Innere Medizin Pat. im Nachtdienst waschen ?

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K

ksp2002

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02.03.2006
Bad Neuenahr
Hallo,
ich hätte gerne gewußt ob es in anderen Kliniken üblich ist Patienten die nicht orientiert sind nachts zu waschen. Freue mich auf Eure Beiträge .

Liebe Grüße Kati
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere medizin
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
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26.09.2005
Bonn
Hallo,
ich hätte gerne gewußt ob es in anderen Kliniken üblich ist Patienten die nicht orientiert sind nachts zu waschen.
Hallo Kathi,

Deine Frage ist mit einem "ja" oder einem "nein" zu beantworten.
Was steckt hinter Deiner Frage?

Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
K

ksp2002

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02.03.2006
Bad Neuenahr
Ich würde gerne wissen was man hier so davon hält, bei uns ist eine große Diskussion. :eek:riginal:
 
Qualifikation
Krankenschwester
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Innere medizin
S

STS

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14.07.2006
46147
Servus.

In "meinem" Krankenhaus ist es nicht mehr üblich, die Patienten nachts zu waschen. Allerdings muss ich die ganze Sache von vorne aufrollen.

Auf "meiner" Station (hört sich besitzergreifend an) wurde bis vor 10 Jahren noch zu zweit gewacht. Bei 27 geriatrischen Patientenbetten (ab und an sind auch ein paar AC-Pat. mit dabei) mit durchschnittlich 16-18 A3'ern (ich denke mal, jeder hier kennt das A/S-Einstufungssystem?) war das sicher auch schön und gut, mittlerweile aber muss das eine Pflegekraft alleine bewältigen.

Um den Frühdienst zu entlasten, wurden zu bestimmten Uhrzeiten bis zu 6 Patienten in der Nacht grundpflegerisch versorgt. Hierbei wurde natürlich darauf geachtet, dass motorisch/verbal ruhige Patienten gewaschen wurden, die ohnehin kein Zeitgefühl mehr haben.

Heutzutage wird bei uns nachts nicht mehr gewaschen. Dies liegt hauptsächlich an der genannten einen Pflegekraft (gibt es überhaupt noch Stationen ausser Intensiv, auf denen mehr als einer wacht?) und zum anderen an einer Dienstverordnung der Pflegedirektion, soweit ich das alles mitbekommen habe - war nämlich alles vor meiner Zeit als aktiver Mitgestalter der Pflege auf unserer Station.

Wenn es um meine persönliche Meinung geht, bin ein ein Gegner von nächtlichen Waschaktionen und übe sie nur so selten wie möglich aus. Wenn in der Nacht die Grundpflege bei einem Patienten nötig ist (durch massive unkontrollierte Darmentleerung bei Diarrhoen zum Beispiel) wasche ich ihn natürlich auch, keine Frage. Der Frühdienst freut sich - der Patient sicherlich weniger. Ich denke einfach, dass es für die meisten desorientierten Patienten nicht grade förderlich ist, wenn Patienten durch eine Handlung des Pflegepersonals, die der Patient sein Leben lang am Morgen ausgeführt hat, mitten in der Nacht aus seiner (ohnehin schon spärlich vorhandenen) Struktur gerissen wird. Sofern der Patient nicht blind, komatös oder zeitlich vollkommen neben der Spur ist, sind nächtliche Waschungen eine Zumutung - das ist zumindest meine Meinung.

Ich versuche meinen Patienten (ob Demenz des Alzheimer-Typs, Korsakow oder Apoplektiker) doch irgendwie immer die Chance zu geben, sich auf eine Art zu orientieren - und wenn sie nur für 3 Minuten wissen: "Ach, es ist ja Morgen". Aber vielleicht bin ich da auch zu idelistisch.


P.S. Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. ;)
 
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Stationsleitung
Fachgebiet
Interdisziplinäre Wahlleistung
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M

Manu5959

Aktives Mitglied
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19.10.2005
Rosenheim
Sofern der Patient nicht blind, ist, sind nächtliche Waschungen eine Zumutung - das ist zumindest meine Meinung.
Hallo Savethestyle,

deinem Beitrag kann ich nur zustimmen, allerdings verstehe ich nicht ganz, wie du einem blinden Patienten sein Orientierungsvermögen absprechen kannst.?

