Notwehr bei agressiven Bewohner

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Robyn

Robyn

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31.01.2014
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Hallöchen

Ich bräuchte Eure Hilfe bzw Erfahrungen bei diesem heiklen Thema.
Gestern hatte mich eine Bewohnerin in den Bauch getreten, der Anlass war, das ich sie energisch hingewießen habe, meine Kollegin nicht zu schlagen. (das tat sie gerade). Als die Bewohnerin mich in den Bauch getreten hat, habe ich , so schnell konnte ich gar nicht nachdenken, ihr einen Klaps auf das Bein gegeben. Jetzt mach ich mir natürlich Vorwürfe und habe auch Angst, den ev. Folgen. Was kann ich tun, bzw wie soll ich mich verhalten? Danke für Eure Antworten
 
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Kalimera

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Bei einer solchen Reaktion meinerseits würde ich mir Gedanken machen wie es dazu kommen konnte. Allerdings würden meine Gedanken da ansetzen wo ich eine Bewohnerin energisch darauf hinweise, dass sie jemand nicht zu schlagen hat.
Rechtlich gesehen hast Du in beiden Fällen unprofessionell gehandelt, im zweiten Fall eine Körperverletzung begangen mMn.
Leider schreibst Du nichts zu der Bewohnerin, ich habe noch niemand erlebt, der sich grundlos gewehrt hat, egal in welcher Form.
Ich weiß nicht, ob Ihr Mglk. habt darüber zu reden, oder Fortbildungen zu diesen Themen angeboten werden. Wenn dies nicht der Fall ist dann scheint es bei Euch überfällig zu sein. Es geht jetzt darum Hilfen anzubieten oder anzufordern, damit solche Situationen nicht mehr entstehen. Kannst Du Dich an irgendjemand vertrauensvoll wenden?
Auch Deine Verhaltensweise hat einen Grund.
Was hat Deine Kollegin dazu gesagt?
 
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Robyn

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31.01.2014
01169
Die Bewohnerin wird oft sehr ungehalten, sie fordert Rundumbedienung, kann eigentlich sehr viel alleine. Nutzt Methoden, wie sich fallen zu lassen und verbale Aggressionen, man wird von ihr schikaniert . halt auch das sie dann zuhaut. Mein Fehler war, ich hätte die Situation verlassen müßen. Mein Problem besteht ja auch darin, einerseits den Bewohnern Hilfe zu geben , wo sie diese benötigen, (aktivierende Pflege). und nicht die Bewohner zur Inaktivität zu "pflegen" . Was nicht heißen soll. das ich nicht gerne Wünsche erfülle. Meine Kollegin ist ruhig geblieben, was mir dann geholfen hat wieder "runter zu kommen." Die Situation ist entstanden. als sie verbal sehr grob Bedienung von mir verlangte.
Meine Frage ist aber auch. Wir als Pfleger sind auch Menschen und ich hab auch eine Würde. Mir macht die Arbeit sehr viel Spaß.
 
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resigniert

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ich habe noch niemand erlebt, der sich grundlos gewehrt hat, egal in welcher Form.
Dann hast du einfach Glück gehabt.
Mir wurde schon der Kiefer aus dem Gelenk geboxt als ich den Patienten gegrüßt habe.
Warscheinlich hatte er einen Grund - alkoholische Psychose wäre evtl eine Möglichkeit.
Aber: Ich wehre mich dagegen pauschal als Schuldige angesehen zu werden! wenn ein Gegenüber mich angreift
 
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lulli00

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Kurze Frage, was ist das überhaupt für eine Einrichtung?

Wenn ich bemerke das ein Pat. meine Kollegin schlägt würde ich ebensfalls energisch dazwischen gehen und wenn mir jemand in den Bauch treten würde, da würde ich mir keine Gedanken machen das ich im Affekt auf ein Bein schlage. Die Dame hätte danach aufjedenfall ein Anzeige. Ich arbeite in einer ZNA:

Ja ich finde Pfleger sind auch nur Menschen. Mir sind Situationen auch schon entglitten. Was schlichtweg an Erfahrungslosigkeit liegt. Das muss man erstmal erleben um sich einen Plan für später legen zu können. Auch wir haben Emotionen die überlaufen können.

