Patient lehnt jegliche Art von Pflegedokumentation ab

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Nancy17

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Hallo,

Ich habe einen Patienten der die Pflegeplanung als solches nicht akzeptiert. Er möchte nicht das wir einen Erhebungsbogen erstellen oder auch die Biographie weiterführen.
das einzige was er -OKAY- Findet ist das Stammblatt, die Leistungsnachweise, das Vitalwerteblatt, Medikamentenblatt, der Durchführungsnachweis und das Berichteblatt sowie auch die Wunddokumentation. Naja ist auch schon recht viele Blätter.
Aber nun weiß ich nicht wie ich das vor der Krankenkasse und dem MDK auch rechtfertigen kann. gibt es vielleicht im www irgendein Vordruck für solche fälle oder hat jemand damit schon Erfahrungen gemacht?

Unsere PDL,QMB und Datenschutzbeauftragte wissen in diesem Fall auch nicht weiter.

so schlecht finde ich es jedenfalls nicht, eine Pflegeplanung weniger....:innocent:
 
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pegean

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AW: Patient lehnt jegliche Art von Pflegedokumentation ab

In diesem Fall empfehle ich aber trotzdem eine komplette Pflegeplanung zu erstellen .Und halt in jedem AEDL aber vermerken daß der Bew. alles ablehnt .

LG
 
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AW: Patient lehnt jegliche Art von Pflegedokumentation ab

Ich würde ja ein Blatt -Pflegeplanung- einheften. Darauf vermerken, dass der Herr ... jegliche Angaben zu Biographie und AEDL's ablehnt. Das unterschreibt er sicherlich und damit sollte die Angelegenheit erledigt sein.

Ich habe schon oft gedacht, bei solchen Info- Sammlungen, würde ich auch nicht antworten wollen.
Kenn ich aber auch, dass die PP im amb. Bereich nur für die relevaten AEDL's geschrieben wird.
:coff:Wasserfrau
 
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Nancy17

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AW: Patient lehnt jegliche Art von Pflegedokumentation ab

In diesem Fall empfehle ich aber trotzdem eine komplette Pflegeplanung zu erstellen .Und halt in jedem AEDL aber vermerken daß der Bew. alles ablehnt .

LG
Das seh ich anders, er möchte nicht das wir eine erstellen. Gehen nicht die individuellen wünsche der Patienten vor?
Und wenn er keine Angaben machen möchte dann sollte dies doch beachtet und akzeptiert werden?!
Und ich glaub das sich darüber doch keine Kasse oder kein MDK darüber hinweg setzten dürfte?!:confused:

Oder lieg ich so verkehrt mit meiner Annahme?:kopfkratz:
Denn ich geh bei dieser Sache auch nur von mit persönlich aus.
 
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josi83

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AW: Patient lehnt jegliche Art von Pflegedokumentation ab

Ich könnte mir vorstellen, dass der Patient ablehnt zu gläsern mit all seinen Problemen und Defiziten dargestellt zu werden. So ne PP kann ja auch mal schnell zum (Seelen-) Striptease werden.
Ich würde euch raten, aber trotzdem einen Maßnahmenplan zu erstellen. Welche Tätigkeiten führt ihr durch, wer, wann wie womit usw. (wie immer).
Ist definitiv auch eine Hilfe für neue Mitarbeiter und Aushilfen (Checkliste) und rechtfertigt/ strukturiert etc. eure Arbeit.
Hat der Patient einfach keine Lust sich mit euch hinzusetzen und den ganzen Kram durchzukauen, kein Problem, macht ihr die Anamnese und PP und Risikoeinschätzung einfach ohne den Patienten.
Immerhin ist PP, Anamnese und Risikoeinschätzung EURE ( Pflegekräfte) Arbeitsgrundlage/ Pflegegrundlage/ Rehagrundlage: Ihr schätzt doch trotzdem ein, welche Risken bestehen (Deku, Inko, Pneumo, Exsikose, Sturz) und führt (auch unbewußt entsprechende Maßnahmen durch, welche Resourcen und Fähigkeiten bei welchen Problemen bestehen und passt eure Hilfe entsprechend den Wünschen und Zielen des Patienten ein. All das macht ihr doch so uns so 8meistens etwas unreflektiert und unstrukturiert), also ist es ja wohl ohne seine Hilfe möglich eine PP/ Maßnahmenplan zu schreiben, oder? Man kann ja trotzdem auf perönliche Angaben zur Lebensgeschichte (Biografie) verzichten, wenn er sich nicht äußern möchte.
Bedenkt immer: Die Pflegedokumentation ist Eure Absicherung bei Haftungsfragen und rechtfertigt eure Arbeit und seine Pflegebedürftigkeit!
Ach ja, mir fällt noch was ein:
Mir ist den Jahren immer wieder aufgefallen, dass die Patientenwünsche in den Augen der PK besonders an Bedeutung gewinnen, wenn sie diesen die Arbeit erleichtern (Der wollte sich heute nicht waschen lassen....). Kann ich ja mal so im Raum stehen lassen.
LG Josi
 
