pflege in not

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B

Bobbel

Mitglied
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15.04.2002
Hallo Elisabeth,

Okay.

"Wir verlaufen uns mit unseren immer fantastischer werdenden Ideen, was ein Mensch wirklich braucht"
-Was braucht er, Deiner Meinung nach?

"Dabei liegt das einfache oft direkt vor einem"
-Was ist das Einfache?

"Und jeden Tag kommt eine neue Idee aus den Führungsetagen, wie denn gepflegt werden sollte, meist als Dienstanweisung"
-Was für Ideen zum Beispiel?

"Widerspruch wird im Keim erstickt"
-Gegen Was?

"Verändern muß sich das ganze System"
-In welche Richtung?

Gruß
Bobbel
 
Qualifikation
KS
Fachgebiet
verschiedene
H

Harry Plewa

Mitglied
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29.03.2002
69198
www.pflege.de
Hallo Bobbel,
ich finde deinen Denkansatz wichtig, einige der wesendlichen Begründungen für das Recht pflege als Beruf auszuüben ist es:
1) Die Förderung der Gesundheit
2) Schaffung von Wohlbefinden beim Patienten
3) Vermeidung neuer Erkrankungen
4) Unterstützung bei der Umstellung auf neue Lebensumstände
5) Die verrichtung von klassischen Pflegetätigkeiten wie waschen kleiden usw.

Inzwischen sind viele in der Pflege so wirtschaftlich eingestellt das sie lieber einen unbegründeten Katheter legen (die Infektion kann man ja behandeln) als die Gesundheit zu schützen.

Viele von uns handeln so wirtschaftlich, das sie die Aufklärung mal eben ganz streichen, macht ja der Arzt??????
Der sagt ist aufgabe der Pflege....

Wir handeln so wirtschaftlich, das trotz vorhandener Konzepte wie Kinestätik Bobath usw. hau Ruck Pflege betrieben wird von der wir wissen das die Gelenke der zu Pflegenden wie der Pflegekräfte dabei geschädigt werden und obwohl wir wissen das beide dabei Schmerzen haben!

Die Förderung von Gesundheit kommt bei vielen nur dann zu Tage wenn sie endweder über den rauchenden Kollegen, oder die dicke Patientin im Stationszimmer durchgehechelt wird.

Wir sind so Professionell wirtschaftlich geworden, das viele ihr Mitleid mit den Patienten gar nicht mehr wahrnehmen und dasn man bei einigen Gesprächen denken könnte man spricht mit einer Gruppe verhinderter Kaufleute.

Die Wahrheit dabei ist, das diese Wirtschaftlichen???? Vorgehensweisen nicht nur unehtisch und unmenschlich sind, meiner Meinung nach ein wichtiger Grund für die Unzufriedenheit des Pflegepersonals.
Nein es ist auch wirtschaftlich totaler Schwachsinn, der von Betriebswirten in die Pflege hineingetragen worden ist, beziehungsweise von Kollegen vertretten wird die einfach keine Lust haben (oder unfähig sind)neues dazu zu endwickeln bzw. die neuen Erkenntnisse die es gibt zu lernen und anzuwenden.
Deshalb finde ich die Fordbildungspflicht zentral, nur sie kann dazu verhelfen das alle Pflegenden nicht nur dazu verpflichtetsind sich weiterzubilden (das sind sie heute schon) nein sie gibt die Möglichkeit die Kliniken dazu zu bewegen Ausreichend Fordbildungen zu finanzieren und esgäbe einer Pflegekammer die Möglichkeit Fordbildungs unwillige auch von der Berufsausübung auszugrenzen.

