Patientenbegleiter

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
R

Rosi S.

Unterstützer/in
Basis-Konto
14.12.2005
München
Ist Patientenbegleiter ein neuer Beruf? Kennt den schon jemand? Man ist bei einer Krankenkasse angestellt und betreut Patienten z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt, ob die Organisation passt, ob das verschriebene Bett passt. Dieser Beruf soll nur bis 2010 befristet sein, weil dann erst geschaut wird, ob sich das "rechnet".
Wer weiß was davon, oder noch mehr? Braucht man zur Krankenpflegeausbildung warscheinlich auch eine Ausbildung im Sozialversicherungswesen, braucht man ein Studium???
Danke für die Antworten
 
Qualifikation
Krankenschwester, PA
Fachgebiet
Berufsfachschule
Sahawe

Sahawe

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Hallo Rosi,
für einen Patientenbegleiter brauchst du eine pflegerische Ausbildung und eine zusätzliche Ausbildung als PflegewirtIn im Gesundheitswesen. Auch große Versicherungen wie z.B. die Allianz, Bosch usw. bieten vor allem ihren Privatversicherten einen Patientbegleiter an (Gesundheitslotse). Es ist eine Art Koordinator für alle organisatorischen Fragen des Patienten. Sie planen die Entlassung und die feststehende Weiterbehandlung in Absprache mit dem Arzt und Pflegedienst. Hilfsmittelversorgung, Suche nach einem Pflegeheim, Bearbeitung von Anträgen für die Pflegeversicherung, ambulante Bestrahlung usw.
Es gibt aber auch Patientenbegleiter innerhalb des Krankenhauses, die Navigation des Patienten übernehmen in verschiedene Funktionsabteilungen zu gehen. Es gibt auch viele Patientenbegleiter die das ehrenamtlich machen, auch für Versicherungen.
Gruß Sabine
 
Qualifikation
Lehrerin für Deutsch und Pflege
Fachgebiet
Berufliche Schule
Weiterbildungen
Studium der Germanistik und Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gerontologie
L

Lisy

Hallo ihr beiden,
vielleicht lieg ich total daneben, kenn mich mit Bayern nicht aus, komm aus BW. Bei uns werden zur Zeit Pflegebegleiter ausgebildet, sind ehrenamtliche, die im Tandensystem mit einer Pflegefachkraft arbeiten sollen, ein bischen wie die grünen Schwestern im Krankenhaus. Sollen sich die Sorgen und Nöte anhören und kleinere Hilfestellungen geben aber nicht pflegen und auch keine Brückenpflege leisten. Bei Problemen stehen ihnen immer Fachkräfte zur Verfügung, ist noch in der Erprobung.
Gruß Lisy
 
R

Rosi S.

Unterstützer/in
Basis-Konto
Themenstarter/in
14.12.2005
München
Kenne keine "grünen Schwestern".
Finde ich aber guten Ansatz und Danke für die interessantan Erklärungen
 
Qualifikation
Krankenschwester, PA
Fachgebiet
Berufsfachschule
L

Lisy

Grüne Schwestern sind bei uns im Krankenhaus ehrenamtlich tätig, sie besuchen Kranke, die wenig bis keinen Besuch bekommen aber lang statoinär liegen. Da gehts um Einkäufe, Gespräche u.s.w.
Gruß Lisy
 
K

Kalimera

Unterstützer/in
Basis-Konto
17.01.2001
Hamburg
Liest sich für mich ein bisschen wie "Casemanager". Das ist so jemand wie Sabine ihn beschreibt. Dabei geht es aber auch darum Geld zu sparen. Krh.-Aufenthalte sollen z.B. verkürzt werden durch Orga von Nachsorge wie Reha, amb. Dienst, ...ect. Im Prinzip erledigst Du alles organisatorische für den Kunden.
 
