Wundmanagement Pflege und Verantwortung

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Bayreuth78

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Hallo Zusammen!! Ich bin neu hier im Forum. 30 Jahre alt und Altenpfleger in der häuslichen Pflege. Hoffe, daß mir einige einen Rat geben können.

Folgendes: 96 jähriger Patient, Rechtsherzinsuff., PEG, kachektisch, starke Kontrakturen an Armen und Beinen, jetzt Bettlägerig.

Bei Herrn X mußte am 05.08.2008 nekrotisches Gewebe (L=3cm,B=3cm,T=2,5cm) am Trochanta li. chirurgisch entfernt werden, daß durch ein subcutanes Hämatom entstand. Es wurde im Vorfeld keine Dokumentation über die Entstehung dieser Schädigung geführt, als auch im nachhinein keine nachfolgende Versorgung.

Diese Wunde hat sich infiziert. Zudem bekam Herr X noch eine Bronchitis. Der Notarzt kam zum HB und hat ein Antibiotika u. Novalgin-Trpf. plus mehrmaliges Absaugen am Tag verordnet.
Am Dienstag darauf, lag Herr X im sterben. Er stöhnte, brodelte stark (gelblich-zähflüssiges Sekret) und der Blutdruck war kaum noch Meßbar.

Die Angehörigen haben die Betreuung und wollten keinen Notarzt haben. Herr X soll zuhause sterben. (Tochter ist KS).

Bin dann an diesem Tag ca. 6Std. vor Ort geblieben( Sterbebegleitung).
Herr X hat sich aber nochmal erholt. (bis zu 6 Einsätze am Tag gefahren).

Bronchitis ist von Tag zu Tag immer mehr abgeklungen und wir konnten den Pat. zum mobilisieren auf die Bettkante setzten bzw. sogar die GP (ca. 30min.) am Waschbecken durchführen.
Der Verbandwechsel wurde ebenfalls täglich unter möglichst sterilen Voraussetzungen durchgeführt.(Wunde mit Prontosan gereinigt, mit Nu-Gel und Kompressen austamponiert,Wundränder mit Lebertransalbe gecremt und das ganze mit 2 Kompessen u. Fixomull abgedeckt.
Die Wunde ist derzeit frei von Belegen und die Tiefe beträgt ´nur´ noch 0,8 cm. Durch den Hautdefekt wurde der Patient alle 2-3 Stunden auf einer vorhandenen Wechseldruckmatratze durch uns leicht rechts, auf den Rücken und 30 Grad rechts gelagert. Der Ha kam zum HB und hörte die Lunge ab. Herr X. hatte eine freie Atmung und der HZ ist auch in Ordnung. Über die stabilisierung des AZ freuten wir uns natürlich.

2 Tage später kam die Tochter (KS) und meinte, daß ihr Vater jetzt Durogesic 50 Pflaster alle 3 Tage benötigt u. übernahm die Versorgung dieser. Ihr Vater solle auch nicht weiter mobilisiert werden, sondern in Ruhe sterben.

Herr X ist seitdem total apathisch, lagert Wasser ein ( Händen u. Füßen), ist wieder verschleimt (schonatmung) und neigt zur Opstipation.
Da Pat. trotz absaugen eine vermehrte Schleimbildung hat, legt ihn die Tochter (bzw. sollen wir machen) immer 90Grad rechts. Dadurch hat sich jetzt innerhalb von 3 Tagen ein handgroßes Hämatom am re.Trochanta gebildet. Heute meinte sie, um dieses zu entlasten, müße ihr Vater 90 Grad auf die li. Seite (Wunde) gelagert werden.

Ich habe meine PDL über diese gegebenheiten informiert.
Sie meinte, wenn die Angehörigen die Betreeung haben und durch ihr ermeßen falsch handeln, dann könnten wir dieses nur schriftlich festhalten (dokumentieren) und sonst garnichts tun.

Wie seht ihr die Situation?

Danke für Eure Antworten im voraus


Gruß bayreuth
 
Qualifikation
ex.Altenpfleger
Fachgebiet
häusliche Pflege
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smily

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Hallo,

erstmal herzlich willkommen und Glückwunsch zur bis vor Tagen erfolgreichen Verbesserung bei Deinem Patienten.

Es macht mich recht nachdenklich, was die Tochter da so treibt- wohl wissentlich, daß es anders geht. Vielleicht kann sie sich auch nicht damit abfinden, daß es jemand besser gemacht hat oder sie ist einfach nur am Ende wegen der Pflege und möchte nur noch, daß es zu Ende ist oder, oder, oder...
Habt Ihr mal gefragt, warum und wieso sie so handelt? War das mit dem Pflaster mit dem HA abgeprochen?

Aber zurück zu Deiner Frage:
nein, Ihr könnt tatsächlich nichts tun. "Nur" dokumentieren und informieren bzw. das Gespräch suchen/aufklären. Und evtl. beim Amtsgericht vorsprechen wgen der Betreuung, wobei sie als Krankenschwester sicher irgendwie ihr Tun begründen kann, so daß für die sicher kein Handlungsbedarf besteht. Probierts einfach mal. Viel Glück!

LG smily
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Neurologie / Pflege
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