Arbeitsrecht Notfallsituation wenn am WE sich jemand kurzfristig krankmeldet

eugen

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Bei uns in einer Gruppe für Behinderte Menschen hat sich jemand kurzfristig Krank gemeldet , was zur Folge hatte,dass die einzige im Dienst befindliche Fachkraft ihren Dienst nicht planmäßig beenden konnte und somit die nachfolgende Schicht weiterarbeiten musste . Nach tel. Information an die Leitung ob jemand einspringen könne wurde erwidert ,dass es niemanden gibt ,da alle Ressourcen bereits ausgeschöpft seien und dies jetzt eine "Notfallsituation" sei.
Frage: Sind die hier genannten Ereignisse " Notfallsituationen" ,die dadurch gelöst wurden,indem der zu Ende gehende Dienst der Fachkraft einfach die nächste Schicht mit übernehmen muss.
 
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Oje, nein. So leicht kann man den Dienst nicht weiter verlängern. Da gibt's noch das Arbeitszeitgesetz. Wie sind eure vertraglichen Regelungen? Habt ihr einen Tarifvertrag? Habt ihr einen Betriebsrat?
 
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Natürlich gibt es auch bei uns das Arbeitszeitgesetz ,einen Tarifvertrag und einen Betriebsrat.Fakt ist, Fachkraft war bereits 11 Std. im Dienst )konnte nicht nachhause da sonst die Gruppe unbesetzt geblieben wäre und hat von der Leitung die Order bekommen weiter zu arbeiten.
 
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Überstunden müssen durch den Betriebsrat abgesegnet werden. Mir ist kein Tarifvertrag bekannt, der vorsieht, um so viel länger zu arbeiten.
Eine Notfallsituation ist dies allerdings nicht. Es ist der krankheitsbedingte Ausfall einer Fachkraft. Sowas kann immer passieren und die Leitung muss immer ein Ass im Ärmel haben. Und wenn sich die PDL selbst einteilen muss.
In dem Telefonat hätte die Fachkraft klar sagen MÜSSEN, das sie nicht mehr weiterarbeiten darf (Berufsgenossenschaft, Versicherung etc) und nach Hause gehen wird. Wenn sich die Leitung nicht bewegt, sollte direkt eine Überlastungsanzeige geschrieben werden (geht auch nachträglich) und eine Info an den Betriebsrat.
Man könnte es noch auf die Spitze treiben und die entsprechende Aufsichtsbehörde informieren. Aber sowas würde ich nur machen, wenn sich die Situation wiederholt.
Es sollten alle daraus lernen, wie man in Zukunft damit umgeht.
 
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Überstunden müssen durch den Betriebsrat abgesegnet werden
Da die Schichten (wie oben zu lesen ist) regulär 11 Stunden lang sind und somit gegen das Arbeitsrecht verstoßen, frage ich mich, was für ein Betriebsrat dort agiert.

Eine Notfallsituation ist dies allerdings nicht
Jein. Notfall teilweise ja, da jemand erst einmal vor Ort bleiben muss, um die Versorgung der betreuten Menschen sicher zu stellen.
Nein, da die Situation keine Doppelschicht nach sich ziehen darf.

Sowas kann immer passieren und die Leitung muss immer ein Ass im Ärmel haben
Sorry, Wo soll die denn herkommen ??? Ich kenne keinen Arbeitsplatz, wo jederzeit eine Krankheitsvertretung spontan zur Verfügung steht.

In dem Telefonat hätte die Fachkraft klar sagen MÜSSEN, das sie nicht mehr weiterarbeiten darf (Berufsgenossenschaft, Versicherung etc) und nach Hause gehen wird.
Wenn sie nach Hause geht und die Bewohner sich selbst überlässt, ist sie, im Falle eines Schadens, sicher haftbar. Wie oben schon geschrieben: Jemand muss erst einmal vor Ort bleiben, um die Versorgung der betreuten Menschen sicher zu stellen .

