Altenpflege Pflegebedürftigkeit

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Jule80

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21.07.2009
47058
Hallo zusammen,

im Rahmen meiner Diplomarbeit beschäftige ich mich mit der Prozessoptimierung der Pflegeberatung bei den Kranken- bzw. Pflegekassen.

Weiß jemand, ob es Aufnahmediagnosen im KHS gibt, die zu einer hohen Wahrscheinlichkeit zu einer Pflegebedürftigkeit führen?

Gibt es dazu Studien?

Gruß

Jule
 
Qualifikation
Sozialversicherungsfachangestellte
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Krankenkasse
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Sr. Käthe

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59505
Hallo Jule :rolleyes:
Mit Studien kann ich nicht dienen- aber eine hohe Wahrscheinlichkeit pflegebedürftig zu werden liegt sicher bei Schlaganfällen vor. Außerdem fällt mir noch Oberschenkelhalsbruch ein- im Alter natürlich.
Du möchtest doch wissen, welche "Akutereignisse" aus vorheriger Gesundheit her zur Pflegebedürftigkeit führen können, oder?
Da gibt es sicher noch zig Diagnosen.

Magst du erklären, wie du den Zusammenhang herstellst zwischen Diagnose und Beratung? :blushing:

LG, Käthe
 
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Multiplikatorin Fachkompetenz Demenz
demnächst Dementia Care Mapping
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stern3007

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Das kann man so pauschal nicht beantworten. Viele Erkrankungen führen zur Pflegebedürftigkeit. Es kommt immer auf den Verlauf der Erkrankungen an. Auch ein Schlaganfall kann glimpflich verlaufen, sodass keine Pflegebedürftigkeit entsteht.
Man sollte also nicht die Diagnose alleine sehen, sondern auch den Krankheitsverlauf und dann eine auf die real vorhandenen Defizite ausgerichtete Beratung starten.
 
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ambulante Pflege
PowerZicke

PowerZicke

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22.07.2009
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Jule80

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21.07.2009
47058
Hallo Käthe,

es geht um folgendes:

Wir sind ja seit dem 1. Januar zur Pflegeberatung "verpflichtet" worden. Bei meinen Überlegungen zur Ausgestaltung des Beratungsprozesses habe ich bemerkt, dass es grds. 2 Gruppen gibt, denen Pflegeberatung grds. helfen könnte. Dies sind auf der einen Seite die langsam alternden und diejenigen, die im Anschluss an einen akuten KHS-Aufenthalt Hilfestellungen benötigen könnten.
Laut dem Gesetzgeber ist es grds. so vorgesehen, dass bei Antrag auf Pflegebedürftigkeit auf die Möglichkeit der Pflegeberatung hingewiesen werden soll. Ich habe mir gedacht, dass möglicherweise schon früher auf den Patienten zugegangen werden könnte.
Als Krankenkasse haben wir grds. innerhalb von 3 Tagen die Aufnahmediagnose. Wie können wir frühzeitig von einer möglichen Pflegebedürftigkeit erfahren, damit wir auf den Versicherten zugehen können ohne das Pflegepersonal unnötig zu belasten? Diagnosen eigenen sich doch eher schlecht?
Wer ist ein kompetenter Ansprechpartner? Die Mitarbeiter des Sozialdienstes? Was können wir tun, um diese zu entlasten - da wir sie ja ggfs. durch unsere Anfragen belasten?

Gruß Jule:innocent:
 
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Krankenkasse
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Jule80

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21.07.2009
47058
Hallo Käthe,

es geht um folgendes:

Wir sind ja seit dem 1. Januar zur Pflegeberatung "verpflichtet" worden. Bei meinen Überlegungen zur Ausgestaltung des Beratungsprozesses habe ich bemerkt, dass es grds. 2 Gruppen gibt, denen Pflegeberatung grds. helfen könnte. Dies sind auf der einen Seite die langsam alternden und diejenigen, die im Anschluss an einen akuten KHS-Aufenthalt Hilfestellungen benötigen könnten.
Laut dem Gesetzgeber ist es grds. so vorgesehen, dass bei Antrag auf Pflegebedürftigkeit auf die Möglichkeit der Pflegeberatung hingewiesen werden soll. Ich habe mir gedacht, dass möglicherweise schon früher auf den Patienten zugegangen werden könnte.
Als Krankenkasse haben wir grds. innerhalb von 3 Tagen die Aufnahmediagnose. Wie können wir frühzeitig von einer möglichen Pflegebedürftigkeit erfahren, damit wir auf den Versicherten zugehen können ohne das Pflegepersonal unnötig zu belasten? Diagnosen eigenen sich doch eher schlecht?
Wer ist ein kompetenter Ansprechpartner? Die Mitarbeiter des Sozialdienstes? Was können wir tun, um diese zu entlasten - da wir sie ja ggfs. durch unsere Anfragen belasten?

