ORSA in Pflegeheimen

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dr.poops

Am Wochenende hatte eine der Notärztinnen unserer Abteilung einen Einsatz in einem Altenpflegeheim (Patientin mit bekanntem Krampfleiden, morgens um 8 h noch ansprechbar, um 11 h somnolent - das als Info von der Leitzentrale). Man knatterte also mit dem Hubschrauber los. Die Pflegerin führte das Rettungsteam in das Zimmer der Frau, die Ärztin fragte, was vorgefallen sei, Vorerkrankungen etc.p.p., was eben so gefragt wird. "Ach ja, und einen ORSA hat sie auch," fiel der Pflegerin dann ein. Abstriche im Nasen-/Rachenbereich seien positiv gewesen - ergo floride. Die Ärztin und die Rettungsassistenten desinfizierten sich die Hände und gingen auf den Flur vor dem Zimmer und baten die Pflegerin alsdann darum, Mundschutz und Schutzkittel zu besorgen - die ging dann aus dem Zimmer (ohne Händedesinfektion) und holte die Sachen. Das Zimmer der Patientin war nicht gesondert gekennzeichnet. Die Pflegerin wusste nichts über Hygienestandards bzgl. ORSA (Schutzkittel, Mundschutz, Haube, Desinfektion, blabla...). Solche Situationen sind speziell in Altenpflegeheimen öfter aufgetreten.
Wie handhabt ihr sowas mit euren BewohnerInnen? Bekommt ihr Schutzkittel etc.? Habt ihr Hygienefortbildungen bekommen? dr.poops
 
panik

panik

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04.01.2007
67466
Hi dr.poops
Es gibt im stationären Altenpflegebreich Hygienerichtlinien und Hausstandarts mit Verfahrensanweißungen.Naturlich wissen die Pflegekräfte Bescheid,wenn ORSA/MRSA bei einem Bewohner diagnostiziert wird,denn es ist ja schließlich auch die Aufgabe der Pflegekräfte diese Bewohner zu sanieren!Es stehen Mundschutz,Einmalkittel,Handschuhe Händedesinfektionslsg im Zimmer,sowie ein Abwurf für Wäsche und Müll.Die Säcke werden enrsprechend gekennzeichnet.Auch Besucher bekommen Kittel. An der Bewohnertür hängt ein Schild,dass sich Besucher bitte erst im Stationszimmer melden mögen.Steht zum Beispiel eine Verlegung ins Krankenhaus an,dann wird die Rettungsleitstelle bereits am Telefon informiert,dass es sich um ORSA/MRSA Bewohner handelt.
LG panik
 
Qualifikation
Krankenschwester, PDL
Fachgebiet
Seniorenheim
Weiterbildungen
*Ausbildung zur Krankenschwester
*Studium: Neuere und neueste Geschicht und Literaturwissenschaften
* Weiterbildung zur PDL 2009
Lilly-Willow

Lilly-Willow

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17.07.2007
56130
Hallo!

Auch bei uns im Altenheim werden strenge Hygienrichtlinien und Standarts eingehalten. :thumbsup2:

Jede examinierte Kraft sollte doch über diese speziellen Fachkenntnisse verfügen! ist also ein absolutes "NO GO" :nono:
Wäre interessant zu wissen ob diese Pflegerin eine examinierte oder ungelernte Kraft war. Bei uns dürfen nämlich Helfer gar nicht in solche Zimmer. denke es ist von dieser Einrichtung grob fahrlässig, das Personal nicht ausreichend zu schulen.

unglaublich :mad_2:


Gruß Christina25
 
Qualifikation
Krankenschwester; Praxisanleiterin
Fachgebiet
Alten und Pflegeheim
Weiterbildungen
"Expertenstandard Menschen mit chronischen Wunden"
Weiterbildung zur Praxisanleiterin
L

lemuelreist

Themenstarter/in
Also, dass eine einzelne Pflegekraft in der Pflege unsicher ist und eventuell Schulungsbedarf hat, mag ja noch verständlich sein.
Hier hat aber eine Institution grob fahrlässig hinlänglich bekannte Vorschriften, Maßnahmen zur Hygiene und Pflege und letztlich Bew. und MA gefährdet.
Das ist dann wohl eher ein Fall für aufsichtsführende Behörden!
 