Harry
 
Qualifikation
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Fachgebiet
Orthopädische Uniklinik Heidelberg
A

AGru

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29.04.2002
Hallo,
zu der Fortbildungspflicht habe ich die Frage, wie Du Harry, Dir das in der Praxis umgesetzt vorstellst? Eine Besserung der allg. pflegerischen Qualifikation und die automatische Umsetzung neuer Techniken und Modelle folgt doch nicht unbedingt durch eine solche Pflicht. Es sei vielleicht, ich setzte die Inhalte, in denen man sich fortbilden muß, ebenso fest. Doch die Gefahr besteht, daß sich Fortbildungsinhalte in der Praxis gar nicht durchsetzen, weil derjenige, der die Fortbildung besucht hat, nicht den Schneeballeffekt auslöst. Oder aber eine Gruppe die Inahlte nicht für gut erachtet, vielleicht sogar die PDL selbst. Wäre es die Aufgabe einer Pflegekammer, die Umsetzung zu überwachen?
Daß Dauerkatheter gelegt werden, nur weil es wirtschaftliche Zwänge es so wollen, kann ich mir persönlich nicht vorstellen, aber mir fehlen da evtl. Quellen. Wenn es wirklich so ist, dann haben wir den Einsatz wirtschaflicher Methoden verpeilt. Ich sehe wirtschaftliches Denken und Handeln als Mittel, unsere Kritiken und Wünsche (solche die Du und Bobbel angesprochen habt) besser gegenüber den Entscheidungsträgern darzustellen, und dadurch Änderungen bewirken zu können. Wie stellt Ihr Euch andere Möglichkeiten vor? Das Problem ist doch nicht, ob ma Pflege einen wirtschaftlichen Aspekt zukommen läßt, sondern vielmehr, wlche Instrumente sind geeignet, den bestehenden pflegerischen Aufwand so wirtschaftlich zu erfassen, daß er anderen Berufen und Entscheidungsträgern verständlcih dargestellt werden kann.
Ein Toilettentraining, daß Zeit und Personal mehr bindet als ein Dauerkatheter, ist sicher von unserer Seite zu bevorzugen. Dazu muß man aber doch begründen, warum man diesem Patienten ein Toilettentraining zukommen lassen will. Und was ist, wenn dieser Patient es selbst als besser empfindet, weil einfacher, einen Dauerkatheter zu tragen? Ist ein Toilettentraining dann noch zu vertreten, und lohnt sich dann noch der Einsatz von Personal und Zeit? Ich bin mir da nicht sicher. Durch wirtschaftliches Denken können wir uns evtl. auch vor eigenen erfolglosen Arbeiten schützen.
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Gastroenterologie/stv. Stationsleiter
H

Harry Plewa

Mitglied
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29.03.2002
69198
www.pflege.de
Hallo AGru,
also zum Thema Fortbildung.
Diese finde ich in Deutschland besonders Caotisch dann wird in vielen Kliniken mal hier eine Fortbildung zu Kinästetik dann mal eine zu Decubitus und dann mal eine zum Verbandswechsel angeboten.

Das sollte wesendlich besser geplant werden.

Dazu sollten die Fortbildungen sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren (evidenz based), über gut gesicherte Forschungsergebnisse sollte sich dnn auch nicht einfach jeder hinwegsetzen können!
Wir wären auch entsetzt wenn ein Busfahrer für sich entschließt das für ihn die Fahr mit dem Bus auch mit einem Reifenprofil von 0,1 mm ausreichend sicher ist.
Trotzdem begehen in Deutschland jeden Tag tausende von Vorsätzlichen gezielten nicht gerechtfertigten Körperverletzungen indem sie jegliche wissenschaftliche Erkenntnis über die Gefahren eines tranzuretalen Dauerkatheters einfach ignorieren, weil die arbeit dadruch leichter wird???? Man kann davon ausgehen das durch diese pflegerischen Eigenmächtigkeiten jährlich mehrere tausend Menschen vorzeitig getötet werden. In Deutschland!

Alle Professionell ausgebildeten Pflegenden wissen um die Gefahr einer demobilisierenden Pflege, aus organisatorischen und auch angeblich wirtschaftlichen Gründen wird trotzdem nicht aktivierend gepflegt.
Die folgen sind erwiesenermaßen höherer Pflegeaufwand, zunehmende Hospitalisierung, beschleunigung von Demenzerkrankung und Verstärkung von depressiven Erkrankungen.

