Anästhesie Pat. alleine i. d. Einleitung

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augschburger

augschburger

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Hallo Anästhesie(fach)pflegekollegen,

Einerseits sollen die Leerlaufzeiten zwischen den Operationen möglichst kurz bleiben.
Dann sollen aber auch prämedizierte Patienten nicht alleine und direkt unbeaufsichtigt im Einleitungsraum liegen.
Zwar verfügt "meine" Abteilung über moderne Überwachungseinheiten und die Patienten sind natürlich mit einem Sicherheitsgurt in Hüfthöhe gesichert.
Dennoch kann es in extremen Fällen bis zu einer halben Stunde dauern, bis die vorausgehende Narkose beendet ist.
Man könnte die Verbindungstüre Einleitung-OP ja offen lassen, um dem Patienten ein wenig das Alleingefühl zu nehmen.
Doch einerseits stehen von Seiten der Hygiene - andererseits von der teils nicht gerade vertrauenserweckenden Geräuschkullisse eines erwachenden Patienten Bedenken entgegen.
Zudem bedeutet dies ja keine direkte Überwachung.

Die Verantwortung tragen ja wohl wir Pflegenden in der AN.
Was, wenn der Patient sich auf dem schmalen OP-Tisch doch mal auf die Seite dreht ?

Früher gab es mal eine sogenannte Lagerungsgruppe, die den Patienten kurzfristig auf Aufruf in die Einleitung brachten.
Durch Rationalisierung fiehl das dann flach.
Auch stehen bei weitem nicht genug Pflegekräfte für eine Überlappende Betreuung zur Verfügung. Von einer Kraft pro Saal ganz zu schweigen.

Meiner Meinung nach ist nur ein Vorbereiten des Patienten nach der Ausleitung des Vorpatienten voll vertretbar.

Seid ihr bei allen Narkoseausleitungen direkt zugegen ?
Oder begleitet ihr den Anästhesisten gar bis zum Aufwachraum. (Bei uns von OP19 bis zum AWR eine ganz ordentliche Strecke). ?

Wie wird es logistisch und rechtlich an anderen Häusern gehandhabt ?

Freue mich auf reges Feedback
Gruss
Boris


------------------
Boris Ott
Augsburg
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger AN
Fachgebiet
Anästhesie / AWR
Weiterbildungen
Trainer HLW für Pflegekräfte, MPG Beauftragter
J

Jörg Liewald

Neues Mitglied
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02.11.2000
Hallo Boris

Patienten in der Einleitung alleine lassen? Ist ja wohl das Letzte. Man stelle sich die Angst des Patienten vor der fremden Umgebung, der nahenden Narkose und der Operation vor, da ist es egal, ob der Patient schon prämediziert ist oder nicht. Wer haftet für Abstürze oder wenn sich der Patient am OP-Tisch einklemmt oder für sonstige Zwischenfälle? Der Operatör der einen möglichst schnellen Wechsel will? Der soll gefälligst warten, nicht er ist der wichtigste Mensch im OP sondern der Patient und dessen Sicherheit. Gruß Jörg.

------------------
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger Anästhesie & Intensiv
Fachgebiet
Operative Intensivstation Schwäbisch Hall
A

Auggie

Hallo
ich komme zwar nicht aus der Anästhesie,aber etwas sagen möchte ich schon zu dem Beitrag von Boris:
Ich kann Jörg nur zustimmen,den Patienten im Einleitungsraum alleine lassen ist schon ein starkes Stück,trotz Monitorings etc.,ich würde es sogar als grob fahrlässig bezeichnen.
Bei uns im Haus wird es folgendermassen gehandhabt:Während der Anästhesist die Narkose ausleitet,kümmert sich der/die Anästhesiepfleger/-schwester im Einleitungsraum um den nächsten Patienten.Den ausgeleiteten Patienten fährt der Anästhesist in den Aufwachraum und übergibt dort den Patienten kurz an den diensthabenden Arzt im Aufwachraum.
Was die Entfernungen angeht,so ist bei uns der Aufwachraum in unmittelbarer Nähe des OP-Traktes,genauso wie die chirurgische Intensivstation dort angesiedelt ist.
Greetz