rosi.b

rosi.b

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06.03.2005
96114
Tja, Hygienevorschriften schön und gut. Wir haben einen Bewohner mit MRSA, der mobil ist und daher sein Zimmer verlassen darf, er hat Kontakt mit den anderen Bewohnern, ißt bei uns im Speisesaal. Sein Zimmer betreten wir mit Extra- Schutzkittel, Handschuhen, Mundschutz, im Zimmer steht Händedesinfektion, Flächendesinfektionsmittel usw....
Wir beachten alle hygienischen Vorschriften....
Aber... seine Tochter geht ohne Schutzkleidung rein (trotz Belehrung) einer seiner Angehörigen ist Arzt, er betritt das Zimmer ohne Schutzkleidung, ebenso der 3- jährige Sohn des Arztes....
Was nutzen alle Schutzmaßnahmen (außer zum wichtigen Selbstschutz...) wenn der Bewohner und die Angehörigen ohne jegliche Maßnahme ein und aus gehen?

Irgendwie ist das alles suspekt... da wir keine Möglichkeit haben den Bewohner (zu seinem Glück) im Zimmer zu halten

Gruß Rosi
 
Qualifikation
Kinderpflegerin/Altenpflegerin
Fachgebiet
Seniorenwohnheim
K

Kaffeetrinker

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01.07.2007
44532
Hallo, dr.poops,
bei uns wird genauso verfahren wie bei panik. Schulungen finden zu aktuellen Themen immer wieder statt, so daß eigentlich keiner sagen kann: Habe ich nicht gewußt! Außerdem gibt es aktuelle verbindliche Standarts zum nach- lesen.
Hallo Rosi.b,
falls Bewohner kein DK-Träger ist, kein Stoma hat, der Nasen-Rachenraum nicht besiedelt ist und keine offenen Wunden vorhanden sind spricht nichts dagegen, daß er am allgemeinen Leben teilnimmt.
Ihn evtl. in seinem Zimmer einzusperren ist Freiheitsberaubung. Da bleibt nur, an die Vernunft zu appellieren. Entweder seine oder die der Angehörigen. Meines Wissens sind Extrakittel und Mundschutz auch nicht erforderlich.
 
Qualifikation
Altenpflegerin/Wbl
Fachgebiet
Altenheim
D

dr.poops

Themenstarter/in
Das hat die Notärztin natürlich in der Situation nicht erfragt, ob die Pflegerin eine Ausbildung hat oder "nur" ne Aushilfe ist... allerdings hat sie einen Brief an die Heimleitung geschrieben inkl. Kopien von Hygienevorschriften.
Letztes Jahr lag die Mutter meiner Freundin in einer Uni-Klinik in Norddeutschland mit einer Verätzung am Unterschenkel. Irgendwann hieß es dann, sie hätte einen ORSA. Dann doch nicht. Hin und her, total bescheuert. Wir haben sie dann besucht, haben uns auch schön vorschriftsmäßig vermummt. "Wie lauft ihr denn hier rum," lachte sich Muttern schief, "ja, äh, du hast doch´n ORSA", staunten wir, "och, ja, vielleicht," kam es zurück. Meine Freundin ist dann raus und hat mal nachgefragt. Wusste keiner so richtig was genaues, war auch Wochenende (sagten die. Wochenende. Da gehen die Keime kegeln und sind eh nicht da oder was soll das?). Am nächsten Tag hat meine Freundin dann den Stationsarzt mal gefragt, was der Schwachsinn eigentlich solle. Stotterstotter. Am übernächsten Tag war der ORSA dann weg. BING! Das lag daran, daß das eine Uni-Klinik war:spinner:.
Es scheint also überall fette Wissenslücken zu geben und einen Haufen desinterssierter Stiesel:mad_2:. käthe poops
 
rosi.b

rosi.b

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06.03.2005
96114
Hallo Kaffeetrinker,
der Bewohner hat einen Cystofix (verbunden), einen abheilenden Dekubitus an der Fußsohle (verbunden), MRSA in Nasen- und Rachenraum. Der Hausarzt hat die Sanierung abgelehnt weil es "sowieso bei diesem starken Befall nichts mehr bringt"
Viele grüße von Rosi
 
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Kinderpflegerin/Altenpflegerin
Fachgebiet
Seniorenwohnheim
Lilly-Willow

Lilly-Willow

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Hallo Rosi!

muss sagen das ich schokiert bin :mad_2: wie sieht das denn die PDL? eigentlich müsste da doch jemand eingreifen?? bei Besiedlung im Nasen Rachen Raum ist es unerlässlich einen Mundschutz zu tragen, wenn der Bew. das Zimmer verlässt! wieder mal ein absoluten "No Go" :nono: unglaublich was Ärzte sich rausnehmen.

