Arbeitsrecht Haftungsrecht Oberarzt will mündliche Wissensprüfung

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Grimbo123

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31.05.2021
Guten Morgen an alle,
Ich hätte gerne von euch eine oder mehrere Meinungen zu einem Problem was mich beschäftigt. Während einer Einleitung sollte der Pat. Einen PDK bekommen und die zuständige Pflegekraft hat dabei Carbostesin und Xylonest verwechselt! Bei dem 4 Augen Prinzip ist dieses Aufgefallen und wurde sofort korrigiert und die Medikamente waren noch nicht geöffnet oder gar aufgezogen gewesen. Jetzt wollte der zuständige Oberarzt bzw. der Ltd. Oberarzt eine mündliche Überprüfung machen, inwieweit sich die zuständige Pflegekraft mit den Medikamenten auskennt!
Darf er das überhaupt oder überschreitet er da seine Zuständigkeit? Wie beurteilt ihr das?
Vielen Dank für eure Meinungen
 
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Gesundheits- und Krankenpfleger
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Anästhesie
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Igel77

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23.12.2014
Oldenburg
Da fehlen mir Infos zum Umfeld, um darauf zielgerichtet antworten zu können.
Ist er nur besorgt oder eher der Typ autoritärer Strongman?
Gibt es berechtigte Zweifel an der Qualifikation oder Einsatzfähigkeit der Mitarbeiter, zB nur Zeitarbeitskräfte, Sprachbarrieren, ausgebrannter Personalstamm?

Ansonsten, falls man in den Konflikt geht:

Gibt es eine eigenständige PDL?
Als solche würde ich mir die Einmischung in meinen Arbeits- und Zuständigkeitsbereich verbitten und ansonsten argumentieren, dass diese Maßnahme unnötig ist, da ja das Vier-Augen-Prinzip gegriffen hat. Falls das nicht hilft, würde ich auf die verheerende Wirkung dieser Maßnahme auf das Betriebsklima hinweisen, und darauf bestehen, dass der Oberarzt die Maßnahme nur in meiner Gegenwart durchführt. Natürlich, insofern es mein Terminkalender zulässt. Ach ja, da dies eine Schulungsmaßnahme ist und wenn es eine Personalvertretung gibt - wurde diese genehmigt?
 
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Gesundheits - und Krankenpfleger
Fachgebiet
Psychiatrie
G

Grimbo123

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31.05.2021
Hallo, ja es gibt eine PDL aber diese ist mehr von der No- Konflikt Variante! Also bietet kaum irgendwelchen Rückhalt! Eine Genehmigung durch die Personalvertretung liegt nicht vor! Es wurde nur mit Arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht! Ich glaube er gehört mehr zur Strongmanmenschen! Angeblich soll es die Sorge an der Qualifikation sein
 
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Gesundheits- und Krankenpfleger
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Anästhesie
L

Lulli1.0

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14.07.2020
Hm. im Rahmen der Delegation muß er sogar überprüfen.

Allerdings ist Fraglich wie genau und detailliert die PK das wissen muß und was davon eben überprüft wird.
Ich verwechsle auch mal was. deswegen gibt es das 4 Augenprinzip. Eben um ne stinknormaler Verwechslung zu umgehen.
Die Verantwortung für die Therapie trägt der Arzt, dieser sagt welche Med, wann, wie und wieviel. Mehr muß die PK nicht wissen. Eine PK müsste wissen wie es aufgezogen wird oder verabreicht wenn diese eben Fall X übernimmt. Aber niemals bestimmt eine PK über die Maßnahe in der Form das sie die Med. entscheidet. Im Rahmen der Qualität weiß die PK aber mehr um eben auch den Arzt aufhalten zu können. Und ich nenn dir mal ein Beispiel. Ich bin in der AN tätig, seit 1,5 Jahren. Ich hab kein Plan wo der unterschied ist. Mir ist aber klar was passiert wenn man Lokalanästhetika in den Peridualraum injiziert... Und ich kann Medikamente vom Namen her auseinanderhalten. Verwechselt der Arzt also etwas und ich führe das aus, ist das nicht meine Schuld. Allerdings deswegen lernen wir auch Medikamente um eben ein Veto einlegen zu können. Dies dient der Pat.sicherheit. Besteht der Arzt aber auch die angeordnete Kombi ist es auch seine Verantwortung.