Diese Beispiele sind nur ein kleiner Auszug: Meine These ausgebildete Pflegekräfte die diese und ähnliche Fakten einfach ignorieren schädigen massiv den Ruf der gesamten Pflege! Sie provozieren das Bild der Pflegekraft die gleichzusetzen ist mit einer Putzfrau.

Es ist nun einmal so das es kaum noch Berufe gibt in denen ein Lebenslanges Lernen überflüssig ist. Dies gilt in meinen Augen besonders für die Pflege. Wir haben nicht nur einen Dienstleistungsberuf, sondern einen Beruf der eine besondere Fürsorge verlangt um diese Fürsorge leisten zu können müssen wir uns auch den besonderen Anforderungen stellen die dies mit sich bringt.

Jetzt ist aber gerade der Mensch zwar besonders oft Gegenstand der Wissenschaftlichen Forschung, aber seine Wesen uns sein ist eben so Komplex das immer neue Erkentnise dazuegewonnen werden, die auch immer neue Verhaltens und Vorgehensweisen erforderlich machen, jemand der sich solchen Prozessen nicht stellen mag sollte zumindes keine Verantwortlichen Funktionen in der Pflege ausführen dürfen.

Die Praxis sollte so aussehen das, es bestimmte von einer Pflegekammer ausgewählte pflichtlektüren gibt, und dazu sollten, wie in vielen Ländern der Welt schon heute üblich, regelmäßige Fortbildungen die auf das jeweilige Fachgebiet abgestimmt sind besucht werden, Inhalte dieser Fortbildung sollten auch überprüfungen über das Verständnis der Fortbildungsteilnehmer sein, das ganze sollte dann aber nicht im Rahmen einer (akademischen Prüfung) sondern in darstellung von praktischen Abläufen bestehen.

Das allte Prinzip mit den Multiplikatoren ist natürlich nicht geeignet veränderungen in der Teamarbeit auf dauer herbeizuführen. Nieman kann erwarten das ohne Weisungsbefugnis, ohne Pädagogische Ausbildung und meist auch ohne geeignete Rahmenbedingungen wie Fortbildungszeit und unterstützung durch die Pflegedienstleitung ein Mitarbeiter nach einer kurzen 2 oder 3 tägigen Fortbildung das Stationssystem verändert. Der Ansatz ist einfach nur naiv!

Deshalb gerade die Forderung nach Systematischen Fortbildungen, un wenn größere Veränderungen anstehen wie einführung von Pflegevisite oder Einführung von Bobath oder Affolter Konzept. Dann muss das ganze Team gezielt Fortgebildet werden! Dann einen oder zwei Mitarbeiter fortzubilden ist rausgeschmissenes Geld dieser Ansatz taugt nur dann, wenn man einen im Team hat und der Macht dann eine Trainerausbildung in dem einzuführenden Bereich. Dann schickt man das Ganze Team auf eine Grundausbildung und der Trainer innerhalb des Teams hilft dann bei Schwierigkeiten!

Der letze Punkt wie macht man es mit Patienten die lieber einen Katheter wollen. Nun der Wille des Patienten sollte uns der wichtigste Anhaltspunkt für unser handeln sein, denn es ist ja sein Leben.
Aber unsere Pflicht ist es ihn so aufzuklären das er soweit es eben geht die Konsequenzen unserer handlungen versteht! Und dann kann er mündig und aufgeklärt die Entscheidung treffen, sobald wir die Aufklärung nicht sauber durchführen ist es in meinen Augen Körperverletzung, genau wie eine ohne eine Willenserklärung durchgeführte Operation!

Wenn überhaupt ein Katheter sein muss in Deutschland werden wesendlich mehr Katheter Pflegepatienten gelegt als in Finnland der Unterschied zu den USA ist noch größer dort müssen Pflegekräfte mit einer Schadensersatzklage rechnen wenn sie einen unberechtigten Katheter legen. Die Konsequens ist eine höhere Lebensqualität und wesenlich weniger Infektionen.

