Patient Krankenhaus: Alternativen zu Pflegenotstand und Zwei-Klassen-Medizin

Morbus Bahlsen

Morbus Bahlsen

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Bin da auf eine sehr schöne Grafik inklusive erklärendem Artikel gestoßen. Wie schön das wäre, wenn sich wirklich mal was zum positiven in unserem Berufsfeld ändern würde. *träum*
Aber ich befürchte, nach der Wahl ist wieder alles nur Schall und Rauch.


Patient Krankenhaus:
Alternativen zu Pflegenotstand, Zwei-Klassen-Medizin und Privatisierung


An Krankenhäusern lässt sich wie unter einem Vergrößerungsglas sehen, was im Gesundheitssystem und in der Gesellschaft falsch läuft. Dabei kommen verschiedene Entwicklungen zusammen: Gesundheitspolitik, Privatisierung, Schuldenbremse, Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik usw. Wir wollen diesen Knoten entflechten.
Seit über zehn Jahren werden Krankenhäuser einer neoliberalen Behandlung unterzogen. Markt und Profitstreben ziehen ins Krankenhaus ein. Im Vordergrund steht: wie lässt sich Rendite machen und wo können Kosten gedrückt werden. Riesige Krankenhaus-Konzerne können im Wettbewerb besser bestehen, verschlechtern aber die Versorgungslage und die Arbeitsbedingungen: Nur Bereiche, die wirtschaftlich rentabel sind, bleiben erhalten. Private Krankenhaus-Konzerne zielen auf Rendite von bis zu 15 Prozent! Dabei sind die Versorgung der Patientinnen und Patienten und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zur Nebensache geworden. Öffentliche Krankenhäuser, die rote Zahlen schreiben, geraten unter Druck: sie werden privatisiert oder müssen schließen.
Seit 2004 wurde die Finanzierung der Krankenhäuser auf Fallpauschalen umgestellt. Die Spielräume für Krankenhäuser und behandelnde Ärztinnen und Ärzte sind gering: jede Diagnose ist eben pauschal zu behandeln. Auch öffentliche Krankenhäuser sind gezwungen, möglichst viele Patientinnen und Patienten in möglichst kurzer Zeit „abzufertigen“. Fallpauschalen ermöglichen Gewinn zu erwirtschaften, indem die Pflegekosten – das heißt vor allem die Personalkosten – gedrückt werden. Zehntausende Stellen wurden in den letzten Jahren abgebaut, immer weniger Pflegende müssen immer mehr „Fälle“ betreuen: Personalmangel und Pflegenotstand sind die Folge. Das bedeutet mehr Stress für die Beschäftigten und schlechtere Versorgung für die Patientinnen und Patienten.
Die öffentliche Hand finanziert die Krankenhäuser nicht ausreichend, notwendige Investitionen werden nicht getätigt. Oft haben Länder und Kommunen keine Alternativen: Die öffentlichen Kassen sind leer, weil Steuern für Unternehmen, Reiche und Vermögende gesenkt wurden. Und für Investitionen Schulden aufzunehmen, verbietet bald die Schuldenbremse. In der Not werden dringende Renovierungen aus Personalmitteln finanziert. Aber weniger Geld für Personal erhöht den Druck auf die Beschäftigten.
Wir wollen zeigen, welche politischen Alternativen es gibt, um Pflegenotstand und Zwei-Klassen-Medizin im Krankenhaus zu beenden. Für uns stehen Solidarität und soziale Gerechtigkeit im Mittelpunkt: Sie sind die Voraussetzung, dass alle Menschen eine gute medizinische und pflegerische Versorgung bekommen. Wettbewerb und Privatisierung stehen dem entgegen: Gesundheit ist keine Ware!
Patient Krankenhaus: Alternativen zu Pflegenotstand, Zwei-Klassen-Medizin und Privatisierung
 
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PDL
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Heimbeatmung
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Krisenintervention, Ernährungsberatung, PDL, Mentor, Pflegeexperte außerklinische Intensivpflege
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mary_jane

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AW: Patient Krankenhaus: Alternativen zu Pflegenotstand und Zwei-Klassen-Medizin

Hört sich ganz nett an, ich frage mich allerdings wie die Forderungen finanziert werden sollen.
 