Ich hatte vor kurzem einmal NUR ein Streitgespräch und glaubte mich falsch verhalten zu haben. Der Angehörige hatte mich sehr provoziert und iwann kam die Grenze das ich nicht mehr an mich halten konnte. Mir hat das Gespräch mit den Kollegen sehr geholfen. In diesem Gespräch wurde sehr wohl angemerkt das die Situation doof gelaufen ist, mein gegenüber selber in solchen Situationen hilflos war und der Stress der Arbeit das leider eben auch bietet. Ich war schlichtweg nicht alleine.

Ich persönlich finde wir sollten uns als Kollegen gegenseitig stützen. Das diese Situation dämlich gelaufen ist, keine Frage. Aber gleich die Professionalitätskeule auszupacken finde ich genauso dämlich. Wir sind Menschen keine Maschinen. Wir brauchen untereinander Verständnis. Wir können nicht immer Professionell reagieren. Schon garnicht bei der Ausbildung die wir geniessen, mangelnden EInarbeitungen, Personalknappheit, Stress etc.
 
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31.01.2014
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Danke für die Antworten, von resigniert, lulli 00und kalimera.
Ich arbeite in einen Pflegeheim. Und danke, das mit nicht gleich verurteilt wird. Ja mir ist die Situation entglitten....sonst dreh ich mich einfach um und gehe..was mir aber diesmal nicht gelungen ist. Der tritt mit dem Bein kam echt überraschend.....
Meine Wohnbereichsleitung hatte mich heute angerufen, aus einen anderen Grund. Ihr habe ich es gleich gesagt, was geschehen ist....sie hat es sich angehört. meinte ich soll mit meiner Hausleitung reden ( Untergeordnete , vor PDL da wir ein Objekt haben, das in drei Einheiten mit je 3 Stationen aufgeteilt ist). Habe nun Angst, das ich als Schuldige dastehe..... bin zur Zeit total fertig auf de Nerven.....ist das nicht schon Strafe genug. Muß ich mich denne schlagen lassen bzw treten?
 
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lulli00

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Nein musst du nicht.

Und es ist auch Aufgabe deines AGs das sowas nicht passiert. Wenn man da schon eine bekannt gewaltätigen Bewohner hat, dann hat da niemand alleine rein zu gehen.

Ist genug Personal da um einen Sicheren Umgang zu gewährleisten. Wie sehen eure Fortbildungen in diesem Bereich aus? Etc.
Wie ist die Pflegeplanung zu diesem Bewohner etc...
 
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Kalimera

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17.01.2001
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Dann hast du einfach Glück gehabt.
..........................
Aber: Ich wehre mich dagegen pauschal als Schuldige angesehen zu werden! wenn ein Gegenüber mich angreift
Wenn in meinem Post rüber gekommen sein sollte, dass ich denke, dass immer die PK Schuld hat, dann ist es falsch angekommen. Nur weil ich denke, dass jemand einen Grund haben muss zuzuschlagen bin ich nicht der Meinung, dass dabei die PK etwas falsch gemacht hat oder sich falsch verhalten hat, schon gar nicht per se.
 
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31.01.2014
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Ich denke. manchmal sind Situationen einfach dumm gelaufen, man ist im Stress, hat auch eigene Probleme, dann läuft manches nicht so im Dienst, wie man es haben möchte...… dann reagiert man halt oft und sind wir einfach mal zu uns ehrlich,gereitzt. Manchmal kann man es gut überspielen, manchmal halt nicht. Ich verstehe , wenn sich demente Bewohner sich so artikulieren....es fällt mir allerdings oft schwer es nicht persönlich zu nehmen. Absolutes Unverständnis wenn es Bewohner sind, die keine Demenz haben (wie die Dame , um die es obengenannt ja ging). Mein Fehler war, die Situation nicht verlassen zu haben.
Hatte heute ein sehr gutes Gespräch mit meiner Chefin gehabt, welche mir gute Tipps in so einer Situation gegeben hat. Und ich hoffe, das ich es auch umsetzen kann. Ich habe auch noch mal angeregt, eine Fortbildung um diese Problematik zu machen.
 