Harry
 
Qualifikation
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Fachgebiet
Orthopädische Uniklinik Heidelberg
A

AGru

Mitglied
Basis-Konto
29.04.2002
Hallo Harry, danke für Deine genauere Erklärung. Das Fortbildungsverfahren, wie es auch in meinem Umfeld angewand wird, zeigt genau die Mängel auf, die Du beschreibst. Wir haben noch die Möglichkeit, Mitarbeiter zu Fortbildungen zu schicken. Leider vermisse ich immer wieder, daß die Mitarbeiter ihre neu gewonnenen Inhalte an andere weitergeben, sei es in der Praxis oder auch in einer Mitarbeiterbesprechung. Es kommt kein Schneeball ins Rollen.
So stelle ich mir die Lösungsvorstellung deinerseits auch als gute Methode vor, Neurungen in die Breite der Kollegen weitertragen zu können. Momentan bleibt eine Fortbildung zumeist eine reine persönliche Erfahrung. Ganz zu schweigen von denen, die man gar nicht zu Fortbildungen hinbekommt, weil sie.. nicht wollen. Ein gewisses Maß an Zwang scheint da vonnöten zu sein.
Das bringt mich wieder zurück zum Ausgang dieser Diskussion. Der Transfer von neuen pflegerischen Inhalten, welcher Richtung auch immer, scheint nicht richtig zu funktionieren. Wobei auch vieles noch in der Diskussion steht. Jedes mal wenn ich eine Fachzeitschrift durchblättere, fallen mir wieder neue Erkenntnisse und Modelle ins Auge. Ich bekomme manchmal das Gefühl, das die theoretische Pflege der praktischen in den Einrichtungen zu weit voraus ist, während die Praxis bei steigender Arbeitsverdichtung und einem Wandel in den Strukturen und Kulturen krampfhaft und machtlos versucht, das bestehende in der Pflege in die 'neue Zeit' hinüber zu retten. Der Druck von anderen Seiten wird in diesen Zeiten größer, und ich empfinde unsere Berufsgruppe als nicht ausreichend darauf vorbereitet, um sich gegen diesen Druck effektiv und auch pflegerisch zukunftsorientiert zu wehren, so daß am Ende möglichst eine neue Profession herauskommt, die Pflege.
So motivierend ich viele Dinge, die mit der Pflege passiert, auch empfinde, so aufgeblsen und verwirrend kommt das ganze mir manchmal vor.
Wir sollen und wollen in die Zukunft blicken, haben aber nicht einmal ein einheitliches Bild von dem, was Pflege ist und macht. Wo sind die Grenzen unseres Tuns, innerhalb derer wir uns bewegen, uns selbstbewußt und sicher fühlen können. Damit wir einen Punkt haben, von dem man dann mit Kraft und Elan in die Zukunft blicken kann?
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Gastroenterologie/stv. Stationsleiter
H

Harry Plewa

Mitglied
Basis-Konto
29.03.2002
69198
www.pflege.de
Das Wissenschaftliche Erkenntnisse erst Jahre oder auch Jahrzehnte nach ihrer entdeckung in der Praxis angewand werden ist in fast allen Fachgebieten normal!
Aber gerade in so verantwortungsvollen Aufgabengebieten wie der Pflege ist es wichtig das wir ein oder mehrere Konzepte für die Implementierung von Pflegewissen entwickeln.

Es gibt aber zugegebenermaßen Pflegewissenschaftler die sich schon sehr weit von der Realität der Pflege im hier und jetzt entfernt haben, aber auch das kann vorteile haben, mal etwas poetischer gesprochen.

Manche Dinge werden erst klar wenn man wie der Adler über den Bergen die Dinge im Überblick sieht, und dazu muss man auch mal versuchen zu fliegen. Aber das ist meiner Meinung nach die Aufgabe von einigen wenigen.

Wichtig ist das wir genügend Fachleute in Deutschland haben die für sich und für Ihre eigene Pflegesituation in Ihrer Einrichtung Ideen für die Weiterentwicklung der Pflege haben oder entdecken, dabei können manchmal auch scheinbar abgehobene Pflegetheorien eine große Hilfe sein.

