Personalschlüssel, schlechte Besetzung, mangelhafte Dienstplanung

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nurse2020

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Hallo zusammen,

ich arbeite als Aushilfe in einer Intensivpflegeeinrichtung für beatmete Kinder in einem sehr großen und bekannten Unternehmen.
Ich arbeite dort neben meinem Studium auf 450 € Basis, d.h. ich bin sehr selten im Monat dort und ich bin auch erst seit fast 4 Monaten dort angestellt, also noch in der Probezeit. Seitdem ich dort arbeite, stelle ich jedoch fest, was für Missstände und was für eine hohe Mitarbeiterunzufriedenheit dort herrscht.

Ich ging davon aus, dass in solchen Einrichtungen ein 1:3 Pflegeschlüssel eingehalten werden muss und dass auch nur Fachkräfte mit einer 3-Jährigen Ausbildung dort arbeiten dürfen. Leider ist es so, dass die Besetzung dort meiner Meinung nach nicht rechtens ist.

Beispielbesetzungen (Anzahl der Patienten variiert manchmal, je nachdem ob ein Kind kurzzeitig zur Behandlung in eine Kinderklinik aufgenommen wurde):
Frühdienst mit 8 Patienten, zwei Fachkräfte und ein Pflegehelfer. Pflegehelfer übernimmt eigenständig Patienten.
Nachtdienst mit 7-8 Patienten mit zwei Fachkräften oder sogar eine Fachkraft und ein Pflegehelfer.

Hier mal ein Beispiel, warum ich so eine Planung für fahrlässig halte:
Letztens hatten wir einen Dienst, da war eine Fachkraft geplant, die zwei neue Fachkräfte einarbeiten sollte und ein Pflegehelfer. In diesem Dienst ist ein Kind reanimationspflichtig geworden und das war 10 Minuten, bevor ich Feierabend hatte. Wir haben zu zweit reanimiert, der Pflegehelfer wusste nicht, wie man reanimiert und war kaum in der Lage dazu, die Springertätigkeiten zu übernehmen, die einzuarbeitenden Kräfte konnten auch nichts tun, da sie nicht mal wussten, wo was ist oder wie der Ablauf in Notfällen ist. Die eine der beiden einzuarbeitenden Kräfte stand so stark unter Schock, dass sie stumm in der Ecke stand. Rufbereitschaft hatte eine der Leitungen und ihr wurde die Situation geschildert, aber sie kam trotzdem nicht mal in die Einrichtung, um die Kollegen zu entlasten sondern sagte nur, dass sie in Zukunft VERSUCHT, die Dienste nicht mehr so zu planen, was schon seit Ewigkeiten versprochen wird und nicht umgesetzt wird.
Wir wollen in Zukunft solche Dienste nicht mehr antreten, wenn die Besetzung so geplant wurde. Wenn wir bei Teamsitzungen darauf hinweisen, dass es einen 1:3 Schlüssel geben muss, dann wird behauptet, dass das nicht wahr ist.
Ich habe versucht zu recherchieren, wo der Pflegeschlüssel in so einer Einrichtung gesetzlich festgelegt ist, aber ich finde es nicht explizit in einem Gesetzestext, vielleicht recherchiere ich auch falsch. Da ich vorher nie in so einer Einrichtung gearbeitet habe, kenne ich mich nicht so gut damit aus. An wen kann ich mich am besten wenden, um solche Missstände zu melden? Heimleitung? MDK?
 
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Kinderkrankenschwester
Fachgebiet
Intensivpflege
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Lemon90

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Ist doch Alltag in der Pflege, wo ich vorher gearbeitet habe war ein 1 Pflegerhelfer für 20 Bewohner zuständig und 1 Pflegefachkfraft für 50 Bewohner und das mit Pflegegrad 3 bis 5. Damals hieß es, es läuft doch.
Aber wie und welchen zustände hat es keinen interessiert.

Wird auch in Zukunft schlimmer werden, weil viele Heime teilweise an Ausländische oder Inländische Investoren verkauft werden und die wollen Geld sehen.

Heimleitung und MDK kannst du vergessen solange die Bürokratie stimmt machen die garnicht und was wollen die auch machen? Wohin mit dem Kranken und Alten?
 