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Kohlmeise2014

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21.07.2014
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Natürlich ist es falsch, wenn man zuschlägt oder tritt. Im Reflex in einer unerwarteten Situation ist es nur menschlich, da ist mir dies auch schon passiert. Wir alle sollen zwar nach der linken Backe auch die rechte anbieten, aber wir sind halt nicht Christus.
Wenn man allerdings die ganze Geschichte so liest, dann merkt man doch ganz klar, dass Du und Deine Kollegen nicht den besten Draht zu dieser Bewohnerin habt. Woran liegt es denn genau? Beschimpft Sie Euch nebenbei ständig und nervt mit allen möglichen Ansprüchen?
Habt Ihr mal mit den Angehörigen geredet? War sie schon immer so provokant und anspruchsvoll?
Müsste doch eigentlich aus der Biografiearbeit herauszufinden sein.
Bei mir hat es meist gut geholfen, wenn ich dann übertrieben nett und freundlich war. Haben Sie noch einen Wunsch, wie kann ich Ihnen helfen? Das auch unbgefragt ständig mit einem Lächeln anzubieten hat oft geholfen.
Mir scheint es, als reagiert diese Dame wie kleine Kinder. Die testen auch immer ihre Grenzen aus.
Allein das Du ein schlechtes Gewissen danach hattest, zeigt doch schon, dass es bestimmt nicht mehr vorkommt. Außerdem finde ich es auch gut, dass Du ganz klar mit Deiner Vorgesetzten von Dir aus dies "gebeichtet" hast.
Denk nicht zu lange darüber nach, aber vielleicht kannst Du versuchen, dieser "Dame" eine Zeitlang aus dem Weg zu gehen. Und wenn dann überfreundlich, so dass sie vielleicht merkt, dass sie Dich und die anderen nicht reizen und ärgern kann.
Viel Glück
 
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Kalimera

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Ich muss gerade an Polizisten denken, die bei Demos und Ausschreitungen eingesetzt sind und oft bis ins Unerträgliche provoziert und attackiert werden.
Auch die müssen trainieren in solchen Situationen nicht die Beherrschung zu verlieren, egal ob sie gereizt sind oder nicht.
Auch sie sind Menschen und mit allen Schwächen. Wie würden wir urteilen, wenn sie sich körperlich wehrten oder gar jemand verletzen?
 
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lulli00

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17.02.2016
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Ich muss gerade an Polizisten denken, die bei Demos und Ausschreitungen eingesetzt sind und oft bis ins Unerträgliche provoziert und attackiert werden.
Auch die müssen trainieren in solchen Situationen nicht die Beherrschung zu verlieren, egal ob sie gereizt sind oder nicht.
Auch sie sind Menschen und mit allen Schwächen. Wie würden wir urteilen, wenn sie sich körperlich wehrten oder gar jemand verletzen?
Polizisten lernen und üben das gezielt, unentwegt. Und auch das schützt sie nicht.
Glaub mir es rasten genug Polizisten aus oder Benehmen sich ungebührlich. Selbst schon erlebt. Sie werden nur häufig gedeckt, bzw. sie werden selten angezeigt.

Wie das aussieht wenn sie sich wehren etc. kann man gut in den Nachrichten sehen... einfach mal zum Hambacher Forst schwenken etc. ;)
(Zur Klarheit ich sympathisiere mit niemanden)

Wie du schon sagst, die sind auch nur Menschen.

Nur ein Heiliger hält jegliche Provokation aus.
 
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31.01.2014
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Ganz lieben Dank Kohlmeise2014 und lulli00, für die Rückinfos, danke auch Kalimera.. Ich überleg gerade , wie ich den Polizeidienst mit der Altenpflege in Verbindung bringen soll. Die Polizei hat deeskalationstraining, und diese wissen auch, auf was sie sich einlassen. Da ist halt Gewalt, leider schon an der Tagesordnung. Dann eher die Rettungsdienste und Feuerwehrleute. und leider jetzt auch Gewalt in Kh und Pflegeheimen, gegen das Personal. Es gibt leider nicht nur liebe Omas und Opas, es nimmt echt zu an Menschen die handgreiflich werden. Wie oben auch angeführt durch Alkohol und auch Drogen. Ich liebe meine Arbeit, es ist mein und das ist wirklich wahr, mein "Traumjob" auch wenn es oft echt schwierig ist.Deshalb habe ich hier auch angefragt, was ich tun kann um Rat zu bekommen. Wie schon gesagt, ich habe mit meiner Chefin geredet, die mir dann echt gute Tipps gegeben hat.. Und da ich ""keine heilige "bin werden mir bestimmt noch Fehler passieren. Aber Fehler haben auch was Gutes, man kann daraus lernen. :))
 