Viele gute Konzepte tauen in vielen Situationen überhaupt nicht! Bei manchenTeams ist es Unsinn Kinästetik einzuführen, bei manchen ist Bobath nicht zu realisieren. Eine genaue Bedarfsbestimmung muss allen Fortbildungs und Organisationsänderungen vorangehen.

Und dann kann man gezielt geeignete Schritte einleiten, bei sehr festen Teams sollte man zuerst einmal Kleinigkeiten verändern und so die Angst vor Veränderungen abbauen. Bei anderen Teams kann man direkt in die vollen Gehen und ganze Konzepte Einführen. Eine Annäherung ist dabei desto höher die Belastung desto kleiner die Schritte. Je weiter weg die letzte echte Veränderung desto schwerer neue Veränderung. Aber auch das kann von Team zu Team unterschiedlich sein. Wenn du etwas tun willst würde ich dir raten finde heraus was dir liegt, dann mach für dich eine Fortbildung, kann auch mal ein Buch sein - ich lese gern zuerst ein Buch und gehe dann auf eine Workshop.
Und dann setzte ich für mich diese Dinge um, meine Erfahrung damit ist, das die Patienen begeistert sind und das macht die Kollegen neugierig, das klappte nicht von Anfang an aber immer besser!
Viel Erfolg Harry
 
Qualifikation
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Fachgebiet
Orthopädische Uniklinik Heidelberg
B

beppo

Hallo zusammen,

für mich ist der wichtigste Schritt für Veränderugen:

Qualitätsmanagement und Kontrollen unserer Arbeit.
Die beste Fortbildung macht sonst keinen Sinn.
Fehler müssen an Ort und Stelle korrigiert werden. Notfalls mit auf die Finger klopfen.

Im übrigen: Meine Bitte an Alle: Wer nicht bereit ist, in den DBfK oder Ver.di einzutreten, muß sich fragen lassen, wie ernst seine Kritik am deutschen Pflegesystem ist. Oder anders ausgedrückt: dieses ständige Lamentieren nervt viele, wenn ich nicht zu Konsequenzen bereit bin. :mad:
 
H

Harry Plewa

Mitglied
Basis-Konto
29.03.2002
69198
www.pflege.de
Mehr Kontrolle führt nicth zu besseren Arbeitsergebnissen, und jemanden auf die Finker zu klopfen; "ganz früher nahm man ja die Peitsche" ist eine Absolut uneffektive Form für die Arbeitsverbesserung.

Ich für meine Teil binschon seit fast 15 Jahren bei der Gewerkschaft, mein Mitgliedsantrag beim DBfK schein nun schon das dritte mal verschlampt worden zu sein, das reicht!

Besser ausgebildete Pflegekräfte bringen auch mehr Leistung. die von dir Vorgeschlagene Vorgehensweise ist die dieseit 80 Jahren mit abnehmenden Erfolg praktiziert wird.
Was nützt es den ohne Ausbildung arbeitetden Pflegehilfskräften schon wenn man ihnen auf die Finger klopft weil sie die arbeit schlecht oder gar nicht beenden? Solange sie nicht die Fähigkeit erwerben können gut und schnell zu arbeiten ist das nur eine reine Abwältzung der Verantwortung von den Chefs auf die Hilfskräfte!

Harry
 
Qualifikation
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Fachgebiet
Orthopädische Uniklinik Heidelberg
B

beppo

hallo harry,

ich spreche nicht von pflegehilfskräften. in meiner umgebung (intensiv) arbeiten keine.

ich meine bestimmte zentrale bereiche unserer arbeit, wo es keine diskussion geben kann, was richtig oder falsch ist:
Beispiel :tongue:flegerische Dokumentation
Bei manchem Pflegebericht fragt man sich doch, wer hat hier was eigentlich gelernt hat. Dabei bin ich mir sicher, es ist gar nicht so schwierig, es richtig zu machen. Man muß es trainieren, in der Praxis mit Anderen. Doch wie sieht die Realität aus:

Bloß niemanden draufansprechen, wir sind ja Profis.
Ich reg mich jetzt noch auf, wenn ich an den Unterricht zu Dokumentation denke. Kurz soll er sein, sachlich usw. usw. Kein Mensch hat einem aber gesagt, was das tatsächlich bedeutet. Und zwar in Wort und schrift bedeutet.