In unserer Einrichtung wird grundsätzlich nicht nachts gewaschen! Hin und wieder haben wie einen Bewohner, der das "Frühaufstehen" gewohnt ist, und sich auch weiterhin z.B. um 5.00Uhr morgens frisch machen will. In dem Falle wird der Wunsch erfüllt, ansonsten dürfen die Bewohner ihre Nachtruhe so weit wie möglich( Störung z.B. durch Positionswechsel) geniesen!:eek:riginal:

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
S

STS

Mitglied
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14.07.2006
46147
Hi Manu!

Das "blind" bezog ich auf die Tatsache, dass eben solche Patienten nicht aufgrund der Lichtverhältnisse erkennen können, ob Tag oder Nacht ist.
Ich möchte blinden Menschen keinesfalls absprechen, dass sie sich orientieren können, ich verband es eher mit einer Demenz oder ähnlichem.

Blindheit alleine bedeutet natürlich nicht, zeitlich desorientiert zu sein. :)
 
Qualifikation
Stationsleitung
Fachgebiet
Interdisziplinäre Wahlleistung
X

xray3279

Mitglied
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11.06.2006
40223
In Sofern der Patient nicht blind, komatös oder zeitlich vollkommen neben der Spur ist, sind nächtliche Waschungen eine Zumutung - das ist zumindest meine Meinung.
Grade diese Pat. (besonders komatös), finde ich ist unsere Aufgabe, wieder ein orientierung + basale stimulation zu geben, damit sie wieder in unsere Welt zurück finden können. Deswegen würde ich einen Pat. (natürlich wenn er sich von oben bis unten eingekotet hat) niemals Nachts waschen! Was auch in unserem Krankenhaus nicht durchgeführt wird.
Wer kann den sagen, was diese Pat. denn noch wirklich mitbekommen? Wir müssen doch alles tuen, das diese Pat. Reize bekommen, die Ihrer Genesung helfen oder das Sterben erleichtern!
 
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Fachkrankenpfleger I&A
Fachgebiet
Innere
Weiterbildungen
Weiterbildung I&A, Praxisanleiter
S

STS

Mitglied
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14.07.2006
46147
Sagte ich ja:

Ich versuche meinen Patienten (ob Demenz des Alzheimer-Typs, Korsakow oder Apoplektiker) doch irgendwie immer die Chance zu geben, sich auf eine Art zu orientieren - und wenn sie nur für 3 Minuten wissen: "Ach, es ist ja Morgen". Aber vielleicht bin ich da auch zu idelistisch.
Es ist dennoch natürlich "einfacher" für Stationen, die Nachts noch waschen sollen/müssen, solche Patienten zu versorgen als orientierte Menschen. Denn diese beschweren sich vollkommen berechtigt. Würde auch jeder komatöse Patient machen, wenn er könnte.
 
Qualifikation
Stationsleitung
Fachgebiet
Interdisziplinäre Wahlleistung
T

Tom.S

Mitglied
Basis-Konto
28.03.2006
44263
Moin,

ich finde es in jedem Fall mal amüsant, das über Themen, die (eigentlich) schon vor langer Zeit abgeschlossen sein sollten immer noch im Praxisalltag debattiert wird. Wir reden soviel von Ganzheitlichkeit, aber im alltäglichen Zwang muten wir den Menschen dann Dinge zu, die eben nix mehr mit einer ganzheitlichen Pflege zu tun haben, unter anderem eben das Waschen von Menschen in der Nacht und dabei ist es völlig egal, ob der- oder diejenige orientiert oder nicht orientiert ist. Ganz im Gegenteil wäre einem orientierten, ädaquaten Patienten ja noch viel eher vermittelbar, das aus betrieblichen Abläufen heraus das Waschen in der Nacht notwendig erscheint, dem nicht orientierten, "verwirrten" Menschen kann das nicht nahe gebracht werden und somit wird natürlich hier der einfachste Weg begangen, wobei es gerade bei diesen Menschen besonders wichtig ist, einen Tag- und Nachtrhythmus einzuhalten, die Orientierung wo immer es geht zu fördern!

Von daher ist das Waschen von Patienten des Nachts, insbesondere von nicht orientierten Patienten natürlich absoluter Nonsens(!), leider ist dies aber wohl ein wirklich typisches Beispiel vom Unterschied zwischen Theorie/Anspruch und Wirklichkeit/Praxis.

Gruß

Tom
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A/I
Fachgebiet
Pflege
U

UlrichFürst

Bei uns wird nachts auch nur "im Notfall" gewaschen. Also bei sehr starker Inkontinenz z.B., wenn's halt unumgänglich ist. Allerdings fällt mir für die paar mal, wo ich das gemacht habe doch auf, dass die (unruhigen, verwirrten) Patienten nach einer (entsprechend durchgeführten) Waschung friedlich schlafen - und zwar ganz ohne irgendwelche Schlafmittel...