Qualifikation
Altenpfleger
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nurse2020

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Ist doch Alltag in der Pflege, wo ich vorher gearbeitet habe war ein 1 Pflegerhelfer für 20 Bewohner zuständig und 1 Pflegefachkfraft für 50 Bewohner und das mit Pflegegrad 3 bis 5. Damals hieß es, es läuft doch.
Aber wie und welchen zustände hat es keinen interessiert.

Wird auch in Zukunft schlimmer werden, weil viele Heime teilweise an Ausländische oder Inländische Investoren verkauft werden und die wollen Geld sehen.

Heimleitung und MDK kannst du vergessen solange die Bürokratie stimmt machen die garnicht und was wollen die auch machen? Wohin mit dem Kranken und Alten?
Ok, also es geht hier jetzt explizit um eine außerklinische Kinderintensivpflegeeinrichtung für beatmete Kinder und hier ist es ja gerade noch fahrlässiger, wenn man sich nicht an den Personalschlüssel hält und falsches Personal einsetzt.
Und naja, also wenn die Missstände an die richtige Stelle gemeldet wurden und dann doch mal was passiert, können die wenigstens nicht sagen, dass sie davon nichts wussten. Irgendwie muss doch interveniert werden, wenn sich nicht an das Gesetz gehalten wird und deswegen fast ein Kind zu Tode kam, wenn man das so sagen kann.. wäre ich als 2. Fachkraft nicht noch da gewesen, weiß ich nicht, wie das gelaufen wäre. Und es gibt dort noch viel mehr Dinge, die dort falsch laufen. Die Hygiene ist dort eine Katastrophe. Wir sollen so extrem sparen, dass wir angewiesen wurden, wirklich nichts wegzuschmeißen, auch kein Einmal-Material. Wir sollen z.B. mehrfach mit dem selben Katheter tracheal absaugen (was ich trotzdem nicht mache!), was ja eigentlich so steril wie möglich gemacht werden muss. Solche Patienten sind sowieso so anfällig für Atemwegsinfekte und dann sollen wir so handeln? Ich frage mich, wie man als Leitung davon Kenntnis haben kann und dann noch Nachts ruhig schläft.
 
Qualifikation
Kinderkrankenschwester
Fachgebiet
Intensivpflege
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Lulli1.0

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Die Frage ist ob man da wirklich Arbeiten will?

Ist die Beatmung nicht sogar das Goldgeschäft der Pflegedienstleistungen? Gerade wenn sie außerklinisch erfolgt?
 
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GuK
Fachgebiet
Anästhesie
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Lemon90

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Ok, also es geht hier jetzt explizit um eine außerklinische Kinderintensivpflegeeinrichtung für beatmete Kinder und hier ist es ja gerade noch fahrlässiger, wenn man sich nicht an den Personalschlüssel hält und falsches Personal einsetzt.
Und naja, also wenn die Missstände an die richtige Stelle gemeldet wurden und dann doch mal was passiert, können die wenigstens nicht sagen, dass sie davon nichts wussten. Irgendwie muss doch interveniert werden, wenn sich nicht an das Gesetz gehalten wird und deswegen fast ein Kind zu Tode kam, wenn man das so sagen kann.. wäre ich als 2. Fachkraft nicht noch da gewesen, weiß ich nicht, wie das gelaufen wäre. Und es gibt dort noch viel mehr Dinge, die dort falsch laufen. Die Hygiene ist dort eine Katastrophe. Wir sollen so extrem sparen, dass wir angewiesen wurden, wirklich nichts wegzuschmeißen, auch kein Einmal-Material. Wir sollen z.B. mehrfach mit dem selben Katheter tracheal absaugen (was ich trotzdem nicht mache!), was ja eigentlich so steril wie möglich gemacht werden muss. Solche Patienten sind sowieso so anfällig für Atemwegsinfekte und dann sollen wir so handeln? Ich frage mich, wie man als Leitung davon Kenntnis haben kann und dann noch Nachts ruhig schläft.
Ich weiß, aber wollte mal allgemein sagen, dass es Alltag ist in der Pflege egal welche Richtung. Bei uns wo ich arbeite, gabs mal wegen der Arbeitsbedingungen Pflegefachkraft mangel keiner hat sich beworben, unsere Einrichtung müsste Pflegefachkräfte aus Spanien, Türkei, Italien holen ca. 12 Leute war das, davon sind nur 2 geblieben, der Rest ist weiter ausgewandert nach Schweden, Schweiz, Kanada. Auch die Migranten sind nicht blöd und machen bei diesen unmenschlichen Arbeitsbedingungen nicht mit. Gerade Krankenpflege Berufe wie in Italien, Türkei & Norwegen haben mehr ansehen und man brauch dort Studium ist mehr medizinisch als Körperpflege nicht vergleichbar mit hier, da haben Krankenpfleger das Gleiche ansehen wie Ärzte.

