Innere Medizin Pflege in Heimen

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siggi

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Hallo, meine komatöse Stieftochter befindet sich in einer von 3 Abteilungen für mehrfach schwerstbehinderte Bewohner eines großen Altenheimes. Die Pflege leidet seit langer Zeit unter chronischem Personalmangel sowohl auf Seiten der Pflege, wie auch der Therapie. Was mich ganz besonders stört ist, dass sich die Pflege in großem Umfang auf 4 Bewohner( von 14 in der betr. Abteilung ), konzentriert, weil diese zwar sehr behindert, geistig aber völlig klar sind. Manchmal würde ich mir für meine Stieftochter so viel Pflege wünschen, wie z.B. für das Anzünden und Darreichen von Zigaretten für eine Bewohnerin, die ihre Arme u. Hände nicht bewegen kann, aufgewendet wird. Meine Stieftochter sitzt z.B., wenn sie denn mal in den Rollstuhl mobilisiert wird, über 4 Stunden im Rollstuhl, ohne dass sie ein wenig umgelagert wird oder jemand nachsieht, in welchem Zustand sich die Windel befindet. Dafür ist keine Zeit vorhanden.

Meine Frage geht dahin, ob es richtig sein kann, 10 Bewohner im Wachkoma mit 4 Bewohnern, wie oben beschrieben, in einer Abteilung zusammenzufassen und zu pflegen, so dass es in der Pflege zu solchen Verwerfungen kommt (es wäre durchaus möglich, mit komatösen Bewohnern der anderen Abteilung eine solche mit ausschließlich im Wachkoma befindlichen Bewohnern zu bilden. M.E. kann es nicht angehen, dass sich die Pflegekapazität derart krass auf eine Minderheit in der Abteilung konzentriert. Um so mehr nicht, als alle rd. € 7000,00/MOnat zahlen müssen.

Vielleicht kann mich ja jemand davon überzeugen, dass das alles seine Ordnung hat?
 
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pegean

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AW: Pflege in Heimen

Hast Du schon mit der WBL /PDL / HL gesprochen ?

LG
 
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siggi

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AW: Pflege in Heimen

Hallo, pegean,
ein anderer Angehöriger hat sich beschwert. Ergebnis: Heimleitung meint, man habe ihn nicht geholt, er könne mit seiner Tochter ja in ein anderes Heim gehen. Spricht man die PDL an und rügt irgendwas, grüßen am nächsten Tag selbst die Pflegekräfte nicht mehr (stand sogar im Bericht des Ersatzgremiums über eine Sitzung. Es gibt weit und breit nur noch 1 weiteres Heim für Menschen im Wachkoma. Und das soll lt. MDK-Beurteilung noch schlechter sein.
Aber: ich wollte ja eigentlich nur wissen, ob diese Mischung von komatösen und nicht komatösen Bewohnern mit viel mehr täglichem Hilfebedarf zum gleichen Preis die Regel ist oder nicht. Während z.B. alle komatösen Bewohner der Abteilung in den Betten liegen, sausen die nichtkomatösen Bewohner in den Fluren herum. Das klann m.ER. nicht sein.
Gruß, siggi
 
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nofretete

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AW: Pflege in Heimen

Also im Gegensatz zu vielen anderen finde ich "gemischte Stationen" sehr sinnvoll. Gerade für Klienten im Koma/Wachkoma sind "normale" Tagesgeräusche durchaus empfehlenswert, niemand weiß ja im Endeffekt wirklich, was alles noch aufgenommen/verarbeitet wird.
Und Sie schreiben, das das andere Heim wohl noch schlechter ist. MdK kann zwar eine Richtlinie sein, trotzdem würde ich empfehlen mal dort reinzuschauen. Vielleicht ist es ja dort so, wie sie sich das für ihre Stieftochter eher wünschen?
Und naja bei uns ist auch mit Personal sehr knapp bemessen, aber trotzdem versuchen wir doch jedem die gleiche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Natürlich sind diejenigen, die ihre Wünsche noch äußern können immer irgendwie im Vorteil. Kämpfen sie bitte weiter für ihre Stieftochter, denn sie hat ja nur ihre Stimme und die ihrer Frau. Zur Not mit ner Anzeige.
 
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pegean

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AW: Pflege in Heimen

@siggi :
Hier kann Dir geholfen werden :
Pflegeselbsthilfe, Aktivitten

@nofrete :
"gemischte Stationen"
Wie oft aber akzeptieren alte Menschen im Heim nicht diejenigen die eben nicht mehr ins normale Bild passen ."Zu den Alten da setz ich mich nicht hin " (obwohl selbst 85 J.)" Sorgen Sie dafür daß diese Verrückte nicht an meiner Tür klopft " und und .....
Sie können sehr "grausam" sein und diejenigen die durch Krankheiten /Behinderungen eben nicht mehr verstehen warum sie abgelehnt werden leiden oft unter der Nichtbeachtung bzw. der Zurückweisung.
Wir haben sehr gute Erfahrung mit einen offenen Geronto-WB gemacht .Hier können die Menschen schreien ,sich da hinlegen wo sie wollen ,beim Essen richtig "matzen" , sich zig mal umziehen bzw. einen Kleidungsstil pflegen der bei anderen "normalen" Bew. prompt Entsetzen hervorrufen würde.

LG
 
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thorstein

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AW: Pflege in Heimen

Und naja bei uns ist auch mit Personal sehr knapp bemessen
Aber bei euch kostet ein Heimplatz auch keine 7000 Euro!

Als Betreuer würde ich mich darauf konzentrieren, welche Leistungen meiner Betreuten zustehen bzw. wo der Bedarf liegt. Wer legt den Bedarf aber fest? Dafür sollte es eine Pfegeplanung geben. Zum Beispiel 2x täglich Mobilisation in den Rollstuhl für 2h. Diese Leistungen sind dann auch gezielt einzufordern und dürfen auch nachgeprüft werden. Ansonsten Beschwerde einlegen.

Grundsätzlich wird die beste Versorgung erreicht, wenn möglichst oft Angehörige vor Ort sind. Ziel sollte aber ein Miteinander mit den Pfegekräften, eine gegenseitige Unterstützung sein. Keinesfalls ist es Aufgabe der Angehörigen, die Pflegezeiten verschiedener Bewohner gegeneinander aufzurechnen. Da würde ich mich als Betreiber und als Pflegekraft auch wehren.

Grüsse
 
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nofretete

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AW: Pflege in Heimen

Ja diese Stänkerer gibts bei uns wohl auch, aber nicht so oft. Hier ist die Regel eher das Bew. , die noch ganz gut können die im Rollstuhl vom Speisesaal in die Zimmer bringen, auch mal nen Getränk nachschenken, oder auch uns bescheid geben, wenn derjenige nicht mehr richtig sitzt.
Aber eigentlich wollte ich eher damit sagen, dass gerade Bew. die im Koma oder Wachkoma liegen, diese "normalen" Tagesgeräusche hören sollten. Ob es im Endeffekt was bringt, weiß ich natürlich nicht.
 
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