Ulrich
 
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
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26.09.2005
Bonn
Bei uns wird nachts auch nur "im Notfall" gewaschen. Also bei sehr starker Inkontinenz z.B., wenn's halt unumgänglich ist. Allerdings fällt mir für die paar mal, wo ich das gemacht habe doch auf, dass die (unruhigen, verwirrten) Patienten nach einer (entsprechend durchgeführten) Waschung friedlich schlafen - und zwar ganz ohne irgendwelche Schlafmittel...

Ulrich
Da führt vermutlich auch Eins zum Anderen. Wenn ich inkontinent wäre und nachts in meinen eigenen Exkrementen läge, wäre ich vermutlich auch unruhig.
Sauber und trocken zu sein beruhigt schon per se; kombiniert mit einer entsprechenden Waschung macht mich schon beim Schreiben ganz schläfrig :wink:.

Für mich beschreibst Du eine sitations- und patientengerechte Pflege, die mit der (anachronistischen) Grundsatzdiskussion erfrischend wenig zu tun hat.

Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
L

LinaLuise

Mitglied
Basis-Konto
29.05.2006
46537
Hallo an alle,
natürlich bin auch ich gegen das Zwangswaschen in der Nacht,um den Tagdienst zu entlasten,aaaaber vergessen wir mal nicht die Patienten,die schlaflos sind in der Nacht,die sich an den Nachtdienst wenden und um Hilfe oder Ganzübernahme der Körperpflege bitten in den sehr frühen Morgenstunden,weil sie nicht schlafen können und die Nacht ewig lang ist für die Patienten und nebenbei geniessen,das sie eine Schwester für sich alleine haben,die viel Zeit hat ,wenn Ruhe auf der Station ist.
Gruß,
LinaLuise
 
Qualifikation
STATIONSLEITUNG
Fachgebiet
INNERE MEDIZIN
T

Tom.S

Mitglied
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28.03.2006
44263
Moin,

das Beschreiben von Menschen, die in in ihren eigenen Exkrementen liegen und wo es eine praktische Notwendigkeit ist, sie, egal zu welcher Uhrzeit frisch zu machen ist ja wohl der Diskussion überhaupt gar nicht wert. Darum geht es ja auch gar nicht! Es geht auch nicht darum, das Patienten darum bitten in der Nacht versorgt zu werden, auch das ist ja wohl eine ganz andere Kiste, die dem Wunsch des Menschen entspringt, sowas soll es ja geben, ja dann bitteschön, aber eigentlich schläft man/frau des nachts.

Wie auch immer, ich bleibe fest dabei, das geplante Waschen von Patienten in der Nacht ist unphysiologisch und fördert in keinem Fall die Orientierung, und das Patienten danach friedlich schlafen könnte ja auch damit zusammenhängen, das sie von derlei Anstrengung auch reichlich erschöpft sind, was? :D

Gruß

Tom
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A/I
Fachgebiet
Pflege
K

ksp2002

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
02.03.2006
Bad Neuenahr
Also, bei mir ist es bis dato so gewesen:

Ich arbeite auf einer internistischen Station mit 37-41 Betten ( 4 Notbetten die oft genutzt werden )
Wir hatten bis vor ein paar Jahren nur 1 Nachtwache, da sich der Anteil der Schwerstpflegebedürftigen Patienten in den letzten Jahren vervielfacht hat war eine optimale Pflege mit einer Nachtwache kaum mehr möglich. (Lagern, betten etc.)
Dann wurde stationsintern (mit Rücksprache PDL ) beschlossen eine Stelle aus dem Frühdienst abzuziehen und diese in den Nachtdienst zu setzen. Von da ab gab es also 2 Nachtwachen. Viele Stationszimmerarbeiten wurden in den Nachtdienst gelegt.
Dann fing es an das Patienten die nachts sowieso mindestens 2 mal geweckt werden mußten zum Lagern, säubern etc, gewaschen wurden.( Gewaschen wurden so ca 3-4 Pat ) Anfangs war ich skeptisch, aber aus meiner Erfahrung heraus muß ich sagen das man nachts viel mehr Zeit und Ruhe hat die Patienten zu pflegen. Viele Patienten fragten dann schon abends kommen sie morgen früh und waschen mich ? Dazu muß ich sagen das vor 4 Uhr niemand gewaschen wurde.Mittlerweile hat sich meine Einstellung geändert und ich stehe dem positiv gegenüber .Ob ich einen Patienten jetzt wach mache um ihn zu lagern und eine Intimpflege durchführe oder ob ich ihn komplett wasche.Zeitunterschied vielleicht 10 min.Selbstverständlich werden die Patienten vorher gefragt ob es für sie ok ist, es wurde nie jemand gezwungen.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere medizin
U