Aber ich möchte noch sagen, dass die Schutzmaßnahmen nicht ausschließlich zum wichtigen Selbstschutz sind, sondern in erster Linie dazu, um den Keim nicht puppenlustig im ganzen Heim zu verteilen. Als wir in unserem Heim den ersten Fall von MRSA hatten, sind alle gleich amok gelaufen, aus Angst sie würden sich anstecken! denke vielen ist gar nicht bewusst, dass "weniger" hier die Problematik liegt, sondern darin dass sich die alten, kranken und evtl. immungeschwächten Bewohner anstecken.
Schließlich sind wir die Überträger!

wenn die Angehörigen das abtun ist das deren Sache. aber wenn der Bew. kolonisiert im Gemeinschaftsbereich rumturnt und nicht ordentlich saniert wird, ist das euere Problem und vor allem das der anderen Mitbewohner!!! :mad_2: hier ist auf jedenfall Handlungsbedarf angezeigt!!

gruß Christina25
 
Qualifikation
Krankenschwester; Praxisanleiterin
Fachgebiet
Alten und Pflegeheim
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"Expertenstandard Menschen mit chronischen Wunden"
Weiterbildung zur Praxisanleiterin
D

dr.poops

Themenstarter/in
(...)
wenn die Angehörigen das abtun ist das deren Sache. aber wenn der Bew. kolonisiert im Gemeinschaftsbereich rumturnt und nicht ordentlich saniert wird, ist das euere Problem und vor allem das der anderen Mitbewohner!!! :mad_2: hier ist auf jedenfall Handlungsbedarf angezeigt!!

gruß Christina25
:nono:Das ist ja hardcore! Ich staune nicht schlecht! Habe heute noch sehr gelacht, als die besagte Notärztin erzählte, daß einer der Rettungsassistenten da im Heim ziemlich wütend geworden sei, denn seine Freundin sei die Hygienebeauftragte für Pflegeheime und die hat natürlich auch erstmal n Fön gekriegt. Es stand ein Wagen mit Kitteln, Mundschutz etc. im Flur - aber am Ende. Die Pflegerin hat sich während der gesamten Zeit, in der das Rettungs-Team da war, nicht einmal die Hände desinfiziert... das ist echt zum Mäuse melken! Ich frage mich auch, was da in den Köpfen mancher PDL´s vor sich geht - das können doch nicht nur Reflexe sein:ka:! dr poops
 
rosi.b

rosi.b

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06.03.2005
96114
Irgendwie hat man das gefühl, dass einem die hände gebunden sind... uneinsichtige tochter.. die uns immer wieder darauf hinweist, dass es keine gesetzliche handhabe gibt ihren vater im zimmer zu halten...

natürlich geht es uns bei unseren hygienemaßnahmen in erster linie um die anderen bewohner....
und heimleitung, pdl, pflegepersonal suchen händeringend eine lösung....
 
Qualifikation
Kinderpflegerin/Altenpflegerin
Fachgebiet
Seniorenwohnheim
Lilly-Willow

Lilly-Willow

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17.07.2007
56130
das zu hören ist sehr schön, also das PDL, Heimleitung etc. händeringend nach einer Lösung suchen. :rolleyes: aber wenn sowas im vorhinein strikt geregelt gewesen wäre, dann müsstet ihr jetzt nicht überlegen sondern würdet handeln. es gibt ganz klare Hygienerichtlinien im Heim, an die sich auch der Arzt halten muss. wenn die Zusammenarbeit nicht funktioniert, gibt es sicher "höhere Stellen" die man um Hilfe bitten kann.

gar nicht auszudenken, wenn durch diese Angelegenheit ein weiterer Bewohner kolonisiert wird und dann evtl Angehörige klagen. entschuldigt bitte meine impulsiven Äußerungen, aber dieses Thema bringt mich zur Weißglut.

schlimm das, dass Pflegepersonal unter solchen Umständen arbeiten muss oder.?! stelle es mir furchtbar vor, zu wissen das ist nicht ok und man muss " AUGEN ZU UND DURCH" wie friss oder stib. :mad_2:

hoffe liebe Rosi, dass du uns auf dem laufenden hälst!

