Patientengefährdung durch Kollege

ciaobella

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Hallo zusammen:wink:

wer hat Erfahrungen mit Patientengefährdung durch Kollegen?

Ich war nicht anwesend, jedoch aus Erzählungen meiner Kollegen: Ein Kollege von mir kam in einem extrem diffusen Zustand zum Dienst. Er stand vermutlich unter Drogeneinfluss und Schlafentzug. Eher kein Alkohol. Er nickte am PC ein, vertauschte Patienten, antwortete nicht adäquat auf Fragen, waschte keinen einzigen Patienten, dokumentierte nichts und bei der Übergabe war er nicht im Stande etwas zu sagen, war eher apathisch. Es passierten unzählige Fehler, die jedoch Gott sei Dank (!) zu keiner Patientenverletzung führten, obwohl eine Gefährdung bestand. Mehrmals haben meine Kollegen ihn gebeten nach Hause zu gehen. Ich weiß, sie hätten ihn am besten wegsperren sollen oder sofort zur PDL gehen müssen, aber es war auf Station die Hölle los und meine Kollegen versuchten zu retten was zu retten war. Er blieb konsequent auf Station. Der Spätdienst war den Tränen nahe, da der Kollege ein reinstes Chaos hinterließ und viele Fehler machte. Nach der Übergabe fuhr er nach Hause, hatte dabei einen Auffahrunfall, Schleudertraume. Krankmeldung kam aber erst 6 Tage nach dem Ereignis vom Allgemeinarzt auf Station an.
Alles wurde von den anwesenden Kollegen dokumentiert und weitergeleitet an SL und PDL, diese muss erst einmal auf seine Stellungnahme warten. Aber was passiert bis dahin?? Er kommt höchstwahrscheinlich nächste Woche wieder zum Dienst.
Vorab, dieser besagte Kollege wurde schon in der Vergangenheit immer wieder auffällig durch fehlende Stempelzeiten, zu spät kommen, mehrmals um halb 5 Uhr morgens krank melden, unzuverlässiges Arbeiten, Unkollegialität etc… wir haben das alles immer aufgefangen, sind ja ein nettes Team und geben jedem ne Chance.
Nach dieser Aktion hat er aber meiner Meinung nach nichts mehr auf Station zu suchen, so sehr wie er Patienten in Gefahr brachte. Ich frage mich, wie soll das weiter gehen? Muss denn erst was passieren, bzw. muss man ihm erst was nachweisen können, bis man ihn fristlos kündigt?
Wer hat so eine oder ähnliche Erfahrung gemacht oder kennt sich mit der rechtlichen Sache aus?

Schwierig wird es besonders, wenn man mit ihm in der selben Schicht arbeiten muss. Soll ich ihn kontrollieren? Kann ich rein theoretisch verlangen, immer in seiner Gegenschicht zu arbeiten, dass ich es nicht verantworten kann mit ihm in einer Schicht zu arbeiten? Ich muss aber dabei aufpassen, dass es nicht in die Schiene „Mobbing“ geht.

Freue mich auf Eure Gedanken dazu.
Gruß, ciaobella
 
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AW: Patientengefährdung durch Kollege

Wenn das Team zusammen hält, dann geht zusammen zur PDL/HL und schildert die Situationen, und nein ihr seid in der hinsicht nicht die Kollegenschweine, sondern der Kollege der Gefährliche Pflege praktiziert. Man sollte bei sowas nicht warten bis ein Fehler passiert, weil dann würdet ihr euch evlt sogar noch vorwürfe machen warum ihr nicht früher reagiert habt.
 
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Die PDL sollte ihm helfen, indem sie ihm eine Suchtberatung oder einen stat. Entzug anbietet.
Denn so wie es scheint, hat der Kollege ein Problem.
Ihr habt ihm schon geholfen, da ihr die SL und PDL informiert habt.
 
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ciaobella

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AW: Patientengefährdung durch Kollege

Danke für Eure Antworten.