Ucki

Neues Mitglied
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18.07.2006
16303
Hallöchen!
Ich arbeite auf einer internistischen Staion mi 43 Betten.Eigentlich sind wir auf Gastroenterologie spezialisiert, die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus.
Zu uns kommen viele präfinale Patienten, Demenzkranke, Patienten, die im letzten Stadium von Krebs erkrankt sind, und bettlägerige, multimorbide Pflegeheimbewohner.
Desweiteren kommen auch viele Patienten zu uns, bei denen erst diagnostiziert werden muss, unter welcher Art von Erkrankung sie leiden. Oft lautet die Diagnose Krebs.
Da wir wie sicherlich viele von Euch nur begrenztes Pflegepersonal haben, z.B. nur 4 Schwestern im Frühdienst, von denen 2 nach 6h wieder gehen, könnt ihr euch sicher denken das wir für unsere Patienten nur sehr wenig Zeit haben. Dazu gehört auch die Ganzkörperpflege.
Oft haben wir über 10 Waschpatienten. Wenn diese alle im Frühdienst gewaschen werden würden, hätte ich das Gefühl das dies reine Massenabfertigung sein würde( mit Pflege hat das ehrlich gesagt nichts mehr zu tun).
Ich habe die Erfahrung gemacht, das man im Nachtdienst viel mehr Zeit und auch ein liebes Wort für die Patienten hat. da kann ich auch mal eine halbe Stunde am Patientenbett verbringen und auf individuelle Wünsche eingehen.
In meinen darauffolgenden Nächten warten die meisten dann schon morgens auf Ihre Waschung.
Ich möchte anmerken, dass die Körperpflege immer im Einverständnis(sofern dies möglich ist) mit dem Patienten erfolgt.
Sicherlich fände ich es auch besser, wenn die Patienten im Frühdienst gewaschen werden würden, wenn wir mit dem Personal besser besattelt wären.
Durch die Waschungen im Nachtdienst haben wir auch mehr Zeit für die Patienten, bei denen ein bösartiger Befund erhoben wurde, und die dadurch psychisch in einen schlechten Verfassung sind und unseres besonderen Zuspruches bedürfen.
So dies war mein erster Beitrag, ich würde mich freuen, wenn ich Eure Meinungen zu diesem Thema lesen würde.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Gastroenterologie
M

Monika Bartz

Mitglied
Basis-Konto
02.02.2006
4020
Hallo alle! :innocent:
Wir waschen seit ca. 3 Jahre nicht mehr im Nachtdienst. Ich bin 20 Jahre auf der Station und kann mich noch mit Grauen an die Zeit erinnern, als ich Patienten um 2:00 aufwecken mußte, um sie zu waschen, denn bei ca. 15 Pat., die zu waschen waren, konnte man nicht später anfangen. Man hätte sonst niemals sein vorgegebenes Arbeitspensum erreichen können. Ich weiß noch, wie froh wir über somnulente, demente oder auch Pat. mit Schlafstörungen waren, die wir auch mitten in der Nacht waschen konnten. Manche Pat. erklärten sich freiwilllig bereit, da es ihnen egal war, geweckt zu werden: sie könnten eh dann ganzen Tag wieder schlafen.
Schlimm war es, wenn ein Pat. kein Einsehen hatte: - es gab absolut kein Verständnis für die Nachtdienstschwester (wir waren bis vor 5 Jahren allein im Nachtdienst), wenn einmal jemand für den Tagdienst zum Waschen übrig gelassen wurde. Da galt man schnell als faul oder unfähig. :angry:
Dann kam die Entscheidung im Team, wir waschen erst ab 5:00, es kam ein Frühdienst und dann wurde im Akkord gewaschen.
Auch diese Lösung war nicht Patienten orientiert und ein echter Stress für die Pflegenden.
Jetzt waschen wir ALLE Pat. bei Tag und integrieren die Pflege: Mobilisation, Pflege nach Pflegeplanung, Prophylaxen usw.
Natürlich war dazu eine Arbeitsumstrukturierung notwendig, aber es läuft alles zur Zufriedenheit des Teams und die Pat. fühlen sich individuell betreut.:happy::p
Wenn ein Pat. unbedingt schon in der Nacht gewaschen werden will und es für die Zimmerkollegen kein Problem darstellt, wird natürlich gewaschen, oder wie schon öfters erwähnt, auch bei Stuhl-oder Harnverunreinigung, Erbrechen oder starkem Schwitzen.
Die Nachtdienste sind trotzdem oft noch sehr anstrengend und heute könnte sich niemand mehr vorstellen, auch noch zu waschen.
Gruß
Monika B.
 