------------------
Rolf
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sunflower

Mitglied
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06.07.2000
80469
Hallo,

da muß ich ja mal "Schützenhilfe" an den Kollegen aus dem Nachbarstädtle leisten;)
Während meines Anästhesieeinsatzes in der Fachweiterbildung habe ich die von "augsburger" beschriebene Praktik auch erlebt und ich arbeite in einem vergleichbar großen Klinikum wie er.
Die Patienten sind mit einem Gurt, sowie Seitengittern vor Stürzen geschützt und auch bei uns blieben die Patienten ganz alleine im verschlossenen Einleitungsraum liegen, um nicht -im Falle der geöffneten Saaltüre- die Geräuschkulisse aus dem laufenden OP mit zu bekommen. In dieser Zeit ist er zwar am Monitor komplett überwacht (EKG, SaO2 + RR), jedoch hört man den Alarm nicht und muß von Zeit zu Zeit mal nach ihm schauen. Während der Ausleitung ist die Pflegekraft mit anwesend und übergibt auch zusammen mit dem Anästhesisten den Pat. im AWR. Hierbei ist auch in unserem Haus eine größere Strecke zurück zu legen.
Diesen Zustand, daß der Pat. -u.U. auch längere Zeit- alleine im Einleitraum verbringen muß, halte ich auch nicht gerade für günstig, insbesondere wirkt auch bei den meisten Pat. die Prämedikation noch nicht, da sie häufig unmittelbar vor Abfahrt in den Op auf den Stationen verabreicht wird. Sie sind daher meist noch recht aufgeregt.

Ich weiß derzeit aber auch keine bessere Lösung, denn -wer im OP arbeitet, bzw. gearbeitet hat- kennt die schnellen Wechsel und weiß auch, daß wenn man zwei Säle gleichzeitig zu betreuen hat, sich nicht "vierteilen" kann.

Jedenfalls habe ich mir damals, was das "rechtliche" anbelangt, keinen "Schuh angezogen". Denn für diesen Zustand ist die Pflegeleitung verantwortlich, die entsprechend den Personaleinsatz gestalten muß. Und wenn nicht genügend Planstellen vorhanden sind, liegt die Verantwortung ganz sicher nicht bei der den Patienten gerade betreuenden Anästhesie-Pflegekraft! Denn diese tut ja auch nur ihr Möglichstes.

Die von "augsburger" beschriebene Lagerungsgruppe halte ich für eine gute Idee, doch wird eine solche Umsetzung, wie er ja schon schrieb, an den Stellen, die hierfür zusätzlich geschaffen werden müssen, scheitern....

Vielleicht schreibt hier ja noch jemand "die" optimale Lösung, die gleichzeitig mit minimalen Personaleinsatz den größtmöglichsten Nutzen und Patientensicherheit bietet???

Viele Grüße aus München,
sunflower


[Dieser Beitrag wurde von sunflower am 15. Dezember 2000 editiert.]
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger Anästhesie+Intensiv
Fachgebiet
Intensivpflege
P

Pia

Neues Mitglied
Basis-Konto
20.10.2000
77815
Hy,
ich möchte zu diesem Thema lediglich 2 Dinge zu bedenken geben:
1.Das potentiell höhere Risoko einer Komplikation liegt während der Ausleitungsphase wohl wesentlich höher als im Rahmen der Wartezeit des nächsten Patienten.
2.In heutiger Zeit ist eine Prämedikation in Form von "Einspritzen" obsolet, d.h. die Patienten verbringen oft längere Zeitspannen auf ihrer peripheren Station und haben die orale Prämedikation schon lange erhalten.
um also der Forderung gerecht zu werden müsste man pro Saal mindestens ZWEI Kräfte zuteilen was natürlich wirtschaftsökonomisch vollig indiskutabel erscheint:
Nette Grüße
Pia
 
Qualifikation
Fachschwester Anästhesie/Intensivpflege
Fachgebiet
Intensiv interdiszipl.
Pflegeboard.de

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05.07.2001
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