Die Kollegen, die an jenem Tag anwesend waren, sind natürlich sofort zur SL, dort wurde alles schriftlich festgehalten. SL hat dies an PDL weiter gereicht. Die PDL muss erstmal auf seine Stellungnahme warten, wenn er wieder gesund ist. Das Team hat also nicht gewartet und nicht gezögert. Aber das restliche Vorgehen liegt nicht mehr in unserer Hand sagte meine SL. Und genau das ist mein Problem. Sollte alles so, wie bisher weiter laufen?

Einige meiner Kollegen wissen gar nichts von dem Vorkommnis an jenem Tag. Bin aber der Meinung, dass alle im Team darüber informiert werden sollten, dass der Kollege ein massives Problem zu haben scheint. Was denkt ihr? Sollte bzw. Muss das im gesamten Team angesprochen werden??? Oder könnte der Kollege dann behaupten, dass er "gemobbt" würde und alle "schlecht" über in reden und ihn ausgrenzen oder ähnliches etc....

Liebe Gruß
ciaobella
 
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AW: Patientengefährdung durch Kollege

Natürlich könnte er das behaupten, wird es wahrscheinlich auch tun. Sollten es alle wissen? Schwierig zu beantworten! Wichtig wäre auf jeden Fall nicht hinterm Rücken reden und wenn Auswertung im Team, nur wenn er dabei ist.
 
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leaving-the-moon

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AW: Patientengefährdung durch Kollege

Eigentlich sollte in jeder Schicht eine Schichtleitung vorhanden sein - diese informiert die PDL - diese MUSS in dem Falle ein Arbeitsverbot aussprechen. D.h. den Kollegen nach Hause schicken und zwar nicht mit dem eigenen Auto.
Wenn keine PDL erreichbar muss die Schichtleitung dem nicht arbeitsfähigen Kollegen das Arbeiten untersagen.
Es kann ja wohl nicht wahr sein, dass Kollegen es zulassen, dass ein offensichtlich nicht seiner Sinne mächtiger
Kollege auf Patienten losgelassen wird.

Tut mir leid Leute - da ist Zivilcourage gefragt (Meine Meinung)
 
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AW: Patientengefährdung durch Kollege

Leaving-the-moon hat 100% Recht. Ich möchte nur zu bedenken geben, man muss bei all dem mit Fingerspitzengefühl vorgehen.

Nehmt mal an der Kollege hat wirklich eine Erkrankung, z.B. generalisierte Angststörung und hat Tavor als Notfallmedikament zuhause, und hat sich überdosiert, oder er hat ne Suchterkrankung. Das heisst ja nicht dass der gleich fristlos gehen muss. Nach erfolgreicher Behandlung kann der auch wieder zurückkommen. Also man sollte bei all dem was man macht, so handeln, dass auch der Kollege sein Gesicht wahrt.

Weiterhin müsst ihr dem Kollegen natürlich sogar den Autoschlüssel wegnehmen. Wenn euch bewusst war, dass er nicht sicher am Strassenverkehr teilnehmen kann, könnt ihr ihn doch nicht mit eigenem Auto nach Hause lassen. Das ist auch ne Form von unterlassener Hilfeleistung. Einen Patienten der nicht zum Personal gehört, würde man ja auch vor sich selbst schützen, wenn er mal durch den Wind ist.
EDIT: Überlegt mal der hätte jemanden umgebracht auf der Fahrt nach Hause.

EDIT2: Ich hätte dem Typen ja in die Augen geleuchtet und erstmal in die ZNA geschickt zwecks Schädel-CT. Am Ende hatte er keine Überdosis, sondern nen Schlaganfall oder ne Blutung.
 
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AW: Patientengefährdung durch Kollege

Man kann keine Kollegen zum Arzt schicken - aber man kann es ihm empfehlen.

Was man aber ganz sicher kann ist ihm sagen, dass er nicht arbeiten darf. Dazu dann die schnelle Rückmeldung an die PDL, die das dann entsprechend absichern muss.
 
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AW: Patientengefährdung durch Kollege

Es gibt hier viele gute Ratschläge, aber rechtlich gesehen halte ich einige für äuuuußerst Problematisch.

