdiges Verhalten

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net_seeker

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Hallo liebe Forenmitglieder,

als Vater eines 2 Jahre alten schwerst behinderten Sohnes, wir haben Pflegestufe II anerkannt bekommen, nahm unsere Familie für einen Umzug Ende 2009 Verhinderungspflege über einen ortsansässigen Pflegedienst in Anspruch.

Es fand ein Besuch bei uns statt, und er wurde ein Vertrag vorgelegt zur Unterschrift, welchen wir unterzeichneten. Daraufhin begann die Pflege.

Über einen Zeitraum von etwa 6 Wochen wo unter anderem die neue Wohnung renoviert wurde kam regelmässig Pflegepersonal, welches sich über schlechte Bezahlung und nicht Auszahlen der vereinbarten Anfahrtspauschale bei uns äusserte.

Da wurden wir das erste mal aufmerksam, daß es zwischen dem freundlichen Aufnahmegespräch bei uns und den später erbrachten Leistungen gewisse Abweichungen zu geben schien.

Es stellte sich heraus, daß die Pflegekräfte einmal eine Ausbildung als Hauswirtschafterin und ein anderes mal als Arzthelferin hatten. Wir hatten insgesamt zwei Pflegekräfte, welche sich abwechselten.

Die Pflege lief soweit zu unserer Zufriedenheit, doch wir wunderten uns schon ein bischen, daß sich der Stundensatz am oberen Limit bewegte dessen was uns im Vertrag angeboten wurde, obwohl die eingesetzten Pflegekräfte gar nicht als Pflegekraft qualifiziert waren. Kann man das so sagen?

Auch das Kilometergeld, es waren 3,50 € pro Anfahrt, wurde angesetzt dem Personal aber nicht ausgezahlt.

Was mich aber nun veranlasst hat hier im Forum Informationen einzuholen, oder besser gesagt darum zu bitten, ist folgendes:

Angeblich hat das Stundenkontingent für das Jahr 2009 doch nicht gereicht um alle Stunden abzurechnen und wir mögen doch bitte Abrechnungszettel unterschreiben für Leistungen welche überhaupt nicht erbracht worden sind in diesem Jahr ansonsten sollen wir gefälligst den Betrag von ca. 900€ aus eigener Tasche bezahlen.

Da bin ich natürlich fast vom Stuhl gefallen. Wir haben ausdrücklich vereinbart, lediglich soviele Stunden in Anspruch zu nehmen, welche durch das Vergütungskontingent für 2009 verfügbar waren, und nicht mehr. Dies haben wir immer grob überschlagen und es kam auch hin.

Und jetzt sollen wir Abrechnungszettel unterschreiben für Leistungen Mitte 2010 welche hier gar nicht erbracht wurden, das kann nicht sein.

Meine Frage also: wer beaufsichtigt die Durchführung und Abrechnung von Pflegeleistungen im Bereich Verhinderungspflege?

Wer hat Ähnliches erlebt und ist dagegen vorgegangen?

Wen kann ich zum nächsten Gesprächtstermin beim Pflegedienst mitnehmen, um diese angebotene Unterzeichnung von falschen Stundenzetteln dingfest zu machen?

Ich habe schon überlegt, diese falschen Abrechnungen einfach zu unterschreiben und dann Selbstanzeige zu machen, um so etwas ans Tageslicht zu bringen.

Es kann nicht sein daß man sich beraten fühlt von einem Pflegedienst welcher einem hinterher dann eine große Rechnung aufmacht und von privat Geld fordert sollte man die gefälschten Stundenzettel nicht unterschreiben. Soetwas ist Betrug und kommt nicht in die Tüte.

Sollten wirklich zu viele Stunden geleistet worden sein, bin ich ja gerne bereit, aus eigener Tasche etwas dazuzulegen, uns ist ja dolle geholfen worden während der Umzugszeit, aber mich zum Betrug anstiften zu wollen ist ein starkes Stück.


Ich hoffe, es kann jemand sich in meine Lage versetzen und etwas dazu schreiben, ich bin um jede Äußerung und Hilfe dankbar. :eek:riginal:

Torsten Kühnel
 
Qualifikation
freiberuflicher Programmierer
Fachgebiet
siehe oben
L

Lisy

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AW: Pflegedienst Abrechnung fragwürdiges Verhalten

Hallo Torsten,
bei der Verhinderungspflege ist die Vergütung reine Verhandlungssache. In diesem Bereich gibt es keine von der Kasse festgelegten Sätze. Auch die Qualifikation der MA ist frei verhandelbar.
Die Anfahrtspauschale, die man euch in Rechnung gestellt hat, ist nicht dazu gedacht, dieses an das Personal weiter zu geben, sondern ist die Vergütung für Benzin, Autokosten u.s.w.
Selbst, wenn das Pesonal mit dem eigenen PKW zu euch kamen, haben "die" keinen Anspruch auf die Anfahrts/ Wegepauschale.
Die Beaufsichtigung der Abrechnung im Bereich Verhinderungspflege ist eure Sache. Die Kasse prüft nur, ob alle gesetzl. Grundlagen eingehalten werden.
Und hier finde ich bei deinem Bericht auch einen Stolperstein.
Manche Kassen sind bei der Bezahlung doch sehr gesetzestreu. Sie bezahlen oft nur bis zu 28 Tagen, allso keine 6 Wochen, auch wenn der Höchstbetrag nicht ausgeschöpft ist.
Gefälschte Stundenzettel würde ich an deiner Stelle auch nicht aufüllen, eher mal den Pflegedienst fragen, ob es nicht noch andere legale Möglichkeiten der Finanzierung gibt. Stichwort: Niederschwellige Betreuung.
Gruß Lis
(die dir ganz viel Kraft wünscht)
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
pdl
C

Chef de Saucier

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AW: Pflegedienst Abrechnung fragwürdiges Verhalten

Hallo,

mit der Frage "Stundenzettel für nicht erbrachte Leistungen auf Aufforderung zu unterschreiben " könnte man sich auch z.B. an die Krankenkasse / Pflegekasse wenden. Interessant wird die Frage nach der Qualifikation ( neben den Kosten ) auch im Zusammenhang mit der Art der erbrachten Leistungen. Wurde möglicherweise eine Behandlungspflege durchgeführt, die eine Fachausbildung voraussetzt ?
 
Qualifikation
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Fachgebiet
PFK
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