Aber ich stimme mit dir überein, dass die Leitung notfalls selbst spontan einspringen muss und sich darum kümmert, die Kollegin schnellstmöglich nach Hause gehen zu lassen

LG Der Eine
 
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Willy_Wuff

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So weit ich weiß, muß man erst einmal eine gefärdungsanzeige schriftlich verfassen, in dem man dem Arbeitgeber mitteilt das man für die Sicherheit der zu betreuenden Personen nicht garantieren kann. Denn wir sind alle nur Menschen, und das das Hirn irgendwann einmal abschaltet hat Biologische Gründe, gegen die wir nichts machen können. Dann Medikamente Verwechseln kann tödlich enden.
Sprich diese Gefährdungsanzeige ist für den Arbeitnehmer in erster Linie lebensnotwendig.
Davon natürlich ne Kopie für die eigenen Unterlagen, nicht das der Arbeitgeber die in den Schrädder wirft und dann vor Gericht behauptet von nix gewusst zu haben.
Irgendwelche „Außname“ Situationen können dem Arbeitnehmer dann relativ egal sein, denn in diesem Fall hat der Arbeitgeber im Rahmen seiner Organisationsverantwortung versagt.
Bezüglich dieses speziellen Beispiels wäre es entweder sinnig den Arbeitgeber zu wechseln, oder sich einmal bei einem Anwalt eine Rechtsauskunft ein zu holen.

Einfach zu sagen mach ich nicht und ich gehe nach hause und lasse die Station/Wohnbereich, oder wie auch immer man es nennen möchte, unbeaufsichtigt , da macht man sich als Pflegekraft eindeutig Strafbar.
Das Minimum was man gewährleisten muß ist ein Bereitschaftsdienst, das man für Notsituationen zur Verfügung steht.

Die Frage ist nur ob es sinnig ist weiterhin für einen Arbeitgeber zu arbeiten, der meint sich so einfach aus der Organisationsverantwortung herausstehlen zu können :)


Ich bin ja immer wieder begeistert davon zu lesen das es Kollegen gibt die in geplanten 11 Stunden Schichten Arbeiten.

Normale Arbeitszeit oder Bereitschaftsdienst, in dem man auch schlafen kann ?

Wenn man 11 Stunden Durcharbeitet, abgesehen davon das es meines Wissens nach Gesetzeswidrig ist........ Faszinierend wie billig einige Leute ihre Gesundheit verkaufen.

Hat aber den Vorteil das diese Pflegekräfte zum einen das Sozialsystem nicht lange mit rentenansprüchen belasten werden, und weil sie nach spätestens 20 Jahren eh komplett im Eimer sein dürften ….. werden sie grundsätzlich nicht lange dem Sozialsystem zur last fallen ;-)

Hoch lebe das sozialverträgliche vorzeitige Ableben.
 
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Es stellt sich mir hier die Frage:

Gibt es ein Gerichtsurteil, indem geurteilt wurde, welches Vergehen schwerwiegender ist: das Verlassen der zu Betreuenden oder das vorsätzliche Anordnen des Übertretens der gesetzlichen Maximalarbeitszeit?

Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, das die Pflegekraft, welche ihre Patienten alleine lässt, strafbar handelt.

Die Vorgesetzten welche dieses von ihr verlangen machen sich ebenfalls schuldig, da sie vom Personal vorsätzlich eine Gesetzesübertretung verlangen. Wohlwissend das der Versicherungsanspruch durch die BG für die Angestellten erlischt. Hier also auch die Fürsorgepflicht klar unterlaufen.

Im Grunde würden beide Parteien haftbar zu machen sein. Oder doch nicht?
 
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Willy_Wuff

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Ich bin mir auch ziemlich sicher das in diesem Fall beide haftbar zu machen sind, nur das Strafmaß dürfte sich ganz gewaltig unterscheiden.
Meines Wissens kennt der Gesetzgeber da keine Gnade, denn es gibt ne klare Ansage das die letzte verbleibende Fachkraft die Station/den Bereich erst verlassen darf wenn ein adäquater Ersatz vorhanden ist.
Also nicht nen handlanger sondern eine andere Fachkraft.
Sie kann ein Notfall Programm abarbeiten, sprich es muß die Gesunderhaltung der anvertrauten Personen gewährleistet sein.

