Patiententestament Betreuer veranlasste Einweisung ins Krankenhaus

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Jana1

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:wassat:Hallo,
möchte hier mal einen Fall schildern. Wir haben seit 2 Jahren einen 84 jährigen Bewohner bei uns der
mit der Diagnose Krebs im Kehlkopf zu uns gekommen ist. Seit ca.4 Wochen ist sein Zustand schlechter
geworden. Er hat keine Nahrung mehr zu sich genommen und konnte es auch nicht mehr abhusten und
verschluckte sich oft. Blieb auch dann im Bett mußte mehrmals im Mundraum abgesaugt werden. Auf
Ansprache reagierte er noch etwas mit Mimik und Gestik. Ich informierte den Sohn, welcher selbst
Artzt ist(Neurologe) und auch gleichzeitig Betreuer. Der zuständige Artzt war auch da und sprach mit
Sohn am Telefon und sagte ihm das der Zustand wirklich nicht gut ist und er nimmt nocheinmal Blut ab.
Der Artzt sagte dem Sohn auch, das er nicht mehr lange leben wird und der Krebs schon weiter
vorangeschritten ist. Nach Auswertung der Blutergebnisse, rief der Sohn den Doktor abends um
19.30 Uhr an und er wollte das sein Vater ins Krankenhaus kommt. Nun habe ich die Patientenverfügung
gelesen und der Sohn schrieb, das wenn sein Vater in der Sterbephase sich befindet, es keine Verlegung in ein Krankenhaus geben soll und er in seiner vertrauten Umgebung bleiben soll. Nun habe ich
den Vater im Krankenhaus besucht und er liegt da in einem 3-Bettzimmer , was ich unzumutbar finde.
Sein Zustand ist schlimmer geworden und ich habe mit der Schwester gesprochen sie meinte, das der
Sohn sich jetzt Vorwürfe macht und er mit der Situation nicht klar kommt. Ich hatte ja vorher auch mit
Sohn gesprochen und er war hilflos, was das beste für sein Vater wäre. In solch einen Moment ist das P
Patiententestament wohl nicht mehr ausschlaggebend. Ich fühle mich sehr verbunden zu diesen Bewohner weil er mir sehr ans Herz gewagsen ist und ich auch Bezuggspflegekraft bin. Habe heute nocheinmal im Krankenhaus angerufen und sie dürfen ja so keine Auskunft geben ich weiß aber das er noch lebt.Es ist wirklich nicht so einfach mit dieser Situation umzugehen. Hat jemand von Euch auch schon mal solch eine Erfahrung gemacht?

LiG Jana1:rolleyes:
 
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AW: Patiententestament Betreuer veranlasste Einweisung ins Krankenhaus

Also das Thema Patientenverfügung/Testament ist so vielfältig, das ich gar nicht weiß wo Anfang und wo Ende. Im großen und ganzen habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Angehörigen diese Sachen unterschreiben, wenn es den Bewohnern noch gut geht. Fragen werden nicht so großartig gestellt, weil meiner Oma, Tante, Mutter oder Vater gehts ja noch gut, trotz schwerer Krankheit, gehts ihnen ja gut. Und wenn es dann soweit ist, ich meine jetzt nicht das "normale" hinlegen zum Sterben mit den verschiedenen Sterbephasen, sondern die plötzliche Verschlechterung mit Atemnot und Schmerzen usw. Darüber wollen Angehörige nichts hören und fragen au nich danach. Und das is dann au die situatiuon, die du beschreibst, die absolute Hilflosigkeit der Angehörigen und da seid ihr gefragt.

Im Endeffekt müßt ihr tun, was er verlangt. Wir haben au ab und an solche Fälle, wo die Angehörigen diese Forderungen stellen, trotz Verfügung. Also wir versuchen dann wenigstens, wenn alle worte nicht fruchten und derjenige unbedingt ins KH soll, das er/sie dann wenigstens auf palliativ kommt.
 
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AW: Patiententestament Betreuer veranlasste Einweisung ins Krankenhaus

Jetzt habe ich den einen Satz nicht beendet, und zwar wollte ich schreiben, und da seid ihr gefragt, nicht erst, wenn der Zustand sich verschlechtert, sondern schon vorher, was sein kann. Sorry
 
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