Qualifikation
Pflege
Fachgebiet
Krankenhaus
L

Lisy

Sigjun,
nein, die Pflegebegleiter sind für die Sorgen und Nöte der ihnen anvertrauten da, sowas wie die beste Freundin, die zuhört. Das Casemanagement, bei uns Brückenpflege genannt, übernimmt die zum Tandem gehörige Pflegefachkraft.
Die Pflegefachkraft übernimmt auch die "supervision" der Pflegebegleiterin.
Ist bei uns, wie gesagt, noch im Versuchsstadium.
Gruß Lisy
 
K

Kalimera

Unterstützer/in
Basis-Konto
17.01.2001
Hamburg
Hallo Lisy,
sorry, ich meinte auch nicht Deinen Beitrag, sondern das was Rosi ansprach und Sabine im ersten Teil ihres Posting ausgeführt hat und dort wohl Patientenbegleiter heißt.
Das was bei Euch "Pflegebegleiter" heißt gibt es bei uns als "grüne Damen, oder auch Herren". Sie gehen z.B. auch zu Patienten, die keine Angehörigen mehr haben, sie besorgen für diese etwas, oder unterhalten sich einfach nur.
Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass eine Krankenkasse solche Leute einstellt.
Da Patientenbegleiterr sicherlich kein geschützter Name ist werden diese wohl mal solche und mal solche Aufgaben erfüllen und die entsprechenden Institutionen das Berufsbild nach eigenen Ideen mit Tätigkeiten ausfüllen.
Allerdings ist in Bayern ja so manches anders...:wink:
 
Qualifikation
Pflege
Fachgebiet
Krankenhaus
R

Rosi S.

Unterstützer/in
Basis-Konto
Themenstarter/in
14.12.2005
München
Ich habe Patientenbegleiter auch eher nach dem Krankenhausaufenthalt gedacht, aber eben dann mehr für organisatorische Sachen, wenn Angehörige z. B. keinen Pflegedienst beauftragen, sonst muss der wohl auch Die Sachen "mitmachen". Auch bei uns in BAYERN gibt es Menschen(wir nennen sie halt nicht "grün")die ehrenamtlich Patienten besuchen und auch schon mal kleine "Bringdienste" übernehmen. Auch bei uns gibt es Casemanager, die "sparen" helfen, aber erst seit kurzen, hab da noch keine großen Erfahrungen.
Nun zu Sigjun, was meinst Du mit" in Bayern ist so manches anders", z. B. was? War wohl eher schmunzelnd gemeint, wie Dein Smiley zeigt, oder? Hoffe ich zumindest,...
 
Qualifikation
Krankenschwester, PA
Fachgebiet
Berufsfachschule
K

Kalimera

Unterstützer/in
Basis-Konto
17.01.2001
Hamburg
Nun zu Sigjun, was meinst Du mit" in Bayern ist so manches anders", z. B. was? War wohl eher schmunzelnd gemeint, wie Dein Smiley zeigt, oder? Hoffe ich zumindest,...
Hallo Rosi,
Natürlich war das schmunzelnd gemeint, das hast Du ganz richtig gesehen und auch so aufgefasst.
Ich würde mir nienimmernicht erlauben etwas gegen die Bayern zu sagen. Einer meiner besten Freunde ist ein waschechter Bayer, und auf den würde ich nichts kommen lassen.
 
Qualifikation
Pflege
Fachgebiet
Krankenhaus
L

Lisy

Hallo Rosi,
unsere Pflegebegleiter nehmen ihre Tätigkeit im Krankenhaus auf oder auf Anfrage. Sie begleiten die Menschen im Alltag unabhängig ob ein Pflegedienst beauftragt ist oder nicht.Sie sollen auch keine Nachbarschafthilfe ersetzen sondern diese ergänzen, bin gespannt wie sich das entwickelt.
Gruß Lisy
P.S. ist reines ehrenamt, also ohne Bezahlung
 