Gruß Christina
 
Qualifikation
Krankenschwester; Praxisanleiterin
Fachgebiet
Alten und Pflegeheim
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"Expertenstandard Menschen mit chronischen Wunden"
Weiterbildung zur Praxisanleiterin
K

Kaffeetrinker

Mitglied
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01.07.2007
44532
Hallo Rosi,
ich denke, daß laut dr. poops die Hygienebeauftragte mittlerweile energisch eingegriffen hat (Zitat:hat erst mal einen Fön gekriegt).Von Reaktion Deiner Pdl habe ich noch nichts gelesen..? Bei beschriebener Kolonisation ist Isolation unerläßlich. Kann Dir nur empfehlen, dringend Rücksprache mit Gesundheitsamt und Heimaufsicht zu halten. Keine Angst, die sind sehr dankbar und hilfsbereit bei solchen Anfragen und nicht zuletzt die richtigen Anlaufstellen bei der rechtlichen Absicherung.

Gruß
Kaffeetrinker
 
Qualifikation
Altenpflegerin/Wbl
Fachgebiet
Altenheim
D

dr.poops

Themenstarter/in
Ich nehme mal an, daß es auch um Knete geht: ORSA-Patienten (oder: Bewohner) zu versorgen ist natürlich zeit - und platzaufwändiger, einschleusen, ausschleusen etc., gesonderte Entsorgung von Wäsche, der ganze Kram. Da wäre eine Pflegekraft mehr sicher sinnvoll.
Ich finde es einfach ziemlich blauäugig zu glauben, wenn man das Problem nicht anguckt, dann verchwindet es von ganz alleine. Im Grunde müsste man ja nun ein screening aller BewohnerInnen und auch des Personals durchführen. Das ist ebenso zeitaufwändig und ins Geld geht es auch, und zwar reell.
Bin gespannt, wie es in den Schilderungen weitergeht und was in dem von mir geschilderten Heim passiert, wenn der Brief da angeflattert ist...
Macht´s erstmal gut! käthe poops
 
berggoass

berggoass

Mitglied
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30.05.2006
83402
Hallo, ich habe zwar bei uns im Heim noch keinen ORSA/MRSA Patienten erlebt, weiß aber, dass vor ner Zeit ein Fall da war und da war dann folgendes Problem: hat man nen Arzt gefragt, hat derwas anderes gesagt als wie das Gesundheitsamt oder Fachliteratur. Die einen meinten Isolation und vermummung, die anderen nur bei Intimpflege oder Verbandswechsel...
So hat man sich aussuchen können, wie streng man mit der Sache umgehen muss. Hat hier jemand aktuelle Richtlinien für den Umgang mit ORSA/MRSA, die differenziert auf das Thema im Pflegeheim eingehen ( mobiler, immobiler Patient, Keimbesiedelung Lokalisation, Auswirkungen und Komplikationen...)
Wäre euch sehr dankbar
 
Qualifikation
Altenpflegerin, WBL
Fachgebiet
Pflege
M

Manu5959

Aktives Mitglied
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19.10.2005
Rosenheim
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
M

matras

Themenstarter/in
Hallo Ihr Lieben,

da wird doch wieder mit Kanonen auf Spatzen geschossen! Es ist schon unglaublich, dass in Pflegeheimen die selben Vorsichtsmassnahmen getroffen werden sollen wie in Kliniken. Aber soll das so sein? Wird in Heimen so invasiv wie im Krankenhaus gearbeitet?
Wenn schon beschwerden laufen sollen, dann bitte vorher richtig informieren!
Die richtige Adresse dafür ist und bleibt das Robert Koch-Institut, hier kann unter der Adresse: RKI Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene unter "Betriebsorganisation in speziellen Bereichen" im Dokument "Infektionsprävention in Heimen - Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI)" nachgelesen werden wie zu verfahren ist.
Sicher richtig ist, dass sich die Kollegein die Hände hätte desinfizieren müssen! Aber sonst bitte mäßigen und nachdenken, - die Bewohnen in Heime brauchen ihre Bewegung und ihre sozialen Kontakte.....

