Arbeitsrecht Paragraph 228 StGb vs. §1 Heilpraktikergesetz ?

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K

*katha*

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27.08.2007
80801
§1 Heilpraktikergesetz
(1) Wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu sein, ausüben will, bedarf dazu der Erlaubnis.

228 StGB

Einwilligung
Wer eine Körperverletzung mit Einwilligung der verletzten Person vornimmt, handelt nur dann rechtswidrig, wenn die Tat trotz der Einwilligung gegen die guten Sitten verstößt.


Wenn ich jetzt als ex.Pflegekraft auf der Straße zu einem Patienten komme der bewusstlos ist (mutmaßliche Einwilligung), dürfte ich ja dann theoretisch ihn Intubieren, einen i.v. zugang legen, ihm Medis spritzen usw.:nana:
Wenn nichts passiert und der Patient wieder gesund wird kann mir ja rechtlich nix passieren :vertrag:nach diesen beiden Paragraphen.

Warum gibt es diesen §1 des Heilpraktikergesetzes (man muß Arzt sein), wenn ich eh alles durchführen könnte wenn der Patient mutmaßlich einwilligt:confused:. Dann dürfte ich ja auch ne thorax-drainage legen:spinner: und was weiß ich nicht alles für invasive maßnahmen.

Ich weiß dass das völliger Quatsch ist. :nono:
Aber ich weiß nicht wo da mein Denkfehler liegt???:kopfkratz:
Wenn das eine Grauzone ist, ist es ja mehr oder weniger egal (wenn nix passiert der pat. gesund wird und jemand tatsächlich so ein irres Risiko eingeht).
Klar, man könnte sagen "wenn du das machst kannst du ganz schnell vorm Richter tierisch probleme bekommen", aber da muß es doch noch ein anderes Gesetz:vertrag::vertrag: geben wo das schriftlich geregelt ist dass nicht jeder Hans auf der Straße mit nem Tubus in der Tasche mal eben intubieren kann.
Einwilligung VS §1 Heilpraktikergesetz?

 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegeschülerin
Fachgebiet
Innere Medizin (später Intensivstation)
M

matras

Hallo,

bei "Gefahr im Verzug" und akuter Lebensbedrohung sieht das etwas anders aus: es ist dann durchaus mehr "erlaubt" als im "Normalfall" es gibt hier einen etwas größeren Spielraum. Aber trotzdem ist es grundsätzlich so, dass nicht alles geht, Du mußt schon umfassende Kenntnisse mitbringen und nicht auf Teufel komm raus "rumdoktern". Wenn Du das nachweisen kannst, wird Dir nichts passieren. Aber - es kann Dich niemand zwingen über das Normalmaß hinausgehende Reanimationsveruche durchzuführen, Helfen mußt Du, das wäre sonst "unterlassene Hilfeleistung", aber mit Maß und Ziel (sprich notwendige Sachkunde.
Z.B.: Einen Spannungspneu zu entlasten, weil der Verletzte auf Grund des Atemmangels das Bewußtsein verliert und zu sterben droht, ist rechtlich durch den Notstand abgedeckt. Auch wenn dabei ein Leck in die Lunge gestochen würde! - Wenn man da schon mal unterwiesen wurde und um die Probleme weiß! Zwingen kann Dich aber niemand.
Die Befürchtung "Jeder Hans könnte sonst auf der Straße mit nem Tubus rumintubieren" schließt sich schon dadurch aus, dass sich niemand ohne die besonderen Fachkenntnisse einen Tubus nebst Laryngosokop anschafft und ständig mit sich rumschleppt!

Das ist aber trotzdem alles eine ziemliche Grauzone! Aber die Angst bei einem Unglück quasi "überversorgt" zu werden, kann ich nicht teilen. Meist wird es so sein, dass der "Normalbürger" apatisch aber gaffend (oder mit dem Fotohandy dokumentierend) das Leiden oder Sterben beobachten wird, anstatt sich Hände oder Kleidung mit fremdem Blut zu besudeln!!!
Leider -

Liebe Grüße Matras
 
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Teammitglied
05.07.2001
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