Sahawe

Sahawe

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Grüne Schwestern sind bei uns im Krankenhaus ehrenamtlich tätig, sie besuchen Kranke, die wenig bis keinen Besuch bekommen aber lang statoinär liegen. Da gehts um Einkäufe, Gespräche u.s.w.
Gruß Lisy
Hallo Lisy,

bei uns in Baden- Württemberg heißen die ehrenamtlichen Begleiter die "Lila Damen". Sie kommen sporadisch zu Patienten die keine Angehörigen haben und leisten ihnen Gesellschaft. Sie bringen auch wartenden Patienten in den Funktionsabteilungen beispielsweise etwas zum Trinken oder führen Gespräche, aber wie gesagt unentgeltlich. Das sind Menschen die einen sozialen Beitrag leisten möchten. Was mich besonders beeindruckt ist dass das Frauen sind, die nach ihrem Feierabend kommen.
Aber um die Verwirrung komplett zu machen, was ich hier auch noch kenne nennt sich "GesellschafterIn". Sie unterstützen pflegende Angehörige die berufstätig sind und nicht möchten, dass ihre Angehörigen den ganzen Tag alleine sind. Sie leisten nur Gesellschaft, aber machen sonst keine Tätigkeiten am Patienten, oder im Haushalt. Das wird nach Stunden bezahlt. Ein ehemaliger Kollege hat eine solche Gesellschafterin für seine Mutter. Sie bekommt pro Stunde 8 €.
Ich denke durch den demographischen Wandel stellt sich auch die Pflege um und es ergeben sich automatisch neue Tätigkeitsfelder. Es wird glaube ich im Moment vieles ausprobiert, was auch nicht bundeseinheitlich ist, da in jedem Land andere Bedürfnisse herrschen. bin auch mal gespannt wie sich das so entwickelt.
Viele Grüße Sabine
 
Qualifikation
Lehrerin für Deutsch und Pflege
Fachgebiet
Berufliche Schule
Weiterbildungen
Studium der Germanistik und Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gerontologie
G

Glücksstern

Der Patientenberater ist eine rundherum tolle Sache. Der Patient ist gut versorgt und die Kassen sparen auch noch Geld. Aber die Befürchtung besteht, dass die Krankenkassen mit dem Patientenbegleiter/berater irgendwann die Freiheit der Therapie einschränken können. Dann entscheidet nicht mehr der Arzt und der Patient, wann und wo er hingeht, sonderm die Krankenkasse. Die Kasse hat in erster Linie die Kosten im Auge. Ein Pflegebegleiter ist meiner Ansicht nach etwas ganz anderes. Er begleitet Patienten im täglichen Leben und das ehrenamtlich, ist monentan in vielen Bundesländern in der Erprobung. Na ja... weiß auch nicht, wie ich dazu stehen soll.
Lieben Gruß Glückstern
 
R

Rosi S.

Unterstützer/in
Basis-Konto
Themenstarter/in
14.12.2005
München
:eek:riginal: Is ja echt interessant was es so alles gibt und welche Unterschiede trotzdem herrschen.
Denke auch da wird sich noch einiges tun.
Ich sehe es auch so wie Sabine, denke, wenn das nur von den Kassen ausgeht, werden die natürlich darauf achten möglichst billig weg zu kommen. Wär dann auch kein Job für mich, denn ich würde wohl eher auf das Wohl der Menschen achten und man müsste sich mit den Kassen auseinandersetzen. :motzen: Und wenn das gleichzeitig dein Arbeitgeber ist, wird sich das wohl schwierig gestalten.:wink:
 
Qualifikation
Krankenschwester, PA
Fachgebiet
Berufsfachschule
L

Lisy

Hallo Sabine,
deine lila Schwestern und meine grüne Schwestern machen das gleiche,
Hallo glückstern,
unsere Pflegebeleiter arbeiten ehrenamtlich und werden nicht von der Krankenkasse bezahlt oder geordert sondern vom Sozialdienst. Ist ähnlich wie bei der ehrenamtlichen Sterbebegleitung.
Gruß Lisy
Es scheint so, viele tun das gleiche und nennen es anderst
 
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
Dieses Thema hat seit mehr als 365 Tagen keine neue Antwort erhalten und u.U. sind die enthalteten Informationen nicht mehr up-to-date. Der Themenstrang wurde daher automatisch geschlossen. Wenn Du eine ähnliche Frage stellen oder ein ähnliches Thema diskutieren möchtest, empfiehlt es sich daher, hierfür ein neues Thema zu eröffnen.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.