Patiententestament / -verfügung

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homecare

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16.12.2001
16244
Ich hätte da mal eine etwas schwierige Situation, zu der ich Eure Meinung hören möchte!
Fallbeispiel: ein sehr alter Mensch (geb. 1906) wird aus einem konfessionellen KH in eine Kurzzeitpflege-Einrichtung mit einer PEG entlassen. Dies natürlich Freitag nachmittag, logisch!
Der Kurzarztbrief gibt keine Auskunft über die Versorgung der PEG mit Nahrung und das weiter Procedere.Diagnose ist alterbedingte Demenz mit Nahrungsverweigerung.
Die KZP informiert ihre sie betreuende Ernährungsberatung und bittet um zügige Versorgung.
Dies geschieht zeitnah.
Beim Eintreffen der entsprechenden Ernährungsschwester/-Pfleger stellt sich durch zeitgleiches Eintreffen des Betreuers heraus, daß von dem Betroffenen eine Patientenverfügung vorliegt, die ausdrücklich eine lebensverlängernde Ernährung über PEG o.ä. ausschließt.
Diese Verfügung wurde 2 Jahre zuvor vor einem Notar erklärt.
Aus der Bestallungsurkunde des Betreuers geht auch hervor, daß er die komplette Verfügungsvollmacht über alle Bereiche hat.
Über die PEG-Anlage war er nicht informiert (entsprechend erbost) und bat nun im Sinne der Patientenverfügung zu verfahren.
Wie würdet Ihr Euch verhalten in der Rolle der Ernährungsberatung.
PS: Hausarzt ist bekannt, aber da Freitag-Nachmittag, nicht mehr erreichbar.
:confused:
 
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Handelsvertretung/Medizinproduktberater
R

Rolf

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Hallo homecare
juristisch gesehen ist die Sache völlig klar:
es liegt eine Patientenverfügung vor.Und es ist ein Btreuer bestellt.
Beide haben sich gegen eine Zwangsernährung ausgesprochen.
Es liegen also eindeutige Willenserklärungen vor.
Zwangsernährungen müssen vom Vormundschaftsgericht bewilligt werden.
Jetzt kommt es darauf an,was für eine konkrete Situation vorliegt: völlige Nahrungsverweigerung(dann würde durch die PEG-Ernährung die Ernährung sicher gestellt werden) oder zusätzliche Ernährung zur Vorbeugung einer Mangelernährung.

Im Zweifelsfall würde ich den zuständigen Vormundschaftsrichter anrufen,der dann nach Anhörung aller Beteiligten eine Entscheidung herbeiführen muss.
Das ist zwar keine besonders elegante Lösung,allerdings liegt dann eine klare rechtliche Situation vor und es fällt euch vielleicht leichter,diese Entscheidung zu akzeptieren(weil sie bindend ist).
Tschüssi, Rolf
 
Qualifikation
Krankenpfleger
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chirurg. Intensivstation
C

caremaster

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Hallo,
ich kann Rolfs Antwort nur unterstützen. Wozu werden Patientenverfügungen notariell abgefasst, wenn sich doch keiner dran hält.
Die von Rolf vorgeschlagene Konsultation des Richters wäre ein juristischer Notnagel - eigentlich nicht mehr erforderlich (es sei denn, Du "homecare" hast den Eindruck, das der Betreffende mittlerweile anderer Meinung als in der Patientenverfügung hinterlegt ist).
 
Qualifikation
Pflegewissenschaftler
Fachgebiet
Aus-, Fort- und Weiterbildung
H

homecare

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16.12.2001
16244
bin froh, daß ihr die Situation so einschätzt, daß eine Patientenverfügung auch dazu da ist, um eingehalten zu werden.
Mittlerweise weiß ich das die betroffene Person in aller Ruhe eingeschlafen ist
Gruß
homecare
 
Qualifikation
Krankenschwester
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Handelsvertretung/Medizinproduktberater
A

Annika

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23.10.2002
66440
Hallo,

mich würde an dem ganzen Fall interessieren, wo der Betreuer während des KH-Aufenthaltes war. Wer hat die Einwilligung unterschrieben um die PEG legen zu können? Wieso war dem KH nicht nekannt, daß eine Patientenverfügung vorhanden ist?

Fragen, die wahrscheinlich niemand beantworten kann.

Mangelnde Kommunikation ist wahrscheilich die Ursache dafür.
Und wer leidet am Schluß darunter?

Macht mich sehr nachdenklich.

Annika
 
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05.07.2001
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