Innere Medizin niedriger BZ

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sisterlein

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Hallo liebe Kolleginen,

ich hätte gerne mal eure Meinung im folgenden Fall gewusst.
FALL: Pat. hatte neulich im SD einen BZ von 95mg/dl, eigentlich bekommt
er am abend 10 I.E.
Ich habe ihn 2 Blatt Traubenzucker einen Fruchtsaft und was zum
Essen gegeben. Als ich nach 2 Std. wieder gemessen habe war er
auf 170 mg/dl also habe ich 10 I.E gespritzt. (so habe ich es auch
berichtsheft vermerkt)

Meiner Meinung auch so o.k.?
Am nächsten Morgen schrieb meine Chefin ins Berichtsheft wir
sollen bei Unklarheiten sie fragen und Pat. nicht mit irgendetwas
füttern ????? Und lieber weniger I.E. spritzen???

Was sagt ihr dazu????
 
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ambulante Pflegedienst
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Avantgarde

Ich denke, Du hast ganz richtig gehandelt. Die Ausage Deiner PDL ist so nicht korrekt. Du darfst ohne ärztliche Anordnung nicht einfach die Insulindosis ändern(in Deinem Fall weniger spritzen). Vorausgesetzt Ihr spritzt nach Schema. In solch einem Fall hätte auch ich im Traubenzucker verabreicht und eine erneute Messung durchgeführt. Die Insulininjektion bekam er zwar später, aber in korrekter Dosierung. Du hast es auch weiterhin schriftlich in der Dokumentation festgehalten. Einzig wäre es noch Deine Aufgabe gewesen, am nächsten Tag den Hausarzt über den schwankenden BZ-Wert zu informieren.
 
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mary_jane

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Hallo sisterlein,

mir ist es nicht ganz klar warum du bei dem BZ Traubenzucker verabreichst.
Der Patient wurde ja vermutlich so eingestellt vom Arzt, dass patholgische Werte gar nicht erst entstehen.

Um welche Art Insulin handelt es sich?
Wann soll das Insulin verabreicht werden, nach oder vor dem Essen?
Man muss bedenken, das Traubenzucker den BZ schnell ansteigen lässt, dieser dann auch schnell wieder sinkt.
Also eigenlich eine Akutmaßnahme.

Einfach weniger spritzen ist auch nicht richtig.
Wie waren denn die Werte sonst?


lg mary
 
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Gesundheits-und Krankenpflegerin/Studentin
Fachgebiet
chirurg. ITS
kleinergizmo

kleinergizmo

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Huhu,

um welche Art Insulin handelt es sich denn? Darauf kommt es ja auch wesentlich an...
Ich persönlich hätte mir wohl angesehen, wie der Pat. sonst auf seine Insulingaben reagiert - nicht selten gibt es ja Leute, die Dosen brauchen, mit denen jemand anderes längst über den Jordan wäre.

Den Überblick hast Du Dir vermutlich verschafft....
Ich hätte auf ein Altinsulin im Zweifel aber eher verzichtet, als den BZ künstlich hochzujagen, obwohl gerade keine Essenszeit war - die Möglichkeit der Nachkontrolle bestand ja scheinbar. Bei einem langwirksamen Insulin hätte ich es u.U. trotz Wert gespritzt, aber ein paar Happen bereitgestellt. Bei einem Mischinsulin und fehlenden Erfahrungswerten, wie der BZ individuell reagiert, hätte ich es u.U. so versucht wie Du.

Das alles aber wohl unter der Prämisse, eben keinen Dr. griffbereit zu haben und eben nicht selbst an der Dosis herumschrauben zu wollen/können. Wer hätte laut PDL denn gefragt werden sollen?

Alles in allem hätte ich für mich zwar auch eine Möglichkeit gefunden, aber die dann jeweils zu begründen... Nun ja. Einfach nach Plan geht es mit Menschen halt nicht immer...

LG,
Gizmo *die heute einer Patienten bei einem BZ von 205 mg/dl 34 IE Altinsulin gespritzt hat und nicht mal unter 140 damit kam... :ermm:*

edit: Zwei Dumme... *g*
 
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FALL: Pat. hatte neulich im SD einen BZ von 95mg/dl, eigentlich bekommt
er am abend 10 I.E.
Darauf könnte ich nur klar antworten, wenn du verrätst, welche Uhrzeiten du mit "im SD" und "am Abend" meinst.

Heißt es, dass er zum Abendessen 10 IE bekommen sollte, dann hätte er das problemlos bekommen können. Denn 95 BZ ist physiologisch. Und er hätte im Anschluss ja gegessen.

Meintest du 22:00 Insulin, dann ist die Frage, ob eine Spätmahlzeit bereitstand, wie schon oben erwähnt.

Eine Nachkontrolle wäre sicher wichtig in jedem Fall, Insulindosis nicht verändern, und Traubenzucker hätte ich erstmal nicht gegeben, nur bei path. Nachkontrolle.

Aber das war meines Erachtens trotzdem von dir gut überlegt gelaufen, so dass ich keinen Grund zum gr. Vorwurf sehen kann.

LG, Allround
 
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Kalimera

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Ich bin der gleichen Meinung wie Deine Chefin. Bei einem solchen BZ, der mit 95 vollkommen im Normbereich ist, sind Akutmaßnahmen wie Fruchtsaft und Traubenzucker kontraindiziert. Insofern ist Deine Handlung nicht nach zu vollziehen, Deine Chefin ist davon ausgegangen, dass Du es nicht besser wusstest und somit hättest Du jemand fragen müssen, der sich auskennt, in erster Linie den Arzt. Letzten Endes hast Du den Patienten auch mit etwas "gefüttert", was nicht notwendig war und ihre Aussage diesbzgl. ist auch für mich folgerichtig.
Ob Du nun das Insulin beruhigt hättest spritzen können bei diesem Wert oder nicht ist von vielen Faktoren abhängig: Art des Insulins, Spritzzeitpunkt, vorherige Werte und Reaktionen auf Insulingaben, vor/nach dem Essen...ect.
 
Qualifikation
Pflege
Fachgebiet
Krankenhaus
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Zischi

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Hallo sitsterlein!

Jede Antwort hat wohl hier seine Wahrheit, es wird geschwankt von breiter Zustimmung zu deinem Handeln bis hin zu der Aussage, dass deine Handlung nicht nachvollziehbar war und somit deine Chefin durchaus ein Recht gehabt hat dich zu kritisieren.

Liefere uns doch noch ein wenig detaillierter (wie es mary jane beschrieben hat) die Umstände. Dann kann man wirklich adäquat versuchen darauf eine Antwort zu finden und dein Verhalten einzuordnen.

Ich selbst trau mich nicht, deine Reaktion einzuordnen, da mir deine Angaben zu dürftig sind...

Liebe Grüße Matthias
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger, Bildungsreferent
Fachgebiet
Erwachsenenbildung im Gesundheits- und Sozialwesen, Ambulante Pflege
Weiterbildungen
Deutsches Netzwerk Primary Nursing
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