Pflege eines Nephrostomiekatheters

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elkediegute

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03.04.2006
08056
Hallo, ich habe folgendes Problem. Ich arbeite in dem Qualitätszirkel unseres Hauses mit. Das nächste Thema, welches wir behandeln ist die Pflege eines Nephrostomiekatheters. Ich bin zwar examinierte AP aber bei meiner Ausbildung war das noch kein Thema. Ich habe nun schon in den verschiedensten Pflegebüchern nachgelesen aber nicht wirklich etwas dazu gefunden. Kann mir jemand beschreiben auf was man bei der Pflege eines solchen achten muss? :sad: Danke, Elke
 
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Altenpflegerin
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Karo_9

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17.02.2006
Lübeck
Hallo Elke,
erstmal wäre wichtig zu schauen, ob es sich um eine kurzfristige oder um eine Dauerableitung handelt. Die Nephrostomiekatheter unterscheiden sich insofern, als das sie sich entweder blocken lassen oder sie angenäht sind. Von der Pflege selbst ist keine Unterscheidung zur Pflege von einer suprapubischen Blasenfistel zu machen. Allerdings muss das Pflegepersonal darauf achten, dass ein regelmäßiger Urinfluß vorhanden ist. Beobachtung von Druck oder Schmerzsymptomatik in der Niere oder auch auftretendes Fieber können auf eine Verstopfung mit weitreichenden Folgen hinweisen. Eine mögliche Verstopfung kann durch kleinste Koagel oder Eiweißflocken ausgelöst werden, allerdings auch wenn der Nephrostomiekatheter disloziert worden ist. Daher Bilanzierung, Beobachtung Urin auf Aussehen, Beimengungen und Geruch(Dokumentation). Ist ein Nephrostomiekatheter verstopft, gehört es in den ärztlichen Bereich Entscheidungen über die weitere Therapie zu treffen. Genauso gehört es in seinem Bereich die Fistel eventuell wieder ins laufen zu bekommen. Man könnte den Nephrostomiekatheter zwar anspülen mit NACL, man sollte aber wissen, dass ein anspülen des Katheters auch zur Ruptur des Kelchsystems führen kann und auch ein unterbrechen eines geschlossenen Systems darstellt (Infektionsgefahr daher wenn, ärztliche Tätigkeit). Jede Manipulation (ob gewollt oder ungewollt) sollte per Röntgen kontrolliert werden. Wann ein Wechsel zu erfolgen hat, entscheidet 1. Dderjenige, der den Katheter eingelegt hat oder 2. bei unvorhergesehenen Ereignissen wie Manipulation, Infekten etc.. In der Regel am Anfang im Abstand von 4 - 6 Wochen. im Einzelfall wird dann entschieden, ob diese Wechselfristen auch in einem längerem Abstand erfolgen kann.
Ich hoffe, dir damit einen ersten kleinen Hinweis auf die Pflege gegeben zu haben. Falls Du Fragen zu den unterschiedlichen Kathetern hast, kann ich sie Dir auch beatworten
MfG Karsten
 
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Fachgebiet
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elkediegute

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03.04.2006
08056
Hallo Karsten, recht vielen Dank. Das hilft mir schon weiter. Was ich mir noch nicht richtig vorstellen kann ist, wie erkenne ich, wenn der Druck zu hoch wird? Ich vermute über Beobachtung des regelmäßigen Urinabfluss - sprich Ein- und Ausfuhr und Schmerzangaben des Betroffenen?
MfG Elke
 
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Karo_9

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17.02.2006
Lübeck
Hallo Elke,
Deine Vermutung ist richtig, wobei auch ein Temperaturanstieg darauf hindeuten kann. Die Träger der Nephrostomiekatheter können aber auch unterschiedliche Schmerzsymptomatiken zeigen.Das geht über Rückenschmerzen bis zu Nierenkoliken. Pflegerische Fehler können aber noch auf unterschiedliche Weise auftreten in der Versorgung der Nierenfistel. Daher noch der Hinweis auf die Unterschiede der Katheter. Es gibt dabei Ballonkatheter und sogenannte Schüllerfisteln (bei Dauerableitung eher selten). Die Schüllerfisteln haben noch einen Verschlusshahn , der bei Ablauf immer senkrecht und nicht quer stehen muss. Auch die Ballonfisteln können Unterschiede aufweisen, wobei es hier welche gibt, bei denen der Blockungskanal und der Steckkonus für die Urinbeutel abnehmbar sind. Daher wäre es von hoher Bedeutung voher zu wissen, um welche Ableitung es sich aus der Niere handelt, um die Risiken einer Diskonektion und Schmerzen bei dem Patienten zu verringern.
Viele Grüße
Karsten
 
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Lehrer für Pflege
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Gesundheits-und Krankenpflegeschule
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elkediegute

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03.04.2006
08056
Danke Karsten, wir hatten heute den Qualizirkel, alle Mitarbeiter haben etwas beigetragen. Dank Deiner Unterstützung wurde für uns die Sache "plastischer". Unser Pflegestandard wird nun nochmals von einem Fachmenschen geprüft und dann haben wirs. Nochmals vielen Dank.
 
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Altenpflegerin
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05.07.2001
www.pflegeboard.de
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