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Gesundheits-und Krankenpflegerin/Studentin
Fachgebiet
chirurg. ITS
Jerome

Jerome

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AW: Patient Krankenhaus: Alternativen zu Pflegenotstand und Zwei-Klassen-Medizin

Netter Artikel mit der üblichen Schlagwortakrobatik

Meine Meinung dazu ist das wir uns mal selber alle an die Nase fassen sollte. Nicht alles kann auf die Fallpauschalen geschoben werden. Egal wer in die Rettungsstelle kommt. Es werden Standarts an Untersuchungen durchgeführt die die Kosten unnötig anheben. Patienten werden über Gebühr im Krankenhaus gelassen. Reichlich Medikamenteneinstellungen könnten auch ambulant durchgeführt werden. Desgleichen verschiedenste Operationen. Vom Anspruchsverhalten unserer lieben Patienten mal abgesehen. Kurze Auflistung : Fernseher / Radio / Internetanschluss / jede noch so unnötige Untersuchung / persönliche Schwester ab Bett / mindestens drei Menus zur Auswahl. Klar heute komplett normal aber auch das erhöht die Kosten. Sorry wenn ich das hier sage, wenn wir privat versichert wären würden wir auch darauf achten was die Kliniken alles über uns abrechnen bzw. für Untersuchungen machen. Wer das nicht macht soll halt bezahlen.
Ich weis das ich nachfragen werde wenn ich wegen einer Fraktur ins Krankenhaus komme und man will mir OT, PT und G-GT abnehmen. Sono Abdomen und EKG brauch ich dann auch nicht.
Hatte jetzt die Möglichkeit zu beobachten das holländische Patienten relativ fix in einem deutschen Krankenhaus entlassen werden. Der Deutsche Patient mit der selben Erkrankung aber mindestens doppelt so lange im Krankenhaus bleibt, warum ?
Warum schreibt darüber niemand. Warum sagt das ach so tolle PP nicht das ne Menge AO der Ärzte nur Geldmacherei sind und das öffentlich. Geht es hier nach dem Motto "eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus" ?
Solange wie PDL`s und Klinikdirektoren immer nur unter der Hand und im eingeschworenen Kreis ihre klappe aufmachen wird nie etwas passieren. Diese Herrschaften, die meistens "vom Bett weg wollten" können doch gar nichts sagen sonst könnte es ja passieren das sie wieder da landen wo sie ja gar nichts sein wollten. Ans Bett !
 
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Freiberufliche Pflegekraft
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Fachpfleger für Onkologie und Hämatologie, Lehrer für Pflegeberufe, Desinfektor
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Fleschor_Max

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AW: Patient Krankenhaus: Alternativen zu Pflegenotstand und Zwei-Klassen-Medizin

Hört sich ganz nett an, ich frage mich allerdings wie die Forderungen finanziert werden sollen.
Wir haben als Gesellschaft beinahe 5Brd alleine liquides Vermögen. Da sind Immobilien und Wertgegenstände gar nicht dabei. Und das bei <2,5Brd Staatsverschuldung. Das Geld ist also da, selbst wenn man die Schulden zurückzahlen würde, immer noch gut 30.000 EUR Vermögen pro Person.
Klar gibts heutzutage oft eine Person die 600.000 EUR besitzt und 9 Personen die 0 EUR besitzen, und so kommt man auf den Durchschnitt von 60kEUR Vermögen pro Person, aber das ist ja nur ein Verteilungsproblem.
 
Qualifikation
GuKPf, Student
Fachgebiet
innereITS
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