Kollegen nach Hause schicken:
Personal- und dienstrechtliche Anweisungen/Konsequenzen sind nicht auf der SLebene angesiedelt, höchstens ab PDLebene und da oftmals auch nur ein Teil davon.

Kollegen einfach mal Autoschlüssel wegnehmen oder zum Arzt schicken?
Hallo wo sind wir denn?
Wenn dies auch moralisch evtl. in Frage käme - ich war nicht dabei - rechtlich ist das zumindest eine Wegnahme und sogar eine Nötigung, kann also nach hinten los gehen.
Und wir sind uns doch hoffentlich einig - ich kann doch niemand zum Arzt schicken gegen seinen Willen.

Ich kann auch nicht Entscheiden ob jemand nicht Arbeiten darf.
Über die Arbeitsunfähigkeit entscheidet einzig und alleine der Arzt.
Über ein Arbeitsverbot entscheidet der AG, oder dessen Vertreter.
Wie oben erwähnt ist der für solche Entscheidungen sicher nicht die Ebene SL zuständig.
Ein ganz großer Ausnahmefall wäre ein Organisationsverschulden des AG, Nachts oder Wochenende und niemand mit Hausrechtsvollmacht oder "Prokura" ist auch nach intensivem Bemühen erreichbar.

@fleschor_max:
Das ist auch ne Form von unterlassener Hilfeleistung.
Unsinn.
Ein Kneipenwirt kann auch niemand seinen Autoschlüssel gegen seinen Willen wegnehmen, er könnte höchstens die Polizei holen.

@leaving-the-moon:
ich meine zivilcourage ist der falsche Begriff - es geht hier ums Arbeitsrecht und da sollte ich als SL meine Kompetenzn und nicht Kompetenzen kennen und einen Notfallplan für solche oder ähnliche Situationen im Kopf schon mal durchgespielt bzw. mit meiner PDL geklärt haben.

Fragestellung muss sein: Es ist irgendwas im Haus los bei dem meine Kompetenz sowohl fachlich wie auch persönlich nicht ausreichend ist - wie ist der Notfallplan des AG?

@ciaobella: du schreibst das weitere Vorgehen liegt nicht mehr in eurer Hand.
Dann handle auch danach und lass SL und PDL agieren - dafür sind diese Personen in Leitungsfunktion um sich über Lösungsmöglichkeiten Gedanken zu machen und eine Lösung herbeizuführen.

Ich lese aus deinen Zeilen - nix genaues weis man nicht - das breit zu treten auch noch in Abwesenheit des Kollegen - natürlich ist das der Beginn von Mobbing.
 
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AW: Patientengefährdung durch Kollege

Kollegen einfach mal Autoschlüssel wegnehmen oder zum Arzt schicken?
Das mit dem zum Arzt schicken war falsch. Das kann man natürlich nicht anweisen. Ich fands nur krass, dass ciaobella offenbar gar nicht an die Möglichkeit eines akuten krankhaften neurologischen Geschehens dachte. Kommt immer wieder vor, dass Schlaganfallpatienten für z.B. betrunken gehalten werden.

Man kann ihn auch nicht nahc Hause schicken, das kann nur die PDL.

Allerdings _muss_ die SL ihn vom Arbeiten abhalten, und bei uns gibts auch die Dienstanweisung den Mitarbeiter nicht im eigenen Auto nach Hause zu lassen und im Zweifel die Polizei zu holen. Und darunter fällt (rechtfertigender Notstand § 34 StGB) auch kurzfristiges Schlüssel wegnehmen.
Hallo wo sind wir denn?
In einem Land, wo du dir sicher gewünscht hättest, man hätte so jemand vom Fahren abgehalten, wenn ein Verwandter bei so einem Unfall sterben würde.

Ich kann auch nicht Entscheiden ob jemand nicht Arbeiten darf.
Über die Arbeitsunfähigkeit entscheidet einzig und alleine der Arzt.
Die SL darf ihn nicht nach Hause schicken, und ihm vllt. auch nicht das Arbeiten verbieten, aber sie darf ihn nicht mehr sicherheitskritische Arbeiten, wie am Patienten, machen lassen.

