Pflegebericht ohne Pflegeplanung!!!!

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pflegenase

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Hallo zusammen,

in unserem kleinen Haus ist derzeit viel im Umbruch. Wir arbeiten teilweise noch wie vor 30 Jahren:blushing:......so sieht auch unsere Dokumentation aus:nono:.
Es gibt noch keine Pflegeplanung und auch keine Standards. Ist aber für die nächsten Jahre in Planung! Trotzdem habe ich hier ein Problem: Derzeit schreiben wir nur einen Pflegebericht. Das ist unsere ganze Dokumentation neben der Kurve. Und dieser wird auch nur recht schlecht und unprofessionell geschrieben. Gibt es irgendwo eine Aussage dazu was alles in diesem Bericht stehen muss wenn es keine Planung gibt!? Da es ja unser einziger Nachweis ist muss hier sicherlich wesentlich mehr geschrieben werden, als bei Vorhandensein einer Planung. Da es sicherlich noch einige Zeit dauert bis wir mit einer Planung arbeiten können möchte ich gerne meinen Mitarbeitern etwas an die Hand geben wie sie sich auch rechtlich absichern können (von einer professionell geplanten und evaluierten Pflege mal ganz abgesehen.....)

Die Richtlinien des MDS beziehen sich ausschließlich auf das Vorhanden sein einer Pflegeplanung und helfen mir somit nicht weiter.

Was würde im Falle einer Überprüfung allles nachgewiesen werden müssen?

Hoffe auf Eure Unterstützung!
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
Psychiatrie
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lemuelreist

Hallo Pflegenase!

Falls sich die Einführung von Pflegeplanungen ebenfalls auf die nächsten Jahre erstrecken sollte, wünsche ich den BewohnerInnen gutes Durchhaltevermögen ;-)

Mal im Ernst: Der Pflegeprozeß ist ein Qualitätsmerkmal und an die verschriftete Pflegeplanung elementar gebunden. Davon sehe ich auch keine Möglichkeit abzurücken.
Da sehe ich keine Möglichkeit, den MDK anders zu stimmen.

Aber auch mal ablauforganisatorisch: Muss doch möglich sein, innerhalb von - sagen wir 2 Wochen - eine - vielleicht auch nur rudimentäre - Pflegeplanung für die BewohnerInnen zu erstellen.

Kann das leider nicht anders sehen und wünsche trotzdessen alles Gute,
Lemuel
 
who knows

who knows

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Ein Haus ohne Pflegeplanung, dass es das noch gibt!!!
Grundsätzlich muss in der Dokumentation alles das niedergelegt werden, was am und mit der Patientin gemacht wurde, sowie Auffälligkeiten, Beobachtungen, ect....
Der Vorteil einer standardisierten Pflegeplanung liegt eindeutig darin, dass man eben nicht mehr alles jeden Tag von neuem schreiben muss, sondern dann nur noch Aufälligkeiten, Veränderungen.
Und lasst euch nicht Kirre machen, wegen dem MDK. In erster Linie ist es eure Dokumentation, die natürlich im Bedarfsfall zur Beurteilung eurer Pflege herangezogen werden kann.
Wichtig ist vielleicht noch, dass die gesamte Patientenbezogene Doku eine Urkunde darstellt. Entsprechend sorgsam ist mit ihr umzugehen. (Kein Bleistift, kein Tipp-Ex, kein Radiergummi, kein Überkleben).
Zudem sollten die Einträge fachlich sein, nicht wertend oder urteilend (Pat. haben Einsichtsrecht- jederzeit).
Zu diesem Thema gibt aber inzwischen auch eine Menge an Literatur.
Gruß
who knows
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Fachgebiet
Palliativstation
Sahawe

