Allgemeinchirurgie offener bauch seit 17.05./Sepsis/Pereton./Stoma

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katlmau

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14.07.2006
09518
Hallo!

Ich bin in diesem Forum neu, habe aber schon alle Mögl. im Internet genutzt um die für mich vollk. neue und schlimme Krankheitsgeschichte meiner Mutter nachvollziehen und sie aber trotzdem immer noch nicht begreifen kann.
Meine Mutter (62 J) ist 2005 erfolgreich an Gebärmutterschleimhautkrebs operiert und endbehandelt worden. Nach REHA Kur im April06 bekam sie plötzlich Schüttelfrost und hohes Fieber. Eine woche wurde sie mit fiebersenk. Mitteln behandelt. Nichts half. Ich habe sie ins KK gebracht.
Einen Tag später NOT OP bei 40 Fieber. Fistel am Scheidenstumpf mit Verwachsung Darm. Darm mußtte bei OP geöffnet werden. Bauch wurde verschlossen. Nach 4 tagen Perforation der genähten Naht. 2 Tage verblieb sie auf Normalstation, Kontrastmittelunters. des Darmes wurde gemacht. Das kam nie an. Alles floss in den Bauch. Am 8. Tag nach der 1. OP 2. Notop.
Seitdem ITS. Sepsis, Bauchfellentzündung und offener Bauch. Die Chrirurgen sprachen von max. 1 Woche dann käme der Bauch i.O.!
Mutti lag 5 1/2 Wochen im künstl Koma, KCI Verband ab 3. Woche.
Dann keine Abszesse mehr. Vor ca. 3 Wochen begann sie aufzuwachen. Mehrfach war sie Kreislaufinstabil.Kein Organversagen, außer Lunge machte probleme -Pilzbefall Entzündung-! Vor 1 Woche wurde KCI Verband entfernt, Bauch hätte ganz gut ausgesehen. Nur der Darm sei noch hochgradig entzündet und deshalb ist dieser auch noch sehr gebläht. Trotzdem kam ein Polynetz rein. Am Dienst. Fieber Schüttelfrost. Mutti wurde zwischenzeitlich auf eine Normalstation gelegt-bei Hitze drausen 36 C im Zimmer 27 C,
Mittwoch 41 Fieber, Schüttelfrostanfall. Netz wurde am Bett der Normalst. entfernt, eitriger Abszess gefunden. Nun wieder auf unser Drängen auf ITS, schlechter Allgemeinzustand, z.Z. fiebersenk., Bluttransfusionen und offener Bauch.
Ich möchte wissen ob so eine kurzgesch. Krankheitsgeschichte normal ist, vor allem was die zeit des Offenen bauches und desen Behandl. betrifft. Jetzt wird täglich gespült, Chirurg. halten sich eher bedeckt wie und ob es weiter geht. Alles schieben sie auf schlechten Zustand meiner Mutti. Gibt es noch andere Beh.-methoden und glaubt ihr das man alles richtig macht.
Wie lange kann denn so ein Bauch offen sein. Das ist doch auch eine enorme
Belastung für den Patienten und ich habe so gar keine Hoffnung.
Zur zeit ist Mutti ohne Unterstützung stabil, bekommt nur bischen Sauerstoff über die Nase.

Wer kennt solche Geschichten und kann mir sagen ob ein fast 9 Wochen lang offener bauch normal ist. Abgesehen von den 3 Wochen KCI Vakuumverband.

Kathrin
 
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Tom.S

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28.03.2006
44263
Hallo katlmau,

sicher ist es sehr schwer aus der Entfernung ohne genaue Kenntnis des Krankheitsverlaufes sich ein Urteil zu bilden, aber ich möchte zumindestens versuchen, dir auf einige deiner Fragen Antwort zu geben (als Pflegender mit fast 20 Jahren Berufserfahrung und 12 Jahren Arbeit auf diversen Intensivstationen):

1. Es handelt sich hier sicher (unter anderem) um eine schwere Peritonitis,(Bauchfellentzündung), daraus resultiert, das bei einem vorliegenden Infekt die ohnehin schon wiedereröffnete Primärnaht nicht wieder verschlossen werden kann. Ich persönlich kenne Verläufe von mehreren Wochen mit Einlage von Reißverschluss und fortwährender Lavage (Spülung des Bauchraumes)

2. Der Einsatz der Vac-Therapie soll(te) den sekundär verlaufenden Wundheilungsprozess unterstützen und ein Einsatz dieses Systems über mehrere Wochen zur Reinigung des Wundgrundes ist durchaus keine Seltenheit.

