palliativmedizinische Versorgung

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Anita-M1

Anita-M1

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16.07.2007
94481
Hallo an alle,

immer wieder höre oder lese ich das Menschen noch immer nicht richtig versorgt werden, wenn sie eine nicht heilbare Erkrankung haben.
Ich könnte :cry: wenn ich dass alles so mitbekomme.
Da regt man sich auf, wenn sich Schwerstkranke an Stellen wie Exit oder Dignitas wenden. Was bleibt ihnen anders übrig, wenn sie ihre Schmerzen nicht mehr ertragen könne oder so große Angst davor haben dass sie lieber gleich sterben wolle. Von all den Menschen mal abgesehen, die sich gleich selbst umbringen aus den selben Gründen. Warum nur bekommen so viele alte Menschen die nicht mehr essen wollen noch eine PEG, aber dazu nur Novalgin!? Wo ist da der Sinn?
Oft ziehen sich diese Menschen zurück, sie möchten sterben hören auf zu essen und zu trinken und dann kommt der liebe Dok, sagt den Angehörigen "das ist das Beste" verordnet PEG und lässt aber dann diese armen Menschen im stich, wenn es darum geht die daraus entstandenen Schmerzen zu lindern. Deku, Kontrakturen, Schmerzen ohne Ende, hilflose Blicke die ins leere gehen.

Das alles müsste nicht mehr sein, dank dem neuen Gesetz

§ 37b SGB V
Liebe Kolleginen und Kollegen, wehrt euch! Ihr seid es, die täglich dieses Leid mitansehen müsst.
Kämpft dafür dass diese Menschen bekommen was ihnen zuhsteht!

Das Recht auch mal NEIN zu sagen, nein zum Leben!

( Ich denke da an die vielen Menschen, die wissen, dass sie nicht mehr lange leben werden. Denen man dann noch was weis ich was alles macht um ein paar Tage oder Wochen manchmal auch Monate oder gar Jahre gibt, mit dem bitteren Nebenefekt unsagbare Schmerzen zu verursachen)


Versteht mich bitte jetzt nicht falsch, so lange ein Leben noch lebenswert ist, sollte man natürlich alles tun um es zu erhalten. Aber wenn ich selbst nichts mehr machen kann oder weis dass es keine Rettung gibt, so möchte ich doch lieber ein schmerzfreies Leben mit meinen Lieben haben und dann in Frieden, nach möglichkeit zu Hause sterben dürfen!!!

Dank der Palliativmedizin wird es hoffentlich bald so weit sein, dass jeder Zuhause wo auch immer das sein mag (Auch ein Heim, kann ein Zuhause sein) in Frieden und ohne Schmerzen sterben darf.

Noch ein guter Rat zum Schluß!
Patientenverfügung: So bestimmt jeder für sich was geschehen sollte wenn es ihm schon so schlecht geht dass er es nicht mehr sagen kann. Somit nehmt ihr euren Lieben diese schwere Entscheidung ab.
Wenn es denn sein sollte, dann auch mit Rechtsanwalt!
(Wolfgang Putz und Beate Steldinger, Rechtsanwälte im Medizinrecht)
Besorgt euch doch mal das Buch von denen "Patientenrechte am Ende des Lebens" oder schaut mal im Internet Rechtsanwalt Putz - Medizinrecht in München - Arzthaftungsrecht - Kunstfehler

Helft alle mit, für ein Leben ohne Schmerzen bis zuletzt!

Liebe Grüße
Anita

Das darunter ist ein Auszug der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