Ich für meine Person möchte jedenfalls nicht wegen grob fahrlässiger Tötung vor dem Richter stehen :)

Und damit sind wir auch wieder bei meinem Lieblingsthema, den Gefährdungsanzeigen.
Ich weiß, die meisten Kollegen verdrehen bei dem Wort schon die Augen :-(
Marke : Ach die bringen doch eh nix das interessiert doch keine sau......
Muß ich sagen, recht habt ihr, solange nix passiert.
Juristisch ist die Fachkraft gezwungen ihren Arbeitgeber darüber in Kenntnis zu setzen das die Gesundheit und das Leben der Anvertrauten Personen gefährdet ist.
Das es den Arbeitgeber in der Regel nen feuchten sch. Interessiert ist richtig, denn der weiß das die Leute massiv gefährdet sind, und nimmt diese Gefährdung schon seit Jahren billigend in kauf, sprich für ne Hand voll Euronen lassen sie wissentlich Leute über die Klinge springen.
( Gibt weltweit genügend Studien, die einen kausalen Zusammenhang zwischen Pflege schlüssel und Patienten/Bewohner Zahl und mortalitätsrate belegen )
Was glaubt ihr, wird euer Chef machen, wenn mal ein angehöriger vor Gericht geht und die Einrichtung wegen fahrlässiger Tötung und oder Grob fahrlässigem Pflegeversagen anzeigt ?
Wird der sich schützend vor euch stellen oder euch eben so gnadenlos über die Klinge springen lassen, wenn er damit seinen Hals retten kann ?

Allen Kollegen die sich nun fluchtartig, in die Jahrelang antrainierte Opferrolle begeben und nun ins weinen geraten Marke …. ich arme/armer, was soll ich denn tun, ich kann doch nichts machen …. der Böse Chef …...., sei gesagt : JA IHR SEIT OPFER, denn ihr macht euch selbst zu guten Opfern.

Es geht bei den Gefährdungsanzeigen nicht darum dem Armen unwissenden Chef zu sagen das die Leute gefährdet sind, es geht darum euch selbst zu schützen.
Denn wenn ihr diese Gefährdung immer wieder aufs neue anzeigt ( Und selbstverständlich ne Kopie für die eigenen unterlagen mit nach hause nehmt, denn Arbeitgebern die so leichtfertig mit dem Leben ihrer Patienten/Bewohnern spielen, die haben sicherlich auch nen Schrädder im Büro ), dann kann sich der Chef nicht mehr aus seiner Organisationsverantwortung Herausstehlen.
Was meint ihr wohl, warum so viele Vorgesetzte massiven druck auf die Mitbarteiter ausüben, damit die solche Anzeigen nicht schreiben, oder wieder zurück ziehen ?
Die legen lieber euren Hals in die schlinge, als ihren eigenen.
Es geht bei den Gefährdungsanzeigen nur darum das ihr im Zweifelsfall vor Gericht nachweisen könnt, das IHR eurer gesetzlichen Verpflichtung nachgekommen seit und das die Schuld an dem Vorfall somit nicht euer Versagen ist, sondern das Versagen eures Vorgesetzten, denn der ist dazu verpflichtet ausreichend Personal zur Versorgung der Anvertrauten Personen ran zu schaffen.
Und wenn er das nicht kann darf er keine weiteren Personen in seine Obhut übernehmen.

Ebenso vergessen leider viele Kollegen die macht der Pflegedokumentation.
Liebe Kollegen, die ist nervig und es kann einem echt auf den Sack gehen, diese tausend zettel aus zu füllen, denn in der Regel würde uns nen einfacher Verlaufsbereich ausreichen.
Diese Duku braucht aber in erster Linie unser Arbeitgeber zur Abrechnung mit den Kassen, denn mit Hilfe dieser Doku weist er nach welche Leistungen er angeblich erbracht hat, und die rechnet er für bahre Münze ab.

Was passiert nun, wenn ich in meiner Doku Leistungen mit Handzeichen angebe, die ich, warum auch immer, nicht erbracht habe ?
Abgesehen davon das ich mich der Urkundenfälschung strafbar mache unterstütze ich meinen Arbeitgeber aktiv dabei Abrechnungsbetrug zu betreiben.
Wenn ich diese Leistungen, warum auch immer, nach-weißlich nicht erbringe und dem Patienten/Bewohner daraus ein Schaden entsteht, mache ich mich, meines Wissens, Strafbar, sprich man kann mich vor Gericht dafür belangen.
Mein Arbeitgeber wird sich nämlich damit raus reden das er ja davon ausgehen musste das diese Leistung erbracht wurde, ich habe es schließlich dokumentiert.
Wer mag dann wohl den Schwarzen Peter in der Hand halten ?