Mir erschließt sich die Maßnahme zur Nachprüfung also nicht.

Ich hoffe doch es gibt Standards bzw. es wurde Angeordnet was für den PDK vorbereitet werden soll?
Sonst könnte die PK nämlich garnicht vorbereiten ;)

Gibt es keine AO kann die PK hinlegen was sie will. Es ist weder falsch noch richtig.

Ich hoffe auch das die PK bei der Vorbereitung alle Maßnahmen der Sicherheit und Hygiene beachtet hat. Also richtige Kennzeichnung, hat sich beim Aufziehen nicht ablenken lassen etc. Dafür gibt es auch häufig Standards.

Wenn es also nur darum geht eine duselige falsche Ampulle dazu gelegt zu haben... ja mei... da frag ich mich wo das eigentliche Problem ist? Das kann nichts mit der Vorbereitung für den PDK zu tun haben. Da kommt der Wind woanders her.

Mir scheint es so als wüsste da jemand anders nicht was er tut. Der typ wäre bei mir genau richtig.

Einfach nach der Schriftlichen AO oder den Standrad fragen... Mal gucken wie das dann für den OA ausgeht... Hat er doch etwa nicht richtig delegiert? ;)

Oder hat die PK die AO oder den Standart missachtet. Dann hätte das in der Tat eine Arbeitsrechtliche Relevanz

Ich würd das aussitzen. Soll der einen doch prüfen... Spätestens bei der Abmahnung würde ich dagegen vorgehen. Bzw. mir was anderes suchen. Wer so dumm ist und den Larry macht braucht mich nicht.

Und unbedingt zu dieser Prüfung den Personalrat einladen. Das muß der Arzt auch nicht erlauben etc. das reicht wenn der AN ihn einlädt. Ich hoffe der PR ist bereits über dieses Vorgehen informiert.
 
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GuK
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Lulli1.0

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14.07.2020
PS: bevor mich hier welche zerfleddern. Ich bin noch nicht mit den Regionalanästhesie vertraut. Ein Glück gibt es bei uns hervorragende Standards die es mir einfach machen als Anfänger und verständnisvolle Oberärzte die lieber unterstützen als drauf hauen.
 
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GuK
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Grimbo123

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31.05.2021
Nein, das ist sie noch nicht und die Frage ist wie weit man das wirklich treiben soll! Es ist halt von uns allen der Eindruck der Schikane! Die Frage ist wie weit man sich das dann gefallen lassen soll!
Automatisch zusammengeführt:

In diesem Fall hauen die Oberärzte lieber drauf
 
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Lulli1.0

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14.07.2020
Ich hab auch das Bauchgefühl von Schikane.
Und dem kannst du nur Herr werden wenn man jemand Starken auf seiner Seite hat oder eben selber ein breites Rückgrat hat. Unbedingt den PR ins Boot holen... egal wie sehr derjenige sich dagegen wehrt.
Er hat das Recht die Qualifikation des Delegationsnehmers zu überprüfen. Aber selbstverständlich bewegt sich das im für die PK verantwortlichen Bereich. Und da sind entscheiden über Medikamente raus. Schikane muß sich niemand gefallen lassen. Vor allem wenn es im gründe nur um einen Simplen Fehler geht der zig 1000 mal am Tag passieren und weswegen es entsprechende Sicherungsverfahren wie das VierAugenPrinzip gibt.

Einzig was ein Problem werden könnte ist wenn die PK andauernd etwas verwechselt. Dann wäre sie wirklich nicht für den Job geeignet. Dann könnte man erwarten das es nicht nur bei der Verwechslung beim Vorbereiten geht sondern das auch wann mal im Pat. landet und schaden anrichtet.

Anstatt Medikamente abzufragen müsste der OA das aber eher mit einem Konzentrationstest oder Stresstest überprüfen ;)
 
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Lulli1.0

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14.07.2020
Sag kurz geht es nur um EINE Verwechslung von Ampullen?
Und habt ihr Standards bzw. gab es eine Konkrete Anordnung?
 