Berlin – Sterben zu Hause in Würde: Das ist das Ziel:
Zu Hause sterben, in vertrauter Umgebung, im Idealfall versorgt von nahen Angehörigen - allzu oft bleibt dieser Wunsch Sterbenskranker immer noch unerfüllt. Die vom Gesetzgeber beschlossene spezialisierte ambulante Palliativversorgung könnte die Situation verbessern. Bis zu 80 Prozent aller Krebspatienten könnten zu Hause sterben, wenn entsprechende Versorgungskonzepte vorhanden wären. Bisher gelinge dies bei etwa drei von zehn Patienten, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) Professor Christof Müller-Busch vor kurzem beim "Forum Palliativmedizin" in Berlin. Mit der Gesundheitsreform ist in diesem Jahr die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) neu eingeführt worden. Das Ziel: gesetzlich Krankenversicherte, die an einer weit fortgeschrittenen und unheilbaren Erkrankung leiden und in ihrer letzten Lebensphase einer besonders aufwändigen oder speziellen Versorgung bedürfen, sollen in der eigenen häuslichen Umgebung und in Würde sterben können. Palliative Care Teams sollen in Zukunft eine bessere Versorgungsqualität garantieren. Rechtsgrundlage ist der § 37b SGB V. Für eine flächendeckende Versorgung in Deutschland werden nach Berechnungen von Müller-Busch 300 dieser Palliative-Care-Teams benötigt, 60 sind vorhanden. Den Bedarf für die SAPV gab Müller-Busch mit 80 000 bis 100 000 Patienten an. Bisher wird die palliative Versorgung vor allem von Hausärzten und Pflegediensten sichergestellt. Sie sollen auch weiter für die Basisversorgung zuständig sein. Wie die Versorgung im Detail geregelt wird, muss die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) erarbeitete Richtlinie zeigen, die noch vor Weihnachten verabschiedet werden soll. Sie sieht vor, dass die SAPV vom jeweils behandelnden Vertragsarzt verordnet wird. Auch Klinikärzte sollen die SAPV verordnen dürfen - nach einer Klinik-Entlassung zumindest für sieben Tage. Typische SAPV-Patienten sind nach den Worten des GBA-Vorsitzenden Dr. Rainer Hess Sterbende mit ausgeprägten Schmerzsymptomen, schwerer neurologisch/psychiatrischer, respiratorischer oder gastrointestinaler Symptomatik. Die spezialisierten Hilfen sollen dabei von der Beratung bis zur Vollversorgung reichen, sagte er. Die Richtlinie wiederum wird Grundlage für Verträge sein, die die Kassen mit den Anbietern abschließen können. „Es wird dabei zu massiven Verteilungskämpfen kommen, Konflikte werden nicht zu vermeiden sein“, prognostiziert Professor Volker Amelung von der Medizinischen Hochschule Hannover. Die DGP empfiehlt, Palliative Care Teams aus Ärzten und Krankenschwestern zusammenzustellen. Auch ambulante Hospizdienste müssten eingebunden werden (Ärzte Zeitung, 14.12.2007)
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
minchen

minchen

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08.04.2006
63869
Hallo Anita-M1:eek:riginal:


Aus diesen Gründen habe ich meine Weiterbildung Palliative care und Pain-

Nurse gemacht :thumbsup2: . Kann ich wirklich nur weiter empfehlen :eek:riginal:



Gruß minchen :eek:riginal:
 
Qualifikation
Krankenschwester/ PA/WBL, Pain-Nurse , WB Palliative care
Fachgebiet
Seniorenheim
A

Anja9098

Neues Mitglied
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14.01.2008
39345
Hallo Anita-M1

Ich finde es ganz toll, dass es Menschen wie dich gibt.
Ich habe eine Arbeit über die Arbeit auf einer Palliativstation geschrieben.
Es macht mich sehr treurig in unserem Haus keine solche Station zu haben. Leider ist es eher so, dass die alten und schwehr kranken Menschen sehr häufig immer und immer wieder ins Krankenhaus gebracht werden. Diese aber viel lieber ganz in ruhe zu Hause oder im Pflegeheim sterben würden.
Auch die Einstellung vieler Menschen zur Versorgung im Hospiz läst zu wünschen übrig. Ich denke hier ist noch viel zu tun.

Gruß Anja9098
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere Stationsleitung
L

Lisy

Hallo Anja,
ich glaube nicht das dies das eigentliche Problem ist. Ich denke eher, das viel zu wenig übers Sterben nachgedacht wird. Sterben ist ein Thema das Angst macht und deshalb wird es abgeschoben. Im Krankenhaus werden die schon was machen können ist meißt der Tenor.
Und mit Hospitz werden oft falsche Vorstellungen verbunden.
Gruß Lisy
Gruß Lisy
 
G

Goldlocke

Mitglied
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17.09.2007
47447
:eek:riginal: Hab heut Geburtstag, naja fast vorbei. Werd gefragt ob ich Probleme mit meinem Alter habe.( immerhin heute stolze39) Ganz klares NEIN. Ich meine der, der ein glückliches Leben führt, der liebt und geliebt wird, der lebt.
Aber da das Sterben ja mit unserer Geburt eingeleitet wird, hat die Menschheit(die meisten) ein Problem. Sterben ist :heul: .
Umso wichtiger ist unsere Professionalität. Nur derjenige, der geschult ist, sich mit der "Problematik" auseinander setzt, ist in der Lage Sterbebegleitung durchzuführen.:wink:
wenn nötig auch Dauergespräche mit den Ärzten führen zwecks Schmerzbekämpfung. Mensch sollte sich immer vorstellen, er läge selber hier und ist schutzlos- es gibt auch heute tatsächlich noch Ärzte die verschreiben keine BTM oder Schmerzmittel mit der Begründung der Bew. könnte abhängig werden. HÄH?
Hier sind wir Pflegekräfte gefordert für unsere Bew. gegen ein menschenunwürdeiges System einzugreifen.
 
