Öffnen der Kliententüre in einem Notfall

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C

Colonize

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18.01.2008
79395
Hallo zusammen,

wir erarbeiten derzeit einen Plan zum Umgang mit Notfallsituationen.

Problemfall Türöffnung vor Ort:

Da ergeben sich ja auch ziemlich viele rechtliche, im dümmsten Fall auch finanzielle Folgen.
Hat sich jemand mit diesem Thema schon beschäftigt und kann helfen, dass wir nichts vergessen?

Wie geht Ihr vor, wenn jemand die Türe nicht öffnet, der dies im allgemeinen tut, und von dem kein Schlüssel vorhanden ist?

Die ersten Schritte sind ja klar.

- mehrmals klingeln
- Klient anrufen
- Angehörige anrufen

nur wenn dies erfolglos ist?
Welche rechtlichen Fragen könnten denn relevant sein?


Danke für Eure Hilfe

Colonize
 
Qualifikation
Verwaltung Amb. Dienst
Fachgebiet
Verwaltung
C

Colonize

Neues Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
18.01.2008
79395
Hallo Valentina,

Danke für den Link.
Leider wurde daraus nicht ersichtlich, wie ihr diese Situation bei Euch vor Ort zum Beispiel geregelt habt.
Bisher war es immer so, dass die Mitarbeiter vor Ort entweder bei uns in der Verwaltung anriefen, oder dann die PDL.
Nur war in diesem Fall leider keiner der Angehörigen erreichbar und wir haben in dem Fall auch keinen Schlüssel.
Ab wann ist man denn verpflichtet, beispielsweise die Feuerwehr zu alarmieren? Rein rechtlich gesehen bliebe ja dann keine andere Möglichkeit?
Muß der Mitarbeiter immer direkt vor Ort bleiben? Egal wie lange es dann dauert. Auch wenn die Angehörigen informiert sind und zusagen, dass sie gleich kommen würden?

Mal ein anderes konstruiertes Beispiel:

Der Pflegekunde vergißt, dass die Ambulante Pflege zum Duschen kommt. Geht derweil einkaufen.
Pflegeperson kommt, trifft niemanden an.
Nach mehreren Versuchen wird beunruhigt die Feuerwehr angerufen.
Die kommt, öffnet die Türe...oder geht durch ein Fenster. Da könnten schon Beschädigungen entstehen.
Derweil kommt der Pflegekunde nach Hause, putzmunter, weil er ja nur vergessen hatte den Pflegedienst abzusagen.

Wer zahlt diesen Einsatz?

Falls dies der Kunde tun muß, müßte das ja vorher geklärt worden sein?
Habt ihr das alles mit den Pflegekunden schriftlich geklärt, was zu tun wäre wenn?

Liebe Grüße Colonize
 
Qualifikation
Verwaltung Amb. Dienst
Fachgebiet
Verwaltung
S

stern3007

Aktives Mitglied
Basis-Konto
29.07.2005
Köln
Bei uns ist das schriftlich abgeklärt. Ein Kunde, der keinen Schlüssel bei uns hinterlegt hat, muß damit rechnen, dass wir die Türe durch die Feuerwehr aufbrechen lassen, wenn er nicht erreichbar ist.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
Valentina

Valentina

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Hallo Colonize,
wichtig ist auf jeden Fall, dass diese Anweisungen verbindlich für alle Mitarbeiter geregelt sind.
Wir haben in einem Notfallstandard das Nichtöffnen der Tür so geregelt, dass in jedem Fall die verantwortliche Pflegekraft unverzüglich verständigt wird (also nicht einfach weitergefahren wird).
Die PDL versucht dann den Patienten bzw. die Angehörigen zu erreichen oder leitet weitere Schritte ein. Erreichen wir keinen, informieren wir die Polizei - das kommt aber auch darauf an, welche Diagnosen der Patient hat und wie mobil er ist. Im Laufe der Zeit kennt man ja seine "Pappenheimer" und kann ungefähr einschätzen, ob sie einfach mal einkaufen gegangen sind oder ob sie in diesem Falle abgesagt hätten.
Erfahrungsgemäß kommt es sehr selten zum aufbrechen der Tür (bei uns bisher etwa 4 Mal in 18 Jahren), weil sich die Situation schon vorher aufklären lässt.
Wir stellen - egal wie es ausgeht - dem Patienten auch die Wartezeit in Rechnung. Mit der Begleichung gab es bisher nie Probleme, viele entscheiden sich nach einem Notfalleinsatz dann doch, einen Schlüssel für Notfälle herauszugeben. Im Pflegevertrag ist geregelt, dass Leistungen, die keine Kassenleistungen sind, vom Patienten zu tragen sind.
Ab wann ist man denn verpflichtet, beispielsweise die Feuerwehr zu alarmieren? Rein rechtlich gesehen bliebe ja dann keine andere Möglichkeit?
Muß der Mitarbeiter immer direkt vor Ort bleiben? Egal wie lange es dann dauert. Auch wenn die Angehörigen informiert sind und zusagen, dass sie gleich kommen würden?
Wenn man vermutet, dass etwas passiert sein könnte, dann informiert man die Polizei/die Feuerwehr. Da gibt es keine Zeitvorgabe, das entscheiden wir immer individuell. Bei einem Insulinpflichtigen Diabetiker erfogt eine schnelle Entscheidung, bei einem mobilen und orientierten Patienten, der einmal wöchentlich gebadet wird, bleibt uns etwas mehr Zeit zum Herumtelefonieren.
Meinst Du der Mitarbeiter muss vor Ort bleiben während er auf das Öffnen der Tür durch den Patienten wartet oder bis die Feuerwehr kommt?
Wenn ihr die Angehörigen, die einen Schlüssel haben erreicht habt, dann habt ihr die Verantwortung an sie abgegeben.
Grüße
Valentina
 