Ich weiß Fluchtreflex … rum weinen das ich das arme Opfer des Seins und der Situation bin, ist die einfachste Lösung, wird mir aber im Zweifelsfall vor dem Richter wenig helfen.

Und schwubs sind wir bei dem Thema : Pflegedokumentation ist nicht nur dazu da uns zu ärgern und zu gängeln, der Verlaufsbereich ist auch dazu da uns zu schützen.

Sprich ich muß im Verlaufsbereich dokumentieren welche Pflegerischen Tätigkeiten ich nicht verrichten konnte und warum ich dies nicht konnte.
Allein schon um mich selbst ab zu sichern.
Abgesehen davon wird dann so mancher Arbeitgeber Purzelbäume schlagen, denn dann kann er die ganzen nicht erbrachten Leistungen nicht mehr abrechnen.
Oder was denkt ihr, was passiert wenn der MDK bei seinen Prüfungen feststellt das massenhaft Leistungen, die nicht erbracht wurden, abgerechnet werden.
Die Jungs und Mädels stehen total auf Versicherungsbetrug.

Und ganz ehrlich, wir leben und arbeiten in einer Situation in der Selbst und Eigenschutz mindestens ebenso wichtig ist wie irgendwie dafür zu sorgen das die Patienten/Bewohner irgendwie mindestens mit dem lebensnotwendigen versorgt sind.
Die Pflegeberichte/Verlaufsdokumentation, wie auch immer man es nennen will, kann uns selbst im Zweifelsfall vor großem Schaden bewahren.
Das ist wie ne Rechtsschutz Versicherung, viele haben sie und jeder hofft sie niemals zu brauchen.
Abgesehen davon das ich die Doku während meiner Arbeitszeit mache, sprich die zusätzlich investierte Zeit muß mir mein Arbeitgeber sogar noch erstatten.

Und wenn der Vorgesetzte Purzelbäume schlägt und meint untersagen zu können so etwas zu dokumentieren, dann sollte man sich ernsthaft überlegen wessen Kopf er denn da aus der Schlinge raus holen will und wessen Kopf er ganz bewusst da rein legt.
Nach dieser Erkenntnis kann man sich dann überlegen ob man den richtigen Arbeitgeber hat.

Wenn solchen Arbeitgebern das Personal weg läuft, können sie ihren Laden nur noch dicht machen, und Einrichtungen denen es wirklich um das Wohl ihrer Patienten/Bewohner geht, bekommen dementsprechend mehr Personal.
Auch ne form der Marktbereinigung, nur so werden die Einrichtungen die ausschließlich auf Gewinnmaximierung ausgelegt sind vom Markt verdrängt werden können.

Leute, wir sind KEINE OPFER, wir haben ne unglaubliche Machtposition, wenn wir uns nur einig sind. Nutzt eure Machtposition, dies wird nicht nur zum Vorteil der Patienten/Bewohner werden.
Denn selbst wenn wir uns Juristisch schützen, im Zweifelsfall stellt sie die Frage ob wir auf unserem Sofa oder im Knast mit unserem gewissen klar kommen müssen.
Mit unserem Gewissen müssen wir so oder so klar kommen, aber im Zweifelsfall lieber auf dem Sofa :)
 
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Überstunden müssen durch den Betriebsrat abgesegnet werden. Mir ist kein Tarifvertrag bekannt, der vorsieht, um so viel länger zu arbeiten.
Eine Notfallsituation ist dies allerdings nicht. Es ist der krankheitsbedingte Ausfall einer Fachkraft. Sowas kann immer passieren und die Leitung muss immer ein Ass im Ärmel haben. Und wenn sich die PDL selbst einteilen muss.
In dem Telefonat hätte die Fachkraft klar sagen MÜSSEN, das sie nicht mehr weiterarbeiten darf (Berufsgenossenschaft, Versicherung etc) und nach Hause gehen wird. Wenn sich die Leitung nicht bewegt, sollte direkt eine Überlastungsanzeige geschrieben werden (geht auch nachträglich) und eine Info an den Betriebsrat.
Man könnte es noch auf die Spitze treiben und die entsprechende Aufsichtsbehörde informieren. Aber sowas würde ich nur machen, wenn sich die Situation wiederholt.
Es sollten alle daraus lernen, wie man in Zukunft damit umgeht.
Und wenn kein Betriebsrat,und kein Tarifvertrag da ist,wie wird es dann geregelt?Kann der Arbeitgeber machen was er will?
 