Qualifikation
ex.Altenpflegerin
Fachgebiet
stat.Altenpflege
Anita-M1

Anita-M1

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Themenstarter/in
16.07.2007
94481
Hallo an alle,
ich gebe Euch recht, wenn ihr sagt da muss noch viel getan werden und es ist noch lange nicht alles so wie es denn sein sollte.
Ich möchte Euch heute was sagen was auch mich sehr beschäftigt und was mir sehr weh tut.

Durch meine Arbeit ist es ja so, dass ich viel mit Tod und Sterben zu tun habe und dass ich mich dafür einsetze, dass Menschen in Frieden und schmerzfrei nach möglichkeit Zuhause sterben dürfen.

Goldlocke, Du hast in deinem Beitrag geschrieben, dass der Tod mit der Geburt eingeleitet wird. Das stimmt leider nicht ganz so.

Ich bin im Moment echt fix und alle, meine Freundin hat mir berichtet, dass sie Schwanger ist und abtreiben wird.
Wie soll ich damit nur fertig werden, ich trete dafür ein das kranke und alte Menschen in Frieden sterben dürfen und dann so was!

Ausgerechnet mir!!

Es tut so unendlich weh, sie verlangt von mir dass ich es verstehen sollte, ich beistehen sollte und sie sogar begleiten sollte, weil sie sonst keinem davon was sagen möcht oder kann. Gut, sie hat sehr viele Probleme aber trotzdem!

Ich stehe ihr bei, weil ich helfen muss wo ich kann, aber ich kann es nicht verstehen!

Warum nur?

Ich begleite normal Menschen die sterben müssen, weil sie krank oder alt sind, aber ich habe noch nie jemanden begleitet, der ein ungeborenes
Kind töten möchte.
Und dann leiste ich noch trauerarbeit, weil sie um dass Kind trauern wird, wenn es erst mal weg ist!

Noch zur Info, sie macht es nicht, weil sie es nur "nicht haben möchte", sonder weil sie meint in ihrer Lage könnte sie kein Kind großziehen.
(Sie hat große Probleme mit ihrem eingenem Leben)

Ich habe Angst, es tut so weh! Aber ich kann sie nicht im Stich lassen!
Auch wenn es mir bein dem Gedanken daran das Herz rausreißt!

Liebe Grüße an alle denen es auch nicht gut geht und ähnliches erleben!
Anita
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
M

muddi

Mitglied
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02.02.2008
97274
:idee: Eure Beiträge zu diesem Thema haben mich bestätigt. Ich werde definitiv die Zusatzqualifikat. Palliative Care machen. Seitdem ich Familienangehörige als Leie zu Hause gepflegt habe bis sie gestorben sind, habe ich mir gewünscht mich viel besser auszukennen. Obwohl ich pfleger. damals kaum Ahnung hatte waren meine Verwandten sehr froh und dankbar, dass sie durch meine ( un-professionelle ) Hilfe Daheim sterben konnten. Hab mich schon für den Pain Nurse Fernlehrgang angemeldet. Für Palliative Care hab ich noch keine Zusage.
Anita, leider lese ich deinen Beitrag erst jetzt und weis nicht wie diese traurige Situation ausgegangen ist. Vielleicht hilft dir diese Adresse weiter:
" Stiftung Ja zum Leben " Kultur des Lebens
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Fachgebiet
ambulante Pflege
Anita-M1

Anita-M1

Mitglied
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Themenstarter/in
16.07.2007
94481
Hallo muddi,
leider hatte es ein schlechtes Ende!!!
Ihr scheint es ganz gut zu gehen, sie meint nur dass sie froh ist dass sie es hinter sich gebracht hat.
Ich dagegen habe so meine Probleme. Ich träume Nachts von Kindersärgen, dass ich welche bastle, sehe die Ausstatung und die Ungeborenen Kinder darin. Aber na ja, wird schon wieder! Hoffe ich!

Zu Deinem Vorhaben, Palliative Care zu machen ist echt toll und es hilft Dir bestimmt weiter bei der Begleitung sterbender. Wobei ich manchmal noch so einen Klos im Hals habe bei dem bewusst sterben lassen! (Kann manchmal ganz schön bitter aussehen) Aber wenn Du gerne den Menschen am Lebensende beistehen möchtest mit Deinem Wissen dann geh doch auch zu einem Hospizverein! Da braucht man immer gute helfende Hände und Menschen mit viel Herz!
Liebe Grüße und weiterhin alles Gute
Anita
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

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Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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