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Schwester Christa

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AW: Patient lehnt jegliche Art von Pflegedokumentation ab

Hallo,

Ich habe einen Patienten der die Pflegeplanung als solches nicht akzeptiert. Er möchte nicht das wir einen Erhebungsbogen erstellen oder auch die Biographie weiterführen.
Die Pflegeplanung als solches kann er nicht ablehnen, da er ja damit zugleich die Pflege insgesamt ablehnt.
Bitte nicht vergessen, die geplante Pflege ist kein Schmankerl, dass sich übermotivierte Pfleger aus dem Ärmel schütteln, sondern integraler Bestandteil des Pflegeprozesses. Pflege muss geplant sein!

Natürlich kann dein Patient die Kooperation verweigern, er kann die verschiedenen Assessments oder deren Aufmachung ablehnen.

Egal, dann wird eben nach eurer Krankenbeobachtung und Wahrnehmung geplant. Ihr unterhaltet euch ja wohl auch gelegentlich mal mit euren Klienten, da müsst ihr dann versuchen im Gespräch die ein oder andere Information rauszukitzeln. Auch Fremdanamnesen sind hier denkbar.

pegean hat auch eine gute Anregung gebracht. Die ablehnende Haltung des Patienten würde ich auf jeden Fall auch einfließen lassen. Möglicherweise steckt da ja eine tiefergehende Angst dahinter, die im Sinne einer Pflegediagnose selbst wieder in die Planung einfließen könnte.

Auf jeden Fall muss im Rahmen des Pflegeprozesses eine Pflegeplanung erstellt werden. Auf welcher Basis wollt ihr denn sonst mit dem Patienten arbeiten?
 
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AW: Patient lehnt jegliche Art von Pflegedokumentation ab

Nancy arbeitet in einem PD. Es wird nichts ausser Behandlungspflege durchgeführt. Es findet eine Wundversorgung statt und deren Dokumentation akzeptiert der Klient.
Was soll denn noch geplant werden, wenn sowieso nichts weiter gemacht wird????????????
Reingehen, VW mit allem, was dazu gehört und das war's. Da wird sich über zuviel Schreibkram und Bürokratie seitenweise beschwert und dann noch eine PP schreiben, die wirklich niemand braucht?
:blushing:Wasserfrau
 
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AW: Patient lehnt jegliche Art von Pflegedokumentation ab

Ich arbeite stationär und wundere mich von daher ein bisschen. Eine PP plant doch meine Maßnahmen auf Grund von Pflegedefiziten seitens des Patienten.
Wenn er nur das Problem der Wundversorgung hat, was muss denn da sonst noch in der PP stehen?
Bei uns wird werden auch PP erstellt, ohne dass der Patient auch nur ein einziges Wort dazu beitragen kann, dennoch erkenne ich doch, was notwendig ist an Pflege und plane diese. Insofern ist eine Planung meine Arbeitsgrundlage ohne diese ich, rein theoretisch, gar nicht pflegen kann.
Mit welcher Begründung lehnt ein Patient dieses ab? Muss im ambulanten Bereich tatsächlich auch eine Biographie oder gar etliches mehr enthalten sein, was nur mit Hilfe der Aussagen des Patienten erhoben werden kann?
 
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josi83

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AW: Patient lehnt jegliche Art von Pflegedokumentation ab

@wasserfrau: Ich habe es nicht unbedingt so verstanden, dass nur Behandlungspflege durchgeführt wird. Nur welche Dokublätter erlaubt sind.
Zumindest muss auch für eine Behandlungspflege eine Planung gemacht werden, mindestens aber ein Maßnahmenplan o.ä. Zudem muss man auch bei bei Behandlungspflegepatienten potentielle Risiken erkennen und Maßnahmen einleiten. Hat einer nen Deku und wir den Auftrag zum Verbandwechsel, müssen auch Dekurisiko eingeschätzt und ggf. ergänzende Maßnahmen durchgeführt werden (z.B. Beratung, Motivation zur Bewegung, Hilfsmittel etc.)
Für reine Behandlungspflege führen wir auch keine komplette PP, trotzdem aber einen Maßnahmenplan/ Durchführungsplan/ Strukturplan oder wie man es nennen möchte und Risikoeinschätzungen durch, sowie gesamte Anamnese. Gesamter PP- Zirkus nur bei SGB XI.
LG
 