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Kalimera

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17.01.2001
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Die Verbindung ist, dass Polizisten auch Situationen ausgesetzt sind in denen sie provoziert beschimpft getreten...ect.werden. Dafür werden Sie trainiert, geschult...ect. Haben Sie mal falsch gehandelt, haben sich provozieren lassen...ect. haben sie immer auch die Mglk. sich beraten zu lassen.
Und wie sieht es in unserem Beruf aus? So wie Du, haben die meisten Angst bei einem Fehlverhalten, dass sie dafür noch kritisiert werden, Abmahnungen erhalten und dergleichen. Rückhalt, Hilfsangebote sind meinen Erfahrungen nach nicht die Regel. Dazu muss man sich oft sagen lassen, dass man zu wenig Empathie hat, das Totschlagargument schlechthin.
Aus Fehlern sollte nicht nur der Verursacher lernen, sondern insbesondere die Organisation um die Mitarbeiter vorbeugend zu schulen, vorzubereiten und im Nachgang Hilfen anzubieten. Es schützt sicher nicht in allen Situationen, aber es ist mehr als gar nichts.
 
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marinadiezweite

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10.09.2014
Uelzen
Hallo robyn, ich möchte vor allem deine fast reflexartige Reaktion überhaupt nicht verurteilen. Manchmal ist das so, wenn man getreten oder geschlagen wird, dann kommt so ein Reflex, dass man zurückboxt. Das tut dir ja offensichtlich auch leid.
Aber bei der Einschätzung der Situation bin ich anderer Meinung. Die Tatsache, dass jemand noch was kann, lässt nicht den Schluß zu, dass er dieses auch tut. Schon gar nicht lässt es den Schluß zu, dass er dieses nicht tut, um dich und andere zu ärgern. dass er vieles nicht tut, mag sogar Faulheit, Trägheit sonstwas sein. Von mir aus sogar gemein. Aber ich wehre mich immer gegen Bemerkungen, wie, das macht der, um mich zu ärgern. Das macht der, um mich zu nerven. Denn klar, wir sollen aktivierende Pflege betreiben. Aber ob wir uns von jemandem herausgefordert fühlen. Missbraucht und um zuviel Aufmerksamkeit gebeten. Das ist unsere subjektive Einschätzung.
Manche Bewohner sind in der Tat so träge und unbeweglich, oder so kognitiv eingeschränkt, in Alltagshandlungen ungelernt. Dass sie lieber den Weg des geringsten Widerstandes gehen.
Darauf müssen wir in der Pflege aber nicht unbedingt immer in Form von Wut und Belehrung reagieren. Wir können auch anders. Und das verstehe ich unter Respekt. Ich brauche vor allem das, was der Bewohner von mir verlangt, nicht machen. Wenn ich ihn dafür in der Lage halte, dass er das selbst kann, dann sollte ich entsprechend reagieren. ''Machen Sie selbst, versuchen Sie selbst!! Das ist ein Plädoyer dafür, einfach nicht immer zu reagieren und abzuwerten.
Denn die Bewohnerin hat sicher Gründe, warum sie im Pflegeheim ist. Ich nehme mal an, dass sie nicht mehr in der Lage ist, anders zu agieren.
Das heißt nicht, dass man sich respektlos behandeln lässt. Aber wir Pflegekräfte haben einfach mehr Möglichkeiten, uns aus der Situation herauszuziehen. Ich will es mal so sagen, belehren lassen möchte sich niemand. Auch ein Bewohner nicht.
Der zweite Punkt ist, dass ich persönlich nicht helfend zur Seite springen würde, wenn ein Kollege geboxt wird. Also ich würde diese Situation nicht auch noch wertend kommentieren. Da ist es besser, wenn ja offensichtlich die Situation beendet ist, nicht dazugehen und belehrend einzuschreiten. Als Pflegekraft sollte ich auch eine Antenne dafür entwickeln, wann es eskalieren könnte. Und da meine ich, dass nur ich als Pflegekraft besser reagieren kann, nicht aber der Bewohner, wie man hier leider sieht.
Bitte versteh mich richtig, ich akzeptiere keine Schläge und Tritte von Bewohnern. Nur er ist nicht derjenige, mit dem ich eine Respektdiskussion führen kann. Es gibt Dinge, die müssen, es gibt Dinge, die brauchen nicht. ATS-Strümpfe anziehen, beispielsweise muss. Ein Brot, was jemand nicht nimmt, gib mein Brot, ich will mein Brot, muss man einem, der gehen kann, nicht kommentieren.
 
