Innere Medizin Norovirus

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barnsi69

barnsi69

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21.09.2007
90471
tach zusammen!

folgendes: wir haben auf unserer station in letzter zeit vermehrt pat. mit norovirus. güstigerweise bekommt man das ergebnis der stuhlkultur aber immer erst ein paar tage später, d.h. nicht alle dieser pat. werden isoliert (bei starker symptomatik wird prophylaktisch isoliert).

trotzdem haben wir vom personal her keine ausfälle zu beklagen, obwohl wir ja alle kontakt mit den erkrankten haben.

kann es sein das sich das immunsystem da langsam angepasst hat und geringe virenzahlen keinen schaden mehr anrichten können?

bei google gibts nix eindeutiges, evtl. weiß ja jmd. zufällig genaueres.

grüße barnsi
 
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Gesundheits- und Krankenpfleger
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Internistische Intensivstation
M

Mietze-Katze

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22.03.2007
13353
Ich glaub nicht das man Abwehrkräfte bildet.
Wir hatten letztes Jahr den Norovirus auf Station. Alle Patienten und das gesamte Pflegepersonal waren nach und nach erkrankt. Hatten teilweise 3-4 Zimmer isoliert.
Dieses Jahr Mitte Oktober wieder das gleiche "Spiel". Es hatte auch wieder das gesamte Personal erwischt. Nur die länger frei hatten blieben verschont.:suche:
 
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Ameise

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Hallo Barnsi,

es gibt gegen Noroviren keine Immunität, weder erworben noch durch Impfen. Ihr scheint daher in der Hygiene alles richtig zu machen oder der Patient ist so schnell bei euch durch, dass der Durchfall erst auf der Station so richtig in die vollen geht :laughing: Du kommst doch von der Nota oder?

Bei Noroviren reicht übrigens ein geringe Anzahl von Viren zur richtigen Übertragung und er ist auch so richtig schön schwer wegzudesinfizieren, da darf man keinen Fehler machen und auch nicht die kleinste Fläche vergessen.

Nicht zu vergessen die Übertragung ist fäkal oral also ich esse den Erreger den jemand anderes :sick:

Solong Ameise
 
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double19

double19

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18.10.2006
56335
Hallo barnsi69,

wenn du bei RKI Startseite nichts findest, dürfte es noch nichts geben.

Gruß double
 
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Rheinland-Pfalz
M

matras

Hallo,

auch von meiner Seite kommt noch "Senf" dazu! Die Problematik die Du beschreibst, macht Euch zu glücklichen Menschen. Die Erkrankung durch Noroviren kann auch Gesunde ganz schön mitnehmen.
Wie schon andere Bermerkt haben, gibt es nichts gegen die Noro's, das liegt an der hohen Genomvariabilität, die es auch derzeit unmöglich macht gegen die Dinger zu impfen. Diese Variabilität läßt auch das Immunsystem scheitern, es ist durchaus denkbar eine Erkrankung durchgemacht zu haben, um gleich im Anschluß mit einer anderen Genvariante infiziert zu werden und zu erkranken.
Daher glaube ich, daß Ihr viel Glück hattet, möglicherweise in Verbindung mit einer guten persönlichen Hygiene?

Greez Matras
 
MuuuHaaa

MuuuHaaa

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07.02.2007
0815
Hi,

ich habe mal gehört das man nach einer Erkrankung für 2 Tage eine erhöhte Abwehr dagegen hat. Ob das stimmt weiss ich nicht :blushing: . Allderdings bin ich froh das wir seit 6 Tagen im der gesamten Klinik keinen neuen Fall hatten.:thumbsup2:
Und vor allem bin ich froh da ich viel Kontakt mit den Erkrankten hatte, das es mich nicht "erwischt" hat.:laughing:


Gruß

vader
 
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barnsi69

barnsi69

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21.09.2007
90471
hygiene ist bei uns ein großes thema, das stimmt schon (ganz ohne eigenlob :rolleyes:) aber das übliche händedesinfektionsmittel ist gegen noro nicht 100 % wirksam, da benutzen wir dann virugard, aber eben nur, wenn noro nachgewiesen wurde.
 
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Gesundheits- und Krankenpfleger
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kolobok

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19.12.2007
51145
das kann ein Fehler sein Virugat muss man schon bei einem Verdacht benutzen.
 
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access

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28.09.2007
41517
Hallo barnsi 69,

euer Hygienebeauftragter müsste dir da eigentlich weiterhelfen können, es reicht nicht aus nur eine Händedesinfektion durchzuführen, sondern auch eine Flächendesinfektion. Die dafür bestimmten Desinfektionsmittel sind aufgelistet. RKI-Richtlinien sind vorhanden. Das Gesundheitsamt ist darüber sofort zu informieren, wenn Fälle bekannt, müßte euer AG/ Träger eigentlich wissen (s. Bundesseuchengesetz/ Infektionsschutzgesetz). Auch die können euch den weiteren Umgang und Durchführung von Hygiene und Desinfektionsmaßnahmen und adäquate Mittel nennen.