Beispiel: Hygiene
Schau dir manche fast gar hysterischen MRSA-Diskussionen in pflegeforen an. Als ob viele zum aller ersten mal im leben davon hören. Denken doch gleich an Hepatitis oder noch schlimmer, igitt Aids.
Und kriegen vor lauter Aufregung gar nicht mit, welche Bedeutung die Händedesinfektion(die richtige natürlich) in dieser Hinsicht hat.

Hier meine ich, müßten dringend Kontrollen gemacht werden. Bei allen Diskussionen wird leider vergessen, daß der Patient im Mittelpunkt steht. Im Dienstzimmer tolle Vorträge, und beim Patienten darf dann nachher jeder grad so pflegen, wie es ihm oder ihr einfällt. Der Mensch hat dann keinen Namen mehr, Informationen fallen dann auch weg - zu wenig Zeit-Handschuhe werden nicht angezogen oder aber nicht mehr ausgezogen, und zwischendurch natürlich feinsäuberlich sämtliche Tuben, Drücker usw. betatscht. Wie gesagt ich bin in dieser Hinsicht kein sonderliches Vorbild. Nur ich bin überzeugt:

Das notwendige Handling erlerne ich nur vorort und zwar von Anderen.

Ich könnte jetzt noch weitermachen mit Arbeitsplatzorganisation.
Hat hier irgendjemand ein Auge drauf, wer hier wie oft unötigerweise über die ganze Station rennt? Hinterher sind alle abgehetzt und es heißt: soviel Stress.Wieso kuckt hier niemand genauer hin - ich verstehe das nicht.

Ein Onkel (BWLer bei einer Autofirma) kam öfters zu einem KrankenBesuch in mein Krankenhaus.
Er war gelinde gesagt sehr überrascht über die üppigen Frühstückstafeln des PP und meinte:
Hier könnte ich im Handumdrehen einige Stellen streichen. Und der Hammer von ihm: Ihr würdet es gar nicht merken.

Ich fürchte ich habe mich mit meinen Äußerungen nicht gerade beliebter gemacht.
Eins noch zum Schluß: Ich lege wirklich Wert auf die Feststellung, daß ich kein Superpfleger bin, vielleicht sogar nicht mal ein guter.
Nur ich wehre mich, wo ich kann, wenn ich Pflegepersonal sehe, das sich mit einer Hingabe ins Lamentieren und Echauffieren begibt, daß man ihnen am liebsten zurufen würde:

Hebt Eure Energie und Kraft für die Pflege des Patienten auf!

Soviel fürs erste, grüße
joe.
 
S

Simon Joerg

Mitglied
Basis-Konto
27.03.2002
Bin da ähnlicher Meinung wie Beppo. Man sollte dieses aber im Krankenhausbereich lassen und nicht auf andere Bereiche (Altenheime) übertragen. Was man so liest, sieht es da schlimmer aus....
Zu dem Thema DBfK und verdi kann man wohl ein eigenes Forum aufmachen. Vorsichtig formuliert passiert da soo viel ja auch nicht. Wobei ich wg. meiner obigen Einstellung auch noch nicht soviel erwarte.
 
Qualifikation
Krankenpfleger Student der Pflegepädagogik
Fachgebiet
Krankenpflegeschule
H

Harry Plewa

Mitglied
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29.03.2002
69198
www.pflege.de
Hallo Beppo,
ich bin auch nicht fürs Lamentieren, sonst würde ich wohl auch keine Konkreten verbesserungsvorschläge machen, oder?
Aber zu deinen Punkten Du beklagstdie teilweise unfähigkeit die Dokumentation ordenlich zu führen, und deine Gedanken sind richtig es ist schwer für jemanden der gelernt hat zuzugeben "das kann ich nicht!" und es wird mit jedem Tag Berufserfahrung noch schwerer!

