Paspertin bei M. Parkinson

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Zischi

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Ich habe eine Frage in eigener Sache. Meine Großmutter lag letzte Woche mit einer fraglichen Duodenalblutung im Krankenhaus. Ich war bei ihr zu Besuch, hab natürlich aus beruflicher Neugier mal auf die Infusion geguckt und gesehen, dass dort MCP drin war. Am selben Nachmittag muss sie wohl auch ordentlich aspiriert haben (dies war leider auch Zuhause in letzter Zeit gehäuft der Fall).
Mir ist dann nur ganz düster gekommen, dass man das bei M. Parkinson (den hatte meine Großmutter nachweislich) nicht geben sollte zwecks Symptomverstärkung. Ich bin jetzt wirklich hin und her gerissen weil ich auch auf meiner Station die Gabe von MCP bei Patienten mit M. Parkinson kenne. Was ist denn jetzt richtig?! Kann man es geben, darf man es geben, oder wie ist das denn jetzt? Ich denke die Ärzte müssten das ja wissen, wenn es meine Großmutter gefährdet hätte. Oder sind gewisse Mengen in Ordunung?
Sie hatte schon einen sehr langen Leidensweg hinter sich und ist gestern Abend verstorben. Die Infusion mit dem MCP geht mir seither nicht mehr aus dem Kopf. Nicht dass ich die Gabe dafür verantwortlich mache, dafür kenne ich mich zu wenig aus, jedoch würde es mich doch interessieren wie ihr die Gabe von MCP bei Patienten mit M. Parkinson seht.

MfG Matthias
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger, Bildungsreferent
Fachgebiet
Erwachsenenbildung im Gesundheits- und Sozialwesen, Ambulante Pflege
Weiterbildungen
Deutsches Netzwerk Primary Nursing
K

ksp2002

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02.03.2006
Bad Neuenahr
Na wenns danach geht darfste den Leutchen gar nix geben und man sollte dann schauen was wichtiger ist. Deine Oma dort mit Übelkeit liegen lassen oder der Parkinson der eventuell verstärkt werden kann. Aber der Grund des versterbens ist garantiert nicht beim MCP zu suchen.

Alle Medis haben positive Effekte und negative .
Schau Dir doch mal die Packungsbeilage an oder stöbere in der roten liste.
Davon ab, wenn auf der Station genauso tolle Anfängerärzte arbeiten wie auf meiner sind die sich dessen gar nicht bewußt.
:sick:



LG Kati
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere medizin
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Zischi

Mitglied
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Themenstarter/in
Hallo Kati,

ja das denk ich auch, allerdings isses mir nur in dem Moment gar nicht bewußt gewesen, als ich sie besucht hab. Und heut is mir das so geschossen... Hast schon recht was die Nebenwirkungen im Allgemeinen anbetrifft, da kannst jedes Medikament verteufeln...
Ja den Doc´s muss man manchmal gehörig auf die Finger schauen um seine Patienten als erstes zu schützen und dann auch den Doc an sich vor Fehlentscheidungen bewahren.

Thanx für die Antwort!
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger, Bildungsreferent
Fachgebiet
Erwachsenenbildung im Gesundheits- und Sozialwesen, Ambulante Pflege
Weiterbildungen
Deutsches Netzwerk Primary Nursing
R

Rixte

Hallo Zischi.
Es ist schwer jemanden zu verlieren. Und das Fragen des warums taucht immer wieder auf.
Gönne ihr ihre Ruhe und das sie von ihrem Leiden erlöst ist. Leiden tun immer die, die hier zurückbleiben.
Sicherlich ist deine Oma nicht an der Infusion verstorben.
Sie war sogar angebracht, wenn du sagst, sie habe sich öfters übergeben und hat dabei sogar aspiriert.
Da wird es andere Gründe gegeben haben, hier zu spekulieren würde zu weit führen.

