Innere Medizin Pflege in Schwerbehinderten-Heimen

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siggi

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15.02.2006
Heiligenhaus
Hallo, meine Stieftochter befindet sich in einem Heim für mehrfach schwerstbehinderte Bewohner. Darunter befinden sich ca. 60% der Bewohner im Wachkoma, 40 % haben andere schwerwiegende Behinderungen. Wenn sich aufgrund von chronischem Personalmangel Bewohner in Rollstühlen befinden, sind das eben diejenigen, welche sich nicht im Wachkoma befinden. Ich sehe kaum mehr hinnehmbare Benachteiligungen hins. Pflege und Mobilisierung der Bwohner, die komatös sind.
Frage: wer weiß, wie das in ähnlichen Heimen ist. Konzentrieren sich dort auch die Pflegekräfte auf die nicht komatösen Bewohner und, ist es üblich, diese beiden Behinderungsgruppen in den verschiedenen Abteilungen zu mischen?

Vielen Dank.
 
Qualifikation
Rentner/Betreuer
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S

siggi

Mitglied
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Themenstarter/in
15.02.2006
Heiligenhaus
Hallo, gibt es denn niemanden, der in einem Heim tätig ist mit Bewohnern im Wachkoma, gemischt mit solchen, die zwar schwerstbehindert, aber klar im Kopf sind ? Wie geschrieben, zu Lasten der Wachkoma-Bewohner im Heim meiner Stieftochter werden in erster Linie die Bewohner betreut, welche eben nicht im Koma sind. Während diese z.B. täglich im ROLLSTUHL sind, liegen zu oft die Komabewohner in ihren Betten. Es gibt bei knappem Personalbestand oft eben keine Zeit, auch die Komabewohner in die Rollstühle zu mobilisieren.

Ich hoffe darauf, dass noch eine Antwort erfolgt.
 
Qualifikation
Rentner/Betreuer
Fachgebiet
Essen
R

romana

Aktives Mitglied
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21.02.2008
Ostrach
Hallo Siggi !

Wir haben immer wieder Bew. im Wachkoma, momentan nur eine, aber die wurden selten in den Rollstuhl mobilisiert. Du hast sicher recht, wenn Du sagst, dass das Personal knapp bemessen ist und keine Zeit hat, aber es ist auch so, dass das Personal vorrangig schauen muss, bei wem was Sinn macht. Ein komatöser Bew. ist sehr dekubitusgefährdet, hält das Sitzen im Rollstuhl nicht lange durch. Ist der Bew. tracheotomiert und muss häufig abgesaugt werden, kann man ihn auch nicht weit weg fahren. Man kann auch im Bett Sinnesreize schaffen und die Gelenke bewegen, was mehr bringt, als einfach n den Rollstuhl setzen und nach zwei Stunden wieder reinsetzen.
Ich verstehe, dass es Dir wehtut, Deine Tochter nur im Bett liegen zu sehen, aber wenn Du sie besuchst, hat sie persönliche Zuwendung, erfährt Ansprache eines nahen Angehörigen und Du kannst Dich davon überzeugen, dass sie gut gepflegt wird. So hart es klingt, mehr bezahlen die Kassen nicht.

Ich wünsche Dir alles Gute und rate Dir, immer im guten Austausch mit der Pflege zu bleiben. Deine Tochter hat Glück, dass Du Dich trotzdem um sie kümmerst, die meisten Wachkoma-Pat. bei uns hatten sehr wenig Besuch , die meisten Angehörigen waren froh, dass sie sich nicht mehr kümmern mussten.

LG
romana
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
QMB
Weiterbildungen
Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
S

siggi

Mitglied
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Themenstarter/in
15.02.2006
Heiligenhaus
Hallo, Romana,
danke für die Ausführungen. Jedes Bett in der Abteilung kostet rd. € 7000,00/Monat,
egal ob für Wachkoma oder sonstige Behinderung. Da sehe ich es nicht ein, dass vorrangig für die geistig fitten Bewohner gesorgt wird zum Nachteil derjenigen, die sich im WK befinden.
Mich interessiert, wird das überall so praktiziert oder nur im Heim meiner Stieftochter, wobei ich meine, dass alles anders wäre, würden die Bewohner im WK in einer Abteilung zusammengefaßt.
Da es hier im Raum so wenige Heime für WK gibt, werde ich das wohl nicht hier über das Foreum erfahren.