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Willy_Wuff

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Sollte man den inneren Zwang besitzen bei einem solchen Arbeitgeber unbedingt weiter tätig zu sein. (Was ich bei der in Deutschland herrschenden Personalsituation im Bereich der Pflege nicht nachempfinden kann)
Würde ich empfehlen sich eine Rechtsberatung zu holen.
Da es alle Kollegen betrifft ließe sich das sicherlich aus der "natürlich nirgendwo vorhandenen :)" Kaffeekasse finanzieren.

Aber vielleicht kann mir das ja mal einer erklären :)
Jede Pflegeeinrichtung in Deutschland hat 2 Stellige zahlen an freien Stellen........
Warum zum Gaier lassen sich unsere Kollegen so etwas gefallen ?
Kann man sich in der Opfer Rolle so wohl fühlen ? Oder kann man nicht glücklich leben, wenn man nicht als armes Opfer was zum Jammern hat ?
Ich raffe es einfach nicht.
Ach ja, in mindestens 90% aller fälle wird man nicht zum Opfer gemacht, sondern macht sich selbst zum Opfer.
 
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@Willy_Wuff Deine Frage ist absolut richtig gestellt und auch recht schnell beantwortet:

Weil es nur sehr wenige Einrichtungen gibt, in denen Alles korrekt abläuft.
In diesem Fall (Überstunden) läuft´s in der Einrichtung "Scheiße". Dafür geht da vielleicht was anderes besser. Im nächsten Heim wird möglichweise korrekt mit den Überstunden umgegangen, dafür sind die Dienstpläne nicht normkonform, usw. Es ist mir in den letzten Jahren kein Heim untergekommen, indem alles glatt läuft. Egal wohin man wechselt: Irgendwo ist immer der Wurm drin. Man muss eben nur was für sich finden, mit dem man sich arrangieren kann oder auf die Barrikaden gehen.
 
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Willy_Wuff

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Das ist nen Argument.
Aber wenn man bei Doppelschichten seine Gesundheit, und auch sein Leben riskiert, ebenso die Sicherheit der Bewohner nicht mehr gewährleistet ist, weil der Chef in seiner Organisationsverantwortung einfach komplett versagt, dann sollte meines Erachtens jeder dieses haus verlassen, solange er noch was zu verlieren hat.
Ich arbeite 16 Stunden, steige danach ins Auto, weil ich ja irgendwie nach hause muß, und mein Chef mir wohl kaum 2x nen Taxi zahlen wird.
nach 16 Stunden Arbeit ist kein mensch mehr in der Lage konzentriert Auto zu fahren, viel wahrscheinlicher das er immer wieder nen paar seconden einpennt, ohne es zu merken.
Während des Sekunden Schlafes niete ich ne Mutter mit Kinderwagen um, ne schwangere, oder bringe mich selbst um .... raube ner Familie den Vater die Mutter oder das Kind.

Ein vorgesetzter, der seine Untergebenen 16 Stunden arbeiten lässt handelt nicht nur grob fahrlässig, das ist in meinen Augen ein ignorantes Ar......
Wie schon gesagt, er hätte auch selbst kommen können und die Station beaufsichtigen können.
Und wenn er dazu nicht in der Lage ist ...... bei doppeltem Gehalt hätte sich sicherlich einer zum einspringen gefunden.

Also, alles dumme Ausreden für sein eigenes versagen, oder seine schamlose Geldgier.

Leider machen sich viele Menschen keine Gedanken was für Folgen ihr Verhalten haben kann, damit meine ich zum einen den Chef uznd zum anderen auch die Mitarbeiter.
 
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PflegeAssistent

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Bei uns in einer Gruppe für Behinderte Menschen hat sich jemand kurzfristig Krank gemeldet , was zur Folge hatte,dass die einzige im Dienst befindliche Fachkraft ihren Dienst nicht planmäßig beenden konnte und somit die nachfolgende Schicht weiterarbeiten musste . Nach tel. Information an die Leitung ob jemand einspringen könne wurde erwidert ,dass es niemanden gibt ,da alle Ressourcen bereits ausgeschöpft seien und dies jetzt eine "Notfallsituation" sei.
Frage: Sind die hier genannten Ereignisse " Notfallsituationen" ,die dadurch gelöst wurden,indem der zu Ende gehende Dienst der Fachkraft einfach die nächste Schicht mit übernehmen muss.
Hi, einfacherhalber im AV =Arbeitsvertrag nachsehen, wg.Vergütung Mehrarbeit usw.! Im Regelfall gibt es entweder +50% bei Info am Vortag, oder 100% am Tag X.
 