Lg

access
 
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ms-sophie

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14.03.2007
Mannheim
Hallo Barnsi,

aber das übliche händedesinfektionsmittel ist gegen noro nicht 100 % wirksam, da benutzen wir dann virugard, aber eben nur, wenn noro nachgewiesen wurde.
Ich habe auf der RKI Seite darüber nichts gefunden, könntest du mir eine Quellenangabe nennen?

Danke
Sophie
 
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ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
T

Torsten

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04.02.2006
47495
Hallo,
Alos ich möchte auch meinen Senf hier abgegeben:
Virrugard schon einsetzen bei kleinstem verdacht!! reinigungskräfte die Toieletten und Fussböden reingen mit Minutil putzen lassen soalnge bis nix mehr anchgewiesen sit bei dem pat. kein Pat darf mehr zu einer anderen Station verlegt werden um ausbreitung zu verhinden. Immunität gibt es nicht,
der Norovirus ist noch bis zu 14 tagen nach ausbruch übertragbar über tröpfcheninfekton, 1g Stuhl beinhalten mehr als 100 keime!!!!

Gruß
Torsten
PS und bleibt gesund!!!
 
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Innere Medizin/Diabetologie, Diab Fussambulanz
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ms-sophie

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14.03.2007
Mannheim
Hallo Barnsi,

ich hab nun nochmal verglichen, also dieses Virrugard genausoviel Ethanol wie das AHD 2000 von Lysoform. Deshalb wäre es nett, wenn du deine Aussage präzisieren könntest.

Sophie
 
Qualifikation
QM
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ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
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Torsten

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04.02.2006
47495
Hallo Barnsi,

ich hab nun nochmal verglichen, also dieses Virrugard genausoviel Ethanol wie das AHD 2000 von Lysoform. Deshalb wäre es nett, wenn du deine Aussage präzisieren könntest.

Sophie
Hallo
also ich weiss es nur von unsere hygienefachkraft lysoform kenne ich nicht, du must genauso viel menge nehmen wie bei üblichen händedesinfektionsmitteln es wirkt halt expliziet gegen die Norovieren
 
Qualifikation
Krankenpfleger/ stellv. stationsleitung
Fachgebiet
Innere Medizin/Diabetologie, Diab Fussambulanz
barnsi69

barnsi69

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21.09.2007
90471
Hallo
also ich weiss es nur von unsere hygienefachkraft lysoform kenne ich nicht, du must genauso viel menge nehmen wie bei üblichen händedesinfektionsmitteln es wirkt halt expliziet gegen die Norovieren
idem, kann mich auch nur auf die aussage unserer hygiene berufen, natürlich benutzen wir das virugard auch schon bei verdacht, aber es kommt eben auch vor, dass die symptomatik nicht so ausgeprägt ist und ein verdacht unbegründet.
im falle einer nachgewiesenen infektion wird natürlich alles nach den aktuellen richtlinien gereinigt und desinfiziert. ich dachte das sollte selbstverständlich sein und habe daher nicht noch einmal explizit darauf hingewiesen.

warum jetzt gerade das virugard und nicht das standard händedesinfektionsmittel gegen den noro wirkt (besser wirkt), da hab ich mich ehrlich gesagt noch nicht damit beschäftigt, sondern mich auf unsere Hygiene verlassen.

Cheers & frohes Neues!!
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Internistische Intensivstation
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matras

Hallo,
die Sache mit dem Sterillium virugard und der "amtlichen" Empfehlung liegt an der Zulassung. Das Mittel wurde als erstes als "wirksam gegen unbehüllte Viren" zugelassen. Mittlerweile gibt es auch noch Softaman akut was den Stempel von der BPharm bekommen hat. Der Hintergrund ist, dass Athanol etwas besser gegen unbehüllte Viren wirkt als Propanol.
Aber Athanolische Produkte sind leider nicht so hautverträglich wie die anderen. Deshalb empfehle ich in meinen Einrichtungen zwar bevorzugt Sterilium virugard zu benutzen, aber bei Unverträglichkeit auf ein tolerables Produkt zu wechseln, um die Hautintegrität zu bewahren. Das ist mit der Einwirkzeit m. E. wichtiger als das Produkt. Und mit dieser Strategie hatte ich bislang immer Erfolg! da auch die Akzeptanz der Kollegen beachtet wird.