@fleschor_max:
Unsinn.
Ein Kneipenwirt kann auch niemand seinen Autoschlüssel gegen seinen Willen wegnehmen, er könnte höchstens die Polizei holen.
Und bis die eintrifft ihm den Schlüssel wegnehmen nach § 34 StGB.
 
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AW: Patientengefährdung durch Kollege

Es ist faktisch so, dass der Vorgesetzte dem Arbeitnehmer das Arbeiten untersagen muss, wenn dieser augenscheinlich den Eindruck erweckt nicht mehr arbeitsfähig zu sein.
Ich habe zum Thema Sucht mal eine Facharbeit geschrieben – hier ein Auszug:

Verbindliche Regelungen und Pflichten der Führungskraft:
Es gibt kein allgemeines Alkoholverbot am Arbeitsplatz und auch keine gesetzliche Regelung, die Alkoholgebrauch am Arbeitsplatz regelt. Die einzige allgemeinverbindliche Regelung bezüglich Alkohol und anderen berauschenden Substanzen findet sich in den Unfallverhütungsvorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in den "Grundsätzen der Prävention":
Dort heißt es im zweiten Kapitel "Pflichten des Unternehmer":
§7 Befähigung für Tätigkeiten:
(1)Bei der Übertragung von Aufgaben auf Versicherte hat der Unternehmer je nach Art der Tätigkeiten zu berücksichtigen, ob die Versicherten befähigt sind, die für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Aufgabenerfüllung zu beachtenden Bestimmungen und Maßnahmen einzuhalten.
(2)Der Unternehmer darf Versicherte, die erkennbar nicht in der Lage sind eine Arbeit ohne Gefahr für sich oder andere auszuführen, mit dieser Arbeit nicht beschäftigen.


Aus diesen Vorschriften ergeben sich Pflichten für die Führungskraft. Der Vorgesetzte hat eine Fürsorgepflicht für den Mitarbeiter (und im Bereich der Pflege die Verantwortung für die professionelle undsichere Versorgung der Patienten).
"Er muss entscheiden, ob der Mitarbeiter eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellt. Kommt es zu einem Arbeitsunfall oder Wegeunfall und es war bekannt, dass der Vorgesetzte den Mitarbeiter unter Einfluss von berauschenden Mitteln hat arbeiten oder autofahren lassen, so kann er haftbar gemacht werden (...) Der Arbeitgeber ist beweispflichtig, dass der Arbeitnehmer nicht mehr in der Lage ist, seine Arbeit ohne Gefahr für sich und andere auszuüben. Die allgemeine Rechtsprechung besagt, dass die subjektive Einschätzung des Vorgensetzen und der Zeugenbeweis hierfür ausreichen, weil objektive Beweismittel häufig nicht eingesetzt werden dürfen. Dem Vorgesetzten kommt hierbei zugute, dass er den Mitarbeiter in der Regel längere Zeit kennt und sein Verhalten richtig einschätzen kann. Wenn der Vorgesetzte den Eindruck hat, dass jemand auf Grund von Alkoholkonsum oder anderen berauschenden mitteln sich und andere bei seiner Tätigkeit gefährden könnte, muss er ihn vom Arbeitsplatz entfernen. Dies ist eine sinnvolle Intervention, unabhängig davon, ob jemand alkoholgefährdet oder schon abhängig ist."

Quelle:Ziegler, Herbert und Gabriele Brandl, Suchtprävention alsFührungsaufgabe 2001
 
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Ich sehe das genauso wie leaving-the-moon. Der AG bzw. seine Vertreter sind hier gefordert. Ich sehe mich da nicht in der Verantwortung als Arbeitnehmer, außer dass ich schnellstmöglich eine Meldung an die Leitung weiter gebe. Schnellstmöglich heißt für mich, dass ich ggf. sogar sofort dort anrufe. Eine Verantwortung kann und will ich nicht übernehmen, da ich selbst ein gewisses Arbeitsspektrum erfüllen muß, was mir sicher nicht die Gelegenheit gibt, den Kollegen lückenlos zu beaufsichtigen. Hinzu kommt, dass ich als einfacher AN auch keine Weisungsbefugnis gegenüber dem Kollegen habe.
 
