Patient ist gestürzt ....

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L

Lehrling

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11.03.2005
01279
Wie ist eigentlich bei euch der Ablauf geregelt wenn man beim Hausbesuch feststellt, das der Patient schon einige Zeit in der Wohnung liegt, weil er gestürzt ist ??! Er gibt an keine Schmerzen zu haben und rein äußerlich ist auch nichts zu sehen, und einen Arzt lehnt er auch ab !

Danke !!

:wassat: Lehrling dr nachdenkliche :innocent:
 
Qualifikation
Büroleiter
Fachgebiet
Pflegedienst
H

Hermann L

Mitglied
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11.01.2006
26817
Hallo Lehrling
Falls der besagte Patient nicht unter Betreuung steht also im Bereich Gesundheitsfürsorge und er einen Arzt ablehnt ist alles in Ordnung und Du kannst diene Tour weitermachen da es sein eigener Wille ist.
Um aber sicher zu gehen würde ich den Patienten doch nahe legen das er ein Arzt aufsucht meist merken Älteremenschen nicht sofort das ihnen etwas fehlt oder schmerzen treten erst Später ein.
Gruß Hermann L.
 
Qualifikation
Altenpfleger/ Hospizhelfer
Fachgebiet
Pflegezentrum
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
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05.01.2006
63110
Auf jeden Fall ist diese Sachlage zu dokumentieren, mit Unterschrift des Patienten bzw., falls vorhanden, des Betreuers.
Dann müsste rechtlich alles abgesichert sein.
:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
 
Qualifikation
Krankenschwester
W

wolke

Mitglied
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02.02.2006
76771
auch wenn der patient den arzt ablehnt, kann man ihn trotzdem informieren und vielleicht kann er ja mal einen besuch auf seiner hausbesuchtsroute einlegen.
wenn der patient nicht möchte und der arzt informiert ist, kann man mehr nicht tun, außer angehörige darauf ansetzen überredungskunst einzusetzen.

liebe grüße
 
Qualifikation
lehrerin für pflegeberufe
Fachgebiet
keinen
S

sr. tequila

hallo,
ich würde es auf jedenfall mit meinen Überredungskünsten versuchen, das der Patient einen Arztbesuch zulaässt. Wenn das nicht funktioniert, würde ich mir meine Dokumentation vom Pat. selber unterschreiben lassen und sofern Angehörige vorhanden sind, würde ich diese informieren und sie bitten das ganze zu beobachten und dann meine Tour fortsetzen.

lg sr.tequila
 
R

rueporade

Mitglied
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16.01.2006
42477
Hallo, liebe Kollegen(innen)
das ganze hat mit Überredungskunst nichts zu tun.
Wenn ein offensichtlicher Schaden entstanden ist, sei es nun ein Hämatom, eine Schwellung etc. ist die Pflegekraft verpflichtet den körperlichen Schaden ärztlicherseits abklären zu lassen. Das muss auch manchmal über den erklärten Willen des Patienten erfolgen. Der gesamte Vorgang ist natürlich genau zu dokumentieren, einschl. der Begründung, warum die Pflegekraft entgegen der Einlassung des Patienten trotzdem den Arzt hinzugezogen hat.
Gruß
rueporade
 
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Fachkrankenpfleger f. Psychiatrie, PDL
Fachgebiet
Privater amb. Pflegedienst, PDL
Weiterbildungen
Amb. Pflege, PDL, Psychiatrische Pflege
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C

Chef de Saucier

Aktives Mitglied
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22.10.2005
30625
AW: Patient ist gestürzt ....

@ rueporade

Die Darstellung ist mir zu generell, vielmehr muss man hier differenzieren im Sinne von: Was ist passiert, welche Massnahme wäre angemessen und notwendig.
Sofern nicht Gefahr in Verzug ist ( erkennbare Fraktur, Beeinträchtigung im Bewußtsein, Schock, offene Wunde ... ) und eine Handlung gegen den Willen des Patienten rechtfertigen würde, kann der Kunde dem Arzt ohne weiteres auch das Betreten seiner Wohnung und / oder eine Behandlung verweigern.

Gruß
Zelig
 
Qualifikation
* - *
Fachgebiet
PFK
M

mercedes122

Mitglied
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AW: Patient ist gestürzt ....