Greez Matras
 
S

spatz26

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24.02.2007
82054
hey, servus,
also ich kann dir nur mal sagen wie das bei uns läuft...wir hatten in unserer klinik einen norovieren ausbruch...unsere gesamte stat. wurde isoliert (33betten!) wir benutzen seitdem in der grossen "seuchen"zeit nur noch vierugard als händedesinfektionsmittel und für die flächendesinfektion insidin rapid...man muss auch drauf achten das man kontaktpersonen...also solche die nur mit im zimmer (eines pat. mit symptomen) lagen und pat. mit symptomen getrennt isoliert...
48 std ist derzeit die "rote" linie...wer in dieser zeit keinerlei symptome zeigt wird entisoliert....kontaktpersonen wie auch welche mit symptomen...die dann natürlich in der zeit keine mehr hatten...
wobei man darauf achten muss....wer länger als 3 tage durchfälle hat, könnte sich quasi noch zusätzlich...mit clostridien oder rotavieren angesteckt haben...
und davon gibts bei uns einige...
weil eigentlich heisst es ja nach 72 std etwa wäre die krankheit vorbei...wer also länger mit durchfall etc. zu tun hat könnte sich...aufgrund der eh schon vorhandenen immunschwäche gleich noch was anderes dazugeholt haben...
ums kurz zu machen...die eigene händehygiene und auch die der pat. (soweit das überhaupt möglich ist) ist das wichtigste....wir haben auch dinge wie rr messen z.B.eingeschränkt...alles was von einem ins nächste zimmer geschleppt wird (und wird es auch noch so gut desinfiziert) kann überträger sein....
sprich ein minimum an kontakt mit den pat., besucher sollten gut eingewiesen werden in die hygiene massnahmen...oder wenns anders nicht geht sogar ein besuchsverbot für einige tage...
lg spatz
 
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krankenpflegerin
Fachgebiet
innere med. / septische chirurgie
Weiterbildungen
hygienebeauftragte und mittlerweile auf dem weg praxisanleiterin zu werden....
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wilfriedsoddemann

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09.01.2010
48351
Noroviren - Alarm: Trinkwasser macht krank

Norovirus- und auch Rotavirus-Infektionen werden durch Fäkalien entweder in Lebensmitteln oder im Trinkwasser ausgelöst, bevor sie sekundär übertragen werden können, besonders augenfällig in Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen oder Kindergärten. In unseren Gewässern, auch im Grundwasser, kommen Viren vor. Unsere Wasserwerke können Viren regelmäßig nicht filtern. Kaltes Wasser konserviert ansteckende Viren. Offensichtlich folgen die Norovirus- und Rotavirus-Infektionen jedes Jahr streng dem Verlauf der Kälte im Wasser und in den Wasserleitungen. Unsere Lebensmittel haben das ganze Jahr über in etwa die gleiche Temperatur. Das Trinkwasser nicht. Es hat sein Temperaturminimum im Februar/März. Also muss das Trinkwasser die Norovirus- und Rotavirus-Infektionen auslösen!

Die Ultrafiltration kann Viren aus dem Trinkwasser filtern, ohne Zusatz von Chemikalien. Dabei entstehen zusätzliche Kosten von lediglich 6 Euro pro Person und Jahr, für eine vierköpfige Familie also rund 2 € im Monat.

Eine vorsorgende Gesundheitspolitik muss die Infektionsketten durchbrechen. Die wirkungsvolle Trinkwasseraufbereitung würde die Kosten im Gesundheitswesen senken, auch bei anderen durch Trinkwasser übertragenen Infektionen durch z. B. Adenovirus, Campylobacter, E.-coli-Enteritis, EHEC/STEC, Kryptosporidiose, Giardiasis, Salmonellose, Yersiniose. Auch die H5N1-Vogelgrippe und die H1N1-Schweinegrippe können unstreitig mit dem Trinkwasser übertragen werden, da die Viren in Erbrochenem und im Durchfall nachgewiesen werden. Eine epidemiologische Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar die saisonale Influenza durch das Trinkwasser ausgelöst wird.

Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann
[email protected]
http://sites.google.com/site/trinkwasservirenalarm/Trinkwasser-Viren
 
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Epidemiologe
Fachgebiet
Infektionen durch Leitungswasser
wusselinchen

wusselinchen

Unterstützer/in
Basis-Konto
01.04.2009
freiburg
hi,

kann es sein dass du hier ein produkt verkaufen willst?

seit mindestens 15 jahren habe ich einen wassersprudler, trinke nur noch leitungswasser angereichert mit kohlensäure. ich hatte noch nie!!!! einen magen darm infekt. geschweige denn den norovirus

gruß

wusselinchen
 
Qualifikation
krankenschwester
Fachgebiet
klinik
Weiterbildungen
sl- weiterbildung
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wilfriedsoddemann

Neues Mitglied
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09.01.2010
48351
Nein, finanzielle Interessen habe ich nicht. Ich möchte, dass unsere Wasserwerke uns wirklich reines Wasser liefern.

LG Wilfried Soddemann
 
Qualifikation
Epidemiologe
Fachgebiet
Infektionen durch Leitungswasser
smörre

smörre

Neues Mitglied
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07.03.2010
58452
AW: Norovirus

hallo!
bei uns im haus werden alle patienten mit verdacht auf noro erstmal isoliert! wenn ein negatives ergebnis aus dem labor zurückkommt, hebt man die isolierung eben wieder auf.:thumbsup2: wenn der befund positiv ist, haste wenigstens die mitpatienten und auch das personal nicht unnötig in gefahr gebracht.:mad_2: die kosten für die isolierung sind immer noch erträglicher als ein personalausfall oder die ausbreitung des keims! wir benutzen auch virugard als desinfektionsmittel und unsere putzis perform.
gruss smörre
 
Qualifikation
Stationssekretärin
Fachgebiet
Intensivstation
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