Gruß, Siggi.
 
Qualifikation
Rentner/Betreuer
Fachgebiet
Essen
D

dieKathi

Mitglied
Basis-Konto
19.01.2007
Bietigheim
Hallo sigi,

ich arbeite zwar nicht mit Bewohnern im Wachkoma, aber in einem Wohnheim für schwerst-mehrfachbehinderte Erwachsene, das jedoch vom Klientel her letztlich durchmischt ist.

Bei uns ist es eher so, dass die Menschen mit schwererer Behinderung und höherem Pflegeaufwand mehr Zeit und Zuwendung bekommen. Also ein Ungleichgewicht auf die andere Seite hin entsteht.

Wir versuchen immer wieder, ganz bewußt gegen zu steuern, was aber nicht immer in dem Maße gelingt, wie wir das gerne hätten. Zeit steht nun mal immer nur einmal zur Verfügung und man muss sich ständig neu entscheiden, wie, wo und für wen man sie einsetzt.

In der Regel fällt die Entscheidung dann für den Hilfebedürftigeren aus in der Hoffnung, dass der Selbständigere trotz seiner Behinderung auch allein halbwegs zurecht kommt.
Optimal ist das nicht und führt auch beim Pflegepersonal zu Frustration. Deshalb auch immer wieder die Reflektion und das Gegensteuern bei uns.

Ob dir das geholfen hat? Es trifft nicht so ganz deine Frage. Aber vielleicht trotzdem?

Viele Grüße,
dieKathi
 
Qualifikation
Wohnheimbetreuerin / Krankenschwester
Fachgebiet
Behindertenwohnheim
S

siggi

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
15.02.2006
Heiligenhaus
Hallo, dieKathi,
danke für die Mühe der Schilderungen. Ja, so ganz trifft es nicht, weil in meinem Fall die nicht komatösen Bewohner so behindert sind, dass sie praktisch nichts selbst verrichten können. Nur, sie sind geistig wach bzw.weitgehend klar oder können sich verständlich machen. Und so dreht sich meist alles nur um sie, während komatöse Mitbewohner zu oft ganz in ihren Betten bleiben. Das, was ich am meisten im Heim höre ist: wir haben auch nur 2 Hände.
Ich muss wohl damit leben, eine Heim-Alternative, noch erreichbar für alte Leute, ist weit und breit nicht zu sehen.
 
Qualifikation
Rentner/Betreuer
Fachgebiet
Essen
A

Altenpflegel

Aktives Mitglied
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26.11.2006
50735
Hallo siggi,
Ich muss wohl damit leben, eine Heim-Alternative, noch erreichbar für alte Leute, ist weit und breit nicht zu sehen.
Vielleicht doch:
Clarenbachwerk Köln gGmbH

Das Haus betreut neben Schwerstbehinderten auch Wachkomapatienten, hat einen zweiten Kostenträger und somit einen besseren Personalschlüssel als die meißten anderen Heime. Menschen im Wachkoma werden dort -soweit ich weiß- regelmäßig mobilisiert und nehmen am Gemeinschaftsleben teil.

Gruß Altenpflegel
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Langzeit- Pflegeheim für körperbehinderte, junge Menschen; PA
S

siggi

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
15.02.2006
Heiligenhaus
Hallo Altenpflegel,
danke für die Alternative.
Meine Frau und ich sind beide 75 J. alt, nicht gesund. Da scheidet leider ein noch so gutes Heim aus, wenn es so weit von uns entfernt liegt. Das ist, neben langen Wartezeiten, das Problem, meiner Stieftochter eine genügende Pflege zukommen zu lassen.
 
Qualifikation
Rentner/Betreuer
Fachgebiet
Essen
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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