Patientenverfügungen

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A.s.t.r.i.d

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Hallo,
mich würde interessieren: wie geht Ihr mit Patientenverfügungen um? Fragt Ihr im Aufnahmegespräch danach? WAs macht Ihr, wenn die Patienten nachfragen, warum Ihr danach fragt. Was, wenn die Patienten eine haben, sie aber nicht mitbringen wollen, weil " ja nur ein kleiner Eingriff im KH gemacht werden soll"?
Auf einer onkologischen Station ist das genauso brisant wie in der Chirurgie.
Oft wird eine PV wie ein Staatsgeheimnis im heimatlichen Schreibtisch gelagert. MAnchmal wird den Patienten allein durch die Frage nach der PV erst bewusst, dass es im KH auch um Leben und Tod gehen kann. :cry:

Ich wäre Euch sehr dankbar, wenn Ihr mir Eure Erfahrungen damit schreiben könntet.
Gruß Astrid
 
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romana

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Hallo A.S.T.R.I.D !

Bei uns im Heim gehört es zum Standard bei einer Verlegung ins KKH, dass die Kopie einer vorhandenen PV mitgegeben wird.
Unsere Bewohner werden bei der Heimaufnahme auf die Möglichkeit sowie Sinn und Zweck einer PV angesprochen und entscheiden dann selbst, ob sie das machen. Das muss ja auch notariell beglaubigt werden ,was Kosten und Zeit sowie die Mithilfe eines evtl. vorhandenen Betreuers erfordert.
Ich denke jedoch, dass Pat. ,die von zu Hause kommen an so etwas gar nicht denken .
Für Heime würde ich es aber unbedingt empfehlen, wir haben das in den Standard für KKH-Einweisungen mit aufgenommen nachdem eben eine solche PV vergessen wurde mitzugeben und der Bew. gegen seinen Willen reanimiert wurde. Er verstarb dann nach 9 Tagen auf der Intensivstation.

LG
Romana
 
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Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
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A.s.t.r.i.d

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Hallo Romana,

ja, wenn Bewohner aus einem Heim kommen-vor allem, wenn es chronisch Kranke sind- , sind die Voraussetzungen wohl auch etwas klarer. MS-Kranke haben sich wohl auch oft schon im Voraus mit ihrer Krankheit auseinandergesetzt...
Wobei ich Dir nicht zustimmen kann, ist, dass PVs notariell beglaubigt werden müssen. Eine PV kann sogar ganz formlos abgefasst werden, muss nur den Namen, das Geb.-Datum , die Anschrift, das DAtum und die Unterschrift enthalten. Notariell beglaubigt werden muss meines Wissens nur eine Betreuervollmacht.
Was Du von dem PAtienten erzählst, ist schrecklich und sollte heutzutage nicht mehr vorkommen. Fakt ist allerdings, dass ein Patient auch immer mündlich seinen Wunsch äußern und damit die ursprüngl. PV außer Kraft setzen kann. DAs wissen viele Patienten nicht. Und vielleicht liegt da das Problem.
Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema PV und habe erst jetzt gemerkt, wie facettenreich es tatsächlich ist.
LG
Astrid
 
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Words.myth

Servus miteinander,

unser Aufnahmebogen für den Bereich "Pflege" umfasst schon seit Jahren die Punkte "Patientenverfügung?" und "Vorsorgevollmacht?".
Sollten die Patienten bzw. entscheidungsberechtigten Angehörigen diese Fragen mit "Ja" beantworten, so bitten wir stets darum, die jeweiligen Ausfertigungen in Kopie mitzubringen - und das eigentlich bei jeder Art von Einweisung und unabhängig von der zu erwartenden Aufenthaltsdauer.

Unsere Pflegeüberleitung bietet, sobald eingeschaltet, auch den Service eines Beratungsgespräches zu beiden Themenkreisen.

Resonanz: positiv.

Gruss,

Words.myth
 
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A.s.t.r.i.d

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Hallo words myth.,
Ja, so stell ich mir das auch vor. Vor allem, wenn es in allen Bereichen abgefragt wird, und nicht nur in der Onkologie, dann wird es zur Normalität. Vielleicht liegt es wirklich an der FAchrichtung Onkologie, dass es so schwierig ist. Toll finde ich, wenn man gleich auf eine Beratungsstelle innerhalb der Klinik verweisen kann wie es bei Euch der Fall ist.
Grüße

Astrid
 
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chrissy_pb

chrissy_pb

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Hallo,
also bei uns im Klinikum gehört es zum Aufnahmegespräch dazu, nach einer PV zu fragen. Leider halten sich da viele Kollegen nicht dran, und es muss so von anderen nachgeholt werden. Ich kann es mir nur so erklären, das sie sich vielleicht schämen, danach zu fragen wenn "nur" eine neue Hüfte o.ä. eingesetzt werden soll.
Ich frage immer danach, und erkläre den Patienten auch das es nichts damit zu tun hat, das sie nun operiert werden, sondern es einfach Routine ist danach zu fragen, FALLS mal etwas sein sollte.
Bisher hat das jeder Pat. auch immer verstanden und es gab keine missverständnisse.
Liebe Grüße, Christina
 
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Fachgebiet
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Manu5959

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Hallo Christina,

Ich frage immer danach, und erkläre den Patienten auch das es nichts damit zu tun hat, das sie nun operiert werden, sondern es einfach Routine ist danach zu fragen, FALLS mal etwas sein sollte.
Bisher hat das jeder Pat. auch immer verstanden und es gab keine missverständnisse.
Liebe Grüße, Christina
:super: Prima, mach weiter so!

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
chrissy_pb

chrissy_pb

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Danke schön, der Kommentar ist lieb :eek:riginal:
 
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Azubi Krankenschwester
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