Es kommt auf den Zustand der Person an. Ist sie den geistig in Ordnung? Das ist meine erste Frage.
Ich habe meine Mutter mit Demenz betreut und morgens war sie beim Aufstehen gestürzt und hatte sich das Schlüsselbein gebrochen. Da sie extrem vergesslich war, hat sie zeitweise gar keine Schmerzen gespürt und verstand überhaupt nicht warum ich mit ihr beim Arzt war. Erst als ich ihren Arm berührt hatte und sie sofort Schmerzen hatte, hat sie es verstanden und gleich wieder vergessen.
Ich würde deshalb auf einen Arztbesuch bestehen. Wie das bei dem Pflegepersonal geregelt wird, da habe ich keine Ahnung.

LG Evi
 
Qualifikation
Industriekaufmann
Fachgebiet
häusliche Angehörigenpflege
F

Freiberufler73

Gesperrter Benutzeraccount
02.02.2010
29633
AW: Patient ist gestürzt ....

Hallo alle zusammen,
ich stimme zelig voll zu :thumbs:,denn wenn kein Notfall (Fraktur usw.) vorliegt und der Patient keinen Betreuer hat,also voll geschäftsfähig im juristischen Sinne ist,hat sich die Pflegekraft nicht über seinen Willen hinweg zu setzen ! Bei der ambulanten Versorgung nach SGB V +XI ist die Pflegekraft lediglich für die verordneten Tätigkeiten verantwortlich und dies am Tag nur für ca. 1 Stunde . Alles,was in den restlichen 23 Stunden passiert,ist nicht Sache des Pflegedienstes ! Nein,nur im wirklichen Notfall kann der Wille des Patienten übergangen und ein Arzt gerufen werden.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Freiberuflerin
S

stern3007

Aktives Mitglied
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29.07.2005
Köln
AW: Patient ist gestürzt ....

Ich würde deshalb auf einen Arztbesuch bestehen. Wie das bei dem Pflegepersonal geregelt wird, da habe ich keine Ahnung.
Du gehst hier von einer bestimmten Konstellation aus, in dem Fall von einem dementen Patienten. Die Fragestellung war aber allgemein gehalten. Die Palette der Möglichkeiten zu reagieren ist groß und kommt immer auf den Einzelfall an. In der Regel kennt man doch seine Pappenheimer. Man weiß wen man überreden kann. Man weiß ob es Kollegen gibt, zu denen der Patient evtl. ein größeres Vertrauen hat, die dann mehr Einfluß nehmen können. Habe ich absolut keine Chance eine Abklärung herbeizuführen, kann ich immer noch den Arzt informieren und ihn über die Situation und die evtl. Bedenken informieren. Oft sind Angehörige erreichbar. Auch die kann man informieren denn wir haben nur einen begrenzten Auftrag, sodaß es in solchen Situationen durchaus korrekt ist, Angehörige einzubinden, wenn z.B. eine Überwachung des Patienten sinnvoll ist. In einigen Fällen kann man die Situation auch absichern, indem man sich zwischendurch beim Patienten meldet. Da reicht oft ein Telefonat aus insofern der Patient von seiner Grundsituation aus noch in der Lage ist via Telefon zu kommunizieren.

Wichtig ist vor allem die Dokumentation mit der du nachweist, dass du die Situation richtig erfasst und die richtigen Maßnahmen eingeleitet hast. Die richtige Maßnahme kann durchaus auch sein, dass du den Patienten in Ruhe läßt, wenn er keine Hilfe will und du dich davon überzeugt hast, dass keine erkennbaren Schäden vorhanden sind. Im Krankenhaus wird letztendlich auch nicht anders gehandelt. Man röntgt z.B. nicht jedem Sturzpatienten gleich den Schädel, obwohl sich durchaus ein Hämatom gebildet haben könnte. Die schicken den Patienten wieder nach Hause wenn keine Symptome da sind.

Es gibt viele kritische Situationen die du in der ambulanten Pflege nicht absichern kannst. Es ist auch nicht Sinn der ambulanten Pflege einen Patienten 24h am Tag vollständig abzusichern. Ich denke da gerade auch an andere Situationen, z.B. unsere Insulinkandidaten. Hier hat man relativ häufig die Situation das die eigentlich notwendige Absicherung ambulant nicht machbar ist.
 
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Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
M

mercedes122

Mitglied
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AW: Patient ist gestürzt ....