Gruß Jule
 
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Sr. Käthe

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03.04.2009
59505
:rolleyes: Jule

wie stern schon richtig sagt, pauschal kann man da nix sagen. Jeder Genesungsverlauf ist ja anders.
Ich sehe da auch keine andere Möglichkeit, als das Pflegepersonal nach Eingang der Diagnosen zum Zustand und Verlauf der Erkrankung zu befragen.
Ich glaube nicht, daß sich 3 Tage nach Eintritt des Akutfalls schon eine Pflegebedürftigkeit absehen läßt- immer abhängig von der Schwere des Falls, natürlich.
Hattest du überlegt, den Betroffenen quasi ne "Pauschalberatung" zu geben, wie : Ok, hier steht diese Diagnose, die kann diesen oder jenen Verlauf nehmen, und wenn Fall X eintrifft, haben Sie Anspruch auf folgende Leistungen..? Fänd ich jetzt auch nicht so schlecht, viele wissen ja gar nicht, welche Schritte unternommen werden können/müssen, und vielleicht beruhigt es Patienten/Angehörige ja auch, vorab schonmal Infos zu haben?

:blink: Nebenbei: Womöglich hab ich n Brett vorm Kopp- aber wofür steht bei dir
"grds." ? Kann mir das irgendwie nicht ableiten-- :rotwerd:

Gruß, Käthe
 
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Heiri78

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Zürich
Hallo Jule 80,

das Unispital Zürich (Direktlink zu der Seite mit den Berichten: UniversitätsSpital Zürich - Abteilung) gibt genaue Zahlen über z.B Krankheitsdiagnose und jeweilige durchschnittliche Aufenthaltsdauer pro Patient oder auch die Kosten an.
Dies halt nur Krankenhausintern und man sieht natürlich nicht wie nach Entlassung die Pflegebedürftigkeit aussicht. Es könnte allerdings vielleicht schon mal einen Anhaltspunkt geben, bzw. auch für deine Arbeit interessant sein. (Das Unispital Zürich ist recht gross und qualitativ sehr gut)
Ich weiss dies jetzt nur zufällig von diesem Krankenhaus, aber sicher gibt es auch deutsche die solche oder ähnliche Zahlen vorlegen.

Gruss vom Heiri78
 
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stern3007

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29.07.2005
Köln
grds soll wohl grundsätzlich heißen
Als Angehörige fände ich das sehr merkwürdig, wenn man mir schon eine Pflegeberatung aufs Auge drücken wollte, wenn noch überhaupt nicht feststeht, mit welchem Endergebnis man nach dem Krankenhausaufenthalt zu rechnen hat.

Angehörige sollten informiert werden, das sie Möglichkeiten haben Unterstützung zu bekommen. Alles andere wäre aber eine absolute Überforderung und könnte auch üble Ängste schüren, wenn theoretisch mögliche Szenarien angesprochen werden, die so garnicht eintreffen müssen.

Eine realistische Pflegeberatung kann erst erfolgen, wenn eindeutig erkennbar ist, in welchem Zustand der Patient das KH verlassen wird. Oft genug schließt sich ja auch noch eine Reha an in der sich extrem viel tun kann.

Welchen Endzustand der Patient erreicht erkennst du mit Sicherheit nicht an der Diagnose. Da spielen unendlich viele Faktoren eine Rolle.

Zudem frage ich mich, wer solch eine Pflegeberatung durchführen will? Die Krankenkasse mit ihren Sozialversicherungsangestellten? Oder stehen da medizinische Fachkräfte dahinter, die auch Ahnung von den Krankheitsbildern haben?

Ich möchte jetzt dein Berufsbild nicht negativ darstellen, ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass Sozialversicherungsangestellte keine Ahnung von der medizinischen Seite haben. Zumindest ist das meine persönliche Erfahrung nach mittlerweile 12 Jahren ambulanter Pflege.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
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Sr. Käthe

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03.04.2009
59505
:thumbsup2: ..ich sag ja- Brett vorm Kopp :rolleyes: ...
 
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Tina18

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22.07.2009
40235
Hallo,
Pflegeberatung finde ich sehr gut.Nur sollte man dabei die vielen verschiedenen Faktoren nicht ausser acht lassen.Z.B. Wie alt ist der Patient?Leb er zu Hause oder in einem Pflegeheim?Vorgeschichte ist auch sehr wichtig und natürlich die Diagnose.
Nur an Hand von Diagnosen kann man sowas nicht machen , weil man den ganzen Menschen mit allem drum und dran sehen muss.
Das optimale wäre, wenn man dabei alle, die diesen Menschen betreuen mit einbezieht. Schwierig , aber machbar.Nur das geht nicht von Heut auf Morgen.
LG
 
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Altenpflegerin
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Arbeitslos
Weiterbildungen
Weiterbildung zur Betreuungsfachkraft
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05.07.2001
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