Das System hier ist ansich Kaputt, bin auch bald weg von hier (;
 
Qualifikation
Altenpfleger
Flybee

Flybee

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Hallo zusammen,

ich arbeite als Aushilfe in einer Intensivpflegeeinrichtung für beatmete Kinder in einem sehr großen und bekannten Unternehmen.
Ich arbeite dort neben meinem Studium auf 450 € Basis, d.h. ich bin sehr selten im Monat dort und ich bin auch erst seit fast 4 Monaten dort angestellt, also noch in der Probezeit. Seitdem ich dort arbeite, stelle ich jedoch fest, was für Missstände und was für eine hohe Mitarbeiterunzufriedenheit dort herrscht.

Ich ging davon aus, dass in solchen Einrichtungen ein 1:3 Pflegeschlüssel eingehalten werden muss und dass auch nur Fachkräfte mit einer 3-Jährigen Ausbildung dort arbeiten dürfen. Leider ist es so, dass die Besetzung dort meiner Meinung nach nicht rechtens ist.

Beispielbesetzungen (Anzahl der Patienten variiert manchmal, je nachdem ob ein Kind kurzzeitig zur Behandlung in eine Kinderklinik aufgenommen wurde):
Frühdienst mit 8 Patienten, zwei Fachkräfte und ein Pflegehelfer. Pflegehelfer übernimmt eigenständig Patienten.
Nachtdienst mit 7-8 Patienten mit zwei Fachkräften oder sogar eine Fachkraft und ein Pflegehelfer.

Hier mal ein Beispiel, warum ich so eine Planung für fahrlässig halte:
Letztens hatten wir einen Dienst, da war eine Fachkraft geplant, die zwei neue Fachkräfte einarbeiten sollte und ein Pflegehelfer. In diesem Dienst ist ein Kind reanimationspflichtig geworden und das war 10 Minuten, bevor ich Feierabend hatte. Wir haben zu zweit reanimiert, der Pflegehelfer wusste nicht, wie man reanimiert und war kaum in der Lage dazu, die Springertätigkeiten zu übernehmen, die einzuarbeitenden Kräfte konnten auch nichts tun, da sie nicht mal wussten, wo was ist oder wie der Ablauf in Notfällen ist. Die eine der beiden einzuarbeitenden Kräfte stand so stark unter Schock, dass sie stumm in der Ecke stand. Rufbereitschaft hatte eine der Leitungen und ihr wurde die Situation geschildert, aber sie kam trotzdem nicht mal in die Einrichtung, um die Kollegen zu entlasten sondern sagte nur, dass sie in Zukunft VERSUCHT, die Dienste nicht mehr so zu planen, was schon seit Ewigkeiten versprochen wird und nicht umgesetzt wird.
Wir wollen in Zukunft solche Dienste nicht mehr antreten, wenn die Besetzung so geplant wurde. Wenn wir bei Teamsitzungen darauf hinweisen, dass es einen 1:3 Schlüssel geben muss, dann wird behauptet, dass das nicht wahr ist.
Ich habe versucht zu recherchieren, wo der Pflegeschlüssel in so einer Einrichtung gesetzlich festgelegt ist, aber ich finde es nicht explizit in einem Gesetzestext, vielleicht recherchiere ich auch falsch. Da ich vorher nie in so einer Einrichtung gearbeitet habe, kenne ich mich nicht so gut damit aus. An wen kann ich mich am besten wenden, um solche Missstände zu melden? Heimleitung? MDK?
Bitte nimm Dir ein Herz und wende Dich ganz offiziell an die örtliche WTG-Behörde (Heimaufsicht)! Die können und müssen etwas tun! Und wenn Dich der Arbeitsgeber dann nicht mehr lieb hat... EGAL! Du findest als Pflegefachkraft immer einen Job!
Ich bin selbst mal als Arbeitnehmer an eine dubiose sogenannte außerklinische Intensivpflegeeinrichtung geraten! Da kann man einfach nur melden und danach den Job wechseln!
Bleib tapfer!
Grüsskes
Flybee
 