Du hast recht....:thumbsup2:
Aber nicht nach einmaliger Gabe. Und Nutzen, Schaden ist abzuwägen.

MCP sollte bei Parkinson nicht gegeben werden, da extrapyrametale Störungen verstärkt werden können.
Als Nebenwirkung steht dystonisch- dyskinetische Bewegungsstörungen und Parkinsonismus.
Außerdem werden Resorption von u.a. Levodopa beschleunigt.

LG
Gruß Rixte
 
U

UlrichFürst

@Rixte:
...dann braucht man aber doch auch kein MCP geben. Gibt doch genügend anderes gegen Übelkeit!?

Ulrich

P. S. Ich beziehe mich jetzt mal auf die fachliche Frage dahinter.
 
R

Rixte

Hallo Ulrich,
natürlich hast du recht, :thumbsup2:
Hab mich aber noch nicht schlau gemacht, ob gleiche Nebenwirkungen, weiß auch nicht warum MCP verordnet wurde.
Denke mir, die Ärzte haben sich etwas dabei gedacht.....:eek:riginal:

Und bei einmaliger Gabe ist nicht mit den Nebenwirkungen zu rechnen.

Rixte
 
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
19.10.2005
Rosenheim
Hallo Rixte,

MCP sollte bei Parkinson nicht gegeben werden, da extrapyrametale Störungen verstärkt werden können.
Als Nebenwirkung steht dystonisch- dyskinetische Bewegungsstörungen und Parkinsonismus.
Außerdem werden Resorption von u.a. Levodopa beschleunigt.
*zugebmüß* hab ich davon bisher nix gewußt.
Kannst du mir eventuell was empfehlen, wo ich darüber genauer nachlesen kann?
Bei uns erhalten einige Bewohner mit Parkinson als Dauermedikation MCP.

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
L

lemuelreist

Hallo zusammen,

zur Verbessserung der Magen- und Doudenalpassage ist die Anwendung von Dopamin-Antagonisten nun notwendig. Eine unerwünschte NW von hier therapeutischen Medikamenten auf die Grunderkrankung M. Parkinson ist also unvermeidlich.

Ich denke, der Schlüssel zur Lösung der Frage liegt im Wirkort, den es möglichst gut zu beeinflussen gilt.
MCP ist hierbei in der Lage relativ zentral anzusetzen, hat also auch systemisch M.Parkinson-progredierende Effekte. Weiterhin ist bei MCP-Langzeittherapie die Depressionsgefahr gegeben, wobei ein psychisches Symptom von M. Parkinson verstärkt werden kann.

Motilium ist ein in unserer Einrichtung gewähltes Ausweichmedikament: Es wirkt peripher und gezielter als MCP im Gastrointestinaltrakt. Allerdings hat es im Dickdarmbereich auch eine nachlassende Funktion als NW, womit Obstipation begünstigt wird.

Sind wir jetzt schlauer?
 
R

Rixte

Hallo Manu,
In der roten Liste, ich denke auch im Beipacktettel.
Kannst dich da registrieren lassen und es online lesen, es gibt da auch Fachinfo.
Rote Liste®
Gruß Rixte
PS Hab vergessen, mußt Examensnachweis schicken.
 
R

Rixte

Hi,
Lohnt sich aber m. E. man kommt dann nämlich auf auf andere Seiten die ein Doc-Check-Passwort erfordern :thumbsup2: Und die ganze Sache ist unkompliziert und dauert nur wenige Tage.

Ja, war auch mehr eine prinzipielle Überlegung.:eek:riginal:

Ulrich
Hab mein Diplom eingescannt und gemailt, am Nächsten Tag hatte ich das Passwort.

:thumbsup2: Im Prinzip hast du recht.. siehe oben:eek:riginal:
:heul:NUr im Prinzip können wir Verordnungen nicht ändern, sondern nur drauf verweisen.....
Sozusagen Schadensbegrenzung einleiten:wink:

Rixte
 
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05.07.2001
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