@stern3007

Ich kann sehr gut die Situation im ambulanten Pflegebreicht nach vollziehen.
Das hat zwar jetzt nichts mit dieser Sache zu tun, aber meine Mutter hatte einen leichten Schlaganfall und das Personal hilt es nicht für notwendig einen Arzt kommen zu lassen. Angeblich hätte man es nicht mal bemerkt. Andererseits hat es mein blinder Vater bemerkt, einfach weil er keine richtigen Antworten mehr von seiner Frau bekam und mich dann angerufen hatte.
Ich mußte dann aus meinem Ort einen Rundumschlag machen, damit überhaupt erst einmal ein Arzt sich meiner Mutter angenommen hat.
Du kannst Dir sicher vorstellen, wie sauer ich auf die Pflegeeinrichtung war. Es hätte der Befund dann nicht so schlimm ausfallen müssen, so war jedenfalls die Aussage vom KH.

Ich würde mir wünschen, das solche Vorkommnisse nicht notwendig wären, auch wenn die Zeit knapp bemessen ist.

LG Evi
 
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Industriekaufmann
Fachgebiet
häusliche Angehörigenpflege
S

stern3007

Aktives Mitglied
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29.07.2005
Köln
AW: Patient ist gestürzt ....

Du ein leichter Schlaganfall ist schnell übersehen, zumal die Beschwerden auch erst langsam zunehmen können. Kommt immer darauf an was das für ein Einsatz war. Es gehört schon sehr viel Erfahrung dazu einen leichten Schlaganfall zu erkennen. Dein Vater hat eine ganz andere Perspektive wie das Pflegepersonal. Vielleicht hat deine Mutter beim Einsatz kaum geredet.

Ich will jetzt nicht die Arbeit des Pflegedienstes schön reden.
 
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Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
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Freiberufler73

Gesperrter Benutzeraccount
02.02.2010
29633
AW: Patient ist gestürzt ....

Hallo Evi,
vielleicht hat ja auch Dein Vater überhaupt nichts zum Pflegepersonal gesagt und hat nur Dich informiert ?
Ich weiß ja nun nicht,was bei Deiner Mutter zu machen ist,aber bei kleinen Sachen,wie Insulin-oder Med.Gabe sind 2-5 Minuten vorgegeben und wenn ich 30 Patienten in meiner Tour hab,dann halte ich mich an diese Zeitvorgaben,so daß es wirklich nicht ungewöhnlich ist,wenn eine TIA oder Apoplex nicht erkannt werden,vorallem,wenn Deine Mutter keine offensichtlichen Ausfallerscheinungen,wie z.B. hängender Mundwinkel,Halbseitenlähmung,verwaschene Sprache,hatte. Auf den Pflegedienst wird schnell geschimpft,aber völlig zu unrecht,wenn keine Anzeichen erkennbar waren und ein Angehöriger (Dein Vater) keine Information gibt ! Und Deine Arztsuche hättest Du Dir auch leicht sparen können,wenn Du die 112 angerufen und Verdacht Schlaganfall gesagt hättest !!!
 
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Krankenschwester
Fachgebiet
Freiberuflerin
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mercedes122

Mitglied
Basis-Konto
AW: Patient ist gestürzt ....

Bei meiner Mutter kam immer morgens eine Schwester um Insulin zu spritzen. Und meine Mutter gehörte zu den eher schwierigen Patienten :nono: und hat sich sehr gern mit den Schwestern angelegt. Und wenn ich jeden morgen zu einer Person gehe und plötzlich ihr Verhalten komplett anders ist.
Na ich weis nicht.
Andererseits war bei der Beschreibung meines Vater bei mir sofort der Verdacht eines Schlaganfalls.
Bei meinem Anfruf beim Notdienst habe ich auch diesen Verdacht geäußert und auch bei der Hausärztin.
Da kam nur die Antwort: Woher wollen sie das den wissen?

Es kann ja nicht sein, was nicht sein darf.

Es hat sich auch inzwischen erledigt, hatte meine Eltern zu mir geholt, weil meine Mutter danach nicht mehr sie selbst war und meine Eltern unbedingt versorgt werden mußten.
Vater blind und fast taub und meine Mutter, die lange Zeit nicht reden konnte und schwer demenz war.
Sie ist inzwischen auch verstorben.
Dieses Thema hat nur alles wieder hoch geholt und man kann es auch nicht so einfach vergessen.

Und ich möchte auch damit auch nur erreichen, daß das Pflegepersonal etwas sensibler mit ihren anvertrauten Menschen umgeht. Auch wenn es schwer fällt und die Zeit knapp bemessen ist.

LG Evi
 
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häusliche Angehörigenpflege
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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