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Das ist richtig. Aber es geht klar hervor, dass wenn kein anderer Vorgesetzter verfügbar ist, die Schichtleitung ihm den Autoschlüssel wegnehmen muss, und ihn auch zwar nicht vom Arbeitsplatz entfernen, ihm aber das Arbeiten untersagen muss.

Wenn die KFZ-Haftpflicht oder die BG mitbekommt, dass man wusste, dass er nicht "verkehrsfähig" war, kann zumindest die Schichtleitung Probleme bekommen, und mit haftbar für die Schäden gemacht werden.
 
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Im Startthread steht aber nichts von Schichtleitung.
 
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AW: Patientengefährdung durch Kollege

Im Startthread steht aber nichts von Schichtleitung.
Dann muss die höher stehende Stelle sofort unterrichtet werden, sonst verletzt man natürlich in extremen Maße seine Pflichten als AN. MMn könnteste da die ganze Schichtbesatzung die dann später als Zeugen sich zur Verfügung stellen, mit ner Abmahnung belangen.

Kann gut sein, dass die haftungsrechtliche Verantwortung für die Unfallfolgen, von der im Dokument die Rede ist, dann auf die Mitarbeiter übergeht, die das nicht meldeten.
 
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Sagen wir es mal ganz einfach so:

Auch wenn Harald Hurst - ein Mundardichter einmal formuliert: Das tatenslose Zusehen, sei ja nun strafbar, das tatlose Wegsehen offensichtlich nicht.

Es braucht keine Weisungsbefugnis gefordert zu sein (potentiellen) Schaden von anderen Menschen abzuwenden. Und die Gefahr von Schaden bei Patienten war deutlich erkennbar gegeben.
Ich denke dass es in den allermeisten Fällen auch morgens um 6 Uhr wenn noch niemand im Hause ist möglich ist, den Kollegen davon zu überzeugen, dass er NICHT arbeiten wird an diesem Tage.
Zudem haben die meisten Häuser an der Pforte eine Notfallnummer parat unter dem man Vorgesetzte erreichen kann.

Einfach seinen Job zu machen und zu hoffen, dass der arbeitsunfähige Kollege schon keinen schlimmen Schaden anrichten wird, ist auch eine Form von unterlassener Hilfeleistung.
Sich hier darauf zurückzuziehen, dass man ja dem Kollegen nicht vorgesetzt und nicht weisungsbefugt sei mag zwar bequem sein, aber es entbindet einen nicht aus der Verantwortung tatenlos zugesehen zu haben. Ich wollte da im Falle eines Falles nicht vorm Richter stehen und als Zeuge aussagen müssen: Eigentlich war mir schon klar, dass der nicht arbeiten konnte, aber ich war ja nicht weisungsbefugt und hatte selbst genug zu tun.
 
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Hhhmm hab ich irgendwo geschrieben, dass ich tatenlos zusehen würde? Ich habe nur die Problematik angesprochen, z.B. die fehlende Weisungsbefugnis. Sicher sollte man den Kollegen konkret ansprechen, aber damit ist das Problem meist nicht gelöst, weil solche Kollegen oft uneinsichtig sind. Mir geht es eigentlich darum, klarzustellen, dass ich keine Verantwortung übernehme, wenn alle Maßnahmen nichts bringen. Sicher kann ich versuchen, den Kollegen am Arbeiten zu hindern, sicher kann ich versuchen, dass personalmäßige Defizit möglichst gering zu halten, aber teilen kann ich mich nicht. Sicher würde ich versuchen die Leitung zu erreichen und ich erwarte von einer Leitung einfach, dass dort 24h jemand für solche Notfälle erreichbar ist. Aber irgendwann ist man einfach am Ende seiner Möglichkeiten.

Ich würde sogar im Zweifelsfall die Polizei involvieren, wenn garnix mehr machbar ist oder der Kollege mit dem Auto fahren will.
 