Qualifikation
Krankenschwester / Praxisanleiterin
Fachgebiet
Linz
T

Tom.S

Mitglied
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28.03.2006
44263
Schlimm war es, wenn ein Pat. kein Einsehen hatte: - es gab absolut kein Verständnis für die Nachtdienstschwester (wir waren bis vor 5 Jahren allein im Nachtdienst), wenn einmal jemand für den Tagdienst zum Waschen übrig gelassen wurde. Da galt man schnell als faul oder unfähig. :angry:
Monika B.
Ja klar, genau diese scheinheilige Argumentation kenne ich auch: "Wir haben ja soviel Stress im Frühdienst, wir sind so unterbesetzt, da musst Du in der Nacht eben waschen, Du hast ja soviel Zeit dafür!"

Als Pflegende müssen wir uns schon auch selbst fragen: Warum ist denn soviel Stress, wie ist die Organisation der Pflegeabläufe in der "Kernarbeitszeit" ?

"Natürlich war dazu eine Arbeitsumstrukturierung notwendig, aber es läuft alles zur Zufriedenheit des Teams und die Pat. fühlen sich individuell betreut"

Danke Monika:thumbsup:

Gruß

Tom
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A/I
Fachgebiet
Pflege
U

UlrichFürst

das Beschreiben von Menschen, die in in ihren eigenen Exkrementen liegen und wo es eine praktische Notwendigkeit ist, sie, egal zu welcher Uhrzeit frisch zu machen ist ja wohl der Diskussion überhaupt gar nicht wert.
Stimmt.

Wie auch immer, ich bleibe fest dabei, das geplante Waschen von Patienten in der Nacht ist unphysiologisch und fördert in keinem Fall die Orientierung,
Genau.

und das Patienten danach friedlich schlafen könnte ja auch damit zusammenhängen, das sie von derlei Anstrengung auch reichlich erschöpft sind, was?
Was oft bei noch so großen Anstrengungen tagsüber nicht zu schaffen ist (auch nicht wenn die Pat. den ganzen Tag wachgehalten werden).
Ich hab' mich wohl wieder mal etwas missverständlich ausgedrückt. Ich sah das ruhige Schlafen als angenehmen nebeneffekt bei Pat. die ich halt (aus welchen Gründen auch immer, gewaschen habe) klappt ja auch nach dem Waschen um 7 Uhr in der Früh oft gut (nur isses da unpraktisch - im Schlafen Frühstückt's sich so schlecht) :)
Ebenso trat der Effekt auf, als wir noch in der Nacht waschen "durften" sobald ein Schüler mit im Nachtdienst war. Hat also nichts dirket mit den Exkrementen zu tun.

Ulrich
...der wieder mal nur einen halben Gedanken geäußert hatte:ermm: hoffentlich isses jetzt verständlicher was ich meine :eek:riginal:
 
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
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26.09.2005
Bonn
Als Pflegende müssen wir uns schon auch selbst fragen: Warum ist denn soviel Stress, wie ist die Organisation der Pflegeabläufe in der "Kernarbeitszeit" ?
:applaus::applaus::applaus::applaus::applaus:

Du sprichst mir aus der Seele!

Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
L

LinaLuise

Mitglied
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29.05.2006
46537
Hallo noch mal,
ich denke wir sind uns einig und gegen das geplante Waschen oder unter Zwang,Ausnahmen sind genügend erwähnt.
Organisation von Pflegeabläufen,gut und schön,aber da gibt es genügend Störungen,die dann Deine Planung hinfällig machen,wie z.B. Notfall,Neuaufnahme,Begleitung von Patienten zu Untersuchungen,Sturz eines Patienten,Krankmeldung eines MA,dann ist Deine Planung dahin und sagt mir,wer ist an solchen Tagen nicht froh,wenn der Nachtdienst schon Arbeit in Bezug auf die Grundpflege getätigt hat. :)
Gruß,
LinaLuise
 
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Fachgebiet
INNERE MEDIZIN
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