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Igel77

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23.12.2014
Oldenburg
Es wurde nur mit Arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht!
Mit welchen genau? Und, für was genau, für die falsche Antwort bei der "mündlichen Prüfung" oder für die Weigerung, daran teilzunehmen?

Ansonsten: Was Lulli zum Teil schon sagte:
Die Personalvertretung einschalten.
Sich bei einem Anwalt oder der Gewerkschaft melden.
Sich einen Verbündeten suchen.
Sich organisieren und zusammenhalten. (Guter Witz, nicht wahr?)
Sich was anderes suchen, wenn es hart auf hart kommt.

Aus der Trickkiste für den Widerstand:
So lange wie es geht unerkannt bleiben, ein vermeintlich loyales Gesicht in der Menge.
Das Ganze wie ein Schachspiel sehen. Weniger Empörung und Betroffenheit, mehr strategisches Denken.
Sich Notizen und Aufzeichnungen machen: Wer hat was wann zu wem gesagt? Wer hat wie reagiert?
Sich Notizen und Aufzeichnungen machen II: Wer macht wann Fehler? Was kann man als Munition verwenden?
(Tipp für solche Aufzeichnungen: Einen großen Leitzordner nehmen, Sachen darin abheften UND DANN ERSTMAL VERGESSEN, bis es tatsächlich Zeit wird, sie hervorzuholen und sich auf Gespräche vorzubereiten.)
Leuten, die unter Druck geraten, moralischen Beistand leisten. Ein tröstendes Wort, ein Lob am rechten Platz.
Eigene Kraft konservieren, Abstand wahren, sich nicht im Privatleben damit beschäftigen, sich nicht gegenseitig hochstacheln, einen Ausgleich finden.

Wenn man selbst im Fokus ist (und man davon ausgehen kann, dass die Sache eigentlich schon gelaufen ist), kann man einerseits Aufmerksamkeit und Kraft binden, um Dritte zu schützen. Sich einen gelben Schein holen, wenn der Druck zu groß wird. Sich versetzen lassen, falls man Ziel des Mobbings wird.

In manchen Häusern mag es klappen, die Personalabteilung über diese Vorgänge in Kenntnis zu setzen und ganz unschuldig zu erwähnen, dass personelle Maßnahmen geplant seien. (Wobei das am Besten die Personalvertretung macht). In Zeiten des Pflegenotstandes könnten manche Personaler wegen solcher Allüren oder dem Wildern in ihrem Verantwortungsbereich Magenprobleme bekommen, und dann selbst aktiv werden.

Ich weiß weiter recht wenig über die Situation, aber ich gehe davon aus, dass autoritäre Gesellen in der Regel selbst nicht kritikfähig sind und sich bewusst oder unbewusst sexistisch, rassistisch oder sonstwie diskriminierend verhalten, dünnhäutig sind und im Grunde tief verunsichert ... und dadurch tatsächlich verwundbar werden.

Richtig lustig wird es dann, wenn bei den anderen Silberrücken der Eindruck entsteht, dass der XY "sein Pflegepersonal nicht unter Kontrolle" hat.
 
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Psychiatrie
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Grimbo123

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31.05.2021
Standards sind gerade erst in Arbeit und werden geschrieben
 
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Gesundheits- und Krankenpfleger
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Anästhesie
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
Hallo Grimbo,

eine solche mündliche Überprüfung ist mir bislang zwar noch nicht untergekommen, aber ich halte sie grundsätzlich für möglich und auch arbeitsrechtlich für vertretbar. Die medizinische Versorgung der Patienten wird primär - wohl auch in Deinem Krankenhaus - durch den ärztlichen Direktor verantwortet. Vor dem Hintergrund der Voraussetzungen für eine Delegation ärztlicher delegationsfähiger Maßnahmen an eine Pflegekraft, ist ein Arzt verpflichtet, sich von deren Eignung zu überzeugen. Unterlässt er dies, ist er für hieraus mittelbar oder unmittelbar entstehende Schäden haftbar. Hat der leitende Oberarzt der Anästhesie begründete Zweifel, dass der Wissens- und Kenntnisstand einer Pflegekraft die Voraussetzungen einer Delegation womöglich nicht erfüllt, muss er sich hierzu vergewissern. Eine mündliche Überprüfung des Kentnisstandes scheint da eine geeignete Maßnahme zu sein.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
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