Sahawe

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Hallo Pflegnase,
Es gibt noch keine Pflegeplanung und auch keine Standards. Ist aber für die nächsten Jahre in Planung! Trotzdem habe ich hier ein Problem: Derzeit schreiben wir nur einen Pflegebericht.
Ihr habt zwar keine Pflegeplanung, aber sicher ein Dokumentationssystem in dem ihr Teile des Pflegeprozesses abdeckt. Also beispielsweise die Pflegeanamnese. Auch Maßnahmen werdet ihr sicher dokumentieren. Ihr dokumentiert nicht systematisch und nicht geplant. Mit einem längeren Bericht kannst du eine Pflegeplanung nicht kompensieren, schon allein deswegen, weil es zu sehr langen Berichten kommen würde, willst du Ziele, Risikoeinschätzungen, Wirkung der Maßnahmen und geplante Anpassung der Pflege bezüglich der evaluierten Maßnahmen alle schriftlich fixieren. Solltest du jetzt für den Übergang ein professorisches Formular erstellen, gewöhnen sich die Mitarbeiter an eine reduzierte Pflegeplanung und das erschwert vielleicht die Umsetzung nächstes Jahr. Auch müssen die Mitarbeiter geschult werden, will man ein einheitliches Vorgehen. Besser wäre die Einführung des Pflegeprozesses voranzutreiben. Vielleicht kann man mit ersten Schritten beginnen. Der Pflegeprozess ist mehr als eine gute Dokumentation und gut ausgefüllte Pflegeplanung. In vielen Krankenhäuser ist der Pflegeprozess mehr schlecht als recht umgesetzt. Es stellt sich die Frage, wie ist die Einführung geplant. Wer ist mit der Umsetzung beauftragt. In Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen kann man vielleicht erste Schritte besprechen.
http://www.dbfk.de/bbr/pflegedokumentation/5-Q-pruefungenMDK-Wilcke-Kros%2029.06.pdf
Vielleicht können dir hier Kollegen aus deinem Fachbereich weitere Tipps geben.
Viel Erfolg und liebe Grüße
Sabine
 
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Lehrerin für Deutsch und Pflege
Fachgebiet
Berufliche Schule
Weiterbildungen
Studium der Germanistik und Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gerontologie
Griesuh

Griesuh

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Hallo, ein Pflegeheim ohne Pflegeplanung??
Schon seit jahrzehnten ist nach der Qualitästsicherung eine Dokumentation vorgeschrieben, in der auch die Pflegeplanung inbegriffen ist.
Wie konnte es dazu kommen, dass ihr keine Pflegeplanung habt.
Bei jeder MDK Prüfung werdet ihr vermutlich Probleme bekommen.
Wie schon gesagt wurde muss es möglich sein, innerhalb kürzester Zeit mit einer Pflegeplanung beginnen zu können.
Es gibt viele Anbieter, DAN, Buchner ect., die vorgefretigte Formulare anbieten.
Auch gibt es Programme für eine PC gestütze Dokumentation.
Kennen sich die Ma mit der Pflegeplanung aus? Wenn nicht müsste umhgehend eine Fortbildung erfolgen.
Aber so schwierig ist eine Planung nicht, dass es nicht zu schaffen wäre.
Seit ihr in einem Berufsverband? Diese Stellen auch Musterdokumentationen zur Verfügung und helfen euch bei der Einführung der Pflegeplanung.
LG
Griesuh
 
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tuetchen

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Hallo!
Bin total geschockt. Ein Pflegeheim ohne Pflegeplanung. Wenn ihr nur Berichte schreibt und eine Kurve habt, dann müsstet ihr ja wirklich jeden Tag alles aufschreiben, was ihr an den Bewohnern gemacht habt. Ich kann es echt nicht verstehen. habt ihr noch NIE? den MDK da gehabt? Der MDK kommt doch auch bei Pflegestufenhöherstufung, und die wollen immer eine Pflegeplanung sehen, zumindest ist das so bei uns*g* bei uns geht alles über PC und ich kann nur sagen, schriftlich...nein, möchte ich nicht wieder machen müssen ;-) LG das tuetchen
 
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tatdom

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Wenn das der MDK mitbekommt, dann ist das Haus zu....
 
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JUTTA62

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hallo pflegenase, ist ja nun schon 5 monate her, dass du dieses thema eröffnet hast. Hat sich inzwischen etwas getan bei euch? Um Pflegeplanungen einzuführen, würde ich defenitiv eine Art Bezugspflege anstreben,dh. 2-3 MA pflegen immer dieselben Patienten, um genaue Verlaufsbeobachtungen machen zu können. Die Probleme/Einschränkungen müssen erkannt und daraus geeignete Maßnahmen abgeleitet werden können. Wenn immer die gleichen MA zu denselben Patienten gehen,fällt eine Einschätzung meist leichter. Am Anfang wäre es vielleicht sowieso besser einige MA zu entsprechenden Fortbildungen zu schicken, wie Griesuh schon richtig meinte.
 
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Stationäre Altenpflege
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Hallo Pflegenase,
ist euer Haus in dem Trägerverband Mitglied (z.B. BPA oder VDAB)? Die beraten. U.U. kenne ich auch Leute, die dir helfen könnten. Bei Interesse schick mir eine PN.
Nach dem Pflegeweiterentwicklungsgesetz aus 2008 musst du in den nächsten 2 Jahren definitiv mit einem MDK-Besuch rechnen, natürlich unangemeldet.
Es gibt auch einige Bücher zum Thema.
Gruß double
 
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selbstständig; Heimberater
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Rheinland-Pfalz
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