Durch den extrem komplikationsreichen Verlauf kannst Du zur Zeit froh sein, das deine Mutter einigermaßen kreislaufstabil und "nur" mit Sauerstoff versorgt ist.

Die Behandlungsmethoden sind aus schulmedizinischer Sicht wahrscheinlich alternativlos, Verläufe mit sekundärer Wundheilung in der Bauchchirurgie können sich über Monate erstrecken :(

Fazit: Dies alles klingt mir bekannt und ich glaube auch nicht, das der Fall deiner Mutter so eine Seltenheit ist, was dir in deiner Situation aber auch kein Stück weiter helfen dürfte.

Ich persönlich wünsche dir Kraft und Mut, verlier den Glauben nicht, das sich der Zustand deiner Mutter weiter stabilisiert, sie braucht ihre Familie, damit sie dieses extrem lebensbedrohliche Krankheitsbild überstehen kann.
Vielleicht ist es auch ganz gut, wenn Du mit jemandem ausserhalb des Klinikalltages (also Ärzten, Kollegen) über deine Sorgen und Ängste reden kannst, viele Krankenhäuser haben sich auf die Bedürfnisse der Angehörigen eingestellt und bieten per Seelsorge und/oder Sozialdienst eine Anlaufstelle, wo sich die in fast 100% der Fälle überforderten Angehörigen ihre Sorgen und Nöte von der Seele sprechen können. Oder in deinem privaten Umfeld ist eine Vertrauensperson, mit der Du reden kannst.

Gruß

Tom
 
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Wuschi63

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28.06.2006
74850
Meine Mutter kam Ende April 06 wegen des Verdachtes eines perforierten Blinddarmes ins KH. Noch am selben Tag wurde sie notoperiert.Die Diagnose bestätigte sich, Blinddarm perforiert, Peritonitis. Es wurde , lt Operateur, gut gespült, ein Stück Darm entfernt und ein alter Abszess entfernt. Gleich nach der 1.Operation wurde meine Mutter sehr schläfrig, aß und trank sehr wenig. Die Ärzte dachten an Depression, was sich aber nicht bestätigte. Sie bekam dann Erythrozyten zugeführt, danach ging es ihr für 1-2Tage besser. Es wurde weiter untersucht(CT) , es wurden noch alte Abszese entdeckt. Operation Nummer 2 stand an. Kurz nach OP2 fanden sie einen Krankenhauserreger, VRE,erst der 2.Fall in diesem KH. Sie wurde isoliert. Zustand unverändert, teilweise sogar schlechter, es wurden dann Darmfisteln entdeckt, wieder OP, die Naht von Dünn-und Dickdarm platzte, sie setze große Massen Blut durch Darm ab. Es waren innerhalb 8 Wochen 5!!OP`s!!
Der Zustand verschlechterte sich zusehendst, Erythrozytén brachten nur kurzfristig Erfolg. Dann ca 1Woche nach 5.OP ein Platzbauch, Wunde ca 20x10cm und ca 1.5cm tief wurde mit Octenisept gespült und mit in Octenisept getränkten Tüchern versorgt( sehr schmerzhaft). Die Ärzte entdeckten nochmals eine Fistel, woltten diese mit Fibrinkleber verkleben.
Leider hat es meine Mutter nicht mehr geschafft. Sie verstarb vorige Woche im Alter von 78 Jahren, sie war vorher noch sehr mobil, nicht dement und nahm an Allem teil.Sie resignierte und ihr Körper schaffte es nicht mehr nach 12 Wochen Krankenhaus. Immer wieder etwas Neues , immer wieder OP, seit 25.5.06 isoliert, Hitze im Zimmer, lt Hygienebeauftragter kein Ventilator erlaubt, freches,respektloses Pflegepersonal.
Ich will dich aber damit nicht entmutigen, wir hatten auch bis zuletzt gehofft. Letztendlich kommt es ganz auf die kämpferische Stärke deiner Mutter an, um mit dieser Krankheit fertig zu werden.Du kannst sie nur immer wieder ermutigen. Wenn du, wie wir auch, keine, bzw.nur unzureichende Auskünfte von Ärzten bekommst, kannst du dich auch mal an die Krankenkasse deiner Mutter wenden.

Kopf hoch Gruß Heidrun Ich kann mit dir fühlen
 
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Altenpflegerin/PDL
Fachgebiet
stat. Altenpflege
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05.07.2001
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