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Einjährige Ausbildung Pflegeassistentin Alten- und Krankenpflege mit Ausbildung als Alltagsbegleiterin §87b, jetzt 53c
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Unil

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08.05.2019
Ich muss gerade an Polizisten denken, die bei Demos und Ausschreitungen eingesetzt sind und oft bis ins Unerträgliche provoziert und attackiert werden.
Auch die müssen trainieren in solchen Situationen nicht die Beherrschung zu verlieren, egal ob sie gereizt sind oder nicht.
Auch sie sind Menschen und mit allen Schwächen. Wie würden wir urteilen, wenn sie sich körperlich wehrten oder gar jemand verletzen?
So ähnlich dachte ich eben auch. Allerdings bekommen Polizisten dafür viel Training und im Endeffekt ist das leider auch Teil des Berufsbilds.
Abgesehen von der Frage, inwieweit man die Bewohner für die Gezieltheit der Aktion betrachten kann, ist die Gewalt (wie auch immer sie sich ausprägt) gegenüber Pflegekräften unmöglich wie häufig!!

Ganz interessant könnte in dem Kontext dieses Interview sein: Gewaltprävention in der Pflege: Mittel gegen Gewalt in der Pflege

Es zeigt ja zumindest, dass es ein bekanntes Problemthema ist...
 
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marinadiezweite

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10.09.2014
Uelzen
Ich greife nochmal die Frage auf, was Polizisten mit der Altenpflege für eine Verbindung haben könnten. Beispiele hinken ja bekanntlich immer. Wichtig erscheint, dass es bei dem Posting nur um eine Parallele ging: Dass man für seine Arbeit und Situation ausgebildet wird. Oder ausgebildet werden sollte. Weder ein Polizist noch ein Altenpfleger kann sagen, oh, damit hab ich gar nicht gerechnet, dass es hier hart zugehen kann. Die Schuld oder die Verantwortung besonders im Pflegeheim einfach bei dem Bewohner zu suchen. Und , er hat sowieso dauernd ganztags Wünsche, die man nicht erfülen kann. Und er geht mir mächtig auf den Keks, das trifft es hundertprozentig. Ist aber zu kurz gedacht. Ich habe in meinem speziellen Beruf Anforderungen, derer ich mir klar sein sollte. Und ich finde, es gibt mal Situationen, wo ich spontan und wütend und rechtmeinend reagiere. Grundsätzlich finde ich aber, dass der Arbeitnehmer im Wissen um solche Situationen sich verschiedene Dinge aneignen sollte. Zum Beispiel gibt es 'Umgang mit herausfordernem Verhalten'', 'Beziehungsgestaltung in der Pflege' relativ neu als Expertenstandard. Aber auch etwas ältere Hnweise und Richtlinien, daneben Fallbesprechungen. Es sind Situationen, die passieren. Es ist aber auch genauso wie bei Polizisten, dass man schon im Vorfeld damit rechnen muss. Und sich verschiedene Strategien aneignen kann, soll, muss.
Die Frage, ob es teilweise dennoch zu heftigen Reaktionen eines Polizisten kommen kann, steht glaub ich gar nicht zur Debatte. Klar, kann es. Es nützt einem nur nichts, da verschiedene Registerkarten von überlastet bis freche aggrive Personen zu z iehen. In einem Pflegeheim schon gar nicht. Nützt auch nichts, jemandem aus der Pflege Recht zu geben. Es geht eher darum, wie geht es nächstes Mal aus und wie kann ich besser darauf vorbereitet sein. Wer kann mir helfen oder wie kann ich mich selbst besser schützen. Wir können ja die meisten Bewohner nicht einfach aus unserem Aufgabengebiet entfernen, eher uns da rausnehmen (lassen).
 
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