Qualifikation
Qualitätsmanager im Gesundheitswesen
Fachgebiet
Gemeinnütziger Träger von Pflegeeinrichtungen
Weiterbildungen
Qualitätsmanager (TÜV) Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie Teamleiter Call Center (IHK)
Studium
Gesundheits- und Sozialökonom (VWA)
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Harald Wiese

Harald Wiese

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Der Personalschlüssel ist festgelegt von den Kommunen, in NRW für außerklinische Intensivpflege Wohngemeinschaften 1:3.
Wenn dieser nicht erfüllt wird, sollte das Konsequenzen nachtragen.
Daher sollte man es bei der Heimaufsicht anzeigen. Am Besten zusammen mit allen Betroffenen.
Da die PDL hier schon von Euch drauf hingewiesen wurde, wird die Heimaufsicht auch sofort handeln müssen.
 
Qualifikation
Krankenpfleger
prümhase

prümhase

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Hallo zusammen,

ich arbeite als Aushilfe in einer Intensivpflegeeinrichtung für beatmete Kinder in einem sehr großen und bekannten Unternehmen.
Ich arbeite dort neben meinem Studium auf 450 € Basis, d.h. ich bin sehr selten im Monat dort und ich bin auch erst seit fast 4 Monaten dort angestellt, also noch in der Probezeit. Seitdem ich dort arbeite, stelle ich jedoch fest, was für Missstände und was für eine hohe Mitarbeiterunzufriedenheit dort herrscht.

Ich ging davon aus, dass in solchen Einrichtungen ein 1:3 Pflegeschlüssel eingehalten werden muss und dass auch nur Fachkräfte mit einer 3-Jährigen Ausbildung dort arbeiten dürfen. Leider ist es so, dass die Besetzung dort meiner Meinung nach nicht rechtens ist.

Beispielbesetzungen (Anzahl der Patienten variiert manchmal, je nachdem ob ein Kind kurzzeitig zur Behandlung in eine Kinderklinik aufgenommen wurde):
Frühdienst mit 8 Patienten, zwei Fachkräfte und ein Pflegehelfer. Pflegehelfer übernimmt eigenständig Patienten.
Nachtdienst mit 7-8 Patienten mit zwei Fachkräften oder sogar eine Fachkraft und ein Pflegehelfer.


solche Missstände zu melden? Heimleitung? MDK?
Erfahrungsgemäß bringt das gar nichts. Es müssen mind. 2 examinierte FK für o.g geschilderte Notfälle vor Ort sein PUNKT
 
Qualifikation
GuK
Fachgebiet
QMB, Lehrerin für Pflegeberufe in Senioreneinrichtung
Weiterbildungen
Lehrerin f. Pflegeberufe, Hygienefachkraft,gepr. Pharmareferentin, Medizinprodukteberaterin
Saxon

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Der Personalschlüssel ist festgelegt von den Kommunen, in NRW für außerklinische Intensivpflege Wohngemeinschaften 1:3.
Wenn dieser nicht erfüllt wird, sollte das Konsequenzen nachtragen.
Daher sollte man es bei der Heimaufsicht anzeigen. Am Besten zusammen mit allen Betroffenen.
Da die PDL hier schon von Euch drauf hingewiesen wurde, wird die Heimaufsicht auch sofort handeln müssen.
Das ist so ggf. machbar ! Aber noch besser und das ist für alle Pflegekräfte besonders wichtig. Es muß in solchen Fällen unbedingt eine Überlastung - Gefährdungsanzeige gestellt werden. Welche sachlich die Mängel aufzeigt. Mit der Bitte um Zeitnahe Abänderung des Personalmangel, denn wenn die Pflegekräfte es einfach so ( Hut ab ) weiter versuchen und es passiert etwas, dann können diese mithaftbar gemacht werden. Als Pflegekraft ist man verpflichtet Gefahren ggf. zu melden um diese von den Patienten und für sich selbst abzuwenden.
Die Gefährdung und Überlastungsanzeige erhält einmal der AG und Kopien davon direkt an die Kostenträgen ( Kranken - Pflegekassen ). Bei Fragen hierzu stehe ich gern zur Verfügung.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger Anästhesie u. Intensivmedizin
Fachgebiet
Palliativ care
Weiterbildungen
PDL, Heimleiter, Dozent
Studium
Uni Leipzig
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