Gerade deshalb sind dann doch regelmäßige überprüfungen der lern und Leistungsfähigkeit wichtig! Wenn es für jeden auf der Station normal ist zu leren dann ist es für jeden auch normal, das es weis das keiner alles kann.

Auf der FH haben wir regelmäßig Diskussionen bei denen dann auch den Prof. ihre Wissenlücken aufgezeigt wird! Obwohl sie täglich mit wissbegierigen Studenten zusammen sind und allein dadurch ihr Wissen ständig erweitert wird.

Das ist ja gerade einer meiner zentralpunkte die Pflege muss aktuell bleiben, einer der Pflege nach dem Wissen von 1950 pflegt, pflegt zu gefährlich!

Andererseit ist die Situation auf Intensivstationen wohl kaum representativ für die Pflege. Die Ausbildung ist meist wesendlich besser die Zuweisung zu den Patienten ist vorhanden und die Dokumentationssysteme sind auch fast immer auf einem zumindest ausreichenden Standart. Die realität in der restlichen Pflege sieht aber anders aus.

Aber auch für die Intensiv gilt für mich daswohl irgendetwas falsch laufen muss wenn so viele lamentieren bei euch. Wenn wirklich alle fachlich so sicher sind, was du und ich ja bezweifeln.

Wie du es beschreibst würde ich mich zuerst fragen: Warum traut sich bei uns eigendlich niemand eine Wissenslücke zuzugeben?
Wenn ihr wirklich in einer Arbeitssituation seit in der man die Arbeit gut und locker bewätigen kann, warum lamentieren dann so viele deiner Kollegen?

Deine Argumentation das man das notwendige Handling am besten vor Ort lernt ist alt, ich weis nicht ob sie allgemein richtig ist. Richtig für mich scheint aber zu sein das in einem Team wie du es beschreibst keiner vom anderen lernt! Wie denn wenn ich keine Wissenslücken offenbaren kann wird mir auch keiner eine Antwort auf meine offen Fragen geben.....

Ich denke soein Team braucht dringend Fordbildung und das vor allem in dem Bereich wie lernen wir Fehler von anderen zu akzeptieren, Fehler zuzugeben, andere zu ermutigen, und gemeinsam Quellen für Wissen ausfindig zu machen, in den Bereichen, in denen keiner von uns einen Plan hat, auch die gibt es ja!

Ich denke die zwei Hauptgründe für Lamentieren sind gerade Über- oder Unterforderung meist in einer Kombination.
Das dann das Frühstück reichlich ausfällt finde ich nur logisch den ich hätte in einem solchen Team große Angst mit der Arbeit anzufangen sobald ich nicht weis was ich tun soll habe ich ja auch niemanden der mir hilft.....
Ich würde in einem solchen Team warscheinlich versuchen nur noch zu Frühstücken damit ich nur ja nichts falsch mache! Nur so eine Vermutung von mir.....

Nein jeder der in der Pflege arbeite hates mit dem der komplexesten Etwas, zu tun das wir auf der Erde kennen. Und es werden täglich neue Dinge entdeckt, auch wenn du Theorie vieleicht nicht magst, werden täglich neue Dinge daran entdeckt und die lernt ihr in eurem Team nicht, ohne das sie von außen kommen, auch wenn ihr sie dann an die Situation in der Arbeit anpassen müsst! Jeder muss bei der Arbeti dazulernen Routine entwickeln und sein Arbeitswissen verfeinern die Techniken optimieren. Das nent man dann Meisterschaft, und gerade in der Pflege kann esgar nicht genug Meister geben!

Leider haben wir nur zu viele die nach der Ausbildung schnellversucht haben was anderes zu machen oder gar nicht mehr dazuzulernen.

Harry
 
Qualifikation
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Fachgebiet
Orthopädische Uniklinik Heidelberg
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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