Qualifikation
Krankenschwester/TQM-Auditorin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
L

Lisy

Hallo Valentina,
so handhaben wir das auch.
Gruß Lisy
 
L

L. Li

Mitglied
Basis-Konto
28.02.2007
40227
hallo colonize, ich hatte in den von valentina verlinkten beitrag auch geantwortet da mich das sehr bewegt hat - wir hatten einige solche klienten.
wie gesagt: hatten.

bei denen, die keinen schlüssel herausgeben wollten war ich um nach deren vertrauen in den PD zu fragen und das ev. aufbrechen der türe mit schlüsseldienst (nicht mit feuerwehr.....) und die dazugehörigen kosten aufmerksam zu machen. das war schon ausreichend um die entsprechenden schlüssel zu bekommen und auch (im notfall) benutzen zu dürfen.

bei zwei patientinnen erreichte ich, ein sog. panikschloß einbauen lassen zu dürfen, bzw. der betreuer. die kosten dafür sind rund 100,00€ aber ungeschlagen günstig zu den kosten 3x im monat die tür durch den schlüsseldienst öffnen zu lassen weil keiner hört und der schlüssel von innen steckt.

bei den 3 klienten, die keinen schlüssel herausgeben wurden jeweils 3 personen schriftlich erfaßt die das aufschließen der türe durch den schlüsseldienst telefonisch verantworten oder ablehnen.

übrigens mußten wir in 15 jahren (vor meiner zeit) auch nur ein einziges mal die tür durch die feuerwehr mit axt aufbrechen lassen - die klientin lag tot dahinter zwischen wand und tür und diese ließ sich trotz geöffneten schloss nicht aufdrücken da sie die beine dagegen verkeilt hatte. ein schlüssel war in diesem falle ja da.

L.Li
 
Qualifikation
Krankenschwester, PDL
Fachgebiet
ambulanter PD
Froggy

Froggy

Mitglied
Basis-Konto
20.02.2008
09385
Also bei uns is das so geregelt, dass wir zunächt einmal in der Station anrufen sollen, denn manchmal gehen Informationen auch einfach im Stress unter, aber das Büro weiß bescheid und gibt uns weitere Anweisungen...!

Soweit ich das in meinem Rechtsunterricht mitbekommen hab, ist es laut GG verboten Türen einfach nur "auf Verdacht" öffnen oder sogar aufbrechen zu lassen.
Sollte doch die dringende Vermutung bestehen, dass dem Klienten etwas zugestoßen sein könnte und er verletzt in der Wohnung liegt, dann muss der SCHLÜSSELDIENST gerufen werden, denn die öffnen die Tür "schonend" ohne einen großen Schaden anzurichten und bauen dann auch gleich ein neues Schloss ein, damit die Wohnung dann nicht offen steht!
Fenster oder Türen einschlagen, ist nur dann erlaubt, wenn wirklich eine lebensbedrohliche Situtaion vorliegt und das auch ersichtlich ist. Meine Rechtslehrerin hat das so formuliert: "Die Feuerwehr rufen, die dann die Tür aufbricht, ist eigentlich nur dann erlaubt und rechtens, wenn der Rauch unter der Tür durchquillt - also ZU SEHEN ist!"

Gruß - Cora
 
Qualifikation
Altenpflegeazubine
Fachgebiet
ambulate & teilstationäre Pflege
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Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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