Liebe Grüsse matras
 
D

dr.poops

Themenstarter/in
Hallo Ihr Lieben,

da wird doch wieder mit Kanonen auf Spatzen geschossen! Es ist schon unglaublich, dass in Pflegeheimen die selben Vorsichtsmassnahmen getroffen werden sollen wie in Kliniken. Aber soll das so sein? Wird in Heimen so invasiv wie im Krankenhaus gearbeitet?
Wenn schon beschwerden laufen sollen, dann bitte vorher richtig informieren!
Die richtige Adresse dafür ist und bleibt das Robert Koch-Institut, hier kann unter der Adresse: RKI Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene unter "Betriebsorganisation in speziellen Bereichen" im Dokument "Infektionsprävention in Heimen - Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI)" nachgelesen werden wie zu verfahren ist.
Sicher richtig ist, dass sich die Kollegein die Hände hätte desinfizieren müssen! Aber sonst bitte mäßigen und nachdenken, - die Bewohnen in Heime brauchen ihre Bewegung und ihre sozialen Kontakte.....

Liebe Grüsse matras
Es gibt ja durchaus einen Unterschied zwischen einer floriden Besiedelung - also im Nasen/Rachenraum - und z.B. einem infizierten Ulcus cruris am Unterschenkel. Das hat ergo auch nichts damit zu tun, ob "invasiv" gearbeitet wird oder nicht. Mit erst genanntem wird dir nichts anderes übrig bleiben als den Betroffenen mit einem Mundschutz zu versehen, bevor er durch die Gegegend läuft; und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen bei der Pflege im Zimmer zu treffen. D.h. Kittelpflege, Mundschutz, Haube und Handschuhe. Beim Verbandwechsel des zweiten Beispiels (das Ulcus) muss man den ganzen Plunder leider auch anziehen - dafür muss sich der Patient/Bewohner nicht vermummen.
Ich finde es reichlich hypertroph zu behaupten, daß da "mit Kanonen auf Spatzen geschossen" worden sei und eine mangelhafte Informationslage vorgelegen hat - wir haben das immense Problem, daß Pflegeheimbewohner mit einem ORSA aus den Kliniken ins Pflegeheim verlegt werden. Und wir haben eine zunehmende Zahl an ORSA-Patienten aus Altenpflegeheimen. Das sind leider Fakten, die sich nicht mehr wegdeuteln lassen. Im übrigen haben auch Krankenhauspatienten ein Anrecht auf soziale Kontakte und Zuwendung. Hier wird es auch durchaus schwierig: wir haben nicht die Wahl, ob wir die Vorsichtsmaßnahmen sausen lassen oder durchführen. Eine ORSA-Sepsis ist nicht nur optisch ein Horror. Das deutlich zu machen scheint immer noch notwendig zu sein. Und daher gibt es bei solchen wie von mir geschilderten Fällen auch eine satte Beschwerde. Man kann nicht einfach einen Haufen Leute mit allerlei Gerätschaften in das Zimmer der Bewohnerin latschen lassen und dann irgendwann sagen, "ach ja, und n ORSA hat sie auch!" Somit ist auch das Rettungsmittel erstmal für eine Weile lahmgelegt. Und da die Pflegerin von A nach B gestiefelt ist (Kittel holen, her hin, da hin) und nicht ein einziges Mal die Hände desinfiziert hat, ist der Rabbatz durchaus berechtigt.
dr.poops
 
rosi.b

rosi.b

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06.03.2005
96114
Im Moment hat sich die Lage bei uns erst mal entspannt. Der Bewohner mit MRSA ist die nächsten Tage (auf Grund eines Sturzes und seiner anderen Erkrankungen) immobil, bleibt deshalb im Zimmer und wird im Rollstuhl mobilisiert, der aber auch im Zimmer bleibt....

LG Rosi
 
Qualifikation
Kinderpflegerin/Altenpflegerin
Fachgebiet
Seniorenwohnheim
P

Patrick Z.

Mitglied
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14.02.2006
48921
Hallo "dr. poos",

wie Manu5959 und Matras bereits erwähnt haben, ist die Empfehlung des Robert Koch-Institutes maßgebend.
Selbstverständlich können die Einrichtungen darüber hinaus weitere Maßnahmen ergreifen.
Ich möchte noch erwähnen, dass die Arbeitsgruppe, die diese Empfehlung verfasst hat, aus Krankenhaus-Hygieniker besteht. Und, wenn selbst die keinen Anlass dafür sehen, konsequente Isolierung mit kompletter Schutzkleidung bei jeglichem Bewohnerkontakt im Altenheim zu fordern, (und mit dem Krankenheus gleich zu setzen), warum sollte man das dann also tun?

Gruß Patrick
 
Qualifikation
Gesundheitsaufseher / Krankenpfleger
Fachgebiet
Gesundheitsamt
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