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Willy_Wuff

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PflegeAssistent auch 100% mehr Gehalt ändern nichts daran das der Kollege 16 Stunden Arbeiten musste.
Und zwar weil der Arbeitgeber in seiner organisatorischen Verantwortung versagt hat. (Oder sich die Hände gerieben hat weil er reichlich Personalkosten eingespart hat)
Auch 100% Gehalt ändern nichts an den von mir oben beschriebenen Gefahren nach einem 16 Stunden Dienst, es sei denn man findet es beruhigend, wenn man auf den Grabstein schreiben kann : Er bekam 100% mehr Gehalt, leider reichte es nicht um die Kosten der Beerdigung zu decken :)
Wir alle sind Beruflich mit der Lehre "Die Gesundheit ist das höchste Gut" groß geworden, nur die eigene Gesundheit wird von vielen Kollegen mit Füssen getreten, dabei sehen wir Täglich wie Kostbar sie ist.
Dafür sind wir aber hinterher, nachdem wir sie Ruiniert haben (Das machen wir ganz allein), beim jammern wieder die Größten :-(
 
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c4user

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Gefährdungsanzeigen usw... bringen nichts jedenfalls wenn sie nur beim AG liegen bleiben.

2017 gab es einen interessanten Vorgang bei Helios - der Arbeitgeber hatte eindeutig zu wenig Personal vorgehalten, Pausenzeiten konnten nicht genommen werden und der Betriebsrat wurde aktiv und reichte Klage ein.

Klinik-Betriebsrat klagt: Helios muss 88.000 Euro Strafe zahlen

Helios wurde daraufhin zu einem Ordnungsgeld von 88.000 Euro verdonnert und seitdem hat sich was getan.

Hat man keinen Betriebsrat, geht nur der eigene Weg über das Arbeitsgericht oder eine Meldung an das "Landesamt für Arbeitsschutz".
 
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Willy_Wuff

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Gefährdungsanzeigen usw... bringen nichts jedenfalls wenn sie nur beim AG liegen bleiben.
Ich muß gestehen das ich es immer wieder schade finde, das es so viele Kollegen gibt, die den Sinn der Gefährdungsanzeigen noch nicht so ganz verinnerlicht haben.
Wenn ich eine solche schreibe, dann behalte ich immer eine Kopie davon.
Denn ich schreibe sie nicht um meinen Arbeitgeber darüber in Kenntnis zu setzen, das neuerdings das Leben und die Gesundheit meiner Patienten/Bewohner gefährdet ist.
Ich schreibe sie, weil ich keine Lust habe für die Geldgier meines Arbeitgebers in den Bau zu wandern oder anderweitig zivilrechtlich belangt zu werden.

Abmahnen kann der Arbeitgeber eine Pflegekraft nicht.

Urteil: Klinik scheitert mit Abmahnung wegen Gefährdungsanzeige

Und vielleicht auch einmal den Sinn und Zweck von Gefährdungsanzeigen, bei Verdi nachlesen :)

http://www.xn--verdi-gefhrdungsbeurteilung-jkc.de/upload/pdf/gute_arbeit_2015_05_page_18_to_20-2.pdf

Fängt eigentlich gleich mit dem Wichtigsten an :

„Die Gefährdungsanzeige soll zur Überprüfung der Arbeitsbedingungen führen und sichert Beschäftigte vor Schadensersatzansprüchen ab.“



Es geht bei der Nummer ausschließlich um den Selbstschutz.
Denn wenn es vor Gericht geht, dann möchte ich nicht auf der Anklagebank sitzen, sondern als Zeuge :)
Und wenn ich eine Kopie mit Faxbestätigung habe, und mein Arbeitgeber vorher behauptet hat das er niemals eine solche Anzeige bekommen hat, dann schaut es für ihn ziemlich schlecht aus.
 
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