Perfusorleitung mit Dreiwegehahn

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NeuroNurse

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11.02.2005
49090
Hallo!
Bei unserer letzten Stationsbesprechung wurde beschlossen, dass wir ab sofort unsere Perfusorleitungen mit Dreiwegehähnen ausrüsten um für mehr Sicherheit zu sorgen.Unsere Patienten sind z.T. recht mobil und eine normale Perfusorleitung hat sich ständig als zu kurz erwiesen,so dass wir üblicherweise zwei Leitungen hintereinander anschließen. Damit es z.B. beim Wechsel der Perfusorspritze oder beim Kleidungswechsel der Patienten nicht zu einer versehentlichen Bolusgabe kommt, sollen wir zwischen die beiden Leitungen jetzt einen Dreiwegehahn einbauen,den man dann abdrehen kann.Mein Bauchgefühl ist damit nicht so ganz einverstanden, kann mir aber nicht erklären, wieso.Kann mir jemand sagen, wieso man so vorgehen sollte bzw. nicht sollte??
Gruss NeuroNurse
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Stroke Unit
U

UlrichFürst

Damit es z.B. beim Wechsel der Perfusorspritze oder beim Kleidungswechsel der Patienten nicht zu einer versehentlichen Bolusgabe kommt, sollen wir zwischen die beiden Leitungen jetzt einen Dreiwegehahn einbauen,den man dann abdrehen kann.Mein Bauchgefühl ist damit nicht so ganz einverstanden, kann mir aber nicht erklären, wieso.Kann mir jemand sagen, wieso man so vorgehen sollte bzw. nicht sollte??
Wenn Du die Spritze so einlegst, dass der Patient dabei einen Bolus bekommen hätte (ohne Drei-Wege-Hahn), dann bekommt er ihn auch mit Drei-Wege-Hahn; nur eben erst beim aufdrehen des selbigen.
Verhindern kann man damit m. E. nur, dass eine(r) so heftig auf den Kolben drückt, dass der Patient gleich 5 oder 10 ml abbekommt... Halte ich persönlich aber für eher unwahrscheinlich.

Ulrich
 
C

confuge

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Basis-Konto
25.04.2006
Düsseldorf
Der Drei-Wege-Hahn ist hier kein Problem (die Bolusgabe wird auf jeden Fall verhindert, da die Spritze neu in den Perfusor eingespannt wird - woher soll also der Druck aufrecht erhalten werden?) - das Problem sehe ich eher durch Kontamination der dekonnektierten Enden, grade beim überstreifen von Kleidung. Was haltet ihr denn von längeren Perfusorleitungen (die Länge kann man belibig bei der Herstellerfirma bestellen...)
 
Qualifikation
Fachkinderkrankenpfleger
Fachgebiet
.
U

UlrichFürst

(die Bolusgabe wird auf jeden Fall verhindert, da die Spritze neu in den Perfusor eingespannt wird - woher soll also der Druck aufrecht erhalten werden?)
Nicht aufrechterhalten, sondern neu aufgebaut werden. Wenn Du beim Einspannen des Kolbens druck ausübst (es ist kaum möglich das 100 %ig zu verhindern) gibst Du einen Bolus. Zugegeben: der ist relativ klein. Aber je nach Medikament können auch sehr kleine Mengen unangenehme Nebenwirkungen haben.

Ach ja, und eine längere Leitung bewirkt wieder eine Erhöhung der Ungenauigkeit. V.a. weil die Pat. ja wohl mobil sind und ich mal vermute, dass dann die Differenz Perfusorhöhe-Herzhöhe sich auch noch öfters ändert (Pat. steht auf, legt sich hin).

Ulrich
 
C

confuge

Mitglied
Basis-Konto
25.04.2006
Düsseldorf
naja - du kannst doch den dreiwegehahn beim einspannen zur athmosphäre hin öffnen... und die länge der Leitung sollte so gewählt werden, dass man allen potentiellen Problemen soweit wie möglich begegnet - von vorneherein. durch die verdoppelung der längfe bleibt das von dir angesprochene problem als vernachlässigt über...
 
Qualifikation
Fachkinderkrankenpfleger
Fachgebiet
.
U

UlrichFürst

naja - du kannst doch den dreiwegehahn beim einspannen zur athmosphäre hin öffnen...
Stimmt, dass löst das Problem

und die länge der Leitung sollte so gewählt werden, dass man allen potentiellen Problemen soweit wie möglich begegnet - von vorneherein. durch die verdoppelung der längfe bleibt das von dir angesprochene problem als vernachlässigt über...
Ich wollte nur auf die potentielle Gefahr hinweisen. Wie groß die tatsächlich ist, kommt ja auf die einzelne Situation an und kann nicht in einem Forum entschieden werden.
Ich dachte dabei natürlich auch mehr an Situation die ich ständig selbst erlebe. Pat. läuft umher und trägt den Perfusor am ausgestreckten Arm. Dann legt er sich ins Bett und stellt den Perfusor mangels Platz auf die Lichtleiste. macht dann ca. 1,5 Meter Höhendifferenz aus. Bei 1 - 2 ml/h bekommt dann der Patient hier erst mal einen Bolus. Im Umgekehrten Fall ein bis zwei Stunden gar kein Medikament...

Ulrich
 
HBR69

HBR69

Aktives Mitglied
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05.10.2000
58644
Um die Bolusgabe beim Wechseln der Perfusorspritze zu umgehen, wird die neue Spritze erst in den Perfusor gelegt (eingespannt) und dann die Leitung angeschlossen. Wenn ihr nicht bei jedem Wechsel die Leitung mitwechselt ist das eigentlich die beste Möglichkeit. Wenn bei uns hochdosierte Katecholamine laufen kann ein Bolus schon recht unangenehme Nebenwirkungen haben:whistling
Ansonsten finde ich persönlich die Dreiwegehähne äußerst praktisch da ein sauberes umstöpseln und abstöseln gut funktioniert.

Gruß
Heike
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester I/A, freie Dozentin
Fachgebiet
Lungenfachklinik Intensivstation, Stationsleitung
Weiterbildungen
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05.07.2001
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