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Meine Antwort bezog sich nicht explizit auf dich Stern3007 - ich habe mich einmal ausfühlich und lange mit dem Thema auseinnandergesetzt und dabei kam heraus, dass Pflegekräfte sehr zögerlich sind, wenn es darum geht in solchen Fällen Farbe zu bekennen, das schließt im übrigen die Führungskräfte mit ein. Sehr häufig wird erst reagiert, wenn es zu Patientengefährdung kommt oder zu Straftaten.

Niemand muss in ein brennendes Haus laufen um Leute zu retten. Dafür ist die Feuerwehr da
Aber man sollte schon schon in Sicherheit befindliche Leute dran hindern nochmals hineinzulaufen um Wertgegenstände zu retten.

Niemand muss sich selbst in Gefahr bringen um anderen zu helfen.
Meine Erfahrung sagt mir nur, dass vermutlich eher vorsichtig auf die Kollegen zugegangen wird mit der Frage: "Meinst du nicht es wäre besser wenn du heute nicht arbeitest / dich krank meldest?"
Zielführender wäre es allerdings wenn die Kollegen die so entschlossen antriebsarme Patienten aus dem Bett mobilisieren können, nachdem ihr Wink mit dem Zaunpfahl nix brachte sich hinstellen und entschlossen sagen: "Du kannst heute hier nicht arbeiten! Wir werden zeitnah die PDL informieren, arbeiten lassen können wir dich aber nicht."

Und was die ARbeit angeht, die der Kollege hätte tun müssen: Warum klappt das, wenn eine Kollegin mitten im Dienst ausrutscht und sich den Knöchel bricht (die fordert niemand auf, doch weiterzuarbeiten oder erlaubt es ihr) - aber nicht wenn der Kollege aus welchen Gründen auch immer ansonsten nicht einsatzfähig ist?
 
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Warum klappt das, wenn eine Kollegin mitten im Dienst ausrutscht und sich den Knöchel bricht (die fordert niemand auf, doch weiterzuarbeiten oder erlaubt es ihr) - aber nicht wenn der Kollege aus welchen Gründen auch immer ansonsten nicht einsatzfähig ist?
Kommt doch immer auf die aktuelle Situation auf Station an. Kann man doch so pauschal nicht einfach sagen. Wenn ein Kollege plötzlich ausfällt bleibt in der Regel unweigerlich Arbeit liegen.

Was mich persönlich an der ganzen Sache ärgert, ist die Haltung der Leitung in diesem Fall. Sie wurde informiert, keiner weiß was geschieht wenn der Kollege beim nächsten Dienst wieder in so einem Zustand erscheint. Zumal er ja auch schon früher Probleme bereitet hat. Ich persönlich finde, es ist einfach eine Unverschämtheit der Leitung, die Arbeitskräfte mit der Problematik alleine zu lassen.
 
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Das ist ein ganz anderes Thema, da gebe ich dir recht.

Ich kenne das Problem aus eigenem Erleben nur von einer Ärztin, die einen Tag völlig neben sich stand (aus welchem Grund auch immer - war nur das eine mal). Wir haben den Oberarzt informiert und der hat sie weiterarbeiten lassen.... gut gelaufen ist ihr Dienst nicht, ich bin heute noch der Meinung er hätte sie nach Hause schicken müssen. Wir haben sie damals im Auge behalten... es lief auch nicht alles so wie es hätte laufen müssen. Damals habe ich mich auch geärgert, dasss ich keine Handhabe hatte und verstehe die Entscheidung des Oberarztes bis heute nicht.
Natürlich ist die Situation schwer einschätzbar - man möchte ja auch niemandem an den Karren fahren. Das ist eines der Probleme auf die ich damals bei meiner Facharbeit an jeder Ecke gestoßen bin.
Fakt ist jedenfalls, dass es den Mitarbeitern mit potentiellen Problemaitken im Suchtbereich am ehesten hilft konstruktiven "Druck" aufzubauen. D.h. das Fehlverhalten in der Arbeitsleistung anzusprechen und Konsequenzen zu benennen, sowie gleichzeitig auf Hilfsangebote zu verweisen. DAs ist aber Aufgabe der Führungskraft.
 
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