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AW: Patient lehnt jegliche Art von Pflegedokumentation ab

Hallo josi, Nancy schreibt, dass der Pat. diese Erhebungen ablehnt. Alles, was die Durchführung der Massnahme betrifft, ist "erlaubt". So habe ich zumindest den ersten Beitrag von Nancy verstanden.
Nancy gibt ja vielleicht doch nochmal genauere Info's über die Versorgung des Pat.
Es gibt im amb. Bereich -zig verschiedene Wahrscheinlichkeiten der Wundversorgung. Warum denkt nur jeder immer gleich an Deku's und die entsprechenden Massnahmen? Auf jeden Fall gibt es keine Vorschrift, dass eine PP mit allen AEDL's geschrieben werden muss, wenn z. B. nur ein VW durchgeführt wird vom PD. Vielleicht geht es dem Herrn ja genau darum, alles andere geht niemanden etwas an.
Und im Zweifelsfall, warum wird nicht einfach beim MDK nachgefragt?
:kopfkratz:
Wasserfrau
 
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jimbeam

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AW: Patient lehnt jegliche Art von Pflegedokumentation ab

Hallo,
der letzte Satz von Wasserfrau ist das, was mir direkt einfiel. Ein kleiner Anruf beim MDK dürfte alle Fragen klären.
 
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AW: Patient lehnt jegliche Art von Pflegedokumentation ab

Ich frag mich eben immer, warum es alles so kompliziert gemacht werden muss.
Frage zwei Leute und Du wirst zwei Meinungen hören. Frage einfach die, die das "Sagen" haben, wie sie es haben wollen. Ich würde aber nicht anrufen, sondern mailen und die Antwort audrucken und zu den entsprechenden Unterlagen legen. Denn wisse, auch zwei vom MDK könnten unterschiedlicher Meinung sein.:wink:
Jetzt würde mich aber schon interessieren, wie entschieden wurde.
:neugier:Wasserfrau
 
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AW: Patient lehnt jegliche Art von Pflegedokumentation ab

Hallo zusammen,

eine Pflegeplanung ist generell zu führen wenn der Pflegebedürftige in einer Pflegestufe eingruppiert ist. Wenn der Pflegedienst nur mithilfe bei ärztl. Diagnostik u. Therapie macht (Behandlungspflege) im normalfall nicht. Sollte aber im bestehenden Vertrag nach SGB V stehen (was es gibt), dass für jeden Kunden mit Behandlungspflege eine Pflegeplanung zu erstellen ist, dann muss dies auch der ambulante Dienst erfüllen. (was es aber kaum gibt)

Jedoch ist hier wieder der Zwiespalt, dass es ja immernoch Ansichtssache ist, ob die Behandlungspflege in die Pflegeplanung gehört...

Ich bin mir wegen der Pflegeplanung nicht wirklich sicher, ob sie in dem Fall bestehen muss. Ich würde sie denk ich schreiben, muss ich ja dem BW/Pat. nicht brühwarm erzählen und würde sie nicht beim Pat. aufbewahren. Aber als erstes würde ich ihm erklären, dass die Rechtslage eine PP vorschreibt.

Leider können wir die Diskussion auch beenden, da uns die nötigen Informationen fehlen. Hier könnte man ins unermässliche labern;)
 
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AW: Patient lehnt jegliche Art von Pflegedokumentation ab

Bei mir schon ne Weile her, seit ich ambulant gearbeitet habe, aber wir haben nur das geplant, was wir durchführen mußten, weil haben ja auch nur das abrechnen dürfen.
 
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iwohne

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AW: Patient lehnt jegliche Art von Pflegedokumentation ab

Also wir haben den Satz gelernt, "Wer schreibt der bleibt"dokumentierten ist das A und O. Dann dokumentier das er die Pflegeplanung ablehnt. Leistungsnachweis ist halt für Euch wichtig, oder wie rechnet ihr dann das ab?
Gruß Yvonne
 
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Leistungsnachweis ist halt für Euch wichtig, oder wie rechnet ihr dann das ab?
Das lässt er ja zu.
:smile:Wasserfrau
 
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AW: Patient lehnt jegliche Art von Pflegedokumentation ab

Bei mir schon ne Weile her, seit ich ambulant gearbeitet habe, aber wir haben nur das geplant, was wir durchführen mußten, weil haben ja auch nur das abrechnen dürfen.
Diese Ansicht ist in der Fachwelt längst überholt....
 
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